Hochlochziegel in Leichbauweise möglich+sinnvoll?

Hallo zusammen

hat jemand Erfahrung mit Mauerwerk in Leichtbauweise? Ich bin dabei herauszufinden, ob man Ziegelsteine mit Breite von ca. 4-5 cm herstellen kann und ob solches format sinnvoll ist. Die gängigen HochlochZiegelsteine haben ja i.d.R. Breite von mind. 11,5 cm.
Was kann der Vorteil von diesem Kleinformat sein, ausser dass diese Steine leicht transportabel sind? Sicherlich sind sie als Aussenfassade unbrauchbar, da ich mir kaum vorstellen kann, wie ein Sturz bei diesem Format gemacht werden kann. Der Sturz wäre auch nur 4-5 cm breit und da ist das Problem, wie den Sturz bewehren und dabei die Betondeckung einhalten bei Eisendurchmesser 8mm? Möglich wäre nur, dass man den Sturz nicht mit Blender versieht, das sieht zwar nicht so gut aus, technisch aber möglich.
Deshalb meine Frage: Hochlochziegelsteine mit Breite 4-5 cm möglich und sinnvoll? Gibt es Probleme bei der Herstellung beim backen der Steine oder sonstige andere Probelme?
Wäre froh, wenn ihr Experten sich zu Wort meldet.

Gruss

Es tut mir leid, aber zu dieser Frage kann ich leider keine antwort geben. Auf diesem Gebiet bin kein experte oder ähnliches.

Lg
Hermans

Hochloch-Leichtziegel in kleinem Format haben sich nicht durchsetzen können weil die Produktionkosten zu hoch sind.
Kleinformate haben hohe Lohnfolgekosten.
Es gibt 7 cm Ton-Hourdisplatten die ein schnelles erstellen von Ziegelleichtwänden in 7 cm breite ermöglichen.
Aber wo woll der Sinn von einer 5 cm Hochlochziegelwand liegen?
Zu hohe Produktionskosten, zu hoher Transportbruch und zu hohe Lohnkosten beim erstellen der Wände.
Es gibt bereits die großformatigen Porenbetonsteine die ein einfaches erstellen von Leichtwänden ab 5 cm Mauerwerksbreite zulassen und durch das Verkleben der Steine eine solide feste Mauerwerksscheibe darstellen.
Ich sehe aus bautechnischer Sicht keinen sinnvollen Einsatz für soche Leichtziegel und glaube auch nicht, dass davon so viele Steine verkauft werden können damit eine Produktion rentabel würde.
Es wäre, um die Fragen abschließend beantworten zu können zu klären was Sie zu diesen Überlegungen geführt hat.

Also ich kann mir keine Anwendung vorstellen (außer Modellbau) bei denen man solche Wandstärken anstrebt.
Nimm einen 11,5 cm Ziegel und teile ihn in der Mitte mit einer handelsüblichen Steinsäge (Wassergekühlt) dann erhälst Du wenigsten 2 Ziegel mit je ca. 5,5 cm

Grüße

Auch hallo,
dies müssen Sie die Hersteller, deren Verbände oder Forschungsorgane fragen. Siehe die wichtigsten links unten. Allein mir stellt sich die Frage wozu, weshalb und warum?
Sie haben sich teils die Antwort schon selbst gegeben: Auch ich sehe da statische Probleme. Aber es gibt ja bekanntlich nichts was sich nicht lösen lässt. Dazu müsste man sich aber ernsthaft in die Sache vertiefen. Denke allerdings, dass die Industrie und die Forschung da die Möglichkeiten weitgehend ausgeschöpft haben. Aber das sehen sie ja gleich selbst (s.u.).
Also: Möglich? Sicher! Sinnvoll? Weiss nich..!
Ich hoffe ich konnte Ihnen auf diesem Wege trotzdem etwas behilflich sein. Viel Glück und viel Spass.

mit freundlichen Grüssen,

Markus Schellin

http://www.izf.de/

http://www.dgfm.de/

http://www.keraform.de/

http://www.wienerberger.at/servlet/Satellite?pagenam…

http://www.baulinks.de/links/1archiv.php4?urlb=http:…

Hallo,

Vorab zu Ständerwände, Trennwände in Leichtbauweise (sind keine Tragwände)

Die Rahmenkonstruktion
Diese besteht entweder aus Holz oder aus Metallprofilen. Die Beplankung dieser Wände erfolgt mit den Platten einlagig oder mehrlagig, mit einer dazwischenliegenden Wärmedämmung.

Mehrlagig für erhöhten Brandschutz und Schallschutz. Platten, die in Feuchträumen eingesetzt werden, besitzen wasserabweisende Stoffe und müssen beim Baustoffhändler gesondert bestellt werden. Diese Platten haben eine eigene Kennzeichnung. Ebenso Platten, die einen erhöhten Brandschutz aufweisen sollen.

Hochlochziegel als Platten od. Steine in einer Breite von 4-5 cm, als Mauerwerk in Leichtbauweise herzustellen, ist aus statischer und technischer Sicht nicht möglich. Im Hochbau der Wirtschaftlichkeit nicht relevant. Hinzu kommt der Brandschutz, Schallschutz, Lastverteilung,
Eigengewicht, Witterungseinfluss usw. die Berücksichtigt werden müssen.

Gruß

W. Gutjahr

Guten Abend Herr möser

zu Ihrer Frage, was mich zu dieser Überlegung geführt hat, kann ich sagen, dass ich in der Mauerwerksbranche tätig bin, wir planen und produzieren Stürze und wir stellen auch Zieglsteine auch her. Ich bin in dieser Branche noch relativ neu und kenne mich noch nicht so gut mit der Materie aus. Unsere Verkäufer wurden von Kunden auf dieses Steinformat mehrmals angesprochen und wir überlegen, ob die Produktion sinnvoll, sprich rentabel, und technisch machbar ist. Das zu den Hintergründen meiner Überlegung. Können Sie genauer erläutern, weshalb die Kosten für Produktion und Lohn ungleich hoch sein sollen? Kosten sind sicherlich nur dadurch abzudecken, wenn grosse Nachfrage und Bedarf vorliegen. Wo genau können bautechnische Hindernisse für solches Steinformat liegen?

@Schelle05:
Super! vielen Dank für die Links. Werde mich noch in dieser Materie vertiefen.

Hallo Schelle05

vielen Dank für Links.

GRuss

Hallo Wolfgang

ich bin realtiv frisch im Mauwerkssystem, kenne mich noch nicht ganz aus in der Materie.
Kannst du genauer erklären, weshalb die kleinformatigen Steine 4-5 cm im Mauerwerksbau als Leichtbaufassade statisch und technisch nicht möglich sein sollen?

GRuss

bei Fassaden muss unter anderem die Eigenlast sowie Aussteifung und Verformung bzw. Verankerung der Fassade am Gebäude berücksichtigt werden. Und dies ist bei Hochlochziegel mit einer Breite von 4-5 cm bedenklich zumal wenn die Fassade über eine Fensterfront weitergeführt werden soll, ist es unter anderem mit einem Sturz von 4-5 cm nicht realisierbar.

Der HLZ ist zur Gewichtsverminderung und zur besseren Wärmedämmfähigkeit durchlocht dessen Lochung senkrecht zur Auflagefläche verläuft und der daher zur Lastverteilung (Als Tragwand ab 17,5 cm) eingesetzt werden kann.

Die Fertigung selbst um Hochlochziegel in diesem Format zu produzieren ist sehr aufwendig und Schwierig da die Ziegel gebrannt werden müssen, kann es zu Verformung oder zur Rissbildung kommen. So müssten sie in großformatigen Platten produziert werden, danach in das entsprechenden Formt zugeschnitten werden. Es ist ein sehr großer Aufwand um solche Formate herzustellen.

Hallo nvt

Backsteine haben wenn keine statische dann zumindest eine akustische Aufgabe zu erfüllen. Akustische Dämmung in Wänden erreicht man durch Masse - bei 5 cm Backstein also nicht erfüllt.
Ausserdem braucht eine Wand bei der Erstellung (aufmauern) Stabilität. Auch hier: nicht erfüllt.
Eher zu empfehlen für nichttragende Wände im Innenbereich: Leichtbautrennwände (in Deutschland von Knauf bekannt, in der Schweiz von Rigips) mit Zwischenlage aus Mineralwolle.
Übrigens: Türen brauchen nicht immer einen Sturz, man kann sie auch raumhoch machen.

Gruss
essdeecee