Himmlische Frage

Hallo alle,

ich hätte da mal ne himmlische Frage: Wenn jemand besonders glücklich ist, ist er ja im siebten Himmel. Aber wo sind die restlichen 5* Himmel?
Und dazu noch ne andere Frage: Warum heißt die Wolke 7 auf englisch „cloud number nine“ (Oder heißt die gar nich so, und Brian Adams lügt mit diesem Lied?)

Himmlischen Dank

Petzi

* Der blaue Himmel da oben ist wohl der erste Himmel, darum nur 5 *g*

Orientalische Antwort *g*
Hallo Petzi,

früher dachten die Leutchen im Orient, daß es mehrere Himmel übereinander gibt. In dem siebten - dem höchsten - sollte wohl der liebe Gott wohnen.

Bei der Wolken-Frage habe ich nicht den geringsten Schimmer…

Viele Grüße

Tessa

Hallo, Petzi!

Ich zitiere - auch wenn alle Experten mit ihren 200€ teuren Werken aufheulen werden - mal aus dem DUDEN Nr. 11 (Redewendungen und sprichwörtliche Redensarten):

im sieb[en]ten Himmel sein/sich wie im sieb[en]ten Himmel fühlen (ugs.): überglücklich, selig sein: Die Schilderung des Himmels in der Bibel geht zum Teil auf alte morgenländische Vorstellungen zurück, wonach es mehrere Himmel der Seligen übereinander gibt, vgl. z.B.: „Ich kenne einen Menschen in Christus, der … bis zum dritten Himmel entrückt wurde“ (2. Korinther 12,2). In frühchristlichen apokryphen Schriften wird der siebente Himmel als der höchste bezeichnet, in dem Gott selbst mit dem Engeln wohnt.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag unter einem blauen ersten Himmel!

Liebe Grüße!
Chris *dergespanntistwasindenprofilexikasteht*

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ich hätte da mal ne himmlische Frage: Wenn jemand besonders
glücklich ist, ist er ja im siebten Himmel.

Im Koran findet man die Quelle:
Der Erzengel Gabriel führte Mohammed zum Felsendom in Jerusalem, wo er auf den Buraq (*) stieg und zu den Himmeln Aufstieg. Er wurde von Gabriel durch 6 Himmel geleitet, in den 7. durfte Gabriel nicht weiter. Die Pforte zum 7. Himmel ist die Pforte zwischen dem Menschen und Gott/Allah. Der 7.Himmel wird als der Wohnsitz Gottes/Allahs selbst beschrieben. Dort lernte Mohammed seine Bestimmung.

(*) Buraq: Körper eines Pferdes, Kopf einer Frau, Flügel eises Vogels

Peace,
Kevin.

Platon
Hallo Petzi,

In der Spätantike stellte man sich das Universum als
ineinandergeschachtelte Sphären vor, wobei jedem damals bekannten
Planeten sowie Sonne und Mond eine Sphäre zugeordnet wurde:

  1. Sphäre: Mond
  2. Sphäre: Merkur
  3. Sphäre: Venus
  4. Sphäre: Sonne
  5. Sphäre: Mars
  6. Sphäre: Jupiter
  7. Sphäre: Saturn
    Jenseits des Saturn kam dann die Fixsternsphäre.

Nach der Vorstellung der Neuplatoniker musste die Seele nach dem
Tod durch alle diese Sphären bis zum Fixsternhimmel aufsteigen.
Zurück geht das auf Platons Phaidros, wo er diesen Aufstieg der
Seele beschreibt, die sich zu den Fixsternen zurücksehnt, weil
sie von dort gekommen ist.

Interessant ist auch das Weltbild der Katharer:
Dort ist der 1. Himmel unser üblicher, im zweiten halten sich die
niederen Engel auf, im dritten befinden sich der Baum und der
Brunnen des Lebens. Dieser 3. Himmel ist ein Paradies und ein Ort
der Verwandlung, wo die Seele entscheiden kann, ob sie wieder in
eine neues irdisches Leben oder weiter aufsteigen will. Im 4.
Himmel ist der spirituelle Mond und die spirituelle Sonne, im 5.
sind die höheren Engel, im 6. die obersten Engel, im 7. Gott-Vater.
In einem anderen Weltbild (Henochbuch) wird der 7. Himmel noch
weiter aufgespalten vom Thron Gottes (7. Himmel) bis zum
Angesicht Gottes (10. Himmel).

So, langsam gleiten wir ab in ein anderes Brett.
Klio.

Hi Petzi;

das mit den Wolken Nunmmer 7 und 9 (Adams luegt nicht, genau so wenig wie George Harrison), ist genau so wie mit den Katzen; die haben im Deutschen 7 und im Englischen 9 Leben. Warum es so ist, weiss ich auch nicht. Zu den Katzen gabs mal was im Archiv.
Noch ein Beispiel: Das 5. Rad am Wagen ist im Englischen the 3rd wheel (on the bike).

Weiss der (7.) Himmel…

Gruesse
Tom

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Neun und Sieben
Hallo Anne,

die „SIEBEN“ und die „NEUN“ spielen im Volks- und Aberglauben und in allen spekulativen Theorien, seien sie sonst wie sie wollen, eine hervorragende Rolle.

Dabei scheint die sieben mehr aus der orientalisch-griechischen, (Pythagoras), die neun eher dem nordisch-keltischen Kulturraum zu entstammen.

  • Wir hatten dies hier schon mal bei den sieben bzw. neun Leben der Katzen. Man müsste im Archiv was finden. -

Dazu noch ausführlich der gute alte Röhrich:

_Der oberste, siebente Himmel war als Sitz Gottes gedacht, Im siebenten Himmel sein ist daher gleichbedeutend mit: in höchster Wonne schweben. Die Redensart wird vor allem als Ausdruck der Liebesseligkeit gebraucht (vgl. den Schlager: »Ich tanze mit dir in den Himmel hinein … in den siebenten Himmel der Liebe«) und ist auch französisch (‚être au septieme ciel‘) und englisch (‚to be in the seventh heaven‘) bekannt.
Erste nachweisbare Erwähnung fanden die sieben Himmel in dem zwischen 70 und 135 n. Chr. entstandenen apokryphen ‚Testament der 12 Patriarchen‘ Levi, Kapitel 3: »Höre nun von den sieben Himmeln«. Die Lehre von den sieben Himmeln entspricht rabbinischer Anschauung und wird im Talmud beschrieben. Von dort ging sie in den Koran über und fand durch ihn weite Verbreitung. Nach dem Talmud ist der siebente Himmel der oberste Himmel und heißt ‚Araboth‘. Es ist der Ort des Rechts, des Gerichts und der Gerechtigkeit. Dort befindet sich der Schatz des Lebens, des Friedens und des Segens. Dort weilt Gott selber mit den ihm dienenden Engeln.

Die Zahl Neun spielt in volkstümlichen Wendungen auch sonst eine wichtige Rolle, z. B. ‚Neunmalgescheit (-klug)‘. Das Gegenteil ist ‚Eine dumme Neune‘, ein albernes Frauenzimmer. Ein ‚Neunhäutiger Kerl‘ ist ein durchtriebener Bursche; H.J. Ch. Grimmelshausen schreibt im ‚Simplicissimus‘ (I,47): »ein viel erfahrener und durchtriebener neunhäutiger schlauer poeticus und kluger Weltmann«. Hessisch ‚ein neun mal Aas‘, eine bösartige Frau. Schweizerisch ‚e sechsi für nes nüni aluege‘, Wucherzinsen nehmen; rheinisch ‚mit fünf e neun betale‘, auf eine alte Schuld hin und wieder etwas abzahlen. Alle neun werfen (nämlich alle neun Kegel), auch: Alle neun neigen: ganze Sache machen.
Die christliche Zahlensymbolik betrachtet die Neun, die durch die Dreimaligkeit der heiligen Zahl drei entsteht, als Zahl der Vollendung (z. B. die neun Chöre der Engel). So versprach man sich im Volksglauben eine apotropäische Wirkung von Speisen oder Gegenständen, die aus neun verschiedenen Bestandteilen zusammengesetzt waren.
Neunerlei Kräuter müssen im Kräuterbüschel enthalten sein, das noch immer an Mariä Himmelfahrt (15.8.) in den Kirchen (Süddeutschland) geweiht wird. Sie bilden auch den Hauptbestandteil der ‚Neunstärke‘, wie das Gründonnerstagsgericht in Norddeutschland hieß; die Volksmedizin benutzte Abkochungen von neunerlei Kräutern sowie Räucherungen aus neunerlei Holz, das von neun verschiedenen Bäumen stammte, deren Namen nicht auf -baum enden. Hexen konnte man erkennen, indem man sich während der Christmette in der Kirche auf einen Schemel aus neunerlei Holz setzte. Man sah dann ‚richtige‘ Hexen mit dem Rücken zum Altar sitzen. Notfeuer zur Vertreibung von Katastrophen konnte nur wirken, wenn es aus neunerlei Holz entzündet wurde. Ein gewisser Frater Rudolfus schreibt um 1250, daß man frisch getauften Kindern neunerlei Kräuter ins Bad legte.
‚Verrückt und drei macht neun‘ ist ein Berliner Ausspruch für verrückte, unverständliche Erscheinungen und Personen. Literarisch belegt ist er öfters bei Heinrich Zille._

LITERATUR:
K. WEINHOLD: Die mystische Neunzahl bei den Deutschen,1897; Marzell: Artikel Neunerlei Holz, Körner, Kräuter, in: Handbuch des Aberglaubens VI, S. 1057-1066; L. KRETZENBACHER: Die heilige Rundzahl 72. Zur Zahlenmystik in Legende und Sakralbau, in Volksglaube und Redensart, in: Blätter für Heimatkunde, hg. von Historischer Verein für Steiermark 26 (Graz 1952), S. 11-18.

aus: [Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, 3. Digitale Bibliothek Band 42: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, © Verlag Herder]

Hallo Susi! Erster!

Da ist der thread
von den sieben und neun Leben der Katze:

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Fritz

Danke, danke, danke…
…Euch allen für die schnellen und ausführlichen Antworten *freu* Der Sternchenregen ist unterwegs :wink:

Liebe Grüße

Petzi