Hochbegabung oder elterliches Wunschdenken?

Hallo.
Ich bezweifle einfach ob es, im Fall von auftretenden Problemen, die Aufgabe der Eltern ist, Diagnosen zu erstellen und Gegenmassnahmen zu ergreifen.
Ich sehe die Rolle der Eltern eher darin, diesen Kindern einen Rückhalt zu bieten, diese Kinder für ihre Probleme stark zu machen um sie zu durchstehen.
Denn die Welt ist so hart wie sie ist. Die Welt wird keine Rücksicht auf Begabungen jeglicher Art nehmen. Spätestens wenn aus diesen Kindern Erwachsene werden, müssen sie da durch.
Ich glaube das Leben selbst ist die beste Schule und jedes Kind, ob hochbegabt oder nicht wird früher oder später seinen Weg finden, dabei leiden, aber auch die Freuden geniessen.

Hinter dieser Hochbegabungs-, ADS-, Problemkinddiskussion steckt nur doch wieder der Versuch, das allgemeine System künstlich über eine Randgruppe zu stülpen um den Kleinen keine vermeintlichen Nachteile zu zumuten. Die Gefahr ist gross, dass diese Stülperei wieder nicht allen individuellen Fällen gerecht wird. Die Nachteile sind m.E.relativ, denn wer sagt denn, dass es ein Nachteil ist, vor allem für ein sehr intelligentes Kind, von der Schule zu fliegen, oder immer Aussenseiter zu sein. Ist das nicht die notwendige Erfahrung, ja sogar Bestätigung, dass es diesem Mensch nie vergönnt sein wird, mit dem Strom zu schwimmen, vorgefertigte Lebenswege zu gehen, eigene, vielleicht aussergewöhnliche Ansicht durchzusetzen? Es ist vorbestimmt für diesen Menschen, sich immer ohne gesellschaftliche Orientierung seinen Lebensweg zu suchen. Es wird sich eher allein gelassen fühlen von seinen Eltern die versuchen ihm diesen Lebensweg vorzugeben durch eine Sonderbehandlung innerhalb des Systems. Besser wären Eltern, die ihr Kind ermutigen seinen Weg zu suchen, auch abseits aller anderen Wege.

Gruss D.K.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Gnlwth,

mit diesem Satz:

Hochbegabt ist (und bleibt) fuer mich ein Kind - aus dem auch
irgendwann einmal ein Erwachsener wird, der sich
signifikant!!! von anderen Erwachsenen unterscheidet - das
eine wirklich signifikante Abweichung von der Norm zeigt
(egal, ob es sich um Intelligenz, musische Begabung, Sport etc
handelt).

gehst Du vollständig an den Erkenntnissen zur Hochbegabung vorbei. Gerade zuwenig geförderte Hochbegabte fangen recht schnell an, ihre Intelligenz dazu zu benutzen, die Begabung, die offensichtlich unerwünscht ist, vor den anderen zu verstecken. Vielleicht magst Du den Link zu hochbegabten Frauen und Mädchen – im Brett „Frauen und Feminismus“ von barbara gepostet - dazu mal durchlesen.

Gruß, Karin

Soso…
Dann muss ich auch hochbegabt sein. *L*

Als ich 1972 eingeschult wurde, konnte ich lesen. Gut lesen.
Was dazu führte, daß ich mich entsetzlich langweilte.

Während die anderen mühselig Wort für Wort buchstabierten, habe ich die Geschichte ganz gelesen und die nächsten 5 gleich dazu. Irgendwann hatte ich das Buch durch und fing an, zu kippeln, zu singen, ans Fenster zu gehen um rauszugucken, ich schoß Popel auf die anderen Kinder oder verließ die Klasse für einen kleinen Spaziergang. Kurz, ich war eine Plage, was mit dem Stempel „schwer erziehbar“ endete, ----> im Kinderheim.
Ich war schlau, ich war gelangweilt, ich war eine Nervensäge = hochbegabt?

Quatsch.

Vielleicht hätte mir die Lehrerin einfach ein Arbeitsblatt geben sollen, um mich zu beschäftigen.

Ich glaube einfach nicht, das *hoch*begabung so häufig ist. Ich glaube, wenn angeblich derart viele Kinder hochbegabt sind, stimmt was mit dem System nicht.

Ist jedes Kind das verhaltensauffällig ist, hochbegabt oder hat ADS oder am besten beides?

Ich stimme meinem Vorredner zu, hochbegabung ist was sehr seltenes, und nichts das in einer Familie gleich bei allen Kindern vorkommt.
Aber das hören die Eltern nicht gerne *g* denn auch wenn sie jammern, wie anstrengend das ist, sind sie doch insgeheim stolz.
„Ja mein Sohn ist hochbegabt, ihr habt ja keine Ahnung wie schrecklich anstrengend das ist *gequält seufz* - aber wir tun unser bestes (und irgendwo muss das Kind es ja herhaben, gelle?) *bescheiden guck*“

M.

Unfair!
Hallo Marianne!

Vielleicht hätte mir die Lehrerin einfach ein Arbeitsblatt
geben sollen, um mich zu beschäftigen.

Das nennt sich Binnendifferenzierung, und wenn man damit alle Schwierigkeiten, die HBs oft haben, aus der Welt schaffen könnte…schön wär´s!

Ich glaube einfach nicht, das *hoch*begabung so häufig ist.
Ich glaube, wenn angeblich derart viele Kinder hochbegabt
sind, stimmt was mit dem System nicht.

Nee, ist sie auch nicht, sondern nur bei einem bestimmten Anteil der Bevölkerung.

Ist jedes Kind das verhaltensauffällig ist, hochbegabt oder
hat ADS oder am besten beides?

Sicher nicht, aber man kann auch „Läuse UND Flöhe haben“.

Ich stimme meinem Vorredner zu, hochbegabung ist was sehr
seltenes, und nichts das in einer Familie gleich bei allen
Kindern vorkommt.

Muss nicht, kann aber.

Aber das hören die Eltern nicht gerne *g* denn auch wenn sie
jammern, wie anstrengend das ist, sind sie doch insgeheim
stolz.

Alle Eltern sollten auf ihre Kinder stolz sein. Völlig unabhängig von der Begabung. (Und, btw, wer sind „DIE“ Eltern?)

„Ja mein Sohn ist hochbegabt, ihr habt ja keine Ahnung wie
schrecklich anstrengend das ist *gequält seufz* - aber wir tun
unser bestes (und irgendwo muss das Kind es ja herhaben,
gelle?) *bescheiden guck*“

Das finde ich ziemlich unfair, denn Du kannst nicht von Deiner Familie auf andere schließen, bzw. Dir ein Urteil darüber erlauben, ob und in wieweit andere Menschen leiden.

Angelika

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Hallo Rahja,

du bist nicht allein.

Wenn man eine hohe Intelligenz IQ > 130 (angebotenes Maß für Hochbegabung) betrachtet, kommt man dahin, dass jedes 50ste Kind unter diese Definition fällt.

Was dazu kommt, ist dass nicht jedes intelligente Kind durch ungewöhnliche Verhaltensweisen auffällt, auch nicht besonders gute oder besonders schlechte Noten. Ein hochintelligentes Kind kann in manchen Fächer mittelmäßig oder sogar schlecht sein. Nicht etwa, weil es sich so furchtbar langweilt, sondern weil ihm das Fach nicht liegt oder es den Stoff als schwierig empfindet.

Es müsste also größenordnungsmäßig jedes 100ste Kind als Hochbegabt erkannt und gewertet werden. Der Anteil der Kinder, von denen die Eltern behaupten, dass sie hochbegabt sind, ist wesentlich höher.
Entweder nutzen Eltern von hochbegabten Kindern jedes Medium, um mit ihren Kindern zu prahlen oder aber es liegen viele Fehleinschätzungen vor.

Das www ist voll von hoch intelligenten Menschen. Viele haben eine akademische Ausbildung, viele sind ihren eigenen besonderen Weg gegangen. Wenn man nun diese Menschen nach ihrer Kindheit fragt, passen sie kaum auf das Schema, das hier von hochbegabten Kindern geschildert wird. Es gibt sogar Fälle von Kindern, die in ihrer Jugend eher etwas langsam waren.
Hohe Intelligenz heißt nicht unbedingt, dass ein Kind anecken muss oder Probleme mit anderen Menschen hat. Im Gegenteil, dass Kind kann seine Intelligenz dazu nutzen Probleme zu meiden und Vorteile zu erringen.

Hochbegabung bei Kindern wird scheinbar erst dann als solche gewertet, wenn sie mit außergewöhlichen Leistungen oder einem neurotischen Verhalten gekoppelt ist.

Dass mit der Hochbegabungseuphorie der Eltern gibt sich wahrscheinlich, wenn das Kind irgendwann ein durchschnittliches Abitur macht, eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann macht und sich im späteren Leben nicht besonders von seiner Umgebung abhebt.

Gruß
Carlos

Hallo Marion,

ein hochbegabtes Kind kann im schulischen, emotionalen, sozialen oder körperlichen Bereich Probleme haben.

Das ist aber kein MUSS sondern ein KANN.

http://www.logios.de/ kann ich zu dem Thema empfehlen, was meine Behauptung im übrigen stützt.

Ansonsten bitte ich dich irgend eine Studie zu benennen, in der alle hochbegabten Kinder Probleme hatten.

Gruß Ivo

Hallo Ivo,

Ansonsten bitte ich dich irgend eine Studie zu benennen, in
der alle hochbegabten Kinder Probleme hatten.

Das wir d Marion wohl kaum gelingen, wo doch alle mir bekannten Studien bislang genau das Gegenteil feststellen… nämlich dass es erheblich mehr HBler ohne als mit auffälligen Problemen gibt. (Probleme irgendwelcher Art hat wohl jeder Mensch)

In diesem Sinne…

gipsy

Moin Ivo

Ansonsten bitte ich dich irgend eine Studie zu benennen, in
der alle hochbegabten Kinder Probleme hatten.

Kinder werden nicht generell auf Hochbegabung getestet. Wenn, wie hier an anderer Stelle verkündet, Hochbegabung am IQ festgemacht wird, dann muss erstmal ein Grund vorliegen, den IQ eines Kindes überhaupt erst zu ermitteln. Dieses Grund kann nur lauten, dass ein Kind auffällig ist. Auffälligkeit bedeutet jedoch Probleme. Für ein Kind, das keine Probleme bereitet, besteht nämlich überhaput kein Grund, nach der Ursache für irgend welche Auffälligkeiten zu suchen.

Nur nochmal zur Erinnerung: Es ging hier nicht darum, wie viele Kinder tatsächlich hochbegabt sind (wir nur durch routinierte IQ Tests für alle Kinder in Studien festgestellt wird, die eben auch die unauffälligen hochbegabten erfassen), sondern es geht um Eltern behaupten ihre Kinder seinen hochbegabt.

Ich dachte, mit soviel Hochbegabung hier im Brett, müssten die Zusammenhänge eigentlich klar sein *fg*.

Gruß
Marion, natürlich auch hochbegabt

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Hallo Marion,

Dieses Grund kann
nur lauten, dass ein Kind auffällig ist.

Wieso kann ern NUR so lauten?

Auffälligkeit bedeutet jedoch Probleme.

Dieser Satz ist einfach nur falsch. Nicht jede Auffälligkeit bedeutet automatsich Problem.

Für ein
Kind, das keine Probleme bereitet, besteht nämlich überhaput
kein Grund, nach der Ursache für irgend welche Auffälligkeiten
zu suchen.

Nur nochmal zur Erinnerung: Es ging hier nicht darum, wie
viele Kinder tatsächlich hochbegabt sind (wir nur durch
routinierte IQ Tests für alle Kinder in Studien festgestellt
wird, die eben auch die unauffälligen hochbegabten erfassen),
sondern es geht um Eltern behaupten ihre Kinder seinen
hochbegabt.

Ich dachte, mit soviel Hochbegabung hier im Brett, müssten die
Zusammenhänge eigentlich klar sein *fg*.

Du verschanzt dich hinter viel blah blah ohne das liefern zu können, was das ganze belegen könnte.
Das liegt wohl daran, dass du schlichtweg nicht recht hast.
Die von dir genannten Zwangsläufigkeiten existieren wohl nicht.
Meine Erfahrung mit „hochbegabten“ Klassenkameraden zur Schulzeit (ich hatte nachweislich (gestestete) 2 davon in meiner Jahrgangsstufe / ab Klasse 5-13) decken sich nun mal in keinster Weise mit dem was du hier von dir gibst.

Also nochmal: Leg statt dem „Geschwätz“ mal was auf den Tisch was deine Behauptung stützt!

Gruß Ivo

Hallo Marion,

Dieses Grund kann
nur lauten, dass ein Kind auffällig ist.
Auffälligkeit bedeutet jedoch Probleme.

Und auch hier irrst du dich wieder. Auffällig vielleicht, aber auch nicht einmal das immer… (einen Grund dafür hast du in deinem Posting selbst genannt). Ansonsten oft einfach nur auffällig intelligent.

Viele Grüße

gipsy