Das menschliche Gehirn kann bis zu sieben Informationen als „Input“ verarbeiten. Natürlich, denn wie sollten wir sonst lernen können, während beispielsweise der Nachbar Staub saugt?
Wenn es dann mehr wird, geht nichts mehr.
Außerdem beinhaltet eine Information ja auch öfter ein breiteres Spektrum von Informationen, die darin enthalten sind.
Je mehr du lernst, desto mehr Assoziationen kann Dein Hirn aufbauen, also „Querverbindungen“ zu bereits Gelerntem. Das spricht für ein Gehirntraining. Meiner Meinung nach aber nicht ein x-beliebiges, das sich mit dem Auswendiglernen von z.B. Zahlenreihen und dem Rezitieren dieser Zahlen anschließend beschäftigt; dadurch wird nur Deine Fähigkeit, sich Dinge zu merken, verbessert. Wenn Du etwas vor Dir hast, was Du lernen musst, einen großen Komplex an Wissen, dann lies viele kleine Informationen zu diesem Thema. Dann kannst Du langsam aufbauen auf dieses Wissen und wirst immer mehr wissen.
Das wiederum spricht für ein Allgemeinwissen, da es die Gehirnleistung dann allgemein und eben auch im Speziellen verbessert.
In Deinem Beispiel mit der schnell vergessenen Information gibt es zwei Punkte:
Nein, es kann Wissen durchaus vergessen werden, nämlich dann, wenn es nur im Ultrakurzzeitgedächtnis gespeichert war. Daraus erklärt sich, wieso wir die Millionen Eindrücke dieser Welt überhaupt ertragen können. Stell Dir vor, wir würden alles abspeichern! Wir säßen im Auto und müssten uns an jeden Fußgänger am Gehsteig erinnern, an jedes Tier, jedes Haus, jede… was auch immer! Es würde uns wahnsinnig machen.
Also werden manche Infos schnell wieder „rausgeworfen“. Das ist auch der Grund, wieso wir uns nach einem Unfall nicht mehr an den Vorgang erinnern können, aber vielleicht noch, was wir davor beim Frühstück gegessen haben.
Du musst also etwas tun, um die Info ins längerfristige Gedächtnis zu bekommen- da hilf eines: Wiederholung! „Geschrieben ist geblieben“ zum Beispiel. Oder sich den Sachverhalt, die Worte, Zahlen etc. wieder und wieder vorsagen, mit zeitlichen Abständen.
Wenn Du längere Zeit hintereinander etwas lernen willst, dann mach ca. 40% Pause. Das braucht nämlich Dein Gehirn.
-Wenn Du etwas, was Du gerade noch gewusst hast, vergessen hast, dann begib Dich nochmal an den Platz zurück, als Du es zuletzt wusstest. Das Gehirn speichert nämlich auch Situationen, Umgebung etc. !! Ein alter Tip aus der Hausapotheke meiner Oma, aber tatsächlich ist man dieser „Weisheit“ auf den Grund gegangen- und hat herausgefunden, dass wirklich etwas dahinter steckt.
Mit diesen Dingen beschäftige ich mich zur Zeit, weil ich im Examen stecke und mir selbst Gedanken gemacht hab über das Lernen. Und über das Lernen des Lernens. Dazu empfehle ich Dir ganz besonders ein klasse Buch:
„Denken-Lernen-Vergessen“ von Frederik Vester. Das ist sehr gut geschrieben, verständlich und nicht zu platt, außerdem sehr anschaulich - und nicht zuletzt im Preis erschwinglich!
So. Und nun viel Spaß beim Denken, während ich mich wieder ans Lernen mache, meine 40% sind nämlich hiermit vorbei!
Heidi