Hallöchen,
ich habe nun auch einen Hirtenhund, genauer gesagt einen kaukasischen Hirtenhund (48 Kilo). Da ich woher zwei Schäferhunde hatte, kann ich eines mit Sicherheit behaupten. Ein Hirtenhund ist sehr schwer bis kaum zu dressieren und behalten immer ihren eigenen Kopf und gehören zu den dickköpfigsten Persönlichkeiten, die mir je unter gekommen sind. Während ich meine Schäferhunde super im Griff hatte, und sie in ihrem Verhalten viel berechnender waren als der Hirtenhund, Balu, kann ich jedem, der keine Hundeerfahrung hat von einer Haltung abraten. Sie können einen durch ihre Sturrheit zum Wahnsinn treiben.
Ich war mit allen meinen Hunden in der Hundeschule, aber der Hirtenhund hat meistens das gemacht was er wollte. Der Hundetrainer meinte sogar noch er würde gut gehorchen!!!
Ein kleines Beispiel:
Balu, der Hirtenhund entscheidet selbst, wen er mag und wer niemals alleine im Haus oder im Garten herumgehen kann. Meinen Bruder, der jede Woche mindestens zweimal da ist, zum Beispiel mag er nicht. Der wird durch „Grummeln“ (Das ist kein Knurren, nur so ein dumpfes Grollen) die ganze Zeit tyranisiert. Wenn mein Bruder aufs Klo geht, geht Balu mit und wartet vor der Tür, bis er wieder raus kommt. Da hilft nichts. Balu war zwecks Gewöhnung eine ganze Woche bei meinem Bruder, er hat im Fressen gemacht ist mit ihm Gassi gegangen.
Hilft nichts. Wenn mein Bruder kommt, wird ein richtiges Theater gemacht. Er läßt sich streicheln und schmust auch mit ihm, aber erstmal wird „Gegrummelt“.
Von der Couch (ziemliche Unsitte, die wir ihm erst abgewöhnen mußten) geht er auch nicht, wenn mein Bruder ihn verscheuchen will. Er bleibt einfach liegen und grummelt. Bei allen anderen Familienmitgliedern würde er es nicht mal wagen eine Pfote auf die Couch zu tun.
Meine Großeltern, die er einmal im Jahr sieht, sind eindeutig in sein „Rudelverständnis“ integriert. Die dürfen alles.
Die Schäferhunde schauen, ob der Rudelführer den „Eindringling“ im Revier duldet, wenn das so ist, dann ist das für den Schäferhund auch mehr oder weniger okay.
Überhaupt, alles was mit dem Revier und den damit verbundenen Gegenständen bei einem Hirtenhund in Verbindung gebracht wird, ist ziemlich heikel. Da kennen die keinen Rudelführer. Wenn die Hirtenhunde meinen, das muß beschützt werden, dann tun sie es. Egal, was der Rest des Rudels dazu sagt.
Wenn ich „hier“ beim Gassi gehen brülle, dann waren die Schäferhunde noch bevor ich wieder Luft geholt hatte bei mir. Balu, schaut erstmal ob es jetzt wirklich notwendig ist zu mir zu kommen. Dann trotet er, im Schritttempo, offensichtlich gelangweilt zu mir. Natürlich wird er von allen möglichen Dingen auf dem Weg zu mir abgelenkt. Das kann ewig dauern, bis er endlich vor mir sitzt!!! Ich könnte da immer ausflippen, obwohl ich ihn ja loben muß, weil er ja so brav zu mir kommt.
Wie gesagt, so ein Hirtenhund ist ein sturres, bockiges, eigensinniges pelziges Pelzknäul.
Ich habe mich mit seinen Macken angefreundet und man kann sagen, er ist meine große Hundeliebe und dankt mir es jeden Tag.
Es gab aber durchaus Tage, da hätte ich das Mistvieh am liebsten erwürgt, weil er soooo stur ist
))))
Gruß
Sina
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