Hallo,
habe gerade in einer software-Firma nen Hiwi-Job ergattert. Dort werde ich als freier Mitarbierter im Marketing arbeitn, was neben Konzepterstellung und Recherche auch Telefonmarketing umfaßt. Als Lohn habe ich 10 € plus Mwst. Nun meine Frage:
ist das ein realistischer Lohn? wieviel kann man sonst in einer solchen Konstellation ansetzen?
Was muss ich als freier Mitarbeiter bei der Rechnungsstellung beachten??
habe gerade in einer software-Firma nen Hiwi-Job ergattert.
Dort werde ich als freier Mitarbierter im Marketing arbeitn,
was neben Konzepterstellung und Recherche auch
Telefonmarketing umfaßt. Als Lohn habe ich 10 € plus Mwst. Nun
meine Frage:
ist das ein realistischer Lohn? wieviel kann man sonst in
einer solchen Konstellation ansetzen?
Was muss ich als freier Mitarbeiter bei der
Rechnungsstellung beachten??
Hallo Jörg,
nach Deiner Schilderung habe ich den Eindruck, daß alle Beteiligten nicht wissen, was sie tun.
Das Ganze riecht sehr nach Scheinselbständigkeit. Die 16% Umsatzsteuer kannst Du gleich vergessen, weil Du sie ans Finanzamt abführen mußt. Außerdem wirst Du mit den vollen Sozialabgaben belastet, denn Du mußt Deine KV und RV ohne Zuschuß des Arbeitgebers selbst bezahlen und fällst zudem aus der Arbeitslosenversicherung heraus. Auch bei der Berufsgenossenschaft (oder einer privaten Versicherung) mußt Du Dich selbst versichern oder auf eine Unfallversicherung während der Arbeit und auf dem Weg zur Arbeit verzichten. Du brauchst eine Haftpflichtversicherung oder einen Vertrag mit dem Arbeitgeber, daß Du für keine angerichteten Schäden aufkommst. Außerdem mußt Du selbst dafür Sorge tragen, daß Deine Einkommensteuer abgeführt wird. Du brauchst eine eigene Buchhaltung (kann sehr einfach gehalten werden, ist aber zwingend). Ach ja, einen Gewerbeschein brauchst Du natürlich auch. Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall hast Du nicht und bezahlten Urlaub gibts auch nicht.
Am Ende werden Dir keine 5 € pro Stunde bleiben. Wenn Du den Aufwand neben der Arbeit berücksichtigst von der Rechnungstellung, über die Buchhaltung bis zum Kümmern um die erforderlichen Versicherungen, kann man von einem Stundenlohn überhaupt nicht mehr reden. Dazu kommt vorhersehbar Ärger für die Beteiligten, wenn die Scheinselbständigkeit auffliegt.
Unter 20 € pro Stunde darf man an Arbeit auf eigene Rechnung überhaupt nicht denken. Wenn das reichen soll, darf man auch nicht nur für einen Auftraggeber tätig sein.
Von „Ergattern“ eines Jobs kann keine Rede sein. Ich würde eher sagen, Du bist „geshanghait“ worden. Zum Geldverdienen auch nur bescheidener Beträge ist die Konstellation ungeeignet. Die Sache ginge in Ordnung, wenn Dich der AG für 10 € pro Stunde fest oder befristet einstellt. Oder wenn Du eine selbständige Dienstleistung aufziehst, dann aber mindestens den doppelten Betrag durchsetzt.
Hallo,
die derzeitigen Marktpreise liegen fuer „angestellte“ Hiwis zwischen 10-18 Euro,
fuer „Freelancer“ sind je nach Qualifikation 30-80 Euro anzusetzen.
20 Euro sind Dumpingpreise und liegen weit unter dem Existenzminimum.
Scharf kalkuliert mit geringen Lebenshaltungskosten (nur noch moeglich in neuen Bundeslaendern) und ohne Ansprueche kann man mit 30 Euro Stundensatz gerade so hinkommen.
Gruss, Ina
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als freier Mitarbeiter musst du nicht immer USt in der Rechnung ausweisen, bis zu einer bestimmten Grenze fällt man unter den Begriff „Kleinunternehmer“(früher warn’s mal 35.000 DM im vergangenen und 100.000 DM im laufenden Geschäftsjahr §19 UStG). Du musst zwar dann eine Einnahmen-Überschussrechnung nach §4 (3) Einkommensteuergesetz machen (simple Aufstellung was du bekommen hast, und welche Ausgaben du hattest) und eine Umsatzsteuererklärung abgeben. In der USt-Erklärung wird dann darauf verwiesen, dass du als Kleinunternehmer von der USt befreit werden möchtest und gibst 0 € Umsatzsteuer an.
Von daher ist das alles in allem relativ unkompliziert. Die Abgrenzung zur Scheinselbständigkeit ist übrigens in wie weit du weisungsgebunden bist.
Schöne Grüße
Lisa
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