HIV-Test

Hallo Leute,

meine Cousine hat mir jetzt erzählt, dass sie für 1 Jahr kein Blut mehr spenden darf, da bei einem Bluttest ihr HIV-Wert ausgeschlagen ist (oder so ähnlich hat sie es formuliert).

Beim 2. Test wurde nichts gefunden.

Nun habe ich Fragen:

  1. Wie kann das passieren? Könnte da doch was sein?

  2. Ihr Mann ist ihr erster und einziger Sexualpartner, mit dem sie jetzt ein Kind hat. Er ist Soldat und wird dort regelmäßig getestet. Wie könnte sie an sowas kommen?

  3. Ist das Kind auch betroffen bzw. könnte es auch betroffen sein, wenn da was sein sollte?

  4. Ist es richtig, dass viele Menschen mit dem Virus leben und zwar gut, weil AIDS bei ihnen nicht ausbricht?

  5. Wieso darf sie für 1 Jahr nicht spenden, was genau soll das bringen? Wieso darf sie denn danach wieder?

Hoffe, ihr könnt mir helfen. Die Sache beschäftigt mich ganz schön.

Danke im Voraus und LG, Bomba

  1. Wie kann das passieren? Könnte da doch was sein?

Soweit ich weiss gibt es verschiedene Testverfahren, die teilweise auch ein positives Ergebnis geben können, wenn die Person trotzdem NICHT HIV-positiv ist. Bevor ich dir da aber irgendwas von einer Wiki-Seite o.ä. zitiere, warte ich da lieber auf Kommentare von Wissenderen oder verweise dich auf eine der vielen AIDS/HIV Hilfeseiten im Internet - einfach mal googeln.
Ohne das Wissen, welcher Test es war, weiss ich da nix zu…

  1. Ihr Mann ist ihr erster und einziger Sexualpartner, mit dem
    sie jetzt ein Kind hat. Er ist Soldat und wird dort regelmäßig
    getestet. Wie könnte sie an sowas kommen?

Zum Beispiel durch Wunden - erste Hilfe bei einem Menschen mit dem HI-Virus leisten und dabei keine Handschuhe tragen, aber eine Wunde an der Hand haben, zB… Offiziell können auch Blutspenden eine Gefahr sein, seit die aber routinemässig geprüft werden, ist die Gefahr da soweit ich weiss *sehr* gering.
(Mal laut dir „abwegige“ Dinge wie Drogen, Sex etc beiseite gelassen.)

  1. Ist das Kind auch betroffen bzw. könnte es auch betroffen
    sein, wenn da was sein sollte?

*Wenn* sie schon mit dem Virus bei der Schwangerschaft/Geburt infiziert war könnte es sein, ja, ebenso rein theoretisch bei den oben genannten Wunden o.ä.
Trotzdem ist das zusammenleben mit einem HIV-Infizierten grundsätzlich nicht übergefährlich - normale Hygiene in der Wohnung reicht voll und ganz aus, wenn man eben auf ein paar Punkte nebenher achtet. (Blut, Kondome etc.)

  1. Ist es richtig, dass viele Menschen mit dem Virus leben und
    zwar gut, weil AIDS bei ihnen nicht ausbricht?

Es kann die Latenzzeit bei Infizierten Jahre dauern, in der Zeit gibt es primär psychische Probleme, aber körperlich kann man weiter topfit sein.

So… soviel erst mal als erste-hilfe-Infos. Mach dir nicht zu viele Sorgen, ich drück dir ganz dolle die Daumen, dass es wirklich ein falscher Alarm war und danach sieht es ja auch aus. Der Spuk ist ganz sicher bald vorbei *daumendrückt*

Hallo Bomba
Soweit ich es in verschiedenen Medien lesen konnte, sind Resistenzen gegen AIDS bzw. HIV extrem selten.
Oder in anderen Worten, in einem Jahr weiß man es genau, ganz gleich, ob der Test funktioniert oder nicht.
Frage an Andere: Lieg ich da richtig?
Mfg
Matthias

Hallo!

So auf die Schnelle kann ich Dir nur zu Frage 1 und 5 etwas sagen:

  1. Wie kann das passieren? Könnte da doch was sein?

1a) HIV-Tests sollen sehr empfindlich sein und möglichst wenige falsch-negative (negativ getestet obwohl infiziert) Ergebnisse liefern. Leider führt das dazu, dass ettliche falsch-positive Ergebnisse (positiv getestet aber NICHT infiziert) auftreten. Mein letzter Stand war, dass statistisch gesehen von 10 positiv getesteten nur einer wirklich infiziert ist. (Hierbei wir vorausgesetzt, dass die getesteten Personen nicht zu einer Risikogruppe gehören.)

1b) Ja, prinzipiell könnte sie dennoch infiziert sein: Nach der Infektion gibt es ein Zeitfenster, in dem die üblichen Tests nicht ansprechen. Wenn ich mich richtig erinnere, liegt das so zwischen etwa einigen Tagen und dem 3 Monat nach der Infektion. Ein weiterer - dann hoffentlich negativer - Test in etwa drei Monaten sollte Klarheit schaffen.

  1. Ich nehem an, das hängt mit meiner Erklärung unter 1b) zusammen. Vermutlich soll nach einem Jahr (Meiner Meinung nach eine unnötig lange Wartezeit.) nochmal ein Test gemacht werden.

Übrigens bin ich kein Mediziner! Insofern sind meine Aussagen als Halbwissen zu verstehen und mit Vorsciht zu genießen. Ich hoffe, ein echter Experte korrigiert eventuelle Fehler in meinem Posting.!

Alles Gute
wünscht die Nebelkrähe

Falsch-Positiv

Beim 2. Test wurde nichts gefunden.

Deshalb macht man den auch.

  1. Wie kann das passieren? Könnte da doch was sein?

Unwahrscheinlich, da keine Risikogruppe. Aber Test sind dafür ausgelegt (wie die beiden andern schon geschrieben haben), vorhandenes HIV anzuzeigen. Und dabei wird oft falscher Alarm geschlagen.

  1. Wieso darf sie für 1 Jahr nicht spenden, was genau soll das
    bringen? Wieso darf sie denn danach wieder?

Ich denke, das ist nur:

  1. eine Vorsichtsmaßnahme
  2. eine Wartezeit, falls andere organische Veränderungen den Test verfälscht haben.

Gruß

Stefan

  1. Wie kann das passieren? Könnte da doch was sein?

Wie Nebelkrähe schon sagte, sehr wahrscheinlich eine falsch positive Reaktion im „Screeningtest“ der Blutbank und eine negative Reaktion im 2. Test, dem Bestätigungstest. Der Bestätigungstest ist die aufwändige Referenzmethode, die für medizinische Entscheidungen ausschließlich zählt. Eine Blutbank darf aber keinesfalls Blut von einer Person verwenden, die in einem Screeningtest positiv getestet wurde. Das ist einfach nicht zulässig, egal ob der Befund richtig oder falsch war. Daher die einjährige Sperre.
Also in einigen Wochen nachtesten, möglichst mit dem Screeningtest eines anderen Herstellers. Bei positivem Ergebnis unbedingt den Bestätigungstest machen lassen („Western Blot“).
Udo Becker

Danke
Huhu,

also so wie ihr schreibt, scheint es normal zu sein bzw. kann vorkommen, dass eine Falschmeldung zustande kommt.

Dann gehe ich jetzt davon aus, dass es nichts schlimmes ist.

Das beruhigt mich nun doch sehr, vor allem wegen dem Kleinen. Das wäre ja schrecklich.

Wenn nun aber doch mal was bei raus kommen sollte, wird meine Cousine dann benachrichtigt? Oder muss sie sich einfach nochmal testen lassen, wenn sie dann wieder darf?

Warum wird eigentlich nicht bei den Schwangerschaftsuntersuchungen auf HIV hin getestet? Meine Mum meinte nämlich, dem wäre nicht so.

LG, Bomba

Huhu!

Warum wird eigentlich nicht bei den
Schwangerschaftsuntersuchungen auf HIV hin getestet? Meine Mum
meinte nämlich, dem wäre nicht so.

Bei meiner ersten Schwangerschaft, 2005, wurde ich nicht getestet, es hat auch keiner danach gefragt.
Bei der jetzigen wurde getestet, ohne mich zu fragen, aber ich hab am Tag der Blutentnahme einen Zettel mit nach Hause bekommen, auf dem ich unter anderem meine Zustimmung zu so einem Test geben konnte *g*

Bisher habe ich allerdings immer gelesen, dass der Test in jeder Schwangerschaft gemacht wird, ausser die Mutter möchte es nicht.

Liebe Grüsse
Bine :smile:

Also so wie ihr schreibt, scheint es normal zu sein bzw. kann
vorkommen, dass eine Falschmeldung zustande kommt.

Die Screeningtests sind so empfindlich eingestellt, dass man möglichst keine positive Reaktion übersieht. Damit handelt man sich aber auch falsch positive Reaktionen ein, etwa 10 falsche auf eine echt positive. Das ist die Philosophie einer Blutbank: lieber 10 mal Fehlalarm- Proben ausschließen als eine echte übersehen und für eine Transfusion verwenden.

Wenn nun aber doch mal was bei raus kommen sollte, wird meine
Cousine dann benachrichtigt? Oder muss sie sich einfach
nochmal testen lassen, wenn sie dann wieder darf?

Es ist nicht Aufgabe der Blutbank, den Fall zu verfolgen. Wenn die Spenderin sich nach der Sperre wieder meldet, wird sowieso wieder getestet.

Warum wird eigentlich nicht bei den
Schwangerschaftsuntersuchungen auf HIV hin getestet? Meine Mum
meinte nämlich, dem wäre nicht so.

Erstens testet man dann bei achthundert Schwangerschaften negativ, also erzeugt nur Kosten, bei weiteren 10 davon muß man mit einem falschen Alarm rechnen und wenn dann von 800 oder tausend Schwangerschaften wirklich eine echt positive dabei ist, ist die Konsequenz auch nicht zwingend: Abtreibung ? Wenn nicht, normale Geburt, wobei die Vorsichtsmaßnahmen für das Klinikpersonal bei jeder Geburt ohnehin so sind, als wäre das Blut der Schwangeren infektiös. Es gibt ja noch andere und kritischere Infektionsmöglichkeiten durch Blut, z.B. Hepatitis. Bei zu erwartender Komplikation bei der Geburt oder bei bekannten Risikogruppen wird man natürlich auf HIV testen.
Udo Becker