Hirn - Gedanken

hallo,

eben ist es mir schon wieder passiert. Ich hab an etwas gedacht, was ich unbedingt tun wollte - wurde kurz abgelenkt - und schwupps! Schon hab ich es vergessen! Ärgerlich…

Aber wie kann ich in meinem Hirn so verlorene Gedanken wiederfinden? Es gibt ja noch die Theorie, dass man alles, was man mal gesehen, gehört, gelesen oder sonst was hat, im Hirn gespeichert bleibt, aber nur nicht immer zugriffsbereit ist. Gibts ne Möglichkeit da ein gewisses Ordnungssystem reinzubringen? Was rät mir da ein gscheiter Neurologe? Ich hoffe, ich bin hier in dem Brett richtig.

Grüße

Jerry
Vor allem würde ich mich für sinnvolle Gedächtnistrainirmethoden interessieren, da mir diese Dinge sehr lästig sind.

Außerdem: Ist es dem menschlichen Gehirn eigentlich wirklich möglich, sich auf zwei Dinge voll konzentrieren zu können - und zwar gleichzeitig? Geht das?

Hmmm
Hallo!

Außerdem: Ist es dem menschlichen Gehirn eigentlich wirklich
möglich, sich auf zwei Dinge voll konzentrieren zu können -
und zwar gleichzeitig? Geht das?

Verschiedene Psychologen haben mir mal gesagt, dass das menschliche Gehirn nicht zum Multitasking taugt! Bei Präsentationsseminaren wird immer wieder gesagt: Der Mensch denkt in Einbahnstraßen (nur eine Sache auf einmal).

Zum Thema Gedächtnistraining:
Das menschliche Wesen ist ein visuell denkendes Wesen! Versuche mal, abstrakten Sachen ein Bild zuzuordnen - dann solltest Du sie besser behalten können! Ein Beispiel: Lies den folgenden Text, und dann wiederhole ihn frei…(aber noch nicht nach unten scrollen)

Ein Zweibein saß auf einem Dreibein und aß ein Einbein. Da kam ein Vierbein, das stahl dem Zweibein das Einbein. Daraufhin nahm das Zweibein das Dreibein und erschlug damit das Vierbein.

Und jetzt interpretiere das Ganze mit Bildern:

Ein Mensch saß auf einem Schemel und aß ein halbes Hähnchen. Da kam ein Hund, der stahl dem Menschen das halbe Hähnchen. Daraufhin nahm der Mensch den Schemel und erschlug damit den Hund.

Kannst Du das jetzt mit den „Ein-Zwei-Drei-Vierbeinern“ besser?

Gruß
Guido

Geschicklichkeit
Hallo!

Was wahrscheinlich für den Alltag effektiver ist, ist Dein Gehirn zu trainieren, indem Du neue Sachen übst, die Dein Geschick erfordern (z.B. Jonglieren). Ein Mathematiker hat behauptet, daß er sich damit sein Gehirn bis ins hohe Alter auf Trapp halten will. Die körperliche und geistige Geschicklichkeit stehen scheinbar im Zusammenhang.

Die Methode mit den Assoziationen ist im Alltag doch ein wenig anstrengend, aber funktioniert sicher ganz gut, wenn man sich etwas ganz Bestimmtes merken will.

Sebastian

Jonglieren!

Hallo!

Was wahrscheinlich für den Alltag effektiver ist, ist Dein
Gehirn zu trainieren, indem Du neue Sachen übst, die Dein
Geschick erfordern (z.B. Jonglieren). Ein Mathematiker hat
behauptet, daß er sich damit sein Gehirn bis ins hohe Alter
auf Trapp halten will. Die körperliche und geistige
Geschicklichkeit stehen scheinbar im Zusammenhang.

He, he ich KANN jonglieren! Aber trotzdem plagt mich mein Hirn recht oft mit diesen Aussetzern. Ich finde zwar durchaus, dass das Jonglieren sicher sinnvoll ist, wenn man seine Konzentration fördern will, aber in Situationen in denen man ganz unvermittelt abgelenkt wird und so eine wichtige Info vergisst (wo man einfach nichts für kann) bringt es mir nix.

Ich wollte eigentlich wissen, ob man da in puncto Gedankenstromflusstechnik weiterkommt?

Die Methode mit den Assoziationen ist im Alltag doch ein wenig
anstrengend, aber funktioniert sicher ganz gut, wenn man sich
etwas ganz Bestimmtes merken will.

Das ist sicherlich richtig.

Jerry

Das menschliche Gehirn kann bis zu sieben Informationen als „Input“ verarbeiten. Natürlich, denn wie sollten wir sonst lernen können, während beispielsweise der Nachbar Staub saugt?
Wenn es dann mehr wird, geht nichts mehr.
Außerdem beinhaltet eine Information ja auch öfter ein breiteres Spektrum von Informationen, die darin enthalten sind.
Je mehr du lernst, desto mehr Assoziationen kann Dein Hirn aufbauen, also „Querverbindungen“ zu bereits Gelerntem. Das spricht für ein Gehirntraining. Meiner Meinung nach aber nicht ein x-beliebiges, das sich mit dem Auswendiglernen von z.B. Zahlenreihen und dem Rezitieren dieser Zahlen anschließend beschäftigt; dadurch wird nur Deine Fähigkeit, sich Dinge zu merken, verbessert. Wenn Du etwas vor Dir hast, was Du lernen musst, einen großen Komplex an Wissen, dann lies viele kleine Informationen zu diesem Thema. Dann kannst Du langsam aufbauen auf dieses Wissen und wirst immer mehr wissen.
Das wiederum spricht für ein Allgemeinwissen, da es die Gehirnleistung dann allgemein und eben auch im Speziellen verbessert.

In Deinem Beispiel mit der schnell vergessenen Information gibt es zwei Punkte:
Nein, es kann Wissen durchaus vergessen werden, nämlich dann, wenn es nur im Ultrakurzzeitgedächtnis gespeichert war. Daraus erklärt sich, wieso wir die Millionen Eindrücke dieser Welt überhaupt ertragen können. Stell Dir vor, wir würden alles abspeichern! Wir säßen im Auto und müssten uns an jeden Fußgänger am Gehsteig erinnern, an jedes Tier, jedes Haus, jede… was auch immer! Es würde uns wahnsinnig machen.
Also werden manche Infos schnell wieder „rausgeworfen“. Das ist auch der Grund, wieso wir uns nach einem Unfall nicht mehr an den Vorgang erinnern können, aber vielleicht noch, was wir davor beim Frühstück gegessen haben.

Du musst also etwas tun, um die Info ins längerfristige Gedächtnis zu bekommen- da hilf eines: Wiederholung! „Geschrieben ist geblieben“ zum Beispiel. Oder sich den Sachverhalt, die Worte, Zahlen etc. wieder und wieder vorsagen, mit zeitlichen Abständen.
Wenn Du längere Zeit hintereinander etwas lernen willst, dann mach ca. 40% Pause. Das braucht nämlich Dein Gehirn.

-Wenn Du etwas, was Du gerade noch gewusst hast, vergessen hast, dann begib Dich nochmal an den Platz zurück, als Du es zuletzt wusstest. Das Gehirn speichert nämlich auch Situationen, Umgebung etc. !! Ein alter Tip aus der Hausapotheke meiner Oma, aber tatsächlich ist man dieser „Weisheit“ auf den Grund gegangen- und hat herausgefunden, dass wirklich etwas dahinter steckt.

Mit diesen Dingen beschäftige ich mich zur Zeit, weil ich im Examen stecke und mir selbst Gedanken gemacht hab über das Lernen. Und über das Lernen des Lernens. Dazu empfehle ich Dir ganz besonders ein klasse Buch:

„Denken-Lernen-Vergessen“ von Frederik Vester. Das ist sehr gut geschrieben, verständlich und nicht zu platt, außerdem sehr anschaulich - und nicht zuletzt im Preis erschwinglich!

So. Und nun viel Spaß beim Denken, während ich mich wieder ans Lernen mache, meine 40% sind nämlich hiermit vorbei!

Heidi

Hallo Guido!

Verschiedene Psychologen haben mir mal gesagt, dass das
menschliche Gehirn nicht zum Multitasking taugt! Bei
Präsentationsseminaren wird immer wieder gesagt: Der Mensch
denkt in Einbahnstraßen (nur eine Sache auf einmal).

Das widerspricht doch dem anderen Beitrag oder? Heißt das dann nicht auch, dass es schlecht wäre, gleichzeitig Fernzusehen und zu bügeln (als Beispiel)?

Zum Thema Gedächtnistraining:
Das menschliche Wesen ist ein visuell denkendes Wesen!
Versuche mal, abstrakten Sachen ein Bild zuzuordnen - dann
solltest Du sie besser behalten können! Ein Beispiel: Lies den
folgenden Text, und dann wiederhole ihn frei…(aber noch
nicht nach unten scrollen)

Ein Zweibein saß auf einem Dreibein und aß ein Einbein. Da kam
ein Vierbein, das stahl dem Zweibein das Einbein. Daraufhin
nahm das Zweibein das Dreibein und erschlug damit das
Vierbein.

Die Geschichte ist gut, gefällt mir! Zur Visualisierung abstrakter Informationen sicherlich sehr geeignet - aber inwiefern hilft es mir, im Hirn verloren gegangene Infos wiederzufinden?

Hallo !

Verschiedene Psychologen haben mir mal gesagt, dass das
menschliche Gehirn nicht zum Multitasking taugt! Bei
Präsentationsseminaren wird immer wieder gesagt: Der Mensch
denkt in Einbahnstraßen (nur eine Sache auf einmal).

Das widerspricht doch dem anderen Beitrag oder? Heißt das dann
nicht auch, dass es schlecht wäre, gleichzeitig Fernzusehen
und zu bügeln (als Beispiel)?

Nun ja - ich habe ein Problem damit, beim Bügeld das Fernsehen so zu verfolgen, dass ich auch wirklich alles aufnehme, was da passiert.

Die Geschichte ist gut, gefällt mir! Zur Visualisierung
abstrakter Informationen sicherlich sehr geeignet - aber
inwiefern hilft es mir, im Hirn verloren gegangene Infos
wiederzufinden?

Vermutlich gar nicht! Aber vielleicht hilft es, zukünftig Informationen nicht abstrakt sondern visuell zu speichern!

Ich befasse mich erst seit sehr kurzer Zeit mit diesen Sachen - deshalb habe ich keinerlei Erfahrungswerte…

Gruß
Guido