Hi
Da habe ich gleich einen Vorschlag für eine Doktorarbeit:
Kenntnisse über Anatomie und Physiologie im alten China.
Die gibt es schon ^^
Weder Margagni noch Galen noch da Vinci waren im Gefängnis.
Außerdem ist Westeuropa weit heterogener als China, oder
sollte ih mich da irren?
Ich empfehle dir Lektüren zu London im 18. und 19. Jh.
Das mit dem Heterogen kommt nicht ganz hin. Schau dir das China von heute an: Es ist größer als unser Kontinent.
Außerdem hat sich die Lage von China natürlich verändert und heute sind Völker mit eingeschlossen die in der Geschichte mal mehr mal weniger Teil Chinas waren.
Heute hat China 56 offiziell anerkannt ethnische Minderheiten, die ihre Kultur ausüben und zahlenmäßig relevant sind. Dazu kommen unzählige andere Minderheiten aus umliegenden Ländern oder die zahlentechnisch weniger relevant sind. Früher waren das sogar noch mehr als heute, wir haben Zeugnisse von einigen ausgestorbenen Ethnien diverser Entwicklungsstände.
Viele Europäer haben leider ein sehr rückständiges Bild von China, weil sie immernoch durch den Eurozentrismus und das koloniale Weltbild der letzten zwei Jahrhunderte geprägt wurden.
Tatsächlich hat China erst recht spät und nur gegenüber Europa „zugemacht“ und war vorher kultur- und handelstechnisch nicht nur weit fortgeschritten, sondern auch offen.
Oder aus Tieren. Aber wohin soll dieses Argument führen?
Das bezog sich darauf, dass viele TCM sofort verdammen, wenn sie davo hören. Aber nur weil ein TC-Mediziner von diversen Flüssigkeiten redet, heißt es nicht, dass Teile der TCM unwirksam oder nur auf den Placeboeffekt zurückzuführen sind. Grade darum gibt es momentan ja einen Forschungstrend, um die Wirksamen Dinge an der TCM zu finden.
Das ändert nichts an der Existenz von Krankheiten. Skorbut
gabs auch schon vor 1850, vielleicht hat man es anders genannt
und sehr wahrscheinlich auf falsche Dinge zurückgeführt.
Aber an der Beschreibung! Nehmen wir ein bekanntes Beispiel:
Mozart starb an „hitzigem Frieselfieber“, eine Beschreibung
dazu existiert. Aber bis heute weiß noch niemand, was er denn
nun wirklich hatte.
Naja, wenn man nie nachforscht, wird es auch nie jemand wissen. Bei deinem Beispiel ist die Beschreibung jetzt wirklich dürftig, aber bei anderen nicht. Die Schweißkrankheit in England etwa kann man ja mittlerweile schon mit 1-2 modernen Krankheiten in Verbindung bringen.
Ich hatte bei meiner Frage auch eher auf eine Mangelerscheinung getippt, weil es durch Veränderung der Ernährung behebbar zu sein scheint.
Für mich ist die Erforschung solcher Praktiken schon wichtig, weil ich so trennen kann was eine völkische Reaktion auf direkte natürliche Einflüsse ist (z.B. Reaktionen auf Sonnenstich und Hitzeschlag: Erfindung der Mittagsfrau im sorbischen Bereich, Lähmungsdämonen und Tabutage in China) und was eine genuine religiöse Ansicht ist, die vielleicht einen Hinweis auf alte Volksreligion liefert, weil sie eben kein mehr oder weniger magisch belastetes „Hausmittelchen“ ist.
lg
Kate