Forscher meinen, daß das angebliche Hochdeutsch in Hannover doch sächsisch ist. Im Artikel steht auch mehr dazu. Was meint ihr?
Forscher meinen, daß das angebliche Hochdeutsch in Hannover
doch sächsisch ist.
Nur dass dort, wo heute Hannover ist, damals Sachsen waren.
„[…]
Erst vor 200 Jahren hätten die Deutschen vermehrt […]“
Bei diesem Wort höre ich gewöhnlich mit dem Lesen auf. Aber sei’s
drum!
„[…] erklärte Knoop. ‚Als erster hat Johann Wolfgang von Goethe Sprachregeln für sein Theater in Weimar entwickelt, damit sich niemand mehr über die Heimatdialekte der Darsteller lustig machen konnte‘, sagte Knoop.“
Sagt er. Aber wenn sich am Ende des FAUST „Gleichnis“ auf „Ereignis“ reimt, dann kann man nur raten, ob das franfurterisch oder weimarsch ist.
Im Übrigen meine Antithese:
Das Hochdeutsche wurde erfunden, damit bei dem sächsischen Satz
„Räschnwärmakrieschn“
nicht die einen zum Himmel und die anderen auf den Boden schauen.
Guten Tag!
Besagter Artikel ist einfach nur so hingeschludert. Die Begriffe werden bunt durcheinandergemengt. Die Tatsachen: „Hoch-“ hieß zunächst vereinfacht gesagt „Süd-“. „Mittelhochdeutsch“ war also südliches Deutsch aus einer mittleren Zeit (nicht genau Mittelalter). Die Sachsen waren zum einen ein deutscher Stamm (wie auch fünf andere, darunter die Baiern); andererseits übertrug sich der Name dann zunehmend auf das, was wir heute hauptsächlich als „Sachsen“ empfinden. „Bayern“ geht ja heute auch bis Aschaffenburg, endet aber noch vor Salzburg. „Meißnisches“ Deutsch mag tatsächlich einen Hannoveraner Herrscher dazu bewogen haben, diese „edle“ Sprachform auch bei sich am Hofe durchzudrücken, als etwa ein Preußenkönig an so etwas gar nicht dachte. Entweder, er parlierte französisch oder er fluchte wie ein Kutscher…
Das, was heute fälschlicherweise „Hochdeutsch“ (besser: Lutherisch) genannt wird, kommt vom Lautstand her eher aus dem Süden („Haus“ statt „Hûs“), und zwar wiederum aus dem Südosten, ist aber durch die Reformation (auch wieder vereinfacht) unter ostmitteldeutschen Einfluss geraten und danach durch norddeutsche Aussprache überformt worden.
Gruß
Sepp