Hitler-Machtergreifung?

Hi

Im GeschichtsUnterricht hatten wir gelernt, dass Hitler nicht mit einer Machtergreifung nach ganz oben kam, sondern ganz legal mit Unterstützung des Volkes durch Wahl die Macht in Dt bekam.

Nu hatte aber doch Hitler SA-Leute bei den Wahlurnen stehen, die die Wähler beeinflussten und er verhinderte Wahlveranstaltungen der Opposition wie der SPD und KPD. Außerdem wurden oppositionelle Politiker verhaftet. Iss ja klar, dass da die Mehrheit die NSDAP wählte. Für mich ist das eine „Machtergreifung“, und in den meisten geschichtlichen Büchern ist doch auch von der „Machtergreifung Hitlers“ 1933 die Rede.

Also was denn nun?

gruß mifune

Hallo.

Im GeschichtsUnterricht hatten wir gelernt, dass Hitler nicht
mit einer Machtergreifung nach ganz oben kam, sondern ganz
legal mit Unterstützung des Volkes durch Wahl die Macht in Dt
bekam.

…oder der Wahlsieg wird von der Propaganda im Nachhinein als ‚Machtergreifung‘ dargestellt. Hier ein (offtopic) Beitrag, wie Fakten im Kontext zu Fehlern werden können: http://www.wissenschaft-online.de/artikel/581592

Nu hatte aber doch Hitler SA-Leute bei den Wahlurnen stehen,
die die Wähler beeinflussten und er verhinderte
Wahlveranstaltungen der Opposition wie der SPD und KPD.
Außerdem wurden oppositionelle Politiker verhaftet. Iss ja
klar, dass da die Mehrheit die NSDAP wählte. Für mich ist das
eine „Machtergreifung“, und in den meisten geschichtlichen
Büchern ist doch auch von der „Machtergreifung Hitlers“ 1933
die Rede.

Also was denn nun?

Alles kann richtig sein. Hängt nur von der Gewichtung der einzelnen Variablen ab. Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Machtergreifung als Einstieg.
Und letztlich ist es einer Wahlstimme egal wodurch sie zustande gekommen ist…

HTH
mfg M.L.

Also eigentlich feierten die Nationalsozialisten am 30.01.1933 den Tag der Machtergreifung - der Tag als Hindenburg Hitler zum Reichskanzler ernannte. Ohne Reichskanzler Hitler wäre das Verbot der KPD, die Beeinflussung der Wahl oder das offene Vorgehen der SA gegen politische Gegner nicht möglich gewesen.
Die Wahl vom 05.03.1933 diente nur dem Machtausbau, brachte der NSDAP aber auch nicht die ansolute Mehrheit (43,9%).

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Nun… die Wählerbeeinflussung massiver Art gab es erst bei den Wahlen 1934. Zuvor ging Hitler mit v. Papen eine Koalition ein. Die NSDAP hatte im Kabinett neben Hitler als Reichskanzler ganze zwei Ministerposten. Göring und Frick. Zu schweren Kämpfen vor der Wahl 1933 kam es hauptsächlich zwischen KPD und NSDAP (SA). Dennoch wurde Hitlers NSDAP legal mittels einer Koalition Regierungspartei. Das er v. Papen dann aber ausbootete steht auf einem anderen Blatt.
Hitler hat sich die Macht nicht gegriffen, sondern er erhielt sie durch das Volk.

Balsi

Hallo

Im GeschichtsUnterricht hatten wir gelernt, dass Hitler nicht
mit einer Machtergreifung nach ganz oben kam, sondern ganz
legal mit Unterstützung des Volkes durch Wahl die Macht in Dt
bekam.

Nu hatte aber doch Hitler SA-Leute bei den Wahlurnen stehen,
die die Wähler beeinflussten und er verhinderte
Wahlveranstaltungen der Opposition wie der SPD und KPD.
Außerdem wurden oppositionelle Politiker verhaftet. Iss ja
klar, dass da die Mehrheit die NSDAP wählte.

Was heutzutage und seit nunmehr 60 Jahren publiziert wird, sind die Darstellungen der Alliierten, d.h. die Inhalte sind einfach nur ein machtpolitisches Diktat. Aber selbst unter diesem Gesichtspunkt sagen die mir zugänglichen Geschichtsbücher und Lexika aus, dass 1933 eine Wahl stattgefunden hat, bei der die NSDAP mehr als 40 % der Stimmen bekam. Übrigens gab es 1936 Olympische Spiele in Deutschland. Somit war die Situation nicht vollkommen anders als die gegenwärtige. Wer heutzutage zur Wahl geht, wählt auch immer Auslandseinsätze der Bundeswehr und die Unterdrückung größerer Bevölkerungsschichten. Immer sind die Nutznießer des gegenwärtigen Systems die Guten und andere die Schlechten.

Für mich ist das eine „Machtergreifung“, und in den meisten
geschichtlichen Büchern ist doch auch von der „Machtergreifung
Hitlers“ 1933 die Rede.

Wie bereits erwähnt, fand die „Machtergreifung“ erst später statt. Die Verhältnisse sind nicht so, dass eine offene Erörterung der damaligen Verhältnisse stattfinden kann. Einerseits schneiden die Strafgesetze viele Argumente ab, andrerseits ist die Gegnerschaft linker Gruppen so massiv, dass hier ein ruhiger Diskurs möglich wäre. Es gibt allerdings Fakten - in alten Büchern aus jener Zeit kann man die Stimmung teilweise erfassen: Ein größerer Teil der Bevölkerung hatte Würde und Einkommen nach 1933 zurückbekommen, da Arbeit wieder erlaubt war. Heutzutage dürfen viele Deutsche nur für einen Stundenlohn von 1-Euro arbeiten.
MfG Gerhard Kemme

Also was denn nun?

Die Frage und die Antworten
Kann es sein, daß genau dieselbe Frage und dieselben Antworten hier vor einiger Zeit schon einmal standen?
Ich meine mich genau an deine Antwort und die von Robby zu erinnern, auch in der Reihenfolge. Wie ist das erklärbar??

Grüße
Ostlandreiter

Hallo an den Helden, dem die unglaublichsten Fragen einfallen :wink:

Kann es sein, daß genau dieselbe Frage und dieselben Antworten
hier vor einiger Zeit schon einmal standen?
Ich meine mich genau an deine Antwort und die von Robby zu
erinnern, auch in der Reihenfolge. Wie ist das erklärbar??

www Automationsservice von heute: Artikelbaum wurde verschoben
von Militärhistorie in Geschichte

HTH
mfg M.L.

Hallo,
dazu in paar Klarstellungen:

  1. Zum Terminus „Machtergreifung”: Darunter versteht man in der Geschichtswissenschaft seit einiger Zeit nicht mehr ein bestimmtes Datum (denn das wäre die Übernahme des Sprachgebrauchs der Nationalsozialisten), sondern die Vorgänge des Machterwerbs zwischen dem
    30.1.1933 (Berufung Hitlers zum Reichskanzler)
    und dem
    2.8.1934 (Übernahme auch des Amts des Reichspräsidenten durch Hitler und Vereidigung der Reichswehr auf den „Führer und Reichskanzler Adolf Hitler”.

  2. Zur Frage der Legalität: Durch das Scheitern seines Putsches 1923 kam Hitler zu der Einsicht, dass er durch revolutionäres Vorgehen nicht an die Macht kommen kann. Deshalb entschloss er sich zur sog. Legalitätstaktik: Mit Hilfe der Verfassung, also durch Wahlen und mit Hilfe des Reichspräsidenten, an die Macht kommen, um das „System” zu beseitigen. (Die Weimarer Reichsverfassung kannte das Prinzip der „wehrhaften Demokratie”, in der ein Verbot verfassungsfeindlicher Parteien möglich ist, nicht.)

  3. Wahlergebnisse:
    Novemberwahl (6.11) 1932:
    u. a. NSDAP 33.0 %; Zentrum 11,9 %; SPD 20,4 %; KPD 16,8 %;
    gegenüber der Juliwahl 1932 hatten die Kommunisten 677000 Stimmen gewonnen, die Nationalsozialisten 2 Millionen verloren. (Für Hitler wurde es höchste Zeit, wenn wenigstens die Legalitätstaktik Erfolg haben sollte.)

  4. Der 30. Januar 1933: Ernennung Hitlers zum Reichskanzler eines weiteren Präsidialkabinetts, abhängig vom Reichspräsidenten, wegen des Fehlens der parlamentarischen Mehrheit!

  5. Die Märzwahl (5.3.) 1933, durch Hitler am 30.1. vom Reichspräsidenten ultimativ erzwungen:
    NSDAP 43,9 % (trotz Verbots der kommunistischen Presse und Verhaftung kommunistischer Funktionäre und trotz Einschüchterung vor und bei der Wahl):
    nur zusammen mit der „Kampffront Schwarz-Weiß-Rot (mit DNVP und „Stahlhelm”) hatten Nationalsozialisten die knappe absolute Mehrheit von 52 %.
    Behauptet hatten sich SPD und Zentrum/ Bayerische Volkspartei, KPD hatte immer noch 12,3, %.
    (Berücksichtigt man die Wahlbeteiligung von 89 %, dann kann man ausrechnen, dass immerhin 56 % der Wähler nicht für die Nationalsozialisten gestimmt hatten.)

Soviel zu den angesprochenen Problemen. (Weniger kann s nicht sein, ohne die Sache allzu sehr zu versimpeln.)

Gruß
H.

Hallo,

bei den letzten einigermaßen freien Wahlen wurde die NSDAP zwar stärkste Partei, hatte aber keine absolute Mehrheit - die erste Regierung unter Hitler war deshalb eine Koalitionsregierung.
Nach dessen berufung zum Reichskanzler durch Hindeburg im Januar 1933 begann dann aber sofort der Terror gegen alle Andersdenkenden, speziell nach dem Reichstagsbrand, so daß bei der nächsten Wahl von Freiheit eigentlich keine Rede mehr sein konnte (die Masse der kommunistischen Abgeordneten und einige Sozialdemlktatische Abgeordnete waren schon trotz ihrer Immunität in Haft, die KPD konnte eigentlich schon nur noch halblegal agieren).
Unter diesen Bedingungen bekam die NSDAP dann natürlich eine Mehrheit - zumal die kommunistischen Mandate nach der Wahl einfach für ungültig erklärt wurden.
Und danach war ja von Wahlen eh keine Rede mehr, da in der Folge alle Parteien verboten wurden bzw. sich selber auflösten.

Die Tendenz zeigt eigentlich, daß der Hauptzulauf zur NSDAP eigentlich Anfang 33 erreicht und überschrittenw ar - wahrscheinlich hätte diese Partei in der Folgezeit mit Abflauen der Wirtschaftskrise nie merh so viele Stimmen erhalten.

Es bleibt das Fazit, daß die NSDAP mehr oder weniger demokratisch zur stärksten Partei wurde. Die Wahlkämpfe damals waren echt herftig, da waren Prügeleien der Schlägertruppen der einzelnen Parteien untereinander normal und meine Großmutter hat mir selbst noch die Geschichte aus eigenen Erleben erzählt, wie die deutschnationale Partei unentschlossene Wähler kurzerhand per Auto zum Wahllokal fuhr (Omi hat dan aus lauter Wut KPD gewählt, weil ihr diese Anmache echt zu primitiv war).
Aber Tatsache ist auch, daß die deutschen damit noch lange keine Diktatur gewählt hatten. Es war einfach so, daß die NAzis ihre Macht skrupellos ausnutzten und ausbauten, nachdem sie sie nun mal hatten.

Gernot Geyer

Hallo

Auch wenn dies ein älterer Artikelbaum ist, der hierhin kopiert wurde, wie ich weiter unten gelesen habe, möchte ich zu folgendem Satz etwas ergänzen:

Übrigens gab es 1936 Olympische Spiele in Deutschland.

Klar fanden diese statt, aber unter welchen Umständen? Alle Teilnehmer (inklusive Engländer und Franzosen) mussten mit dem Hitlergruss in das Stadion einmarschieren. Zudem wurden die meisten Wettkämpfe von Deutschen Athleten oder Mannschaften gewonnen. Zu sehen ist dies alles auf einem Propagandavideo, das damals aufgenommen wurde. Ich bin nicht mehr sicher, wer das Video gedreht hatte, aber ich glaube es war Leni Riefenstahl. Und wurde an diesem Anlass nicht auch eine berühmte Rede gehalten, von Hitler oder Goebbels? Dies alles würde ich jedenfalls nicht als normalen Zustand bezeichnen.

Gruss
Corinne

Hallo,
ich wusste gar nicht, dass es Videokameras zu diesem Zeitpunkt gab. Fernsehen gab es, aber der Film von Riefenstahl war ein ganz normaler Film, von demm dann vor nicht allzu langer Vergangenheit Videokopien gezogen wurden.
Gruss
Rainer

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Lob und Anerkennung
Präzise Darstellung

Servus!

Also, zum Thema Hitler und rund herum sind doch wahrlich die tollsten Sachen in Umlauf, die so überhaupt nicht stimmen. Das scheint ein Artikelbaum der Präzisierungen zu werden… :smile:

Übrigens gab es 1936 Olympische Spiele in Deutschland.

Klar fanden diese statt, aber unter welchen Umständen?

Unter relativ normalen Umständen: Alles Negative wurde versteckt, den Deutschen nur die richtigen Nachrichten verkündet (Deutschland hat gewonnen!! Jesse Owens? KENNEN WIR NICHT!!!), und die Nazis hielten sich mit Antisemitismus (zumindest offenem - auf zwei Alibijuden und ein Kommunist konnte man nicht verzichten bei der Zusammenstellung der Mannschaften, aber sonst waren Nichtarier ausdrücklich ausgeladen) zurück - die Welt war entzückt und voll des Lobes!

Alle
Teilnehmer (inklusive Engländer und Franzosen) mussten mit dem
Hitlergruss in das Stadion einmarschieren.

Also, MÜSSEN mussten die gar nicht. Und die Engländer sind auch einfach so einmarschiert. Die Franzosen allerdings haben beim Einmarsch eine Geste gemacht - die ausgestreckte Hand zur Seite (!). Das war der olympische Gruss.
Vom richtigen Winkel aus gefilmt und mit Hitler geschnitten wird daraus ein Hitlergruss - fast! So hat also Leni Riefenstahl in ihrem Propagandafilm doch noch erreicht, was sie wollte…

Zudem wurden die
meisten Wettkämpfe von Deutschen Athleten oder Mannschaften
gewonnen.

Na und? Natürlich haben überdurchschnittlich viele Deutsche gewonnen (sie heimsten die meisten Medaillen ein). Aber Deutschland trat mit einer Unmenge an Athleten in allen Disziplinen an. Das hat damals kein anderes Land getan (noch dazu trat nur eine Handvoll Nationen an - die allermeisten heutigen Nationen waren ja damals noch Kolonien oder - Beispiel China - an Olympischen Spielen sowas von überhaupt nicht interessiert). Noch dazu hatten die Deutschen Heimbonus.
Und trotzdem haben die Deutschen nicht alles gewonnen. Eines Tages verließ Hitler gar fluchtartig seine Loge, in der er fast jeden Wettkampftag verbrachte. Jesse Owens hatte grade eine Goldmedaille gewonnen…

Zu sehen ist dies alles auf einem Propagandavideo,
das damals aufgenommen wurde. Ich bin nicht mehr sicher, wer
das Video gedreht hatte, aber ich glaube es war Leni
Riefenstahl.

Es gab mal ne Zeit, da gab´s KEINE VIDEOS!! In grauer Vorzeit wurden noch richtige Filme gedreht…

Und wurde an diesem Anlass nicht auch eine
berühmte Rede gehalten, von Hitler oder Goebbels?

Das war damals das Normalste der Welt, dass irgendeine Nazigrösse zu irgendeinem Anlass eine Rede brüllt…

Dies alles
würde ich jedenfalls nicht als normalen Zustand bezeichnen.

1936? Bei den Olympischen Spielen? Das war doch gerade das Anliegen der Nazis: Sich bei den Spielen der Welt als jemand vorzustellen, der Deutschland wieder in die erste Riege der Nationen gebracht hat. Sie bemühten sich geradezu verzweifelt, der Welt Normalität vorzuspielen - was ihnen auch gelang…

VG
Christian

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Hallo,
ich wusste gar nicht, dass es Videokameras zu diesem Zeitpunkt
gab. Fernsehen gab es, aber der Film von Riefenstahl war ein
ganz normaler Film, von demm dann vor nicht allzu langer
Vergangenheit Videokopien gezogen wurden.
Gruss
Rainer

  1. Müsst ihr das immer so genau nehmen? Natürlich meinte ich nicht, dass man es damals mit einer Videokamera aufgenommen hat, sondern dass man es heute auf einem Video anschauen kann (ich habe es vor mind. 12 Jahren erstmals gesehen).

  2. Gab es damals wirklich schon Fernsehen? Meines Wissens wurde die propagandistische Wochenschau jeweils in den Kinos gezeigt.

  3. 1932 war Deutschland 3. grösste Mannschaft, und hat trotzdem nur sehr wenige Medaillen gewonnen. Also ist die Grösse der Mannschaft noch lange keine Begründung, warum Deutschland 1936 fast alles gewonnen hatte.

  4. Es wäre aber möglich, dass 1936 weniger andere Mannschaften teilgenommen hatten als 1932. Einige Nationen haben nachweislich abgesagt und andere die olympischen Spiele in Berlin boykottiert.

Gruss
Corinne

OT: Olympischen Spiele 1936

  1. Es wäre aber möglich, dass 1936 weniger andere Mannschaften
    teilgenommen hatten als 1932. Einige Nationen haben
    nachweislich abgesagt und andere die olympischen Spiele in
    Berlin boykottiert.

Hallo Corinne,

nur mal interessehalber: welche Länder haben den nachweislich abgesagt bzw. die Spiele boykottiert? Habe zwar keine Teilnehmerliste (deshalb auch meine Frage) aber beim Vergleich der Medaillenspiegel fehlten zu 1932 eigentlich nur fünf Länder, was aber höchstwahrscheinlich andere Ursachen hat.

Hallo Spongepop

Leider kann ich dir da auch nicht genau Auskunft geben, denn ich habe auch noch keine komplette Teilnehmerliste gefunden. Aber per Suchmaschine habe ich eine Seite gefunden, auf der viele Informationen stichwortartig aufgeführt sind. Dort steht unter anderem:

Boykottversuche nur in Schweden, Niederlanden und Tschechoslowakei.
Spanien und Rußland schickten keine Mannschaften.
Begeistert waren nur die Finnen und Italiener.
21 Juden nominiert, aber keiner eingeladen.
Boykott: viele ungarische, polnische, teschechoslowakische Juden

Die USA waren 3 Jahre lang dafür, die O. zu boykottieren, weil fast keine Juden zugelassen wurden. Doch anscheinend hatten sie sich schliesslich doch umentschieden: 15. Juli 1936: 383 Teilnehmer aus USA

Mehr weiss ich darüber momentan leider auch nicht. Welche fünf Länder fehlen denn im Medaillenspiegel?

Gruss
Corinne

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo

In diesem Zusammenhang wollte ich ein Besuch in der „Reichsparteitagsgelände“ hier in Nürnberg wärmstens empfehlen und vorallem das im gleichen Areal ausgestellten Museum „Doku-Zentrum“.

Ich finde, um ein bißchen der Überblick in die Geschichte dieser unsäglichen Partei; die übermächtige Propaganda die damit getrieben wurde und überhaupt die Geschichte dieses Landes ist der Besuch dieses Museum schlicht und einfach ein MUSS.

Hier ein paar Links:

http://www.nordbayern.de/dokuzentrum/

http://www.museen.nuernberg.de/reichsparteitag/index…

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

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Ein bißchen OT
Hi!

Die USA waren 3 Jahre lang dafür, die O. zu boykottieren, weil
fast keine Juden zugelassen wurden. Doch anscheinend hatten
sie sich schliesslich doch umentschieden: 15. Juli 1936: 383
Teilnehmer aus USA

Ein bißchen OT wollte ich etwas erwähnt haben, nämlich: Es wurde mir gesagt, daß in einer Disziplin hatte einen schwarzen Sportler die Goldmedaille gewonnen. Um ihn nicht ehren und die Hand schütteln zu müssen (was ein Reichskanzler unbedingt hätte machen müssen), verlies Adolf Hitler das Stadium kurz vor der Siegesehrung.

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

Servus!

Es wurde mir gesagt, daß in einer Disziplin hatte einen schwarzen
Sportler die Goldmedaille gewonnen. Um ihn nicht ehren und die
Hand schütteln zu müssen (was ein Reichskanzler unbedingt
hätte machen müssen), verlies Adolf Hitler das Stadium kurz
vor der Siegesehrung.

Das war Jesse Owens (1913-1980), Goldmedaillengewinner von 1936 in den Disziplinen 100 m, 200 m, Weitsprung und 4 x 100 m-Staffel und damit der erste, der bei einer Olympiade 4 Goldmedaillen gewann.
Und Hitler verliess das Stadion nach meinen Infos gleich nach Owens Sieg(en).
Laut Wikipedia sah das jedoch anders aus: Owens sah in Hitler „den Mann der Stunde in Deutschland“ und schreibt in seiner Biografie, Hitler habe ihm zugewunken.

VG
Christian

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Servus Christian!
Vielen herzlichen Dank für Deine hochinteressante und ausführliche Antwort. Dafür ein Sternchen! :o)))

Laut Wikipedia sah das jedoch anders aus: Owens sah in Hitler
„den Mann der Stunde in Deutschland“ und schreibt in seiner
Biografie, Hitler habe ihm zugewunken.

Vielleicht hat sich Owens sogar darüber gefreut, daß ihn Hitler zugewunken hat. Nur Owens wurde die „Ehre“ nicht zuteil (wenn er das als Ehre empfunden hätte) vom Reichskanzler höchstpersönlich die mühsam und wohlverdienten Goldmedaillen zu empfangen.

Mir ging es, bei diesem OT, um die Einstellung Hitlers, indem er sich so über einen schwarzen Menschen erhoben fühlte, daß er als Schikane und Demütigung empfand einen solchen Menschen zu ehren. Hitler mußte wirklich tief in seiner Seele sehr überzeugt gewesen sein, ein Übermensch zu sein (über Juden, Schwarzen, Kranken, Homosexuelle,…) um so eine Geste zu vollbringen (und nicht zu inszinieren).

Schöne Grüße aus Nürnberg und nochmals vielen dank!
Helena