Hallo!
Bevor ihr mich jetzt zerreißt: es geht mir um einen ganz bestimmtes Aspekt bei Benutzung der Vorsilben „hin“ und „her“.
Ich liege doch soweit richtig, dass man „her“ benutzt, wenn eine Bewegung zu einem selbst und seinem Standpunkt geschieht und „hin“, wenn sie von einem zu einem anderen Standpunkt geschehen soll, oder?
Also:
„Wir gingen zu ihnen hinunter.“ „sie kamen zu mir herunter.“
Jetzt gibt es einen Fers in Maria Stuart, in dem sich Elisabeth beschwert, dass sie sich demütigt, wenn sie auf einem Niveau mit Maria redet. Der Wortlaut ist:
„Dem Trieb der Großmut folg ich, setzte mich gerechtem Tadel aus, dass ich so weit heruntersteige…“
Ich möchte nicht penibel wirken, aber müsste man nicht auch bei Verwendung im übertragenen Sinne auf die Unterscheidung achten und demnach „hinuntersteigen“ benutzen?
Andererseits heißt es ja auch „herabblicken“ oder „herablassend“. Bedeutet das, dass man diese Unterscheidung schlicht nicht vornimmt?
Danke schonmal!
Hallo,
Ich liege doch soweit richtig, dass man „her“ benutzt, wenn
eine Bewegung zu einem selbst und seinem Standpunkt geschieht
und „hin“, wenn sie von einem zu einem anderen Standpunkt
geschehen soll, oder?
das ist die Faustregel, siehe auch http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Adv…
Jetzt gibt es einen Fers in Maria Stuart, in dem sich
Elisabeth beschwert, dass sie sich demütigt, wenn sie auf
einem Niveau mit Maria redet. Der Wortlaut ist:
„Dem Trieb der Großmut folg ich, setzte mich gerechtem Tadel
aus, dass ich so weit heruntersteige…“
Dass Dichter wie Schiller sich beim Verfassen ihrer V erse nicht sklavisch an irgendwelche (heute geltenden) Sprachregelungen hielten, dürfte doch bekannt sein („Dichterische Freiheit“).
Ich möchte nicht penibel wirken, aber müsste man nicht auch
bei Verwendung im übertragenen Sinne auf die Unterscheidung
achten und demnach „hinuntersteigen“ benutzen?
Nein:
_Die Unterscheidung zwischen hin und her gilt nicht, wenn die Lokaladverbien im übertragenen Sinn verwendet werden:
Sie zogen über mich her.
Das Buch wird neu herausgegeben.
ein heruntergekommenes Viertel_
(obiger Link)
Gruß
Kreszenz
Sehr schön, wie immer, liebe Kreszenz!
Und dennoch bleibt falsch, wenn Hundebesitzer rufen: „Bello, hierhin!“
Gruß - Rolf
Der Apfel fällt vom Baum herunter
(erst war er oben - dann viel er herunter)
[her zu uns unten Stehenden]
Wenn er hinunter viele, säßen wir oben 
Übrigens „Vers“ nicht „Fers“
Sonst bin ich versucht, Fersengeld zu geben 
mfG Hermes (der das nicht ganz ernst meint)
Sehr schön, wie immer, liebe Kreszenz!
Danke, lieber Rolf!
Und dennoch bleibt falsch, wenn Hundebesitzer rufen: „Bello,
hierhin!“ (*)
Ohne Zweifel - gleichwohl: Dem schwäb’schen Genius säh ich selbst dies wohl nach … 
Gruß
Kreszenz
(*) Noch mehr als „Hierhin!“ amüsieren mich übrigens „Sitzplatz!“ und „Beifuß!“.
Hallo
Und dennoch bleibt falsch, wenn Hundebesitzer rufen: „Bello,
hierhin!“
Hier muss ich als Hundebesitzer Einspruch erheben, sag ich doch „hierher“.
Und das nicht nur zu meinem Hund!
Gruß - Rolf
Gruß Karamell
„Dem Trieb der Großmut folg ich, setzte mich gerechtem Tadel
aus, dass ich so weit heruntersteige…“
Ich möchte nicht penibel wirken, aber müsste man nicht auch
bei Verwendung im übertragenen Sinne auf die Unterscheidung
achten und demnach „hinuntersteigen“ benutzen?
Gegenfrage mangels Kontext: ist sie (in ihrem sprichwörtlichen Sinn) nicht bereits unten angekommen? Dann wäre ihr aktuelle Standpunkt ja der Zielpunkt der „Bewegung“.
Viele Grüße,
Sebastian
Moin, Hermes,
Der Apfel fällt vom Baum herunter
(erst war er oben - dann viel er herunter)
[her zu uns unten Stehenden]
Wenn er hinunter viele, säßen wir oben 
mfG Hermes (der das nicht ganz ernst meint)
das sollte Dich nicht davon abhalten, viel mit f zu schreiben, es kommt nämlich nicht von vallen, sondern von fallen
))
Gruß ralf
1 „Gefällt mir“
Moin, Rolf,
Und dennoch bleibt falsch, wenn Hundebesitzer rufen: „Bello,
hierhin!“
der Hund im Ruhrgebiet hört niemals nimmer nicht auf „Hierher!“.
Gruß Ralf
Hallo Ralf,
da hast Du aber sowas von recht!
(Wer andern in die Hose pupst ist selbst ein Schwein) 
mfG Hermes
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]