Hobby meines Freundes wird zum Problem

Hallo. Ich wusste nicht, wo ich meine Frage am besten einordne… ich hoffe, dass ich hier richtig bin.

Mein Freund hat ein Hobby: er sammelt Motorräder und er restauriert ein Auto. Das Auto hat er vor 12 Jahren angefangen zu restaurieren und jetzt ist es fast fertig (abschleifen, lackieren, zusammenschrauben). Er hat einen Vater, der ihn dabei tatkräftig unterstütz hat. Mein Freund hatte bisher die finanzielle Seite übernommen, der Vater den großteil der Arbeiten. Grundsätzlich finde ich es toll, dass er so ein Hobby hat. Doch jetzt wurde ihm die Halle gekündigt, in der alles untergebracht ist. Es sind 100 qm, die voll mit Wekzeug, einigen abgestellten Möbeln und sonstigem Zeug vollsteht. Das Problem ist, er findet keine Halle, die im Preisniveau der jetzigen Halle liegt. Er bezahlte bisher 150 Euro mtl, alle anderen Hallen die angeboten werden fangen bei 300 Euro aufwärts an - und dann kommt noch die Mehrwertsteuer drauf!

Ich selber hatte bis vor kurzem studiert und habe mein Studium abgebrochen, damit mein Freund seinen Meisterbrief machen kann und wir in der Zeit ein festes Einkommen haben. Mein Freund ist selbständig, jedoch ohne Meisterbrief lohnt sich sein Geschäft auf Dauer nicht.

Ich weis, dass mein Freund sehr an seinem Hobby hängt … und natürlich auch sein Vater. Aber wenn ich mir vorstelle, ich gehe demnächst nur für die Mieten von unserer Wohnung und der Halle arbeiten, dann finde ich, dass es zu weit geht mit der „Unterstützung“. Ich habe mein Studium abbrechen müssen, weil mir das Geld zum weiterstudieren gefehlt hat. Mein Freund konnte mich auch nicht so unterstützen, dass ich hätte weiterstudieren können, weil er einfach nicht genug verdient. Also habe ich meinem Freund geraten, seinen Meisterbrief zu machen, damit wir eine vernünftige Grundlage haben auf der man aufbauen kann - damit auch mal wirklich Geld rein kommt.

Ich habe den Anschein, als würde er sich ein wenig verzetteln und zu viel auf einmal machen wollen.

Ich habe es ihm letzens schon gesagt, dass ich in seinem Hobby nicht wirklich einen Sinn sehe, denn er benutzt die Dinge, die dort stehen gar nicht. Die Motorräder hat er seit einem Jahr nicht mehr gefahren… und in Zukunft wird er auch keine Zeit dafür haben.
Als ich ihm das sage, rastete er aus, weil das gleiche hatte seine Ex-Freundin ihm vorgeworfen. Er meinte, das könnte ich mir gleich abschminken.

Wie soll ich jetzt am besten vorgehen, damit wir eine gescheite und vor allem bezahlbare Lösung finden. Denn finanziell sieht es bei uns sehr sehr knapp aus.

Hallo Nici,

Dein Studium solltest Du unverzüglich wieder aufnehmen, ohne Rücksicht auf Deinen Freund. Mag hart klingen, aber eine zweite Chance später zu nutzen, wird immer schwieriger. Wichtig ist, daß eine finanzielle Grundversorgung gewährleistet ist und das ist mit einem Studium wesentlich leichter, als momentan Deinen Freund in seinem „Autowahn“ zu unterstützen. Du solltest versuchen, Prioritäten zu setzen und die liegen meines Erachtens eher im finaziellen Bereich. Autos rosten und haben irgendwann keinen Wert mehr, aber wenn Ihr bspw. eine Familie mit Kindern anvisieren solltet, dann ist Bildung immens wichtig. Es ist Deine Entscheidung.

Gruß
Michael

Hallo,
Dein Freund sollte sich sein Hobby selber finanzieren und Du solltest Dein Studium wieder aufnehmen.

Viele Grüße

Ich fürchte, ihr seid beide ein Problem
Moin

Ich selber hatte bis vor kurzem studiert und habe mein Studium
abgebrochen, damit mein Freund seinen Meisterbrief machen kann
und wir in der Zeit ein festes Einkommen haben.

Sorry, aber das nehme ich Dir SO nicht ab. Vielleicht jast Du (egal ob bewusst oder unbewusst) gemerkt, dass das Studium nichts für dich ist. Dann solltest Du dich nicht selber in die Tasche lügen und so tun, als würdest Du so ein Opfer bringen. So bescheuert ist niemand, dass er/sie für einen obsessiven Loser ein Studium abbricht.
Gruß,
Branden

Hallo Nici,
du wirst deinen Freund nicht ändern können. Wenn du bis jetzt akzeptiert hast, daß er sein Hobby so betreibt, versteht er nicht, wieso sich da plötzlich etwas ändert. Da er offenbar leidenschaftlich seit Jahren bastelt, braucht er dieses Hobby wohl auch, um sich „abzureagieren“. Allerdings sollte er selbst dafür aufkommen und du solltest nicht den leisesten Gedanken daran verschwenden, ihn finanziell zu unterstützen.
Wenn du dein Studium geschmissen hast, ist das ok. Aber du solltest dir tatsächlich niemals selbst sagen, du hättest es für ihn oder wegen ihm getan. Das wäre sehr kurzsichtig und du wirst es möglicherweise ewig bereuen. Wie steht dein Freund insgesamt zu dir und der Zukunft mit dir?
Habt ihr ernsthaft überlegt, wie Euer Leben aussehen soll? Ist er denn dabei, seinen Meisterbrief zu machen - und wie lange dauert das? Seid ihr euch einig, oder hast du ihm nur vorgeschlagen, den Meister zu machen und ihm alle Wege geebnet, ohne daß er darauf reagiert hätte?
Es ist sehr schwer, wenn man verliebt ist, klar zu denken. Wenn du aber dein Leben mit ihm verbringen willst, mußt du jetzt prüfen,wie sehr er zu dir hält. Alternativ mußt du dir klar machen, was du bereit wärest, wirklich an Opfern für ihn dein Leben lang zu bringen.
Deine Frage(n) lassen sich sicher nicht mit einer einfachen Antwort klären, aber vielleicht bekommst du ein paar hilfreiche Denkanstöße.
Gruß
Petra

Oo Studium abgebrochen? Willst du den Rest deines Lebens mit ihm zusammen sein? Ja? Wirklich? 12 Jahre fürs Restaurieren einer Karre?! Irgendwas ist hier schief. Studier weiter.

Hallo Branden,

So bescheuert ist niemand, dass er/sie für einen obsessiven
Loser ein Studium abbricht.

Ich war auch mal so bescheuert.
Habe damals wirklich geglaubt ich müsse Prioritaeten setzen und die Ehe (und deren finanzielle Absicherung)vor das Studium stellen.
Der Frau zu unterstellen dass die von ihr genannten Fakten nicht stimmen ist typisch Psychologe und meiner Meinung nach ein bischen dreist.
Grüsse
M.

4 „Gefällt mir“

Hallo mopedhexle

Der Frau zu unterstellen dass die von ihr genannten Fakten
nicht stimmen ist typisch Psychologe und meiner Meinung nach
ein bischen dreist.

Erstens bin ich kein Psychologe und zweitens hätte ich das ebenso einem Mann „unterstellt“, wie du dich auszudrücken pflegtest.
Außerdem hab ich -wenn du zwischen den Zeilen lesen kannst- die Alternative zwischen verlogen und bescheuert recht deutlich gesetzt. Eines voon beidem kann sich die Threaderöffnerin (und du auch) also aussuchen. Ich wollte es nur nicht so unhöflich rüber bringen. Schade, dass du mich diesmal gleichsam durch (zumindest heute)fehlendes Feingespür dazu aufforderst.
Gruß,
Branden

2 „Gefällt mir“

Im Grunde schlagen wir in dieselbe Kerbe
Du hast es nur etwas anders ausgedrückt
:wink:

Moin,

Mein Freund hat ein Hobby: er sammelt Motorräder und er
restauriert ein Auto.

Das ist mir nicht besonders fremd.

Er bezahlte bisher 150 Euro mtl, alle
anderen Hallen die angeboten werden fangen bei 300 Euro
aufwärts an - und dann kommt noch die Mehrwertsteuer drauf!

Das ist in der Tat ärgerlich, aber vielleicht gäbe es ja u.U. eine Möglichkeit der Teilung der Kosten? Einen Untermieter suchen? Aber so ganz verstehe ich nicht, warum Du es zu Deinem Problem machst.

Und diese Gedankengänge verstehe ich auch nicht recht. Möglicherweise liegt ganz was anderes im Argen bei Euch…

Erst schreibst Du:

':Ich selber hatte bis vor kurzem studiert und habe mein Studium

abgebrochen, damit mein Freund seinen Meisterbrief machen kann
und wir in der Zeit ein festes Einkommen haben.’

d.h. Du hast aus freien Stücken für ihn Dein Studium - erst mal - abgebrochen. Warum studierst Du, nun, wo er (wenn ich das richtig verstehe) den Meisterbrief hat, nicht weiter?

Und jetzt wird es für mich undurchsichtig. Ich denke, Du hast für IHN das Studium abgebrochen?

':Ich habe mein Studium abbrechen müssen, weil

mir das Geld zum weiterstudieren gefehlt hat.’

Dann kommt:

Also habe ich meinem Freund geraten, seinen Meisterbrief zu
machen, damit wir eine vernünftige Grundlage haben auf der man
aufbauen kann - damit auch mal wirklich Geld rein kommt.

Worum geht es denn nun eigentlich? Hast du ein Problem damit, dass er nicht genug verdient? Warum meinst Du, ihm sein Hobby finanzieren zu müssen? Das ist sein Problem und nicht Deines…

Ich habe es ihm letzens schon gesagt, dass ich in seinem Hobby
nicht wirklich einen Sinn sehe, denn er benutzt die Dinge, die
dort stehen gar nicht.

aha… und wenn er Dir sagen würde, dass er keinen Sinn drin sieht, dass Du studierst, weil Du kannst ja auch arbeiten gehen - was würdest Du dazu sagen?

Dieses Hobby scheint ihm viel zu bedeuten, es ist meiner Meinung nach anmaßend, sich so zu äußern (egal um welches Hobby es geht). Das einzige, was ich nachvollziehen kann, wäre, dass Du ihm dieses Hobby nicht finanzieren möchtest und kansnt und diesen Standpunkt kannst Du ja gut vor ihm vertreten.

Wie soll ich jetzt am besten vorgehen, damit wir eine
gescheite und vor allem bezahlbare Lösung finden. Denn
finanziell sieht es bei uns sehr sehr knapp aus.

nach wie vor würde ich meinen, dass dies seine Sache ist. Es ist sein Hobby und er sollte sich darum kümmern. Du solltest Dir über andere Dinge vielleicht Gedanken machen…

Grüße
Demenzia

Hi,

Du kannst einen Menschen nicht ändern, und er wird sein Hobby nicht aufgeben. Das kann man auch gar nicht verlangen!

Allerdings kann man verlangen, daß er es selber finanziert.

Auch in einer Partnerschaft (und sogar gerade dann) darf man nicht vergessen, daß man ein eigenes Leben hat und muß seine Ziele weiter verfolgen, wenn man nicht zur Last werden will.

Dein Leben - deine Entscheidungen !

Also mache nie, nie den Fehler, einen eigenen Weg (hier:Studium) wegen eines Anderen nicht weiterzugehen. Das war Deine Entscheidung, und so wird es Dein Freund auch sehen. Damit tut man nämlich langfristig weder sich noch dem anderen einen Gefallen. Für einen selbst ist der Zug abgefahren und der andere steht scheinbar in einer Schuld, die er vielleicht gar nicht erbeten hat. Dann kracht es auseinander, und es bleibt nichts übrig.

Eine Partnerschaft ist, wenn beide mit voller Kraft ihre Ziele verfolgen und dabei einen gemeinsamen Weg gehen. Über diese Ziele solltet ihr Euch klar werden.

Gruß
Moriarty

Hallo!

Vielen dank, für Eure Antworten! Ja, dass ich mein Studium unterbrochen habe - ist wirklich sch…e. Fakt ist: Ich hatte 3 Monate meine Krankenversicherung nicht zahlen können, da hat mir die Kranken Versicherung gesagt: so geht das nicht!. Mein Konto war wegen der Studiengebühren (655,15 Euro pro Halbjahr) auch total im Minus! Mit einem Nebenjob funktionierte es leider auch nicht…ich war gezwungen zur Arge zu gehen, damit meine Krankenversicherung bezahlt wird. Die Arge zahlt aber nur, wenn ich arbeiten gehe - und nicht wenn ich studiere eine Unterstützung. Es ist auch finanziell für mich ein Tropfen auf den heißen Stein, aber es ging nicht anders. Das hört sich vielleicht für einige von Euch unvorstellbar an, aber das ist leider die Realität.

Ich hätte gerne weiterstudiert, mein Studium lief auch bestens (ich gehörte mit zu den Besten, einfach weil es mich sehr interessierte)… aber der finanzielle Druck war zu groß geworden.

Eine erfreuliche Nachricht:
Mein Freund hat jetzt entschieden, alles aufzulösen… und will seine Sachen veräußern. Es ist nicht so, dass er jede freie Minute in seiner Halle verbracht hätte, um dort zu schrauben. Er hatte im letzten Jahr gar keine Zeit für sein Hobby… und so richtig die Begeisterung ist auch nicht mehr da gewesen (früher ist er gerne selber zu Autotreffen gefahren, heute nicht mehr). Ich denke, er hat gemerkt, dass jetzt eine neue Zeit anbricht.

Wir beide lieben uns sehr, wir verstehen uns sehr gut (auch wenn es mal kracht… bleibt der Respekt vor dem anderen immer gewahrt). Wir wollen auch heiraten - und auch eine Familie gründen, das wäre schon ein sehr großer Herzenswunsch. Aber ohne Geld, ist dieser Wunsch nicht zu erfüllen. (mal ganz davon abgesehen, ob ich dann auch schwanger werden sollte).

Wir sind auch beide durch genügend Beziehungen gegagnen und haben gelernt, aufeinander acht zu geben und sich zu unterstützen. Will damit sagen, wir sind beide über 30 und noch unter 40 ;o)

Ich selber wollte gerne Lehrerin werden - habe zuvor eine Ausbildung als Sekretärin gemacht und mein Abi auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt. Ja, es ist sehr bitter kann ich euch sagen, jetzt aus finanziellen Bedingungen gezwungen zu sein alles erst mal liegen zu lassen. Klar, ich werde nicht jünger… und ob ich das Studium beende steht jetzt tatsächlich auf einem wackeligen Beinen.
Ich mache es einfach davon abhängig, wie sich alles ergibt: Was ich für einen Job finde (ob er mir so weit gefällt). Falls ich aber nach einem Jahr merke, oh nee… ich will mein Studium beenden, dann werde ich es machen. Dann wird aber hoffentlich mein Freund so viel Geld verdienen, dass ich in seinem Büro auf 400 Euro arbeiten kann und das Geld für meine Kosten beisammen habe.
Es ist nicht so, dass ich gerne diesen Schritt gegagen bin, aber es ist m. E. im Moment der einzig sinnvolle. Ohne Moos nix los!

Mein Freund arbeitet bisher nur als Subunternehmer - er darf keine Werbung machen - weil er nicht in die Handwerksrolle eingetragen werden kann. Ihm werden jede Menge Steine in den Weg gelegt - und wer selber aus einem zulassungsplichtigen Handwerk kommt, der weiß welche Diskriminierung unsere Handwerker in Deutschland erfahren. (Jeder aus dem Eu-Mittgliedsland darf ohne Eintrag in die Handwerksrolle sofort ein in Deutschland zulassungspflichtiges Handwerk ausüben, ohne Meisterbrief. Nur die Deutschen müssen die teure Ausbildung zum Meister machen, und das ist m. E. eine Diskriminierung. Wen dieses Thema betrifft oder interessiert, kann mal auf die Seite des www.buhev.de gehen. Die versuchen den Meisterzwang zu kippen.

Ich weis, dass mein Freund das Potential dazu hat selbständig zu sein. Er ist m. E. der gebohrene Unternehmer: Er hat viel Energie, langjährige Berufserfahrung, kann fachgerecht beraten und Kunden überzeugen, er ist fleißig, gewissenhaft und auch in seinem Job sehr von den Kollegen angesehen. Sonst würde er nicht so erfolgreich im Sub arbeiten können. Aber es ist auf Dauer einfach nicht genügend Arbeit, er kann ja nicht selber werben, um Kunden zu bekommen. Er muss immer persönlich nach Arbeit fragen… und das ist nicht effektiv genug.

Einer von uns beide muss jetzt in den sauren Apfel beißen. Ich oder er. Da seine Ausbildung nur ein Jahr beträgt, und ich ja später von seinem Verdienst mitprofitiere, sehe ich es nicht als ein zu großes Opfer an, mein Studium aufzuschieben. Ich denke, dass es so nur fair ist.

Ich denke, das Problem was ich habe, haben viele junge Leute. Ausbildung ist echt verdammt teuer geworden. Auch wenn man über eine Fernschule eine Ausbildung macht, dann kostet das viel Geld. Ich sehe hier ein riesiges politisches Problem: Das geeignete und motivierte Menschen keine Chancen haben, ihr Potential in unsere Wirtschaft voll einbringen zu können.
Klar, werde ich jetzt in meinem neuen Job alles geben - ich denke, dass mein Potential als Lehrerin am besten eingebracht wäre. Aber ich kriege kein Bafög, keinen Kredit bei der Bank… und den Rest kennt ihr ja.
Nichts desto trotz, denke ich, kann man auch so glücklich werden. Die Goldenen Zeiten sind eben nicht mehr da in Deutschland … und es geht nicht mehr um die „Berufung“ an sich, sondern ums Überleben.

Hallo Nici,

auch wenn die Ausbildung teuer ist, sie rentiert sich auf jeden Fall.
Ich bereue es auch, nicht weitere Fortbildungsmassnahmen ergriffen zu haben. Wenn eine junge Familie kein Geld hat, dann kann das ein trauriger Zustand werden. Streitpunkt Geld ist immer ein Thema.

Gruß und viel Erfolg wünscht
Michael

Hallo Nici-Freund,
Du hast zwar schon für die Antworten gedankt, aber hier noch meine kleine Bemerkung dazu:
Eine Partnerschaft funktioniert n. m. M. auf Dauer nur mit gegenseitigem Geben und Nehmen.
Das da auch mal auf der einen oder anderen Seite ein Verzicht steht, sollte jedem klar sein.
Ohne Hobbys generell zu verdammen, muß man sich ein Hobby auch leisten können. Mit Deinem Studienabbruch, dessen Gründe Du geschrieben hast, hast Du versucht, Deinem Freund zu helfen. Was war das Ergebnis? Er packt es immer noch nicht, erst für seine Pflichten aufzukommen und dann an sein Hobby zu denken. Vielleicht redest Du Dir ja die Partnerschaft auch nur schön. Schreib doch mal auf, worauf er in der gemeinsamen Zeit für Dich verzichtet hat.
Ich glaube, Du bist an einen Egozentriker geraten, für dessen Hobby Du arbeitest. Wenn es das ist, solltest Du einen Schlussstrich ziehen, Dein Studium wiederaufnehmen, beenden und Dir den passenden Partner vielleicht mit einem gemeinsamen Hobby suchen.
MfG BM

Hallo,

Eine Partnerschaft ist, wenn beide mit voller Kraft ihre Ziele
verfolgen und dabei einen gemeinsamen Weg gehen.

sag lieber, das ist eine Art, die Partnerschaft zu gestalten. Ob es eine gute Art ist, muss jeder für sich - bzw mit seinem Partner zusammen - entscheiden.

Gruß, Niels

unstimmig
Hi,

Ich selber hatte bis vor kurzem studiert und habe mein Studium
abgebrochen, damit mein Freund seinen Meisterbrief machen kann
und wir in der Zeit ein festes Einkommen haben.

und

Ich habe mein Studium abbrechen müssen, weil
mir das Geld zum weiterstudieren gefehlt hat.

?

Eigentlich eine einfache Geschichte.
Oldtimer sind seine Leidenschaft. Kein Problem. Die Kosten für diese Leidenschaft sind sein Problem - NICHT Deines.
Wenn er die Halle nicht mehr finanzieren kann - dann hat ER ein Problem welches er zu lösen hat. Klar, Du kannst ihm dieses Problem abnehmen (indem Du diese Kosten übernimmst) oder eben nicht.

Ich hoffe, dass dieser kleine Hinweis hilfreich im Sinne der Anfrage war und Dir eine kleine Hilfe bei Deiner Meinungsbildung war

Freundliche Grüsse
Ray

ad Titel:

Ich hab hier sowieso leicht das Gefühl, dass das noch häufiger passieren könnte, wenn ich mir andere Beiträge von dir durchlese, die ich so auch einfach unterzeichnen könnte…

Guten Abend,

ich nehme erst seit ein paar Tagen Anteil an deinem Problem.
Ist es möglich, dass du Sorge hast, deinen Freund zu verlieren, wenn du ihm eine deutliche Grenze setzt? Die Angst, jemanden zu verlieren, führt, wie ich schon öfter miterlebt habe, manchmal zur Missachtung der eigenen Bedürfnisse. Mit Abstand betrachtet, hilft diese Vorgehensweise nicht oft. Da könnte evtl. der nicht von mir stammende Satz helfen: „Mach was aus dir, sonst macht es keiner“. Der Satz gefällt mir so gut, weil er zwei ganz verschiedene Perspektiven hat.
Liebe Grüße und lass es dir gut gehen
Sindliw

Hi Nici-Freund,

Keine Alternative zu sehen ist das Eine, doch einen beschissenen Fehler fortzuführen, ist das Andere. Du schreibst das Studium habe Dir Freude bereitet und Du wärst auch eine der Besten gewesen. Schau doch mal in Arbeitslosenforen nach und frage nach Alternativen, bevor Du mit Deiner Sachbearbeiterin / Deinem Sachbearbeiter bei der ARGE ein Gespräch hast.

Wie sind Deine Chancen mit Studienabschluß auf einen besser bezahlten und eventuell auch sicheren Job als Du ihn jetzt möglicherweise hast? Gibt es hier die Möglichkeit einen Kredit oder Wohngeldzuschuss zu gewähren? Wenn alle Stricke reißen, wie schaut’s mit einem Fernstudium z.B. an der Fernui in Hagen aus? Doch es gibt für Härtefälle auch Ausnahmen, doch dazu bedarf es eines gewissen Biss’, sich durch die Mühlen der Bürokratie zu kämpfen: http://www.fernuni-hagen.de/studium/vor/finanzielles…
Einer der Einzel- bzw. Ausnahmefälle: http://www.bewerbungsservice-spezial.de/job-blog/200…
http://www.justiz.nrw.de/Presse/presse_weitere/Press…

Eventuell könntest Du z.B. auch zum sozialpsychiatrischen Dienst gehen und denen Deine auch psychische Situation schildern. Vermutlich belastet Dich doch auch der Studienabbruch sehr. Vielleicht können sie Dich dort unterstützen wie Du z.B. mit der ARGE sprechen kannst. Manche Menschen dort kleben wohl dort wie überall sonst auch an den Buchstaben des Gesetzes, doch manche sehen weniger die Gesetze denn mehr das was nötig und in einem etwas beugbaren Rahmen machbar ist - und zwar dem Menschen zuliebe.

Schau zu, dass Du möglichst bald wieder studierst. :wink:

Alles Gute,
Romana

Ich hätte gerne weiterstudiert, mein Studium lief auch bestens
(ich gehörte mit zu den Besten, einfach weil es mich sehr
interessierte)… aber der finanzielle Druck war zu groß
geworden.

Eine erfreuliche Nachricht:
Mein Freund hat jetzt entschieden, alles aufzulösen… und
will seine Sachen veräußern. Es ist nicht so, dass er jede
freie Minute in seiner Halle verbracht hätte, um dort zu
schrauben. Er hatte im letzten Jahr gar keine Zeit für sein
Hobby… und so richtig die Begeisterung ist auch nicht mehr da
gewesen (früher ist er gerne selber zu Autotreffen gefahren,
heute nicht mehr). Ich denke, er hat gemerkt, dass jetzt eine
neue Zeit anbricht.

Wir beide lieben uns sehr, wir verstehen uns sehr gut (auch
wenn es mal kracht… bleibt der Respekt vor dem anderen immer
gewahrt). Wir wollen auch heiraten - und auch eine Familie
gründen, das wäre schon ein sehr großer Herzenswunsch. Aber
ohne Geld, ist dieser Wunsch nicht zu erfüllen. (mal ganz
davon abgesehen, ob ich dann auch schwanger werden sollte).

Wir sind auch beide durch genügend Beziehungen gegagnen und
haben gelernt, aufeinander acht zu geben und sich zu
unterstützen. Will damit sagen, wir sind beide über 30 und
noch unter 40 ;o)

Ich selber wollte gerne Lehrerin werden - habe zuvor eine
Ausbildung als Sekretärin gemacht und mein Abi auf dem zweiten
Bildungsweg nachgeholt. Ja, es ist sehr bitter kann ich euch
sagen, jetzt aus finanziellen Bedingungen gezwungen zu sein
alles erst mal liegen zu lassen. Klar, ich werde nicht
jünger… und ob ich das Studium beende steht jetzt
tatsächlich auf einem wackeligen Beinen.
Ich mache es einfach davon abhängig, wie sich alles ergibt:
Was ich für einen Job finde (ob er mir so weit gefällt). Falls
ich aber nach einem Jahr merke, oh nee… ich will mein
Studium beenden, dann werde ich es machen. Dann wird aber
hoffentlich mein Freund so viel Geld verdienen, dass ich in
seinem Büro auf 400 Euro arbeiten kann und das Geld für meine
Kosten beisammen habe.
Es ist nicht so, dass ich gerne diesen Schritt gegagen bin,
aber es ist m. E. im Moment der einzig sinnvolle. Ohne Moos
nix los!

Mein Freund arbeitet bisher nur als Subunternehmer - er darf
keine Werbung machen - weil er nicht in die Handwerksrolle
eingetragen werden kann. Ihm werden jede Menge Steine in den
Weg gelegt - und wer selber aus einem zulassungsplichtigen
Handwerk kommt, der weiß welche Diskriminierung unsere
Handwerker in Deutschland erfahren. (Jeder aus dem
Eu-Mittgliedsland darf ohne Eintrag in die Handwerksrolle
sofort ein in Deutschland zulassungspflichtiges Handwerk
ausüben, ohne Meisterbrief. Nur die Deutschen müssen die teure
Ausbildung zum Meister machen, und das ist m. E. eine
Diskriminierung. Wen dieses Thema betrifft oder interessiert,
kann mal auf die Seite des www.buhev.de gehen. Die versuchen
den Meisterzwang zu kippen.

Ich weis, dass mein Freund das Potential dazu hat selbständig
zu sein. Er ist m. E. der gebohrene Unternehmer: Er hat viel
Energie, langjährige Berufserfahrung, kann fachgerecht beraten
und Kunden überzeugen, er ist fleißig, gewissenhaft und auch
in seinem Job sehr von den Kollegen angesehen. Sonst würde er
nicht so erfolgreich im Sub arbeiten können. Aber es ist auf
Dauer einfach nicht genügend Arbeit, er kann ja nicht selber
werben, um Kunden zu bekommen. Er muss immer persönlich nach
Arbeit fragen… und das ist nicht effektiv genug.

Einer von uns beide muss jetzt in den sauren Apfel beißen. Ich
oder er. Da seine Ausbildung nur ein Jahr beträgt, und ich ja
später von seinem Verdienst mitprofitiere, sehe ich es nicht
als ein zu großes Opfer an, mein Studium aufzuschieben. Ich
denke, dass es so nur fair ist.

Ich denke, das Problem was ich habe, haben viele junge Leute.
Ausbildung ist echt verdammt teuer geworden. Auch wenn man
über eine Fernschule eine Ausbildung macht, dann kostet das
viel Geld. Ich sehe hier ein riesiges politisches Problem: Das
geeignete und motivierte Menschen keine Chancen haben, ihr
Potential in unsere Wirtschaft voll einbringen zu können.
Klar, werde ich jetzt in meinem neuen Job alles geben - ich
denke, dass mein Potential als Lehrerin am besten eingebracht
wäre. Aber ich kriege kein Bafög, keinen Kredit bei der Bank…
und den Rest kennt ihr ja.
Nichts desto trotz, denke ich, kann man auch so glücklich
werden. Die Goldenen Zeiten sind eben nicht mehr da in
Deutschland … und es geht nicht mehr um die „Berufung“ an
sich, sondern ums Überleben.