Hilft mir eine Therapie?

Hallo zusammen,

heute schreibe ich euch mal meine besondere Problematik. Also ich bin seit zwei Jahren mit einem Mann zusammen den ich über das Internet kennen gelernt habe. Es ist der Mann von dem ich immer geträumt habe. Nun zu meinem Problem. Seit langer Zeit schon läuft bei uns im Bett nichts mehr. Wir dachten es liegt wohl am Hormonhaushalt da viele Symptome in die Richtung wießen. Heute allerdings bekamen wir das Testergebnis das da alles in Ordnung ist. Seit gewisser Zeit habe ich mich im Internet schlau gemacht und da steht immer mal wieder es kann auch am unbewussten ablehnen des Partners liegen. Naja nach dem Telefonat wegen des Ergebnisses kam es zur Aussprache. Ich gehe ihm wohl tierisch auf die Nerven da ich klammere. Klar ich möchte die Partnerschaft aufrecht erhalten und eher noch verbessern, so dass wir beide glücklich sind. Hilft mir da eine Therapie um diese Verlustängste abzubauen, ihm Freiraum zu geben, nicht dieses Gefühl von ich muss alles wissen zu haben? Es wäre nett wenn mir da jemand einen Hinweis geben könnte. Ich will an mir arbeiten. Wir wollen ja nicht so einfach aufgeben. Vielleicht hat unsere Liebe ja noch eine Chance. Ich jedenfalls bin bereit die Arbeit zu tun. Ach ja dazu müsst ihr noch wissen, so mit Hobbys und Verein oder so ist nicht so einfach da ich meine alte Wohnung und Arbeit aufgegeben habe und wir zusammen aufs Land in ein anderes Bundesland gezogen sind. Ich bin nicht sehr Kontaktfreudig um gleich neue Freunde oder so zu finden auch wenn ich das möchte. Bin eher schüchtern. Was noch wichtig ist zu wissen denke ich ist das mein Partner so naja wie nennt mans Schönling, gut aussehend ist*smile und ich eher die graue etwas korpulente Maus bin. Daher wohl auch die unbewusste Angst ihn an eine hübsche schlanke zu verlieren. Sorry für den langen Artikel aber ich denke das sind alles wichtige Punkte.

Danke für die Hilfe und bitte nur ernstgemeinte Ratschläge denn auf ironische Sprüche kann ich in dieser Situation gerne verzichten.

Komori

Hallo Komori,

ob Dir eine Therapie hilft oder nicht, kann von außerhalb vorher wohl niemand seriös beantworten. Zudem entscheidest Du (nicht ein Therapeut oder wir), was Du selbst mit und aus der Therapie machst.

An der en Ende könnte auch das Ende Deiner derzeitigen Beziehung stehen . . .

Entscheidend ist, dass Du eine Therapie nicht für jemand anderes und auch nicht für eine Beziehung machen kannst, sondern immer nur für Dich selbst - ander und/oder Deine Beziehung können allerdings davon profitieren.

Hi Komori

Seit langer Zeit
schon läuft bei uns im Bett nichts mehr.

Da sind wir nun so schlau wie vorher. Wir wissen nicht, ob er keine Lust hat oder Potenzstörungen oder was immer oder ob du keine Lust hast.
However - an deiner Stelle würde ich mir mal überlegen, ob ihr eine Paartherapie zusammen beginnt. Mit Einzelherapien ist bei derlei Problemen oft wenig zu löten. Männer, die an der Aufrechterhaltung der Beziehung interessiert sind, machen machen bei so einer Paartherapie auch mit. Männer, die sowieso keinen Bock mehr auf die Beziehung haben, winken meistens ab.
Auch wenn manche da jetzt skeptisch sind - glaub mir: Seine Reaktion auf deine diesbezügliche Frage ist gleich ein erster Test für die Beziehung. :wink:
Gruß,
Branden

Hallo,

sorry ich vergaß, nun er hat absolut keine Lust mehr. Allerdings nicht nur auf mich nicht sondern gar nicht mehr. Er war immer ein sexuell aktiver Mensch daher kam ja der Gedanke das es an den Hormonen liegt. Er schaltet ja sogar den Fernseher um wenn da was sexuelles oder erotischen läuft. Er sagte mir heute das ihm das zu eng ist wies grad läuft. Klar das isses mir auch. Allerdings kann ich momentan wenig tun außer mich um Arbeit bemühen. Ich kenne ja hier keinen und er hat seine Freunde und Bekannte hier. Ich denke das es auch das etwas beengte wohnen ist. Da ist kein Platz um sich mal wirklich zwei Stunden aus dem Weg zu gehen. Unwillkürlich hockt man wieder nebeneinander. Das da keine Erotik mehr aufkommt ist mir klar. Der Gedanke mit einer Paartherapie ist gut und den haben wir auch besprochen. Ich werde jetzt für mich und im Zusammenhang mit der Partnerschaft erst mal was gegen meine Klammerei tun. Die Paartherapie wird zeitversetzt bzw. hinein fließen. Ich denke ja meine Klammerei ist auch wegen der mangelnden Zärtlichkeiten. Man fühlt sich dadurch nicht mehr begehrt. Ich jedenfalls und suche daher nach anderen Wegen mir seine Liebe bestätigen zu lassen. Naja und das nervt ihn dann. Nun das alles dabei wollten wir kommendes Jahr heiraten und Nachwuchs bekommen. Heute habe ich so gedacht hätt ich ihn mal nicht zu Urologen geschickt aber so wärs ja auf Dauer auch nicht richtig. Er selbst hat sich schon gewünscht krank zu sein um eine Erklärung zu haben. Ok dazu muss ich sagen angefangen hat das ganze nach meiner ungewollten Schwangerschaft. Diese musste ich abbrechen erstens weil wir beide zu der Zeit uns kaum kannten, zum anderen gabs da eine medizinische Indikation. Seit dem hatte er Orgasmusprobleme. Ergo er konnte nicht mehr kommen. Einen Monat später haben sie ihm wegen Alkohol den Führerschein weg genommen. Von da an ging nix mehr. Naja und je weniger kam um so mehr hab ichs versucht. Fehler ich weiß das jetzt. Allerdings haben wir es inzwischen geschafft das er trocken ist. Wir geben nicht auf. Vielleicht ist es ja doch auch eine Blockade wegen der beiden Dinge die in dem Zeitraum passiert sind denn zeitlich passt das absolut.

Komori

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Deshalb mach ich das auch. Aber auch im Bezug auf die Partnerschaft. Ich brauch was was ich tun kann. Mir fällt die Decke auf den Kopf und das nervt ihn.

Danke euch erst mal für die Antworten. Das tut schon mal sehr gut. Vor ein paar Minuten hat er gesagt: Lass uns einfach nochmal neu anfangen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir werden dran arbeiten.

Komori

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Komori,

holla, da kommt ja noch ein ganzes Bündel an Problemen daher! Ich finde, das schreit nach Paartherapie (oder jedenfalls nach Therapie für beide), zum einen, um auseinander zu dröseln, was da zwischen Euch geschieht, zum anderen, dass Ihr miterlebt und Euch auf gute Weise sagen könnt, was die eine und den anderen umtreibt und wie Ihr das erlebt.

Nach dem jetzigen Kenntnisstand macht mich nämlich stutzig: ER hat Orgasmusprobleme seit dem Verlust Eures Kindes, ER hat/ hatte Alkoholprobleme, und DU fängst mit der Therapie an.

Ich vermute, da gibt es doch einiges zwischen Euch zu bedenken (und für Dich sicher auch, versteh mich nicht falsch! - und für ihn eben auch). Gerade auch das „Klammern“. (Naja, aber vielleicht tut Dir auch gut, wenn Du wenigstens die Therapie für Dich alleine hast, denke ich gerade beim Durchlesen.)

Allerdings muss ich dazu sagen, dass meines Wissens normalerweise die Kosten für eine Paartherapie nicht von der Krankenkasse getragen werden. Aber vielleicht gibt’s Bedingungen, unter denen doch? (Wer weiss was?)

Liebe Grüße, und alles Gute!

Jule

Hi,

(…)
Ergo er konnte nicht mehr kommen. Einen
Monat später haben sie ihm wegen Alkohol den Führerschein weg
genommen. Von da an ging nix mehr.

Mangelndes Interesse an Sex bis hin zur totalen Impotenz sind eine typische Begleiterscheinung des Alkoholismus.

Naja und je weniger kam um
Allerdings haben wir es inzwischen geschafft das er trocken
ist.

Wir???
Also er trinkt nicht mehr und Du passt wieder auf, kontrollierst?
So funktioniert das nicht.

Und: Auch wenn ein Alkoholiker trocken wird dauert es lange, lange, bis Körper und Seele wieder „normal“ reagieren. Das kann bis zu zwei Jahren dauern und dazu gehört auch die Sexualität.

Alkohol ist ein hervorragendes Lösungsmittel. Besonders gut geeignet, Beziehungen zu lösen… Ich schlage Dir vor, Dich mit Deinem Anliegen mal ins Brett „Sucht und Prävention“ zu begeben.

Wir geben nicht auf.

Immer wieder das „wir“ - irgendwie vermisse ich seinen Standpunkt bei all Deinen Reden.

Vielleicht ist es ja doch auch eine
Blockade wegen der beiden Dinge die in dem Zeitraum passiert
sind denn zeitlich passt das absolut.

Das klingt für mich „gebastelt“… Ich denke, wenn es mit der Beziehung stimmt, dann sind solche Dinge kein Anlass dafür, dass die gegenseitige Anziehungskraft nachlässt.

Ansonsten schließe ich mich Brandens Empfehlung an, eine Paartherapie zu machen. Vielleicht klappt es ja dann irgendwann mit einem echten „wir“ und nicht nur mit einem „ich“, was hier im Vordergrund steht.

Gruß,

Anja

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Hi,

(…)
Ergo er konnte nicht mehr kommen. Einen
Monat später haben sie ihm wegen Alkohol den Führerschein weg
genommen. Von da an ging nix mehr.

Mangelndes Interesse an Sex bis hin zur totalen Impotenz sind
eine typische Begleiterscheinung des Alkoholismus.

gut zu wissen

Naja und je weniger kam um
Allerdings haben wir es inzwischen geschafft das er trocken
ist.

Wir???
Also er trinkt nicht mehr und Du passt wieder auf,
kontrollierst?
So funktioniert das nicht.

ich kontrolliere ihn nicht da dies gar nicht nötig ist. Er hat es geschafft mit meiner Hilfe. Ich habe ihm lediglich zur Seite gestanden und ihn zu seinen Therapieterminen gefahren, ihm Tee gekocht wenns ihm dreckig ging und nun sage ich ihm ab und an das er stolz auf sich sein kann weil er das geschafft hat. Inzwischen sind das 10 Monate.

Und: Auch wenn ein Alkoholiker trocken wird dauert es lange,
lange, bis Körper und Seele wieder „normal“ reagieren. Das
kann bis zu zwei Jahren dauern und dazu gehört auch die
Sexualität.

Alkohol ist ein hervorragendes Lösungsmittel. Besonders gut
geeignet, Beziehungen zu lösen… Ich schlage Dir vor, Dich
mit Deinem Anliegen mal ins Brett „Sucht und Prävention“ zu
begeben.

Warum so die Beziehung lösen? Wir haben uns auf dem Höhepunkt seiner Sucht kennengelernt. Da wusste ich es zwar nicht da er es gut versteckt hat. Allerdings habe ich nachdem ich es mitbekommen habe mir hilfe gesucht da ich nicht Coabhängig werden wollte und ihm zur Seite gestanden. Ich denke ich habe das richtig gemacht sonst wäre er jetzt nicht auf dem Weg in ein „normales“ Leben.

Wir geben nicht auf.

Immer wieder das „wir“ - irgendwie vermisse ich
seinen Standpunkt bei all Deinen Reden.

Stimmt, allerdings schreibe ich hier und wenn ich wir schreibe dann meine ich das worüber wir uns einig sind bzw. was wir besprochen haben. Er will genauso wenig wie ich das unsere Beziehung in die Brüche geht. Daher ist er ja in Behandlung. Aufgeben kann man schnell aber das daran arbeiten ist wohl vielen zu viel Arbeit. Wenn ich so in anderen Foren lesen wo gleich fremdgegangen oder die Beziehung beendet wird scheint mir das so.

Vielleicht ist es ja doch auch eine
Blockade wegen der beiden Dinge die in dem Zeitraum passiert
sind denn zeitlich passt das absolut.

Das klingt für mich „gebastelt“… Ich denke, wenn es mit der
Beziehung stimmt, dann sind solche Dinge kein Anlass dafür,
dass die gegenseitige Anziehungskraft nachlässt.

Das isses ja die hat nicht nach gelassen. Allerdings gibt es das Problem das beim Mann ohne Kopfkino nix geht. Und solang das nicht anspringt kannste dem Mann sonstwen nackt auf den Bauch binden er wir laufen bis es abfällt. Und bei uns ist es so das das doch ein psychischer Schlag war.

Ansonsten schließe ich mich Brandens Empfehlung an, eine
Paartherapie zu machen. Vielleicht klappt es ja dann
irgendwann mit einem echten „wir“ und nicht nur mit einem
„ich“, was hier im Vordergrund steht.

Das werden wir tun.

Gruß,

Anja

Komori