Hallo zusammen,
habe zwar keine eigenen Kinder, aber zwei herrliche Nichten und die Ältere ist mein Patenkind - unwesentlich für den Meinungsaustausch, aber so ein wenig Vorstellung sollte sein.
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Also die „Große“ (in drei Wochen wird sie 5), darum geht es - glaube ich gehört möglicherweise zu den „Hochbegabten“ (die Kleine ist so „typisch“ 2 - zum Knutschen. Machen wir auch.
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Meiner Meinung nach kann dieses Kind bereits abstrahieren, seit sie ca. 2 Jahre war. Was mich besonders beeindruckt, ist ihr Sprachverständnis: z.B.: Wenige Tage nach ihrem 2. Geburtstag habe ich ihr ausnahmslos verbal in Erwachsenensprache in Sekunden das Schaukeln beigebracht, bzw. WIE man sich selbst anschupst: Etwa wie: „Nach hinten musst du die Beine anziehen und wenn es nach vorne geht, die Beine strecken, um Schwung zu holen…“ Ich schwöre: Rein verbal - sie hat es vorher nie gesehen oder gemacht,als Winterkind, aber mit dem zweiten Schaukler hat es gesessen - echt. Fand ich genial.
Im Sommer darauf war sie 2 1/2, ihre Mama frisch schwanger mit Nichte zwei. - Ich wußte noch nix
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Man konnte mit ihr schon immer herrlich spielen, so an jenem Samstag, an dem in ca. 2 Stunden die o.g. „Bombe“ platzen sollte. Weiss nicht mehr genau, was wir konkret spielten, aber es war mit Steinen. Ein Großer war Papa, ein Kleinerer die Mama, noch ein kleinerer die Nichte 1. Sie nahm dann ein absolut winziges Steinchen und sagte: Das Baby… WOW dachte ich. Wie gesagt 2 Stunden später erfuhren wir von Nichte 2.
An meinem Geburtstag, da war sie 3 3/4, waren wir beim Essen und um ihr die Zeit zu vertreiben, hat sie gemalt: Die Tomate von der Ketchupflasche - sehr skizziert
) - und ich habe dann scherzhaft gesagt/geschrieben: T o ma t e (mit Pfeil - versteht ihr?) ihr habe ich gesagt: Schau hier steht es nochmal sauber und habe auf die Ketchupflasche gezeigt. "Nein das stimmt nicht, bei dir fehlt d a s – sagte sie und zeigte auf das „N“, von Tomate- n- (Neue Zeile) Ketchup. Ok, sagte ich, dann schreibe es einfach nochmal richtig: Bis zu dem Zeitpunkt konnte sie zwar ihren Namen schreiben, aber sonst…
Also schrieb sie in ordentlichen Druckbuchstaben einfach das Wort „Tomaten“ ab. Ehrlich: Ihre Eltern haben auch etwas sehr verblüfft geguckt. Wie zum Kuckuck kann so etwas ohne Üben auf Anhieb gelingen??
Letztes Beispiel: Kurz vor dem jetzigen Weihnachten, d.h. sie ist 4 Jahre und 9 Monate spielten wir zum ersten Mal Mensch-ärgere-dich-nicht. Schnell hat sie heraus, dass es um Sicherheit für die eigenen Männchen und um das das Werfen der fremden Männchen geht.
Situation: Sie hat zwei Männchen im Einsatz, mit dem einen braucht sie ne 2, um selbst in Sicherheit zu sein, der Fremde braucht auch zwei, um in Sicherheit zu kommen und sie sie steht 2 hinter ihm (kapito?). Sie würfelt eine 4. Was macht sie??? Teilt die 4: zwei, um in Sicherheit zu sein, zwei, damit sie den Fremden noch „schmeißen“ kann!!! Das Kind kann absolut spontan rechnen!!!
Heute: Ich las aus einem Buch vor und habe (ich gestehe) auch ein paar Fragen gestellt: Da war der Nanuk, der sich ein Iglu gebaut hat. Im Text hieß es der Nanuk baut sich im Iglu ein Kuhle (als Bett). Wollte wissen, ob sie sich an frühere Lesungen erinnert, und fragte: Wieso baut der sich eine Kuhle?
Sie „Was ist eine Kuhle?“ Ich: Das ist eine Vertiefung, ein kleines Loch, in dem er Platz hat.
Sie sagte nach Betrachtung des Bildes: er braucht die Kuhle, damit er, wenn er noch wächst, oben Platz hat. (Das Kind weiss, wenn es tiefer nach unten geht, ist oben mehr Platz bei begrenztem Raum!!!) Ist das noch altersentsprechend??
Ganz zu Schweigen von einem emtionalen und sozialorientiertem Verhalten… es gäbe viele Beispiele hierfür, aus der Beobachtung.
Mein ewig langer Artikel (sorry) dient der Frage, ob dieses Kind nu seeehr „Intelligent“ zu sein scheint und gefördert werden muss/sollte.
Ich glaube nämlich, wie oben erwähnt, dass sie mit ihrer schnellen Auffassungsgabe, dem Abstraktionsvermögen und der Logik zu den Hochbegabten zählt.(Das Meiste, was man so liest, trifft auf sie zu) Einerseits hoffe ich, dass sie das nicht ist, denn ich wünsche ihr eine absolut komplikationslose Zukunft, andererseits ist es sehr gut, sehr schlau zu sein und alle Bildungswege mitnehmen zu können.
Findet ihr nun, die entweder beruflich oder „privat“ Erfahrung mit Kindern haben, meine „Bedenken“ bezüglich Hochbegabung übertrieben…? nachvollziehbar…? o.ä.??
PS. Eher unerheblich: Ihre Eltern sind so ganz normale Leute, der Papa, mein Bruder, wurde von seinem Grundschullehrer schon so versaut, dass er die Schule gehaßt hat, meiner einer hat einen Hochschulabschluss…ihre Mama hat einen ebenfalls höher qualifizierenden Beruf. (
Wie gesagt, sorry für den langen Artikel, der u.U. nicht alles klären konnte.
Herzliche Grüße rico