Hitler in Weimar

Hi!
Ich suche gerade Infos zum Thema, weshalb Hitler so besonderes Interesse an der Kulturstadt Weimar gehabt hat. Hat da wer Ideen zu? Vielen Dank schonmal!

Hallo,

ich denke, da waren zwei Dinge:
Erstens war Weimar damals die Landeshauptstadt von Thüringen und Thüringen war eins der ersten Länder, in denen die Nazis in der Regierung saßen (schon 1932) glaube ich. Das war quasi eine Machtübernahme vorab. Da saßen also einige alte Kampfgefährten in der Regierung, die er bestimmt nicht ungern besucht hat.
Der zweite Grund ist etwas schwieriger. Mit Sicherheit war Hitler keine Geistesgröße, der Goethe und Schiller ständig gelesen hat und daher mochte. Aber die Kulturstadt Weimar mit den beiden Dichtern und den anderen Geistesgrößen da paßte ihm sehr gut ins Konzept. Es war etwas von weltgeltung und es war rein deutsch - das machte sich in seiner Rassentheorie von der Überlegenheit der deutschen Rasse außerordentlich gut. Die Nazis zogen ja alles aus der Geschichte, was irgendwie in diese Richtng gewertet werden konnte (und wenn sie die Geschichte dazu verbiegen mußten) - es lag ihnen viel daran, dem deutschen Volk erstens einen übertriebenen MNationalstolz und zweitens auch ein Überlegenheitsgefühl einzuimpfen. Da machte sich Weimar recht gut.

Gernot Geyer

Hi,

in Weimar lebte damals auch Frau Elisabeth Förster-Nietzsche, die es sich angelegen sein ließ, sich dem Führer angenehm zu machen, da er doch - scheinbar und angeblich - Nietzsches Philosophie verwirklichte.
So schenkte die Dame dem Führer den Stockdegen ihres Bruders.

Gruß Fritz

Hi!
Ich suche gerade Infos zum Thema, weshalb Hitler so besonderes
Interesse an der Kulturstadt Weimar gehabt hat. Hat da wer
Ideen zu? Vielen Dank schonmal!

Hallo,

woraus schließt Du das Hitler ein besonderes Interesse an diesem Kaff gehabt hat? Hat er das mal erwähnt oder war er öfters dort (öfter als in Nürnberg, Berchtesgaden, Bayreuth)?

Gruß

Hallo !

Weimar war der Gründungsort der von Hitler so verhassten „Weimarer Republik“. Um diese Republik vergessen zu machen und vielleicht, um dieser Stadt ihren Fehler heimzuzahlen, wurden viele Aktivitäten nach Weimar verlegt. Nichts ging bei den Nazis mehr ohne Weimar. Hitler persönlich zog es nicht übermäßig in diese Stadt.

Hier eine kleine Aufzählung der Veranstaltungen in Weimar.

Eine Abordnung thüringischer Bürgermeister unter der Führung des Ministerpräsidenten Sauckel überreicht Hitler die Ehrenbürgerurkunden der Städte Weimar und Gotha.

[Tageschronik: 1. April 1933. Das Dritte Reich, S. 178
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 39 ff.) © Droste/Directmedia]

In Weimar findet die Führertagung der deutschen Architekten und Ingenieure statt. Der Vorsitzende des »Reichsbundes Deutscher Technik«, Gottfried Feder, weist darauf hin, daß die Technik im neuen Staate »Dienst am Volke« sei.
[Tageschronik: 25. Juni 1933. Das Dritte Reich, S. 343
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 67) © Droste/Directmedia]

Hitler beginnt eine Rede-Reise für die Reichstagswahl am 12. Nov. In der Kehlheimer Befreiungshalle erklärt er als sein Ziel: »Ein Volk, ein Reich, einen Willen.« U.a. spricht er am 24. Okt. in Berlin, am 25. in Hannover, am 26. in Köln, am 28. in Stuttgart, am 29. in Frankfurt, am 1. Nov. in Weimar, am 4. in Breslau und am 5. in Elbing.
[Tageschronik: 22. Oktober 1933. Das Dritte Reich, S. 528
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 94) © Droste/Directmedia]

Aus Anlaß des ersten Reichsbauerntages in Weimar tritt das »Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit« in Kraft. Art. 1 lautet: »Im Betrieb arbeiten der Unternehmer als Führer des Betriebes, die Angestellten und Arbeiter als Gefolgschaft gemeinsam zur Förderung der Betriebszwecke und zum gemeinsamen Nutzen von Volk und Staat.« Das Recht auf die Wahl von Betriebsräten wird beseitigt. An ihre Stelle sollen »Vertrauensräte« treten. Der Unternehmer wird »Betriebsführer«, dem die »Gefolgschaft« zu gehorchen hat. Er bekommt das Recht, über alle innerbetrieblichen Fragen wie Arbeitszeit, Lohnfragen, Einstellung, Entlassung und Strafen zu entscheiden.
[Tageschronik: 20. Januar 1934. Das Dritte Reich, S. 658
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 113) © Droste/Directmedia]

Das Gebiet des deutschen Reiches wird in 15 Luftämter aufgeteilt: Königsberg, Berlin, Stettin, Kiel, Magdeburg, Dresden, Breslau, Weimar, Münster, Hannover, Köln, Frankfurt/M., München, Nürnberg und Stuttgart. Das Wehrpolitische Amt der NSDAP wird aufgelöst; es hat nach der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht seinen Sinn verloren.
[Tageschronik: 5. Mai 1935. Das Dritte Reich, S. 1327
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 209) © Droste/Directmedia]

Vor politischen Leitern Thüringens stellt Reichsinnenminister Frick in Weimar als die drei Erfolge des Nationalsozialismus heraus: Deutschland ist staatsrechtlich ein Einheitsstaat geworden, die Arbeitslosigkeit ist weithin beseitigt und die Unabhängigkeit und Wehrhoheit sind wieder hergestellt.
[Tageschronik: 2. Juni 1935. Das Dritte Reich, S. 1367
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 214) © Droste/Directmedia]

Mit einem festlichen Staatsempfang im Schloß von Weimar eröffnet Gauleiter Fritz Sauckel die 10-Jahres-Feier des Weimarer Reichsparteitages von 1926. Auf die zahlreichen Treuebekundungen antwortet der Führer: »Der Glaube der wenigen von damals ist heute der Glaube des ganzen deutschen Volkes geworden.« Der feierliche Staatsempfang wird eingeleitet durch den ersten Satz aus Beethovens 5. Symphonie.
[Tageschronik: 3. Juli 1936. Das Dritte Reich, S. 1890
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 289) © Droste/Directmedia]

Zur Erinnerung an den Parteitag von 1926 findet im Weimarer Nationaltheater ein Treffen der Alten Garde mit dem Stellvertreter des Führers, Hess, statt, dessen Rede endet: »Deutschland wird leben, weil das Schicksal ihm Adolf Hitler gab.« Nach der Rede des Führers und einem »historischen Propagandamarsch« durch Weimar nimmt Innenminister Frick den ersten Spatenstich für die geplanten großen Bauten und den »Platz des Führers« vor.
[Tageschronik: 4. Juli 1936. Das Dritte Reich, S. 1891
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 289) © Droste/Directmedia]

Zum Abschluß der Feiern in Weimar spricht der Führer nach dem Appell der Ehrenformation und der feierlichen Totenehrung unter »stürmischen Heilrufen« das Schlußwort: »Das deutsche Volk verdankt der Revolution von 1933 eine neue deutsche Kunst und vor allem einen neuen deutschen Menschen.«
[Tageschronik: 5. Juli 1936. Das Dritte Reich, S. 1892
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 289) © Droste/Directmedia]

Mit einer Kundgebung in Weimar eröffnet Goebbels die »Woche des deutschen Buches«.
[Tageschronik: 25. Oktober 1936. Das Dritte Reich, S. 2055
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 312) © Droste/Directmedia]

Der Reichsärzteführer betont in Weimar den Vorrang der Rassen- und Individualhygiene.
[Tageschronik: 12. Januar 1937. Das Dritte Reich, S. 2173
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 329) © Droste/Directmedia]

In Weimar beginnt das 2. Reichsführerlager der HJ.
[Tageschronik: 20. Mai 1937. Das Dritte Reich, S. 2375
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 358) © Droste/Directmedia]

In Weimar wird das Emmy Göring-Stift für alte Künstler eingeweiht.
[Tageschronik: 29. Mai 1937. Das Dritte Reich, S. 2386
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 360) © Droste/Directmedia]

Die HJ veranstaltet bis zum 15. Juni in Weimar ihre Reichskulturtagung. Zur Eröffnung der Festspiele hält Schirach am 14. Juni eine Rede, die nach einer Goethe-Interpretation aus nationalsozialistischer Sicht ihren Höhepunkt in den Worten erreicht: »Wir sind
[Tageschronik: 13. Juni 1937. Das Dritte Reich, S. 2410
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 363) © Droste/Directmedia]

Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Joseph Goebbels eröffnet in Weimar die Woche des deutschen Buches unter dem Motto »Buch und Schwert«. Zur Teilnahme am Internationalen Ver-
[Tageschronik: 31. Oktober 1937. Das Dritte Reich, S. 2640
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 398) © Droste/Directmedia]

Gleichzeitig mit der feierlichen Grundsteinlegung in Waldbröl im Bergischen Land wird der Bau weiterer neun Adolf-Hitler-Schulen begonnen, so u.a. in Koblenz, Weimar, Tilsit, Potsdam und Mittenwald.
[Tageschronik: 15. Januar 1938. Das Dritte Reich, S. 2760
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 416) © Droste/Directmedia]

Reichswirtschaftsminister Funk spricht im Rahmen der diesjährigen Reichsführerlager der HJ in Weimar über die Grundsätze der NS-Wirtschaftspolitik.
[Tageschronik: 24. Mai 1938. Das Dritte Reich, S. 2969
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 447) © Droste/Directmedia]

Zum Auftakt der Ersten Großdeutschen Buchwoche findet in Weimar das erste großdeutsche Dichtertreffen statt.
[Tageschronik: 27. Oktober 1938. Das Dritte Reich, S. 3202
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 481) © Droste/Directmedia]

Durch Erlasse Hitlers werden Düsseldorf, Köln und Weimar in den Kreis der Städte einbezogen, die in den folgenden Jahren durch großzügige städtebauliche Maßnahmen neugestaltet werden sollen.
[Tageschronik: 7. Juni 1939. Das Dritte Reich, S. 3585
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 540) © Droste/Directmedia]

Generalinspektor Todt übergibt die 26 km lange Reichsautobahn Jena-Weimar dem Verkehr.
[Tageschronik: 18. August 1939. Das Dritte Reich, S. 3707
(vgl. DGK Bd. 2.1, S. 558) © Droste/Directmedia]

In Weimar findet ein europäisches Jugendtreffen statt; Reichsjugendführer Arthur Axmann hält die Rede.
[Tageschronik: 5. Juli 1942. Das Dritte Reich, S. 5549
(vgl. DGK Bd. 2.2, S. 276) © Droste/Directmedia]

In Weimar tagen die Arbeitseinsatzleiter des Generalbevollmächtigen für den Arbeitseinsatz, Gauleiter und Reichsstatthalter Sauckel.
[Tageschronik: 6. Januar 1943. Das Dritte Reich, S. 5888
(vgl. DGK Bd. 2.2, S. 329) © Droste/Directmedia]

Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz, Gauleiter Sauckel, stellt auf einer Arbeitstagung der Präsidenten der 42 Gauarbeitsämter in Weimar 7 Grundsätze für den großdeutschen Arbeitseinsatz und Treuhandverwaltung auf. Im Mittelpunkt allen Han-
[Tageschronik: 28. August 1943. Das Dritte Reich, S. 6332
(vgl. DGK Bd. 2.2, S. 400) © Droste/Directmedia]

Auf einer Kriegsarbeitstagung der deutschen Presse in Weimar spricht Reichsführer SS Reichsinnenminister Himmler. Er führt u.a. aus, daß auf dem Gebiet der
[Tageschronik: 6. Dezember 1943. Das Dritte Reich, S. 6524
(vgl. DGK Bd. 2.2, S. 432) © Droste/Directmedia]

mfgConrad

Hallo Conrad,

Deine Theorie:

Um diese Republik vergessen zu machen und vielleicht, um dieser Stadt ihren Fehler heimzuzahlen, wurden viele Aktivitäten nach Weimar verlegt. Nichts ging bei den Nazis mehr ohne Weimar.

halte ich für weit hergeholt. Außer den Feierlichkeiten zur »Woche des deutschen Buches«, finde ich in der Auflistung nichts, was es in anderen (Gau-)Städten nicht auch so oder in ähnlicher Form gegeben hätte. Weimar war nun mal Verwaltungssitz des Gau Thüringen und Gauleiter Sauckel hatte noch ein paar Ämter inne, was die Institutionen und Veranstaltungen in Weimar erklärt – einen Unterschied zu anderen Gauverwaltungen sehe ich da nicht.

Gruß

HAllo,

na öfter war er in Weimar nicht als in den von Dir genannten Orten. Aber die erfreuten sich ja auch ganz bedonders seiner Gunst - schließlich war Nürnberg die Stadt der Reichsparteitage, Bayreuth hatte die Festspiele seines geliebten Komponisten Wagner und bei Berchtesgaden lag nun mal sein Berghof.
Aber er war wesentlöich öfter in Weimar als in anderen deutschen Städten vergleichbarer Größe - Gotha, Gera und viele andere, auch Landeshauptstädte sind dabei - die durften sich nicht so oft mit der Anwesenheit des Führers geehrt fühlen. Das fällt schon ein wenig auf.
Dazu kam noch seine gerade in Weimar beachtliche Bauwut. Ich weiß nicht, ob es noch ne Stadt in Deutschland gibt, die sich so lange mit halbfertigen Überresten aus Hitlers Zeiten rumärgern mußte. Aber Weimar bastelt noch heute an einer sinnvollen Nutzung des ollen Gauforums rum und „Hilers letzte Rache“ war sprichwörtlich, bis vor 2 Jahren endlich jemand einen modernen Einkaufstempelö draus gemacht hat - das Stahlbetongerüst ragte bis nfang der 80er mitten in der Stadt gen Himmel und war weder zu sprengen noch fertigzustellen.

Gernot Geyer

Hallo Gernot,

na öfter war er in Weimar nicht als in den von Dir genannten Orten. Aber die erfreuten sich ja auch ganz bedonders seiner Gunst - schließlich war Nürnberg die Stadt der Reichsparteitage, Bayreuth hatte die Festspiele seines geliebten Komponisten Wagner und bei Berchtesgaden lag nun mal sein Berghof.

Darauf wollte ich hinaus, denn das sind für mich Orte (neben Berlin) die sich einer besonderen Wertschätzung durch Hitler „erfreuen“ durften.

Aber er war wesentlöich öfter in Weimar als in anderen deutschen Städten vergleichbarer Größe - Gotha, Gera und viele andere, auch Landeshauptstädte sind dabei - die durften sich nicht so oft mit der Anwesenheit des Führers geehrt fühlen.

Gotha und Gera waren nun mal keine Gau-Verwaltungen und der thüringische Gauleiter und Stadthalter von Weimar Sauckel war nun mal ganz oben in Hitlers Gunst, was sich dann auch in seinen zahlreichen Posten wiederspiegelte und auch die Treffen erklärt.

Dazu kam noch seine gerade in Weimar beachtliche Bauwut. Ich weiß nicht, ob es noch ne Stadt in Deutschland gibt, die sich so lange mit halbfertigen Überresten aus Hitlers Zeiten rumärgern mußte.

Wie gesagt durch die Posten des Gauleiters waren natürlich der entsprechende Verwaltungsapparat in Weimar angesiedelt und er bekam sicherlich auch die entsprechenden Mittel um seine Stadt auszubauen. Hinzu kommt aber auch, daß Weimar relativ glimpflich aus den Krieg herauskam (nicht wie Nürnberg oder Berlin) und nach dem Krieg zur Provinzstadt degradiert wurde. Dadurch blieben viele Gebäude noch lange Zeit erhalten.

Gruß

Hallo Summerhill,
zu deiner Frage empfehle ich folgende Buchtitel:

Volker Mauersberger: Hitler in Weimar. Der Fall einer deutschen Kulturstadt.
Rowohlt Verlag, Berlin 1999.
340 Seiten, 20,30 EUR.
ISBN 3871343404 Buch anschauen

Kirsten, Holm
„Weimar im Banne des Führers“. Die Besuche Adolf Hitlers 1925-1940, Böhlau Verlag 2001, € 20,50/SFr 37,-
ISBN-10 3-412-03101-1 Buch anschauen
ISBN 978-3-412-03101-5 Buch anschauen

Hi!
Ich suche gerade Infos zum Thema, weshalb Hitler so besonderes
Interesse an der Kulturstadt Weimar gehabt hat. Hat da wer
Ideen zu? Vielen Dank schonmal!

Hi,

das schließe ich u.a. aus Hitlers Aussagen wie „Ich liebe Weimar“ oder „Ich brauche Weimar, wie ich Bayreuth brauche. Und es wird der Tag kommen, da ich diese Stadt und ihrem Theater noch manche Förderung zuteil lassen werden. Mit Weimar und Bayreuth habe ich noch viel vor.“ (vgl. Mauersberger: Hitler in Weimar). DOrt ist auch zu lesen, dass Hitler zwischen 1926 und 1936 über 40 Mal nach Weimar kam.

Das dürfte das Interesse Hitlers an Weimar wohl voll & ganz belegen.

Gruß

Hallo,

woraus schließt Du das Hitler ein besonderes Interesse an
diesem Kaff gehabt hat? Hat er das mal erwähnt oder war er
öfters dort (öfter als in Nürnberg, Berchtesgaden, Bayreuth)?

Gruß

alles klar (owt)

Hallo,

:smiley:adurch blieben viele Gebäude noch lange Zeit erhalten.

Es waren leider keine Gebäude - es waren halbfertige Rohbauten zum großen Teil. Mit fertigen Gebäuden hätte sich schon was anfangen lassen - auch ohne Landesverwaltung. Immerhin war weimar Hochschulstadort, die konnten alles gebrauchen.

Aber abgesehen davon:
Die Gigantomanie des geplanten Gauforums sprengt schon den üblichen Rahmen - ganz offensichtlich hatte Hitler mit Weimar wirklich einiges vor. Und das kann nur mit der klassischen Geschichte Weimars im Zusammenhang stehen. Hitler hatte ja mit Wagner den großen deutschen Komponisten gefunden - wahrscheinlich wollte er nun auch Goethe und Schiller als literarische Größen vereinnahmen in seinen Rassenkult von der überlegenen nordischen Rasse. Kann auch sein, er hatte es noch auf ein paar andere große geister abgesehen - in weimar waren ja viele.
Der Mann hatte schließlich einen Hang dazu, komplexe Dinge sehr vereinfacht darzustellen - gerade deshalb kam er ja beim Volk an. er bediente die deutschen Stammtische mit einfachen und gängigen Theorien, die jeder nachvollziehen konnte. (Wahrscheinlich war er auch selber so - echtes großes Interesse für die deutsche Klassik von Goethe und Schilöler traue ich ihm eigentlich nicht zu.)
In Weimar war viel Kultur auf einen Haufen - das gedachte Hitler zu nutzen. Kulturelle Höchstleistung als zeichen der Rassenüberlegenheit und so was - dfas paßte perfekt. Und mit Sicherheit haben seine alten freunde, die Weimar an den MAchthebeln saßen, darin noch bestärkt.

Mehr brauchte es wahrscheinlich gar nicht.

Gernot Geyer

Hallo Gernot,

Die Gigantomanie des geplanten Gauforums sprengt schon den
üblichen Rahmen - ganz offensichtlich hatte Hitler mit Weimar
wirklich einiges vor.

Was war der übliche Rahmen? Ich möchte dazu gerne noch mal wiki zitieren:

Gigantisch konzipiert verdeutlichten sie die Zentralisierung des Führerstaates. Das Forum kombinierte Verwaltungsgebäude und Aufmarschplatz im Karree. Hier residierten die Gauleitung die Gliederungen der NSDAP und sonstige Verwaltungseinrichtungen. Gauforen entstanden ab 1937 in einem groß angelegten Bauprogramm in allen Gauhauptstädten, um die Bedeutung der Partei und der „Bewegung“ durch ein Partei- und Verwaltungszentrum zu manifestieren
http://de.wikipedia.org/wiki/Gauforum

Der Bau eines Gauforums hat also überhaupt nichts mit dem Ansehen der Stadt bei Hitler zu tun.

Gruß