Histaminintolleranz

hallo,

ich habe von meinem gastroenterologen die Nachricht bekommen, dass bei mir eine Histaminintolleranz wahrscheinlich ist.

Ich war total perplex und wusste erst mal gar nicht was das ist, der Arzt meinte ich soll mich Internet schlau machen…

Ich dachte mir nur tolle Aussage, jetzt steh ich mittlerweile immer noch da und weiß nicht wie ich mich verhalten soll, mein Hausarzt schrieb mir das Mediakament desloratadine 5 mg auf.

Ich bekomme auf viel Essen Blähungen, ist dies ein Anzeichen auf Histamin? Mein Wert lag bei 3,8.

Könnt ihr mir helfen, auch im Bezug auf das Medikament, hat da jemand schon Erfahrung mit?

Histamin-Intoleranz, Histamin-Unverträglichkeit
hallo samantha

eine intoleranz (=unverträglichkeit) zu haben ist überhaupt nicht toll, sondern leitet sich vom wort „toleranz“, „tolerieren“ ab. deshalb schreibt man es nur mit einem „l“, nicht mit zwei. das ist wichtig, wenn du dem weisen rat deines arztes folgst und dich im internet schlau machst. bei einigen suchmaschinen erhältst du unbrauchbare suchresultate, wenn du das wort falsch eintippst.

die meisten ärzte halten zwar ihre patienten davon ab, sich im internet zu informieren. vor allem bei so neuen, komplizierten und in der ärztlichen ausbildung noch fehlenden krankheitsbildern wissen die betroffenen dank internet oft mehr als ihre ärzte. auch ich rate dir deshalb: mach dich im internet schlau! die histamin-unverträglichkeit ist eine anspruchsvolle krankheit, bei der du dich selbst zu einer expertin schulen musst.

beim verschriebenen medikament handelt es sich um ein H1-antihistaminikum. das ist grundsätzlich eine sinnvolle medikation, aber es gibt noch viel mehr möglichkeiten! z.b. daosin. für mehr infos zu diesem medikament, lies den beipackzettel durch und lass dich vom arzt/apotheker instruieren und beraten!

das mit abstand wichtigste an der therapie ist aber nicht die medikation, sondern das meiden der auslöser!!! du solltest unbedingt eine histamin-eliminationsdiät dauerhaft einhalten!

diese diät ist auch der zentrale teil der diagnose. nur so kannst du am zuverlässigsten feststellen, ob es wirklich das histamin ist, das du nicht verträgst. die labortests sind nicht unbedingt aussagekräftig.

ja, bei einer histamin-unverträglichkeit kommt es oft zu blähungen. es gibt aber auch viele andere unverträglichkeiten, allergien und kreuzreaktionen, die blähungen auslösen können.

also, jetzt ab ins internet und lesen, lesen, lesen! eine sehr umfangreiche, seriöse, unabhängige und übersichtliche informationssammlung zu diesem thema findest du hier:
http://www.histaminintoleranz.ch

Hallo,

vielen, vielen Dank für die schnelle Antwort!

Das ist die erste richtige Hilfe die bekommen habe!

Trotzdem habe ich noch so viele Fragen und wäre deshalb
dankbar wenn Sie mir nochmal weiterhelfen können!

Histamin befindet sich ja in ganz vielen Lebensmitteln,
ich bekomme nicht immer Blähungen auf jedes Essen, ich schreibe
mir zurzeit alles auf was ich esse und wie es mir danach ging!

Trotzdem geht es mir sonst soweit gut, ich treibe viel und
regelmäßig sport, auch esse ich alles( deftig)!

Ich kann klar eine histaminfreie Ernährung führen,
aber dann muss ich doch auf fast alles verzichten, da es
nunmal überall enthalten ist, seh ich das richtig?

und das medikament wäre dann zur abwehr da? ich habe
das rezept bereits seit ein paar wochen zuhause liegen
aber noch nicht eingelöst, da ich es bisher bei mir schwachsinnig
fand, weil es mir soweit gut geht, bis auf blähungen
und der arzt nur von einer wahrscheinlichkeit ausging, dachte halt
auch das ich mich nicht unnötig damit voll pumpen muss!

Was sind denn für nebenwirkungen in dem medikament?

und nehm ich das nur bei beschwerden oder täglich? die tabletten sind zudem
auch noch sehr teuer 20 stck. 17€, gibt es da einen zuschuss
von der krankenkasse?

Es tut mir leid wenn ich soviel Frage, aber ich weiß gar nicht
wie ich mich verhalten soll und was das genau ist!

vielen dabk für die hilfe!

hallo

wenn die diagnose noch nicht gesichert ist, und die symptome auszuhalten sind (dir geht es ja anscheinend recht gut), würde ich noch keine medikamente nehmen, sondern zuerst noch ein paar wochen bis monate mit ernährungstagebuch und eliminationsdiäten experimentieren und beobachten. medikamente verhindern evtl., dass man feststellen kann, worauf man reagiert.

unbedingt so protokollieren, dass sich im nachhinein noch detailliert eruieren lässt, welche zusatzstoffe (glutamat, konservierungsstoffe etc.) und gewürze drin waren. mit möglichst wenigen zutaten, zusatzstoffen und gewürzen kochen macht das detektivspiel seeeehr viel einfacher. lass dir unbedingt von einer diplomierten ernährungsberaterin helfen beim auswerten des ernährungstagebuches. (wenn möglich eine mit zusatzausbildung zu nahrungsmittelunverträglichkeiten.)

nicht vergessen, dass man auf gewisse auslöser (z.b. liberatoren, gewisse allergietypen) manchmal stark zeitverzögert reagiert. die symptome treten dann erst nach mehreren stunden oder am nächsten tag auf, wenn man bereits wieder die nächste mahlzeit gegessen hat, so dass man schnell mal die falschen kandidaten verdächtigt.

histamin ist nur in wenigen sachen drin (im wesentlichen fermentiertes und ein paar zusätzliche sachen), aber du reagierst womöglich auch auf histaminliberatoren und histaminabbauhemmer (DAO-hemmer). trotzdem gibt es noch viele möglichkeiten, abwechslungsreich, ausgewogen und lecker zu essen. man muss nur zuerst lernen wie, oder geeignete rezeptsammlungen finden (siehe link von mir). das gute bei histamin ist, dass man keine lebensmittelgruppe vollständig weglassen muss, sondern dass überall ein paar verträgliche vertreter zu finden sind.

wurden gluten-unverträglichkeit (getreide), fructose-intoleranz (früchte, gemüse, süsses) und lactose-intoleranz (milchzucker) vom allergologen gründlich abgeklärt und ausgeschlossen? das sind eher die kandidaten, wo blähungen dominieren.

wie der histaminstoffwechsel und das medikament funktionieren, wird auf der website erklärt, zu der ich dir den link geschickt hatte. deshalb lies die website jetzt zuerst mal durch, bevor du weitere fragen postest!! das thema wird dort ziemlich erschöpfend behandelt. zu den nebenwirkungen musst du dir keine sorgen machen. es ist auch für den lebenslangen dauergebrauch geeignet. es gibt millionen menschen, die täglich antihistaminika nehmen.

frag den apotheker nach dem günstigsten generikum mit dem verschriebenen wirkstoff. er kann dir auch sagen, welche präparate in D kassenpflichtig sind. wird ziemlich sicher von der kasse bezahlt. wenn du auf die wirkstoffe loratadin oder cetirizin ausweichst, kostet es weniger. solange du noch nicht sicher bist, ob du eine laktose-intoleranz hast, solltest du keine medis nehmen, welche laktose als tablettierungsstoff enthalten.