Hi;
die Frage ist halt doch immer, woran man sowas messen will.
Hitler wird gerne als guter Rhetoriker bezeichnet und fuer die
Zeit in der er „aktiv“ war, war er das wohl auch. Beweis:
Millionen Menschen sind ihm willig hinterhergelaufen.
Hm, ich glaube dieses Phänomen darf man nicht der unbestritten vorhandenen Redekunst allein zusprechen. Wer Parolen anbringt, die den Nerv der durch Wirtschaftsrezession, Arbeitslosigkeit, den politischen Folgen des WK I und der Ohnmacht der Weimarer Regierung gebeutelten kleinen Leute auf das Genaueste trifft, wird immer Scharen von Befürwortern nach sich ziehen.
Deshalb sollten sich die heutigen Politiker Gedanken machen, diese teilweise auch heute wieder ankeimenden Probleme in den Griff zu bekommen. Glücklicherweise sind die extremen Kräfte (gleich welcher Coleur ) heutzutage noch nicht so einig und so stark, als dass sie etwa reelle Chancen hätten, auf parlamentarischer Ebene in die Geschicke unserer Länder ( ich meine damit Deutschland und Österreich ) wesentlich eingreifen können. Ich sollte das Wort „noch“ einfügen, aber da sei ehrlich gesagt Gott vor. ( Sorry, wenn das am Thema vorbeigeht ! - doch: Ein so redegewandter Mann mit einer Partei im Rücken und einem [Pseudo]Programm könnte durchaus auch heute eine ähnliche Wirkung erzielen, wenn er schichtenübergreifende Politik betreibt/vertritt )
Ob das mit einer anderen Form, anderen Inhalten, oder in einer
andreren Zeit (z. B. heute noch) so funktioniert
haette/funktionieren wuerde, ist ja wieder was ganz anderes.
Ich sehe nicht unbedingt eine „stete“, also immer gegebene,
Einheit von Form und Inhalt. Und ich verstehe auch deine These
nicht ganz… Ist „Form“ plus „Inhalt“ gleich
„Sprachvermoegen“?
Natürlich ist es das ! Oder sagen wir besser: das Zusammenspiel von beidem erzeugt erst den Effekt beim Zuhörer. Ein Rudolf Scharping, der den gleichen Wortlaut vorträgt wie etwa ein Franz Joseph Strauß oder ein Adolf Hitler oder ein Gregor Gysi , wird eine ganz andere Wirkung erzielen als die drei anderen genannten! Jeder hat(te) seine ganz spezielle Art, sich den Zuhörern zu vermitteln. Ich hab mal gehört, dass ein Adressat einer Botschaft zu einem Großteil die Gestik ( unbewusst ) aufnimmt, zu einem kleineren Teil die Stimmlage u.dgl. und nur zum kleinsten Teil den wörtlichen Inhalt der Rede.
Gruss HM
Gruesse
Tom
Ich kenne keine Publikation ueber Hitlers Sprachvermoegen in
Rede und Schrift. Sprachliche Quellentexte besitze ich nicht,
sie
sind auch schwer zu bekommen.
Wenn es denn stimmt, dass Inhalt und Form der Sprache stets
eine Einheit bilden, muesste sich Hitlers Spachvermoegen auf
niedrigem Niveau bewegen.
Stimmt die These?
Wer hilft mir weiter?
Klaus