Hilft lesen wirklich?

Hallo ihr www’ler

Vor über einem halben Jahr habe ich beschlossen habe mein portugiesisch wieder etwas aufzufrischen.

Dazu habe ich mir zum Beispiel auch in der Buchhandlung port. Kinderbücher/leicht zu lesende Bücher gekauft und konnte den Inhalt auch gut nachvollziehen, ohne ständig im Wörterbuch Vokabeln nachschlagen zu müssen.

Allerdings habe ich aber das Gefühl, dass ich mir nicht eine dieser aus dem Zusammenhang heraus erkannten Wörter gemerkt habe. (es ist mir schon klar, dass man nach dem lesen von ein paar Büchern nicht perfekt in einer Sprache ist, aber ein paar neue Vokabeln wären auch nett :wink: )

Deshalb wollte ich fragen, wie ihr fremdsprachige Literatur lest

Lest ihr euch Sätze mit unbekannten Worten mehrmals durch und versucht euch das unbekannte Wort intensiv einzuprägen?

Oder schreibt ihr fremde Vokabeln erstmal auf und übt sie hinterher?

Achtet ihr beim lesen bewusst auch Grammatik und Satzbau der Sätze?

Kurz gesagt, welche Erfahrungen habt ihr mit lesen von Fremdsprachiger Literatur – hat es euch wirklich geholfen?

LG Nauraa

Hi

Deshalb wollte ich fragen, wie ihr fremdsprachige Literatur
lest

Meine „Literatur“ sind hauptsächlich Zeitungen und Webseiten.

Lest ihr euch Sätze mit unbekannten Worten mehrmals durch und
versucht euch das unbekannte Wort intensiv einzuprägen?

Wie prägt man sich ein unbekanntes Wort ein? Entweder die Bedeutung läßt sich aus dem Zusammenhang erahnen oder ich frage nach, dann merke ich es mir VIELLEICHT. Wenn nicht, dann beim nächsten Mal. Das kann man nicht erzwingen.

Oder schreibt ihr fremde Vokabeln erstmal auf und übt sie
hinterher?

Ist mir zu blöd, und es nutzt nichts, denn auswendiggelernte Wörter vergißt du eh wieder. So lernst du keine Sprache.

Achtet ihr beim lesen bewusst auch Grammatik und Satzbau der
Sätze?

Wenn mir langweilig ist, beschäftigt mich das manchmal wirklich :smile: Sonst aber nicht, da will ich nur den Inhalt so gut wie möglich erfassen.

Kurz gesagt, welche Erfahrungen habt ihr mit lesen von
Fremdsprachiger Literatur – hat es euch wirklich geholfen?

Geholfen beim Lesenüben und Rechtschreibung auf jeden Fall, für das Lernen neuer Wörter halte ich HÖREN aber für wichtiger (wenn keine Menschen vorhanden sind, also Radio, Fernsehen, Musik, und am besten ein Chat).

Gruß
d.

Moin,

Lest ihr euch Sätze mit unbekannten Worten mehrmals durch und
versucht euch das unbekannte Wort intensiv einzuprägen?

Nein. Solange ich den Sinn verstehe, nehme ich unbekannte Vokabeln erst mal so hin. Wenn sie mehrfach auftauchen, macht mir der Kontext meist besser klr, was sie bedeuten und wann und wie man sie benutzt, als wenn ich sie im Wörterbuch nachschlage. Das mache ich nur, wenn das Wort für das Verständnis essentiell ist und ich es aus dem Kontext nicht deuten kann.

Oder schreibt ihr fremde Vokabeln erstmal auf und übt sie
hinterher?

Nein. Das Üben klappt sowieso nicht, das wird vergessen.

Achtet ihr beim lesen bewusst auch Grammatik und Satzbau der
Sätze?

Nein. Wenn überhaupt, dann in den Fällen, wo ungewöhnliche Satzkonstruktionen auftreten, die man nicht erwartet oder versteht. Sonst nicht.

Kurz gesagt, welche Erfahrungen habt ihr mit lesen von
Fremdsprachiger Literatur – hat es euch wirklich geholfen?

Ja. Ich habe eine Menge an Vokabeln und Grammatik einfach nur dierch Lesen gelernt, ohne irgendwelche besonderen Aktivitäten damit zu verknüpfen.

Gruß

Kubi

Hallo Nauraa,

mir hat das Lesen von fremdsprachiger Literatur auf alle Fälle geholfen! Ich habe mir damals, als ich Englisch gelernt habe, zuerst ein paar Easy Reader gekauft, das sind Bücher mit vereinfachtem Text und mit Vokabeln am Rand - vielleicht kennst du sie?

Die Themen der Easy Reader haben mich aber nicht so interessiert, also bin ich bald auf „Our Little Farm“ umgestiegen. (Ich war ja damals noch ein Kind.) Ich habe es am Anfang so gemacht, dass ich versucht habe, mir unbekannte Wörter aus dem Zusammenhang zu erraten, und nur, wenn ich den Sinn des Textes nicht verstand, habe ich ein Wort im Wörterbuch nachgesehen. Denn der Text enthielt damals noch sehr viele unbekannte Wörter.

Irgendwann wurde ich besser und habe nun auch mal hier und da ein Wort nachgesehen, das ich zwar nicht zum Verständnis des Textes gebraucht habe, von dem ich aber gerne gewusst hätte, was es heißt.

Später habe ich dann ein einsprachiges Wörterbuch verwendet, um unbekannte Wörter nachzusehen, und noch einige Jahre später konnte ich das Wörterbuch beiseite legen. Es schläft nun meistens friedlich im Regal vor sich hin :wink:

Ich finde, es hilft auf alle Fälle, etwas in der anderen Sprache zu lesen. Ich sehe die Vokabeln zwar bei Bedarf nach, schreibe sie aber nicht heraus, denn dann hätte ich keinen Spaß mehr am Lesen. Und das ist überhaupt das Wichtigste: Das Lesen muss Spaß machen. Also auf keinen Fall etwas von Shakespeare, sondern lieber den neuesten Thriller von Michael Crichton. Denn den liest man wenigstens. :smile:

Das mit den Kinderbüchern ist schon nicht schlecht, finde ich. Wenn du noch ein bisschen besser geworden bist, dann steig auf richtige Bücher um. Oder wie wäre es mit einer Frauenzeitschrift für den Einstieg? Du weißt schon, Puder und Nagellack, Beziehungsgeschichten und Karrieretipps. Dabei lernt man auch was.

Schöne Grüße

Petra

Hi

Man wächst mit seinen Ansprüchen, find ich. Dementsprechend würd ich mir nicht einfach ein Buch nehmen und drauflos lesen um dann nur Bahnhof zu verstehen. Erstmal Grundkenntnisse und dann lesen, aber ruhig Sachen, die man auch im Alltag lesen würde und nicht nur Kinderbücher. Wobei man aber auch nicht zu schwere Kost nehmen sollte (ich rate Spanisch-Lernern vom Lazarillo de Tormes (Studienkost) eher ab).

Ich versuche die Wörter eher aus dem Sinn her zu verstehen, nur wenn der Absatz so gar keinen Sinn macht schlag ichs nach und irgendwann isses drin. Ich finde auch, dass stures auswendig lernen nichts bringt.
Am Ende lernst du Spezialvokabeln die sonst nirgends vorkommen, ein Wort was öfter vorkommt lernst du durchs lesen aber von alleine. Außerdem hilft es beim Satzbau ungemein weil man dann irgendwie „im Ohr“ hat, wie es richtig heißt.
Das Hörverständnis ist zwar sehr wichtig, aber als Anfänger hört man ja erstmal ziemlich schlecht und man muss auch bedenken dass Einheimische die Sprache so gut beherrschen, dass sie sich nicht an den üblichen, oder auch nur richtigen, Satzbau halten.

lg
Kate

Danke
ganz lieben Dank an alle, die sich die Zeit genommen haben zu antworten, ihr habt mir sehr weitergeholfen und ich werde meine ‚Leseabenteuer‘ definitiv weiter machen.

Schönes Wochenende :smile:

LG Nauraa

Guten Morgen,

Comics lesen ist sehr gut - da verbinden sich nämlich Schrift und Bild, und die Wörter prägen sich ein. Als ich anfing, Spanisch zu lernen, habe ich oft „Mortadelo y Filemon“ gelesen (auf Deutsch „Clever und Smart“). Das Wort „disfraz“ (=Verkleidung) habe ich in meinem Leben extrem selten gebraucht, aber es ist hängengeblieben.

Gruß

Pit

(ich rate Spanisch-Lernern vom

Lazarillo de Tormes (Studienkost) eher ab).

Ohhh…Kate…der arme Lázaro!
Im Ernst, ich find ihn toll und hab ihn schon in der Schule gelesen. Allerdings unterstützt vom gleichnamigen Comic, der wirklich empfehlenswert ist, und dem Film.

Gans davon abgesehen handelt es sich wirklich um ein Stück Schlüsselliteratur, ohne das man das ganze Genre der novela picaresca vielleicht nicht versteht, das es ja auch in andere Länder (der Simplicissimus Teutsch, oder le diable boiteux von Lesage)geschafft hat…
Vor allem ist er aber lustig. Wenn sich mein alter Spanischkurs manchmal trifft, streuen wir ununterbrochen Textfragmente aus dem Lazarillo ein… ich werde mein Lebtag nicht vergessen, was „der blinde Bettler“ auf Spanisch heißt, und obwohl ich Vegetarier bin, weiß ich für alle Zeiten, dass die Mettwurst la longaniza ist(im Film rufen sie das so schön im Chor…)

*inerinnerungenschwelg*

Sonja

*g*
Hi Sonja

Ich bin mir durchaus sicher, dass der Lazarillo wichtig ist, aber nicht jeder der Spanisch lernt, um sich in Spanien zu unterhalten, will gleich in die Literaturgeschichte, geschweigedenn in die der novela picaresca einsteigen.
Wie erwähnt im Studium sicher sinnvoll (oder für einen sehr, sehr, sehr guten schul. Spanisch Kurs, der mir aber noch nicht begegnet ist), aber für Einsteiger (als die ich Leute mit 3 Jahren Schulspanisch und Noten unter 11 Punkten durchaus sehe) einfach noch zu schwer.
Mit einem Comic als Unterstützung wäre natürlich eine Idee wert, aber das kann ich nicht beurteilen weil ich den Comic nicht kenne.

lg
Kate

(ich rate Spanisch-Lernern vom

Lazarillo de Tormes (Studienkost) eher ab).

Ohhh…Kate…der arme Lázaro!
Im Ernst, ich find ihn toll und hab ihn schon in der Schule
gelesen. Allerdings unterstützt vom gleichnamigen Comic, der
wirklich empfehlenswert ist, und dem Film.

Gans davon abgesehen handelt es sich wirklich um ein Stück
Schlüsselliteratur, ohne das man das ganze Genre der novela
picaresca vielleicht nicht versteht, das es ja auch in andere
Länder (der Simplicissimus Teutsch, oder le diable boiteux von
Lesage)geschafft hat…