Hitlerjugend in der Klasse'denn er ist unser Gott'

In einem amerik. Propagandavideo wird genau ausgesagt und als Beweis ein Video gezeigt, was mich erschrak, in dem Kinder in ihren Klassenräumen ein Lied singen
„Für den Führer bis zum Tod“…
„Denn er ist unser Gott“.
Dieses Lied soll angeblich „jeden morgen in allen deutschen Klassenräumen“ gesungen worden sein.
Hitler selbst, dass geht aus allen seinen Reden, Tischgesprächen möchte ich behaupten hervor, hätte die Bezeichnung für sich selbst Gott zu sein, als blanke Blasphemie abgelehnt.

Außerdem wusste er ganz genau, welche Themen vor dem dt. Volke nicht angeschnitten oder gar ganz Tabu waren. Dazu gehörte vor allen Dingen die Frage der Kirche.

Es ist sowieso schon wirklich schwer genug an tiefergehende Informationen, insbesondere Statistiken (vom „Statistischen Reichsamt“) was mich ja persönlich am meisten ärgert, über das Dritte Reich und unendlich viel mehr zu kommen.

Frage:
Aber die von den Amerikanern gezeigte „Geschichte mit dem Gotteslied vom Führer in den Klassenräumen“ ist dann ja ein öffentl. Ereignis gewesen, die von den gesamten Generationen damals miterlebt worden sein müsste. Folglich müsste gerade diese „Anmaßung“ uns heute bekannt sein. Selbst ausgehend von der langen Klischeeliste über den NS ist niemals eine Gottverehrung für Hitler vom dt. Volke ausgegangen.
Weiß jemand genaueres über dieses alltäglich morgens im Unterricht gesungene Lied?

Screenshot vom Video: http://img128.imageshack.us/my.php?image=unbenannt2x…

Hallo,

man müsste natürlich jetzt das ganze Video sehen. Aber wie Du bereits erwähnst, es ist ein Propagandavideo. Und ein Propagandavideo erhebt nicht unbedingt den Anspruch wahr zu sein sondern Stimmungen zu machen. Auf dem Screenshot fallen mir allerdings schon ein paar Details auf. Es ist eine Mädchenklasse in Uniformen. Nun gab es zwar dem BdM, aber die erscheinen mir dafür etwas zu jung zu sein. Und wenn die „Schuluniform“ doch sehr den damaligen Pfadfinderinnen der USA ähnelt, wenn die Fahne im Hintergrund zufällig genauso gefaltet ist, wie die US-Flagge in Büro eines jeden amerikanischen Amtsträgers (statt seitlich ausgestellt) und die Kinder Einzeltische statt der in deutschen Schulen ja immer schon üblichen Doppeltische haben, dann könnte man auf den Verdacht kommen, es sei zu Propagandazwecken gestellt.

Gruß
Peter B.

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In einem amerik. Propagandavideo wird genau ausgesagt und als
Beweis ein Video gezeigt, was mich erschrak, in dem Kinder in
ihren Klassenräumen ein Lied singen

Richtig, es handelt sich hierbei um einen amerikanischen Propagandafilm aus der Seria „Why we fight“, von 1943 und zwar um den ersten Teil dieser Serie mit dem Namen „Prelude to war“ von Frank Capra. Hierfür wurden mitunter deutsche Wochenschauen, Filme von Lenie Riefenstahl und amerikanische Propagandaproduktionen zusammengeschnitten.

„Für den Führer bis zum Tod“…
„Denn er ist unser Gott“.
Dieses Lied soll angeblich „jeden morgen in allen deutschen
Klassenräumen“ gesungen worden sein.

Nein, aber in dem Film steht „Für Hitler leben wir und für ihn sterben gerne wir. Für den Führer bis zum Tod, denn er ist unser Gott“ auf einer Schultafel.

Das einzige Lied, was nach der Verknüpfung der Schulen mit der Hitlerjugend regelmäßig - je nach Lehrer und Schule - auch im Unterricht gesungen wurde war „Vorwärts, vorwärts“, von Baldur von Schirach:

"Vorwärts! Vorwärts!
Schmettern die hellen Fanfaren,
Vorwärts! Vorwärts!
Jugend kennt keine Gefahren.
Deutschland, du wirst leuchtend stehn
Mögen wir auch untergehn.
Vorwärts! Vorwärts!
Schmettern die hellen Fanfaren,
Vorwärts! Vorwärts!
Jugend kennt keine Gefahren.
Ist das Ziel auch noch so hoch,
Jugend zwingt es doch.

Refrain:
Uns’re Fahne flattert uns voran.
In die Zukunft ziehen wir Mann für Mann
Wir marschieren für Hitler
Durch Nacht und durch Not
Mit der Fahne der Jugend
Für Freiheit und Brot.
Uns’re Fahne flattert uns voran,
Uns’re Fahne ist die neue Zeit.
Und die Fahne führt uns in die Ewigkeit!
Ja die Fahne ist mehr als der Tod!

Jugend! Jugend!
Wir sind der Zukunft Soldaten.
Jugend! Jugend!
Träger der kommenden Taten.
Ja, durch unsre Fäuste fällt
Wer sich uns entgegenstellt
Jugend! Jugend!
Wir sind der Zukunft Soldaten.
Jugend! Jugend!
Träger der kommenden Taten.
Führer, wir gehören dir,
Wir Kameraden, dir!

Refrain:
Uns’re Fahne flattert uns voran.
In die Zukunft ziehen wir Mann für Mann
Wir marschieren für Hitler
Durch Nacht und durch Not
Mit der Fahne der Jugend
Für Freiheit und Brot.
Uns’re Fahne flattert uns voran,
Uns’re Fahne ist die neue Zeit.
Und die Fahne führt uns in die Ewigkeit!
Ja die Fahne ist mehr als der Tod!"

Frage:
Aber die von den Amerikanern gezeigte „Geschichte mit dem
Gotteslied vom Führer in den Klassenräumen“ ist dann ja ein
öffentl. Ereignis gewesen, die von den gesamten Generationen
damals miterlebt worden sein müsste. Folglich müsste gerade
diese „Anmaßung“ uns heute bekannt sein. Selbst ausgehend von
der langen Klischeeliste über den NS ist niemals eine
Gottverehrung für Hitler vom dt. Volke ausgegangen.
Weiß jemand genaueres über dieses alltäglich morgens im
Unterricht gesungene Lied?

In diesem Fall bist du nach über 60 Jahren einem der qualitativ hochwertigsten Propagandafilme aufgesessen, der im zweiten Weltkrieg produziert wurde.
Ein solches Lied gab es nicht. Die „Gottverehrung“ gab es zwar durchaus, aber in diesem Sinne nicht durch die deutsche Propaganda (die auf der „ein Volk - ein Führer“ - Linie arbeitete), sondern durch überzeugte Hitleranhänger.

Gruß Andreas

Und wenn die „Schuluniform“ doch sehr den damaligen Pfadfinderinnen der :USA ähnelt, wenn die Fahne im Hintergrund zufällig genauso
gefaltet ist, wie die US-Flagge in Büro eines jeden
amerikanischen Amtsträgers (statt seitlich ausgestellt) und
die Kinder Einzeltische statt der in deutschen Schulen ja
immer schon üblichen Doppeltische haben, dann könnte man auf
den Verdacht kommen, es sei zu Propagandazwecken gestellt.

…ist es.

Gruß Andreas

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Hallo,

zu dem angeblichen Lied usw. wurde schon was gesagt.
Aber ein Wort zur Gottesverehrung:
Sieh dir mal einen gutgemachten Film an: „Triumph des Willens“, über den Reichsparteitag 1934 in Nürnberg, von Leni Riefenstahl.
Und davon etwa die ersten fünf Minuten.
Zuerst sitzt man im total dunklen Saal mit Wagners Ritt der Walküren, dann kommen Bilder von Wolkenbergen (von oben oder mittendrin) und noch mehr Wolken, dazu immer die aufpeitschende Wagner-Melodie. Dann landet das Flugzeug, und ein Gott entsteigt dem Flugzeug, kam vom Himmel auf die Erde: Adolf Hitler.
Ich glaube nicht, dass er das als Blasphemie empfunden hat, sondern als seine Bestimmung.

Gruß
Elke