Hallo,
mein Sohn (14) hat einen
IQ bei dem man von einer Hochbegabung spricht.
Nun habe ich schon alles Mögliche
Infomaterial über dieses Thema.
Was mich interessieren würde,
ob es „Leidensgenossen“ gibt, die
mir Ihre Erfahrungen mitteilen
würden.
mir hat man auch mal hochintelligent bescheinigt, einfach normal weiterleben, das gibt sich schon von alleine, wenn man es nicht weiter auslebt bzw. ständig drüber spricht.
Außerdem, wenn man den Kindern ständig erzählt, sie seien hochbegabt, dann werden sie überheblich, das ist so.
Warte einfach mal etwas ab. Außerdem ist nur der IQ gemessen worden, wie stehts aber mit dem EQ, wenn jemand tierisch intelligent ist, aber nicht mit Leuten umgehen kann, dann nützt das gar nicht.
Ansonsten: Lass ihn eine Klasse überspringen, dann wird er schnell Probleme kriegen, ob hochintelligent oder nicht, da bekommt jeder Probleme und dann kommt er schon wieder auf den Teppich zurück und fühlt sich auch wieder ganz normal schlecht!!!
Ich würde mal zu einem lokalen Elternabend der dGHK gehen - wenn es so etwas in Eurer Nähe gibt.
(http://www.dghk.de/)
Reinhard
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo Reinhard
vielen Dank für Deinen Beitrag.
Sehr ermutigend war das ja nicht, aber
wahrscheinlich realistisch.
Ich glaube mittlerweile auch, dass es
in Deutschland ( zu Recht) mehr Förderung für behinderte Kinder und Jugendliche
gibt als für hochbegabte - warum auch,
es gibt genung Intelligenz, die man
nicht vermehren sollte.
Hallo Guenter
Ich glaube mittlerweile auch, dass es
in Deutschland ( zu Recht) mehr Förderung
für behinderte Kinder und Jugendliche
gibt als für hochbegabte -
da irrst du dich gewaltig.
warum auch,
warum sollte dein Sohn mehr Förderung erfahren als andere Kinder ? nur weil er intelligent ist ? Warum sollten nicht alle Eltern verlangen, daß ihr Kind nach seinen indiviuellen Fähigkeiten speziell gefördert wird ?
Wenn er für irgendetwas eine besondere Begabung zeigt (z.B. Musik) dann schick ihn in den privaten Musikunterricht. Machen andere Eltern genauso. Wenn er sich in der Schule langweilt, weil er eh nur Einsen hat, lass ihn eine Klasse überspringen. Wo ist das Problem ?
Gruss
Marion
Das Thema „Hochbegabung“ ist leider emotional sehr aufgeladen - und leider auch sehr von Vorurteilen geprägt, wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung feststellen mußte.
Viele Hochbegabungen sind von der „pflegeleichten“ Art, d.h. das Kind hat besondere Talente, die sich leicht ins soziale Umfeld integrieren und fördern lassen. Andere (und nicht wenige, man geht üblicherweise von 30 - 50 % aller Hochbegabten aus) sind aber von der problematischen Art. Das kann soweit gehen, daß Hochbegabte sonderbeschult oder als Behinderte behandelt wurden.
da irrst du dich gewaltig.
warum auch,
Es gibt herzlich wenig Förderung für Hochbegabte, speziell eben nicht für die problematischen Hochbegabungen. Und wer sich mit betroffenen Eltern mal unterhält, wird nicht mehr Günthers Statement unterstützen, daß das „zu Recht“ geschieht. (Zu Recht schon gar nicht - eher gegen das in den geltenden Schulgesetzen formulierte Recht.)
warum sollte dein Sohn mehr Förderung
erfahren als andere Kinder ? nur weil er
intelligent ist ? Warum sollten nicht alle
Eltern verlangen, daß ihr Kind nach seinen
indiviuellen Fähigkeiten speziell
gefördert wird ?
Eben - auch hochbegabte Kinder sollten entsprechend ihren Fähigkeiten gefördert werden!
Wenn er für irgendetwas eine besondere
Begabung zeigt (z.B. Musik) dann schick
ihn in den privaten Musikunterricht.
Machen andere Eltern genauso. Wenn er sich
in der Schule langweilt, weil er eh nur
Einsen hat, lass ihn eine Klasse
überspringen. Wo ist das Problem ?
Tja, das ist so die übliche Vorstellung von Hochbegabung - das das betreffende Kind einfach etwas „besonders gut“ kann. Und im Falle der Musikbegabung auch etwas kann, das sozial akzeptiert ist, keinen Lehrplan durcheinanderbringt, keine Erwachsenen provoziert, usw… Leider ist die Realität oftmals eine andere.
Reinhard
verhaltensauffällige Kinder ?
Hallo Reinhard
wir haben hier offensichtlich ein Verständnisproblem.
warum sollte dein Sohn mehr Förderung
erfahren als andere Kinder ? nur weil er
intelligent ist ? Warum sollten nicht
alle
Eltern verlangen, daß ihr Kind nach
seinen
indiviuellen Fähigkeiten speziell
gefördert wird ?Eben - auch hochbegabte Kinder sollten
entsprechend ihren Fähigkeiten gefördert
werden!
Was heisst hier „auch“ ? KEIN Kind wird entsprechend seinen individuellen Fähigkeiten im normalen Schulbetrieb gefördert. Warum also deins ?
Wenn er für irgendetwas eine besondere
Begabung zeigt (z.B. Musik) dann schick
ihn in den privaten Musikunterricht.
Machen andere Eltern genauso. Wenn er
sich
in der Schule langweilt, weil er eh nur
Einsen hat, lass ihn eine Klasse
überspringen. Wo ist das Problem ?Tja, das ist so die übliche Vorstellung
von Hochbegabung - das das betreffende
Kind einfach etwas „besonders gut“ kann.
Und im Falle der Musikbegabung auch etwas
kann, das sozial akzeptiert ist, keinen
Lehrplan durcheinanderbringt, keine
Erwachsenen provoziert, usw… Leider ist
die Realität oftmals eine andere.
Nun versteh ich dich erst recht nicht mehr. Warum spricht man von „Hochbegabung“ wenn ein Kind anscheinend keine besondere Begabung zeigt und nicht mal dem normalen Unterricht folgen kann ?
Ist jetzt wirklich nicht bös gemeint. Bitte klär mich auf.
Ich habe auch keine Ahnung, was in Schulen mit verhaltensauffälligen Kindern (ob nun „hochbegabt“ oder nicht) gemacht wird. Aber ich denke, da müssen mal die Eltern ran und ihren Kindern Sozialverhalten beibringen. Damit sind die Schulen sicherlich überfordert.
Gruss
Marion
Hallo Reinhard
wir haben hier offensichtlich ein
Verständnisproblem.Was heisst hier „auch“ ? KEIN Kind wird
entsprechend seinen individuellen
Fähigkeiten im normalen Schulbetrieb
gefördert. Warum also deins ?
Das kann man so nicht sagen - im Falle von Behinderungen wird ja durchaus etwas getan, z.B. integrative Klassen eingerichtet. Auch ist der Unterricht durchaus darauf ausgerichtet, fehlende Begabung auszugleichen. Daß Spezialbegabungen im Normalunterricht nicht gefördert werden, stimmt sicherlich - aber „Hochbegabung“ hat nicht unbedingt etwas mit „Spezialbegabung“ zu tun.
Nun versteh ich dich erst recht nicht
mehr. Warum spricht man von „Hochbegabung“
wenn ein Kind anscheinend keine besondere
Begabung zeigt und nicht mal dem normalen
Unterricht folgen kann ?
Man spricht üblicherweise von Hochbegabung, wenn ein Kind intelligenter als 98% seiner Altersgenossen ist - also zu den intelligentesten 2% gehört. Ob es sich z.B. in eine Klassenstruktur einfindet, sich überhaupt für den Unterricht interessiert usw. ist eben eine ganz andere Frage. Hier müßte halt die Förderung einsetzen.
Mit „provozieren“ meinte ich übrigens, daß sich Erwachsene durch die Hochbegabung provoziert _fühlen_, nicht, daß das Kind andere provoziert!
Ist jetzt wirklich nicht bös gemeint.
Bitte klär mich auf.
Wenn Du mehr zum Thema wissen willst, kann ich Dir die Seiten der DGhK empfehlen
(http://www.dghk.de).
Ich habe auch keine Ahnung, was in Schulen
mit verhaltensauffälligen Kindern (ob nun
„hochbegabt“ oder nicht) gemacht wird.
Aber ich denke, da müssen mal die Eltern
ran und ihren Kindern Sozialverhalten
beibringen. Damit sind die Schulen
sicherlich überfordert.
Tja, wenn es Sozialverhalten auf Flaschen gäbe… Aber selbst dann: Was ist denn das gewünschte Sozialverhalten?
Hochbegabte neigen oft dazu, Verhaltensnormen zu verabsolutieren - und welche Verhaltensnorm verträgt das schon. (Selbst bei so einfachen Dingen wie den 10 Geboten: „Du sollst nicht töten“… „Außer, wenn…“)
Kommt noch hinzu, daß die Kinder in der Schule wie auch im täglichen Leben doch fortlaufend mit Widersprüchen konfrontiert werden. Da wird dem Kind erzählt, daß sich Gewalt und Rowdytum nicht auszahlen, gleichzeitig aber die Ellenbogengesellschaft vorgelebt.
Hochbegabten Kindern fallen diese Widersprüche und sprachlichen Laxheiten der Erwachsenen oft schon im Kindergartenalter auf - die verzweifeln schon an der Menschheit, während ihre Altersgenossen noch im Sandkasten spielen.
Die meisten der von Dir so genannten „Verhaltensauffälligkeiten“ entstehen ja im übrigen erst in der Schule: Indem man eben den unterschiedlichen Begabungen nicht gerecht wird, zwar mangelnde Fähigkeiten fördert, aber Hochbegabungen mutwillig ausbremst. Viele Hochbegabte reagieren darauf dann irgendwann mit Verweigerung. Jeder andere in einer derartigen Situation - ob hochbegabt oder nicht - würde sich vermutlich genauso verhalten, aber andere kommen eben nicht in die Situation! Insofern greift die Bezeichnung „Verhaltensauffälligkeit“ auch daneben.
Dein Vorschlag „dann eben einfach springen lassen“ ringt mir übrigens - auch aus leidvoller Erfahrung - ein müdes, leicht höhnisches Lachen ab.
Reinhard
Hallo Reinhard
Das kann man so nicht sagen - im Falle von
Behinderungen wird ja durchaus etwas
getan, z.B. integrative Klassen
eingerichtet. Auch ist der Unterricht
durchaus darauf ausgerichtet, fehlende
Begabung auszugleichen.
Da kann ich leider nur müde (und ein wenig traurig) lächeln. Integration behinderter Kinder gibt es meistens nur auf dem Papier. Beispiel: "Früh"förderung - Wartezeit 1 Jahr, Integrationskindergarten: keiner im gesamten Landkreis. Integrationsklasse: keine im gesamten Landkreis. Kannst du dir vorstellen, was DAS bedeutet, für Eltern, die ein behindertes Kind haben und zudem noch zwei Regelkindergarten und eine Grundschule gleich um die Ecke ? Im Vergleich dazu erscheinen mir Probleme von Eltern die ein hochbegabtes Kind haben doch eher… naja…
Daß
Spezialbegabungen im Normalunterricht
nicht gefördert werden, stimmt sicherlich
- aber „Hochbegabung“ hat nicht unbedingt
etwas mit „Spezialbegabung“ zu tun.Nun versteh ich dich erst recht nicht
mehr. Warum spricht man von
„Hochbegabung“
wenn ein Kind anscheinend keine besondere
Begabung zeigt und nicht mal dem normalen
Unterricht folgen kann ?Man spricht üblicherweise von
Hochbegabung, wenn ein Kind intelligenter
als 98% seiner Altersgenossen ist - also
zu den intelligentesten 2% gehört. Ob es
sich z.B. in eine Klassenstruktur
einfindet, sich überhaupt für den
Unterricht interessiert usw. ist eben eine
ganz andere Frage. Hier müßte halt die
Förderung einsetzen.
Naja, aber es gibt auch andere Kinder, die sich nicht in die Klassenstruktur einfinden und sich nicht für den Unterricht interessieren.
Ich habe auch keine Ahnung, was in
Schulen
mit verhaltensauffälligen Kindern (ob nun
„hochbegabt“ oder nicht) gemacht wird.
Aber ich denke, da müssen mal die Eltern
ran und ihren Kindern Sozialverhalten
beibringen. Damit sind die Schulen
sicherlich überfordert.Tja, wenn es Sozialverhalten auf Flaschen
gäbe… Aber selbst dann: Was ist denn das
gewünschte Sozialverhalten?Hochbegabte neigen oft dazu,
Verhaltensnormen zu verabsolutieren - und
welche Verhaltensnorm verträgt das schon.
(Selbst bei so einfachen Dingen wie den 10
Geboten: „Du sollst nicht töten“…
„Außer, wenn…“)Kommt noch hinzu, daß die Kinder in der
Schule wie auch im täglichen Leben doch
fortlaufend mit Widersprüchen konfrontiert
werden. Da wird dem Kind erzählt, daß sich
Gewalt und Rowdytum nicht auszahlen,
gleichzeitig aber die
Ellenbogengesellschaft vorgelebt.Hochbegabten Kindern fallen diese
Widersprüche und sprachlichen Laxheiten
der Erwachsenen oft schon im
Kindergartenalter auf - die verzweifeln
schon an der Menschheit, während ihre
Altersgenossen noch im Sandkasten
spielen.Die meisten der von Dir so genannten
„Verhaltensauffälligkeiten“ entstehen ja
im übrigen erst in der Schule: Indem man
eben den unterschiedlichen Begabungen
nicht gerecht wird, zwar mangelnde
Fähigkeiten fördert, aber Hochbegabungen
mutwillig ausbremst. Viele Hochbegabte
reagieren darauf dann irgendwann mit
Verweigerung. Jeder andere in einer
derartigen Situation - ob hochbegabt oder
nicht - würde sich vermutlich genauso
verhalten, aber andere kommen eben nicht
in die Situation! Insofern greift die
Bezeichnung „Verhaltensauffälligkeit“ auch
daneben.
Ich glaube, so langsam verstehe ich ein wenig, was du meinst. Aber sind da denn nicht einfach die Eltern etwas mehr gefordert ? Ist es nicht das, was heutzutage allgemein so gerne praktiziert wird, die Verantwortung der Erziehung der Kinder gerne anderen abzutreten ? Schliesslich geht es ja hier nicht um die Vermittlung von Lerninhalten. Lehrer sind mit verhaltensauffälligen Kindern aus (nur mal ein Beispiel) Krisenfamilien sicher ebenso überfordert wie mit „hochbegabten“. Wenn die Eltern es nicht schaffen, dass ihre Kinder sich in den normalen Schulalltag halbwegs einfügen, wird das sicher auch in Zukunft nur Probleme geben. Schliesslich leben auch „hochbegabte“ nun einmal in dieser Welt. Sollen die denn ewig Aussenseiter bleiben ? Und es gibt doch auch „hochbegabte“ dies ohne spiezielle Förderung schaffen, etwas aus sich und ihren Begabungen zu machen. An der Hochbegabung allein kann es also doch auch nicht liegen.
Wie wird denn ein Kind damit fertig, wenn es von seinen Eltern oder sonstwem ständig gesagt bekommt, es sei hochbegabt, aber es trotzdem nicht schafft, bessere Noten als seine „normalen“ Altersgenossen mit nach Hause zu bringen ?
Ist jetzt vielleicht ein banales Beispiel. Aber als ich in die 11. Klasse kam, war ich fliessend in Englisch. Ergebnis: eine 4- auf dem Zeugnis. Ich hab den Englischunterricht einfach Boykottiert, weil mir der zu öde war. Aber dann haben sich meine Eltern da mal ein bisschen eingemischt 
Gruss
Marion
Hallo Reinhard
Da kann ich leider nur müde (und ein wenig
traurig) lächeln. Integration behinderter
Kinder gibt es meistens nur auf dem
Papier. Beispiel: "Früh"förderung -
Wartezeit 1 Jahr,
Integrationskindergarten: keiner im
gesamten Landkreis. Integrationsklasse:
keine im gesamten Landkreis. Kannst du dir
vorstellen, was DAS bedeutet, für Eltern,
die ein behindertes Kind haben und zudem
noch zwei Regelkindergarten und eine
Grundschule gleich um die Ecke ? Im
Vergleich dazu erscheinen mir Probleme von
Eltern die ein hochbegabtes Kind haben
doch eher… naja…
Ich sag ja nicht, daß genug getan wird, aber es wird immerhin etwas getan. Das Problemfeld „Hochbegabung“ wird hingegen einfach ignoriert. (Wobei ich natürlich von den Verhältnissen hier bei uns ausgehe, anderswo kann es durchaus anders sein. Es gibt immerhin einen Spezialkindergarten in Braunschweig und ein Internat in Rostock…)
Naja, aber es gibt auch andere Kinder, die
sich nicht in die Klassenstruktur
einfinden und sich nicht für den
Unterricht interessieren.
Vielleicht sind die ja auch hochbegabt, und keiner kümmert sich drum? Es geht doch darum, die Problemstellung überhaupt erst einmal zu erkennen bzw. wahrhaben zu wollen. Und das (eigentlich) Schöne ist ja, daß man im Falle der Hochbegabten mit relativ einfachen Mitteln sehr viel erreichen kann - wenn man will.
Die Schule macht aber die Begabungsfrage fast ausschließlich an der Leistung fest, d.h. akzeptiert nicht, daß ein „Minderleister“ sehr wohl hochbegabt sein kann. Und auch wenn die Hochbegabung erkannt wird, wird das Verlangen nach spezieller Förderung abgetan mit „die haben doch schon alles, und wollen jetzt noch mehr“ oder mit der äußerst hilfreichen Überlegung, ob die Eltern nicht zu „ehrgeizig“ sind…
So speziell muss die Förderung übrigens gar nicht sein, es reicht ja schon, wenn man das Kind „einfach eine Klasse überspringen“ lassen will).
Ich glaube, so langsam verstehe ich ein
wenig, was du meinst. Aber sind da denn
nicht einfach die Eltern etwas mehr
gefordert ? Ist es nicht das, was
heutzutage allgemein so gerne praktiziert
wird, die Verantwortung der Erziehung der
Kinder gerne anderen abzutreten ?
Ich will nichts abtreten, aber ich wünsche mir, daß die Probleme dort gelöst werden, wo sie auftreten!
Schliesslich geht es ja hier nicht um die
Vermittlung von Lerninhalten. Lehrer sind
mit verhaltensauffälligen Kindern aus (nur
mal ein Beispiel) Krisenfamilien sicher
ebenso überfordert wie mit „hochbegabten“.
Wenn die Eltern es nicht schaffen, dass
ihre Kinder sich in den normalen
Schulalltag halbwegs einfügen, wird das
sicher auch in Zukunft nur Probleme geben.
Schliesslich leben auch „hochbegabte“ nun
einmal in dieser Welt. Sollen die denn
ewig Aussenseiter bleiben ? Und es gibt
doch auch „hochbegabte“ dies ohne
spiezielle Förderung schaffen, etwas aus
sich und ihren Begabungen zu machen. An
der Hochbegabung allein kann es also doch
auch nicht liegen.
Nein, es geht aber um einen recht hohen Prozentsatz der Hochbegabten. Gemessen an der Gesamtpopulation ist er natürlich eher klein. Da wird dann halt einfach abgewunken - der Gesellschaft reicht es halt, die große Masse halbwegs durchlaufen zu lassen. Das ist die gleiche Ignoranz, die auch Behinderte ausgrenzt und zum gesamtwirtschaftlich irrelevanten Faktor herabstuft.
Und noch einmal: Im Falle der Verhaltensauffälligkeiten der Hochbegabten kann man halt recht einfach etwas erreichen. Wenn die Ursache der Verhaltensauffälligkeit eine kaputte Familie ist, ist das natürlich ungleich schwerer, vielleicht sogar unmöglich.
Man könnte auch argumentieren, daß sich die Begabtenförderung für die Gesellschaft besonders lohnt. Dann wird einem aber automatisch unterstellt, daß man die Förderung anderer (eben auch Behinderter) für „unlohnend“ hält - und kommt dann automatisch in die Tabuzone des politisch Unkorrekten. (Die gute alte DDR kannte derartige Tabus übrigens weniger…). Ich verzichte daher meist auf derartige Überlegungen ;=)
Wie wird denn ein Kind damit fertig, wenn
es von seinen Eltern oder sonstwem ständig
gesagt bekommt, es sei hochbegabt, aber es
trotzdem nicht schafft, bessere Noten als
seine „normalen“ Altersgenossen mit nach
Hause zu bringen ?
Natürlich sollten die Eltern das Thema dem Kind gegenüber eher runterkochen. Aber ein hochintelligentes Kind merkt (leider) von alleine, daß es anders ist als die anderen. Das es damit einen höheren Wert als die anderen hat, sollte man ihm natürlich nicht vermitteln.
Ansonsten sollte es aber doch ein Alarmsignal für alle Beteiligten sein, wenn ein hochbegabtes Kind die Leistungen nicht erbringt. Und wenn die Probleme dann ausschließlich im Unterricht auftreten (was definitionsgemäß fast der Regelfall ist) - wie sollen Eltern denn dort eingreifen? Das wäre nun einmal Sache der Lehrer. Und die weigern sich, auch nur die Möglichkeit einer Hochbegabung zu sehen. Ein Teufelskreis…
Im Bereich von Sport und Musik ist die Förderung (und mögliche „Elitebildung“ - das Teufelswort!) in unserer Gesellschaft durchaus erwünscht, aber ansonsten herrscht in der Lehrerschaft, aber auch in weiten Teilen der Bevölkerung der gute alt-68er Egalitarismus vor. In der Wirtschaft nennt man das dann „management by mushrooms“: Alles im Dunkeln halten, und wenn sich Köpfe bilden, diese abschneiden.
Ist jetzt vielleicht ein banales Beispiel.
Aber als ich in die 11. Klasse kam, war
ich fliessend in Englisch. Ergebnis: eine
4- auf dem Zeugnis. Ich hab den
Englischunterricht einfach Boykottiert,
weil mir der zu öde war. Aber dann haben
sich meine Eltern da mal ein bisschen
eingemischt
Tja, diese Phase der „Einmischung“ haben wir jetzt gerade hinter uns, und genau daraus speist sich meine Frustration: Man führt einen permanenten Kampf gegen Windmühlenflügel.
Reinhard
Na, wenn ich mich so in der Welt umschaue, bin ich schon der Meinung, daß es nichts schaden würde, wenn die Menschheit mit ein bißchen mehr Intelligenz ausgestattet wäre ;=)
Reinhard
PS: Weiteres lieber per EMail…
Hallo Reinhard,
wenn ich das so sehe und lese hast Du einen schweren Stand hier.
Ich bin erst seit einigen Stunden in wer-weiss-was und erinnere mich, das ich doch einmal mit der dghk kontakt aufnehmen sollte.
Mein Sohn ist 7 und hört sich zur Zeit noch eine Wicki-platte an. Bis vor einigen Monaten hatte ich noch Problem damit ihn um 20 Uhr zum Schlafen zu bringen. Solange er morgens gut raus kommt geht es noch.
Schlimmer sind die Probleme in der Schule und im Spiel mit anderen Kindern.
Obwohl ich aus der Arbeit mit Behinderten komme und systemisch und nicht defizietorieniert (richtig geschrieben?) arbeite, hatte ich große Probleme mich mit einer Begabung abzufinden. Nach vielen Gesprächen mit Schule und Hort geht es langsam besser.
Doch wird dieser Problematik noch zu stark verkannt.
In diesem Sinne, sorry meine Tastatur ist ziemlich hinüber, wünsche ich noch alles gute
Oliver
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Na, wenn ich mich so in der Welt umschaue,
bin ich schon der Meinung, daß es nichts
schaden würde, wenn die Menschheit mit ein
bißchen mehr Intelligenz ausgestattet wäre
;=)
nur mehr intelligenz nützt auch nix, man muß sie auch schon einsetzen können
nur mehr intelligenz nützt auch nix, man
muß sie auch schon einsetzen können
Tja, das sagt man so…
Aber der Begriff „Intelligenz“ beinhaltet eigentlich schon per Definition, dass man sie einsetzt. Jemand, der z. B. bei einem Intelligenztest seine Intelligenz nicht einsetzt, schneidet halt nicht als „intelligent“ ab. Eigentlich ganz einfach…
Reinhard
Tja, das sagt man so…
Aber der Begriff „Intelligenz“ beinhaltet
eigentlich schon per Definition, dass man
sie einsetzt. Jemand, der z. B. bei einem
Intelligenztest seine Intelligenz nicht
einsetzt, schneidet halt nicht als
„intelligent“ ab. Eigentlich ganz
einfach…
trotzdem kann man seine intelligenz auf verschiedene weise im täglichen leben einsetzen…ich kann intelligent sein und auf gut deutsch gesagt ein schwein sein oder ich kann ganz platt gesagt meine intelligenz zum wohle anderer menschen einsetzen.
trotzdem kann man seine intelligenz auf
verschiedene weise im täglichen leben
einsetzen…ich kann intelligent sein und
auf gut deutsch gesagt ein schwein sein
oder ich kann ganz platt gesagt meine
intelligenz zum wohle anderer menschen
einsetzen.
Genau das ist eben die Herausforderung - und genau deshalb muß man auch - und gerade - intelligente Kinder fördern.
Reinhard
hallo,
vielleicht schaust du da mal rein…evtl. kann dir dort geholfen werden
yvonne
http://www.michna.com/dghk.htm