Hitlererlass: Altdeutsche Schrift

Hallo, zusammen, frohe Weihnachten (nachträglich ;o) )

Wo/unter welchen Stichwörtern (nur Internet) finde ich etwas zu diesem Erlass (1942?), in dem verordnet wurde, dass keine Altdeutsche Schrift mehr verwendet werden darf/soll?
Und weiß jemand vielleicht, wie sich das auf das alltägliche Leben, speziell das der Soldaten ausgewirkt hat; ham die dann von heute auf morgen so geschrieben?

danke schon mal!!
servus

Servus,

hier ein Ausschnitt aus einem Forum von Spezis in dieser Sache.

http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=3101&sid…

Die Suche fällt leichter, wenn man statt „altdeutsche Schrift“ den richtigen Begriff „Fraktur“ verwendet. Die Normalschrift ist keine Erfindung von 1941 - sie wurde schon vorher u.a. in den Schreibstuben verwendet. Es geht hier bloß drum, dass so gedruckt werden sollte, wie ohnehin schon geschrieben wurde.

Als Kurrentschrift wurde weiterhin Sütterlin (eine reformierte deutsche Kurrentschrift) verwendet.

Die „Deutsche Normalschrift“ ist fast gleich mit der, die wir in der Schule als „Druckschrift“ gelernt haben.

Schöne Grüße

MM

danke, hat mit sehr geholfen!! owt

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Servus,

wegen der Frage, wie sich der Erlass auf die alltägliche Verwaltungs- und Schreibstubenpraxis ausgewirkt hat, hier ein paar ziemlich grausige Schriftproben aus der Zeit 1935 - 1943 im Zusammenhang mit der „Aktion T4“, innerhalb derer Patienten aus psychiatrischen Krankenhäusern systematisch ermordet wurden - das Personal aus der Vernichtungsanstalt Grafeneck wurde anschließend als Gaskammerspezialisten in Auschwitz-Birkenau eingesetzt, der in Württemberg verantwortliche Dr. Stähle ist meines Wissens dem verdienten Galgen entgangen - nicht gedacht soll seiner werden!

http://www.directupload.net/images/061228/JJsaWnza.jpg

http://www.directupload.net/images/061228/lBDyzNoV.jpg

http://www.directupload.net/images/061228/DtJX9tR2.jpg

http://www.directupload.net/images/061228/dxtLRhu8.jpg

http://www.directupload.net/images/061228/nN5R8nDP.jpg

http://www.directupload.net/images/061228/s4EYPR56.jpg

Das letzte Dokument ist von 1943, der Briefkopf bereits in Normalschrift.

Falls Dich die Dokumente näher interessieren, kann ich sie Dir gern auch als .jpg per Elektropost übermitteln.

Schöne Grüße

MM

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Da weiss ich was aus dem alltäglichen Leben.
Meine Tante bewarb sich kurz nach diesem Erlaß um eine Anstellung
in einem Büro und wurde gefragt, ob sie die ‚lateinische‘ Schrift beherrsche. Um die Stelle zu bekommen bejahte sie, eilte nach Hause und lernte von mir (damals 2.Klasse) innerhalb von 24 Stunden ‚lateinisch‘ zu schreiben. Mit weiteren ‚Übungsstunden‘ in den drauffolgenden Tagen.

Auch meine Mutter hatte schon mit mir reihenweise A,b,c, geschrieben.

Übrigens waren unsere Fibeln in der ersten Klasse von den Schülerinnen der 5.Klasse meiner Mädchenschule selbstgemacht. Ich wünschte ich hätte meine aufgehoben, die war sooo schön.

Gruß
Karen

ZUr Frage der Alltäglichen Auswirkungen kannst du auch mal im Archiv meine Artikel zum Stichwort Namensänderung ausgraben, ich bin nämlich Opfer eines Schreibfehlers geworden, der anlässlich der Geburt meines Vaters 1941 (in dem Jahr wars) passierte. Da wurde aus dem alten hs ein ß. Und erst 2003 konnte ich es wieder umändern lassen, da ich mein bisheriges Leben immer unter falschen Namen führte (zB. Schulzeugnisse bis zum akad. Titel!). Bei meinem Vater ging es erst im nachhinein zum selben Zeitpunkt, da bei ihm zuvor nur Personenurkuden zu Rate gezogen wurden, und da stands ja falsch drin.
Aber frag mich nicht, weshalb ein deutscher Beamter von einem Tag zum anderen die alte Schrift nicht mehr richtig lesen konnte. Das ß gabs in Sütterlin, Fraktur und Kurrent auch und das sah eigentlich dem „langes h und Kringel s“ nicht besonders ähnlich.
Schöne Grüße
Susanne