Hallo…
Vorwort:
Dies soll kein Jammerbeitrag werden, sondern eigentlich nur Mittel zum Zweck um mir ein wenig was aus den Fingern zu schreiben was mich beschäftigt. Ihr kennt meine Vorgeschichte nicht, daher werde ich ein wenig ausholen müssen… Falls ihr irgendwas dazu zu sagen habt, sei euch versichert, dass ich mir eure Beiträge sicherlich durchlesen werde. Danke für eure Aufmerksamkeit.
Als ich 19 war habe ich geheiratet und angefangen als Softwareentwickler in einer Festanstellung zu arbeiten. Soweit ging es uns auch in jeder Hinsicht eigentlich ganz hervorragend. Meine Frau und ich entschieden uns dann Nachwuchs zu bekommen – die Schwangerschaft endete in der 17ten Woche.
Ein Jahr später trennte sich meine Frau von mir, heute befinde ich mich mitten in der Scheidung. Welche zum Glück sehr human abläuft. Wir sind uns in allen Punkten einig und eigentlich warten wir nur noch auf den Gerichtstermin.
Nachdem die Fehlgeburt erfolgte wurde ich schwer depressiv und begab mich auch in psychotherapeutische Behandlung. Es folgte ein Klinikaufenthalt. Als mein Arbeitgeber davon erfuhr, kam die Kündigung meiner Arbeitsstelle als Softwareentwickler. Ich ging natürlich gleich damit zum Rechtsanwalt und erwirkte einen Vergleich. Seit dem Klinikaufenthalt bin ich krankgeschrieben.
Da ich nun aus dem Krankengeld ausgesteuert werde, brauchte ich natürlich noch Unterlagen meines ehemaligen Arbeitgebers um Arbeitslosengeld beim Arbeitsamt als Übergang zu beantragen, bis die BfA über meine beantragte Rehabilitationsmaßnahme entschieden hat. Also fuhr ich in die Firma und begegnete meinem ehemaligem Chef. Das Arbeitszeugnis steht übrigens auch noch aus. Ich übergab ihm den Wisch vom Arbeitsamt, mit der Bitte, dass er ihn doch ausfüllen möge und bat ihn darum mir mal das Arbeitszeugnis wie im Vergleich festgehalten auszustellen. Seine Reaktion darauf war: „Das interessiert mich alles nicht.“
Als ich dann meinte, dass wir dann wohl wieder den offiziellen Weg über die Anwälte wählen müssten, wurde er handgreiflich. Das hat mich ziemlich runter gezogen.
Vermutlich schreibe ich das hier nur weil meine Ärztin zur Zeit in Urlaub ist bis Ende August. Danke, dass ihr zugehört habt.
Thorsten
offizieller Weg
Hi,
Vielleicht setzt Dein EX-Chef auf Deine Jugend und Unerfahrenheit.
Solchen Spekulationen würde ich sofort eine Absage erteilen.
also in Deinem Fall würde ich diesen Chef mit juristischem Dauerfeuer belegen.
Eventuell kann er wegen der Handgreiflichkeiten belangt werden (Anwalt fragen).
Zweitens stehen Dir diese Dokumente zu. Ich würde nicht zögern, keine Sekunde, sie einzuklagen. Vielleicht schaffst Du auch eine einsweilige Verfügung durchzusetzen, denn Du hast nicht jahrelang Zeit, bis irgendwelche Verhandlungen gelaufen sind.
Drittens, wenn er ein ungünstiges Zeugnis schreibt, was Du unbedingt prüfen lassen solltest, dann klage ein, dass er es verbessert, auch das steht Dir zu.
Viertens, wenn wegen der Verzögerungen für Dich zu lange Arbeitslosenzeiten auflaufen, so dass sich Deine Chancen auf einen neuen Job erschweren, lass prüfen, ob Du Anspruch auf daraus resultierende Verdienstausfälle geltend machen kannst. Das kannst Du ihm auch prophylaktisch androhen oder über Deinen Anwalt androhen lassen. Tue aber nichts ohne Deinen Anwalt.
gruß und viel Erfolg
unimportant
Anlaufstellen
Hallo Thorsten,
ich kann dir zwar effektiv nicht helfen, kann aber gut nachfühlen, wie du dich fühlst und ich weiß auch, wie hilflos und verlassen man sich da fühlen kann.
Aber ich denken, wenn deine Ärztin so lange im Urlaub ist, kannst du durchaus noch anderes tun.
Such doch mal im Telefonbuch deiner Stadt oder googel mal in diese Richtung
- Sozialpsychatrischer Dienst
Diesen findet man entweder als freie Institution so im Tel.buch oder unter Caritas - je nachdem wie groß die Stadt ist, wo du wohnst.
Dort sind Psychologen und Soz.päd. tätig, die sehr gut ein psychotherapeutisches Gespräch mit dir führen können, gerade, wenn deiner im Urlaub ist.
Gibts z.B. hier in Nürnberg. Dort erhält man ebenfalls Gespräche für jedwede Situation und sie vermitteln auch Adressen, an wen man sich wenden kann für akute Notfälle
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für akute Notfälle kann man auch in die Ambulanz der psychiatrischen Abteilung des jeweiligen Klinikums gehen
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oder wenn gar niemand griffbereit ist, hilft auch gut und gerne die Telefonseelsorge 0800/1110111 (kostenlos)
Sicherlich ist das nicht der Weisheit letzter Schluss und löst auch nicht das Problem an sich - aber vieles lässt sich gemeinsam besser tragen, und von anderen Seiten bekommt man auch gedanklich neue Impulse, damit man sich selbst nicht immer um die gleichen niederdrückenden Gedanken dreht.
Du kannst auch gerne mal zu http://www.angst-und-panik.de gehen. Die haben mir so oft aus ganz schweren Zeiten geholfen, kann ich nur wärmstens empfehlen.
Alles Gute für dich.
mipiace
Ich verstehe deinen Unmut, aber du solltest deinen Chef mit deinen Anwälten Druck machen. Danach fühlst du dich auf jeden Fall besser.