Hi!
ohne jetzt die generelle Diskussion über Hochbegabung
irgendwie anstachlen zu wollen, scheint es mir ja zu sein,
dass diese Kinder (bzw. die Eltern) die Wahl zwischen Pest und
Cholera haben: nämlich entweder das Kind langweilt sich unter
gleichaltrigen
Das MUSS nicht der Fall sein.
Die 2 % wurden schon genannt.
Sowohl der meinen Sohn testende Psychoonkel als auch die Schulleiterin meines Sohnemanns sagten uns, dass von diesen 2 % nur die allerwenigsten übehaupt irgendwelche Probleme haben.
Das Problem liegt nun mal nicht bei den Kids sondern bei den Pädagogen. Sind diese bereit, sich mit der Tatsache anzufreunden, dass es Hochbegabung nicht nur irgendwo gibt sondern sogar real in der eigenen Klasse, dann kann es durchaus sein, dass die Kids ihre „Freizeit“ (wenn die halt früh fertig sind) damit verbringen, den nicht ganz so guten Kindern zu helfen -> oder ähnliches (ist nur ein erlebtes Beispiel)
Allerdings liegt die Frage der Schulqualität nicht nur in diesem Bereich in der Qualität der Lehrer (ein befreundeter Lehrer sagte mir letztens: „Wenn Dein Kind fünf richtig gute Lehrer bekommt, schafft er das Abi locker - bekommt er nur 2 echte Ärsche, muss er sich richtig reinhängen…“)
oder er/sie bleibt „auf ewig“ das Jüngste in
der Klasse.
Auch das MUSS nicht mit Problemen behaftet sein.
Ich kenne da (flüchtig - das Kind war im Kindergarten, den auch mein Sohn besuchte) ein Mädchen, das
- mit 5 Jahren eingeschult wurde
- nach 2 Wochen in die zweite Klasse sprang
- nach dem 5. Schuljahr auf dem Gymnasium direkt in das 7. kam (Mutter ist Französin, Vater ist Australier - deshalb keine Sprachprobleme)
Sie ist jetzt 13 Jahre alt und in der 10. Klasse - dazu kommt noch, dass sie ein sehr zierliches kleines Wesen ist.
Allerdings ist sie im Klassen- und Schulverband total integriert, arbeitet in der SV mit und hat lediglich etwas „kindlichere“ Interessen als ihre Klassenkameradinnen.
OK - ist ein Einzelfall und somit auch nur als solcher zu werten…
Nun würde mich aber mal interessieren, wieviele
(„amtlich bestätigte“ - wie auch immer man das misst)
hochbegabte Kinder es so pro Klassenstufe gibt. Reden wir hier
über 1 von 100? 1 von 30? 1 von 10? Hat da jemand ne Zahl für
mich?
Wie gesagt 2 %.
Allerdings gibt es da das Problem, dass Kinder zwar in einigen Bereichen hochbegabt sein können, deshalb aber noch lange nicht „hochbegabt“ sind.
Ein Mathe-Genie KANN unter Umständen echte Probleme mit der Sprache haben.
Mein Zwerg zum Beispiel hatte beim Test im Mathe-Bereicht extrem hohe Werte, im sprachlichen Bereich lag er weit über dem Durchschnitt, bei sachbezogener Logik hatte er gute Durchschnittswerte - und bei der (seiner Meinung nach total langweiligen) Symbolsuche (Teil von Bearbeitungsgeschwindigkeit und Konzentrationsfähigkeit) hat er gerade am unteren "Durchschnitt"swert gekratzt.
Das ist bei diesem HAWIK 4 - Test (momentan der wohl beste Test, aber noch lange nicht perfekt) völlig normal.
Dadurch ist er NICHT hochbegabt - in einigen Bereichen aber halt doch. Schön war, dass der Psychologe sich wirklich viel Zeit genommen hat bei dem Gespräch mit uns. Und noch schöner war, dass die Schulleiterin (seine Klassenlehrerin) darauf reagiert hat und ihn anders fordert / fordern lässt. Seine Mathe-Note hat sich innerhalb von einem halben Jahr um eine Zensur verbessert, weil er sich nicht mehr so langweilt…
LG
Guido