Nun zu Pearl Harbour (Achtung Lang)
Hi Wolfgang
Pearl Harbour
Teil 1: Die Vorgeschichte
Der „Weg nach Pearl Harbour“ beginnt mit der Weltwirtschaftkrise.
Die Weltwirtschaftskrise traf Japan besonders hart (wird in Europa gerne übersehen). Um die Gewaltige wirtschaftskrise zu überwinden, beschloss japan, sich selbst ein Kolonialreich zu schaffen. Dies führte dann zur Bildung des Kaiserreiches Mandschuguo, einem Marionettenstaat Japans in der Mandschurei. Die andauernde Krise, verursacht durch die Fragmentierung der Weltwirtschaft, führte dann zu einer weiteren Expansion nach China hinein, die 1937 in offenen Krieg umschlug. Japan gewinnt weite Teile Chinas in unglaublich brutal geführten Feldzügen hinzu, kann die Chinesiche Zentralregierung jedoch nicht entscheidend schlagen. Daraufhin beginnt Japan, systematisch die Chinesiche Küste zu besetzen und versucht GB zu überreden, die Burmastrasse zu schliessen, um den Chinesen den Nachschub abzuschneiden.
Der Anspruch Japans auf die Oberherrschaft über Gesamtchina ruft nun die USA auf den Plan, die gegenüber China eher eine „open market“ Politik vertreten.
Als 1940 Japanische Truppen Nordvietnam besetzen, reagieren die USA aber noch nicht mit sanktionen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist folgender:
Mit der Niederlage Frankreichs und der befürchteten Niederlage Großbritanniens gegen Deutschland wird die USA gezwungen, die eigene Verteidigung neu zu organisieren. Die beschlossene „Two Ocean Navy“ de facto eine Verdreifachung der Stärke der US-navy, hätte jeden Seekrieg gegen die USA vollkommen aussichtslos gemacht. Die japanische Marine reagiert auf diesen Beschluss sehr eigenartig, nämlich mit der generellen Mobilmachung, ein Prozess, der ungefähr 18 Monate dauert. Bis heute ist unbekannt, was die japanische Marine Ende 1941 erwartete… Die Ansicht, dass bereits Mitte 1940 konkrete Pläne für einen Japanischen Angriff gegen die USA geschmiedet wurden, ist zumindest nicht ganz abwegig.
1940 Steht Japan wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand. Die Deviesenreserven, die zum Einkauf von Öl, Gummi, Erzen und anderen Kriegswichtigen Rohstoffen benötigt werden, gehen rapide zur Neige und wären Anfang 1942 erschöpft. Die Antwort japans darauf lautet: weitere expansion, im Sommer 1941 Besetzt Japan Südvietnam.
Dieser Schritt, der nicht auf die Isolation Chinas zielt, sondern eine offenkundige militärische Vorbereitung zum Angriff auf das malayisch-indonesische Archipel darstellt (Wichtig wg. Öl und Gummi), schlug nun in den USA ein wie eine Bombe.
Man bedenke bitte die damalige Lage im Herbst 1941: Die Sovietunion am Abgrund der Niederlage. Großbritannien mit dem Rücken zur Wand. Sollte Japan auch noch ganz Südostasien in die Hände bekommen, wäre der Eurasische Kontinent in den Händen zweier totalitärer militaristischer Staaten, welche den USA feindlich gesonnen sind. In Südamerika sassen daneben bereits politische Strömungen, welche mit dem Totalitarismus Nazionalsozialistischer Prägung syphatisierten. Die Gefahr für die USA wäre greifbar gewesen, Insbesondere die „Zimmermann-Depesche“ war noch immer in guter Erinnerung.
In dieser Situation beschloss nun die USA, der Konfrontation nicht mehr auszuweichen und setzte Japan mit dem Embargo die Pistole auf die Brust und stellte es vor die Entscheidung: Krieg oder Zurückweichen.
- Kriegspläne
Bis zu dem vom Yamamoto konstruierten Plan eines Überraschungsangriffes auf Hawaii waren sich die Kriegpläne der beiden Parteien bemerkenswert ähnlich.
Nach einem Initialen Angriff auf die Philipinen durch Japan sollte die US-Flotte auslaufen, und den Japanern eine große Schlacht im Zentralpazifik liefern, an deren Ausgang dann die Kriegsentscheidung hängen sollte. Japan war auf eine derartige Seeschlacht besser Vorbereitet, da seine Schlachtschiffe über die größeren Kaliber verfügten. Allerdings hätten die Japaner einen überwältigenden Sieg erringen müssen, denn die USA wären in der Lage, ihre Verluste leichter zu ersetzten. Es bestand immer die Gefahr, dass sich die beiden Schlachtflotten gegenseitig in Fetzen schossen. Diese Strategie war durch den 1 Weltkrieg bestimmt und wies den Flugzeugträgern eine eher untergeordnete Rolle zu.
Yamamotos Plan war nun, Die neu nach Pearl Harbour verlegte Pazifikflotte durch einen massiven Trägerangriff auszuschalten, nachdem Hawaii innerhalb des Operationsradius der Jap. Marine lag. Dieser Plan wurde Ende 1940 entworfen und nach Überarbeitung erst wenige Wochen vor dem Krieg wirklich beschlossen. Yamamoto musste mit seinem Rücktritt drohen, damit der Plan angenommen wurde.
Die US-Navy fühlten sich in Pearl eigentlich sicher. es ist kein einzige Memo überliefert, was Pearl durch Luftangriffe als gefärdet ansieht. Als schlimmster Fall wurde angenommen, dass ein jap. Sub ein Großkampfschiff in der Einfahrt versenkt, was die Flotte für Wochen, wenn nicht Monate im Hafen eingeschlossen hätte.
Die Gefahr durch Luftangriffe wurde als eher gering eingeschätzt, da das Wasser in Pearl Harbour als zu flach angesehen wurde, um erfolgreich Torpedos abwerfen zu können… Ein Problem, dass die Briten allerdings bereits gelöst hatten (hölzerne Zusatzflossen an den Torpedos, die ein zu tiefes Abtauchen des Torpedos nach dem Abwurf verinderten) Ausserdem waren auf Oahus 3 Flugplätzen über 200 Kampfflugzeuge stationiert.
Ein Massenangriff schien rein logistisch ausgeschlossen, es hatte ja auch noch nie einen derartig kühnen Angriff gegeben. Der Britische Trägerangriff auf Tarent, der Vorbild für Pearl war, wurde mit einem Flugzeugträger (HMS Eagle) und nur wenige 100 Meilen von einer Britischen Basis (Malta/Alexandria) durchgeführt.
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Ereignisse vor Pearl Harbour
Durch den einbruch in den Diplomatencode der Japaner war den USA klar, dass es um den 6. 11. losgehen würde. Aus Sicherheitsgründen wg. Geheimhaltung wurden zahlreiche Stationskommandanten nicht genau informiert. Beobachtungsposten sprachen kurz vor dem Angriff von Truppentransportern, die von Indochina aus nach Süden liefen. Unklar war nur, wo der erste Schlag fallen würde, da der jap Angriffsverband nahezu Funkstille hielt. (Und hinterher ist man ja immer schlauer) Die letzte Möglichkeit einer Warnung wurde vertan, als die Radaroperateure die anfliegenden Japaner mit den fast gleichzeitig erwarteten B17 Bombern verwechselten (Radar war damals noch sehr neu, nicht so wie heute mit Pünktchen auf dem Bildschirm zählen) Nimitz beschloss, alle Stationen zu warnen, die Warnung nach Hawaii ging aber als einfaches Telegramm hinaus, das per radelndem Boten zugestellt wurde… NACH dem Angriff. (Die Beschreibung des Angriffes schenke ich mir) Schuld daran war die Marine-Operationsabteilung, die auch die spärlichen Zeichen falsch deutete. Der verantwortliche Offizier (bekannter Alkie) konnte sich aber rauswinden, der Zorn traf die Kommandeure von Hawaii…
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Mythen
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Die Verlegung der Pazifikflotte stellte eine Provokation Japans dar.
Ein Blick auf einen Atlas zeigt, dass die Errichtung einer Basis, die von der Wichtigsten Japanischen Marinebasen im Pazifik (Truk) zigtausend meilen entfernt ist, wohl kaum eine Provokation darstellt, welche den Krieg unausweichlich macht.
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Die US-Nachrichtendienste konnten bereits seit Herbst 1941 den Jap Militärcode entschlüsseln… Dafür wurden bis heute keinerlei stichhaltige Beweise vorgelegt. Selbst die Andeutungen sind mehr als mau. Diese Frage ist von absoluter, entscheidender Bedeutung, ob die USA den Agriffsplan kannten oder nicht.
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Die Verlegung nach Pearl erfolgte in der Absicht, sie durch Japan angreifen zu lassen… In wie weit der amerikanische Planungsstab um Roosevelt über hellseherische Fähigkeiten verfügte, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls hätten diese Leute die japanischen Entscheidungen buchstäblich vorausahnen müssen. Eine Vorstellung, die mir bei verbohrten Kommissköppen eher schwerfällt.
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Die in Pearl liegenden Schiffe waren Schrottreif… dafür, dass sie Schrottreif waren, haben die USA erhebliche Anstrengungen unternommen, die Schiffe zu reparieren und wieder in Dienst zu stellen, was bis auf die USS Arizona (Explodiert nach Treffer im Bugmagazin) und die USS Oklahoma (gekentert) auch gelang.
Die Schiffe hatten max 25 Jahre auf dem Buckel, was für derartige Einheiten kein Alter ist. So war der überwiegende Bestand an Großkampfschiffen der japanischen Marine ebenfalls etwa diesen Alters. Komischerweise waren die japanischen sehr ähnlichen Einheiten nicht veraltet…
Wie veraltet und Schrottreif diese Einheiten waren, zeigten sie in der Seeschlacht in der Suriago-Strasse, wo diese Schiffe einen Japanischen Verband aus Großkampfschiffen buchstäblich masskrierten.
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Die Träger mit ihrer Kreuzereskorte wurden vor dem Angriff in Sicherheit gebracht. … Die USS Enterprise und die USS Lexington liefen auf Befehl von Admiral Kimmel (kommandeur der Pazifikflotte und späterer Sündenbock) aus, um Flugzeuge nach Wake und Midway zu transportieren. Die USS Enterprise entging nur knapp dem Angriff, denn sie lief am Nachmittag nach dem Angriff in Pearl ein…
(das würde bedeuten, dass Kimmel DOCH eingeweiht war… aber warum hat er dann, als es ihm ans Leder ging, geschwiegen?)
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warum folgten die Schlachtschiffe nicht den Trägern… ganz einfach: sie waren zu langsam. Mit bis 22 Knoten waren diese Schlachtschiffe nicht in der Lage, den Trägern zu folgen. Nur die schnellen Schlachtschiffe der Kongo-Klasse (Von ihrer Panzerung her ein Zwischending zwischen Sclachtkreuzer und Schlachtschiff), die neuen Schiffe der Yamato-Klase oder die nagelneuen der North Carolina Klasse (USA) waren schnell genug (Die wurden aber erst eingefahren) Weitere Einheiten der South Dakota Klasse wären im Frühjahr 1942 fertiggestellt worden.
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Die Einheiten waren längere Zeit ausser Dienst gestellt… Falsch laut US-Navy Quellen.
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Abhörstationen der USA haben Funksignale der Jap Flotte aufgefangen, aufgrund von Überreichweiten, und die Position einpeilen können: Wenn dies stimmt, wofür es keine Beweise gibt, dann wären diese peilungen eben wegen der Überreichweiten als unzuverlässig einzustufen.
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Die Lureline empfing Langwellensignale aus dem entsprechenden Seegebiet, dies wurde Jahrzehntelang vertuscht… Falsch, die Lureline-Story kann man in jedem besseren Buch nachlesen, eine Vertuschung hat nie bestanden.
Fazit: Hätte es eine Verschwörung gegeben, dann hätten Leute im Umfeld des Präsidenten, im Marineplanungsstab, in der US-Admiralität, insbesondere die Admiräle King und Nimitz, Radaroperateure in Hawaii usw usw eingeweiht gewesen sein müssen, insgesamt an die 100 Leute verschiedenster Ränge. Das ist irreal. So lässt sich ein derartiges Geheimnis nicht geheimhalten.
Der Japanische Angriff auf die USA erfolgte aus einem einzigen Grund: Absicherung des Raubzuges in die Britischen und Niederländischen Kolonien, deren Resourcen nach japanischer Ansicht für die erfolgreiche Beendigung des unprovozierten Angriffskrieges gegen China benötigt wurden.
Sollte das Prinzip „Ich will es haben" einen Krieg rechtfertigen, sind die USA tatsächlich schuld am Krieg. Denn die USA wollten und konnten eben diesen Raubzug nicht zulassen.
(Bei Großkampfschiffen
geht man von Lebensdauern bis zu 50 Jahren aus)
Wo, bitte, hast Du das denn her?
Willmott 2001: Der Krieg im Pazifik
Es lagen daneben 2 moderne Schwere Kreuzer und 6 Leichte Kr
sowie zahlreiche Zerstörer im hafen, also insgesamt eine
Formidable Schlachflotte. Sämtliche Schlachtschiffe der
damaligen pazifikflotte waren übrigens niemals ausser Dienst
gestellt worden… höchstens Formal zu Reparatur- und
Aufrüstungszwecken.
Die Missouri alleine dreimal!
Nur zu deiner Info:
Zum Zeitpunkt des japanischen Agriffes lagen in Pearl Harbour folgende Schlachtschiffe:
Pennsylvania (BB-38)
Arizona (BB-39)
Nevada (BB-36)
Oklahoma (BB-37)
Tennessee (BB-43)
California (BB-44)
Maryland (BB-46)
West Virginia (BB-48)
Keines Dieser Schiffe war lt Info der US navy zwischen Stapellauf und dem Angriff ausser Dienst gestellt (ich habe nachgeguckt, alles im Internet zu finden.
USS Missouri BB 63 wurde erst am 11 Juni 1944 in Dienst gestellt, es ist mir etwas unverständlich, was die Erwähnung dieses Schlachtschiffes hier soll.
Ebenso das Vorhandensein von mindestens 180 !! Vorwarnungen
über den Angriff, die gezielte Verzögerung der kjapanischen
Delegation,
Die Botschaft erhielt die Formelle Kriegserklärung als Codemeldung von Tokio. Die entschlüsselung verzögerte sich, so dass die japanische Delegation erst NACH Beginn des Angriffes im Aussenministerium eintraf, wo der Aussenminister gerade anderes zu tun hatte (In pearl wurde die pazifikflotte angegriffen) … Eine mehrtägige Verzögerung ist eine schlichte Fehlinformation.
die Meldungen der Piloten, die nur von zwei
Schlachtschiffen Widerstand erhalten
Entspricht ebefalls nicht ganz der Wahrheit. Lt den Action Reports der US-Navy war gerade die Schiffsflak der marineeinheit so weit als möglich in Einsatz.
Die 180 Hinweise sind alle schlichter M Ü L L
Niemand konnte bislang einen hauch eines Beweises Vorlegen,
dass den USA der Plan von Yamamoto bekannt war.
Das ist als Argument ein bisserl dünn! Selbst ein nicht gerade
rechter Autor, wie der des Buches „Verschwörungen,
Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9.“ belegt
diese
Wenn Du Stinnet meinst, bzw einen, der von ihm abgeschrieben hat, dann ist das alles längst widerlegt.
…
Wie auch, mit dem Messer an der Gurgel! Das haben die Yanks ja
bewußt lanciert!
Appeasement oder nicht, das ist hier die Frage, gelle? Sprich: wenn ein Kampf mit einem gegener unausweichlich ist (und das war er) dann sollte amn ihn so schnell wie möglich ausfechten, nicht wenn der Gegner noch mehr schluckt und immer stärker wird.
Die japanische Expansion bedrohte die Strategische Stellung
der USA im Westpazifik, insbesondere nach der besetzung von
Südvietnam durch Japan trotz (!!!) vorheriger Warnung durch
die USA
deren eigene Expansion demnach in Ordnung war-oder??
Wohin haben die USA bitteschön expandiert?
Den USA ging es eben um die Nichtexpansion einer anderen Macht, die dort einen exklusiven Wirtschaftsraum errichtet hätte. Die USA waren eher an einer „Open Market“ Strategie interessiert
war eigentlich der Bart ab und der Krieg
unvermeidlich. Die USA verhängten das Ölembargo und froren die
Konten ein, um Druck zu machen.
Nach allgemeinem Völkerrecht bereits ein veritabler
Kriegsgrund!
Der Kriegsgrund, bzw der Embargogrund wurde von Japan geliefert: Angriffskrieg gegen China, widerrechtliche Besetzung von Franz-Indochina usw usw usw. Die Aktionen der USA waren durch das Völkerrecht dahingehend gedeckt, dass kein Land verpflichtet ist, einen Agressor zu unterstützen.
Im Übrigen hätte eine warnung vermutlich nicht viel bewirkt,
die US-Basis Subic Bay auf dem Philipinen war alamiert, die
Fliegerverbände wurden trotzdem massakriert…
Oh? Die Verbände der ach so hochwertigen, ach so starken USN
hätten nichts gebracht? Erzähl das mal Nimitz!
Das waren die Heeresflieger…
*irgendwie seltsam, woher hast Du das alles blos?
Fazit: Die USA sind dem Krieg mit Japan nicht ausgewichen,
aber die Aktion Pearl harbour war ihnen sehr wahrscheinlich
Unbekannt.
Sicher nicht!
Jetzt bist Du dran: Argumente bitte!
Gruß
Mike