Hallo Fragezeichen,
Hallo, ich würde gerne mal wissen ob man mit einem Abschluss
in Internationaler BWL im allgemeinen bessere Chancen auf dem
Bewerbermarkt hat, bzw. ob dieser höher angesehen wird als ein
Abschluss in „normaler“ BWL, angenommen man hat 2
Fremdsprachen als Wahlpflichtfächer gewählt. Also, ob es sich
lohnen würde statt im SS mit normaler BWL anzufangen noch das
Wintersemester abzuwarten und darauf zu spekulieren noch einen
Platz für Internationale BWL/International Business zu
bekommen?
Natürlich hat man z.Zt. mit einem internationalen Bezug mehr Chancen als mit „normaler“ BWL, dies bezieht sich aber hauptsächlich auf die Auslandspraktikas sowie den Unterricht in Englisch (bei manchen Studiengängen >50% der Vorlesungen). Weitere Fremdsprachen bringen nur Vorteile, wenn das Unternehmen mit diesen Ländern zu tun hat und wirklich gute Kenntnisse der Sprache vorliegen („verhandlungssicher“). Ansonsten zeigen sie nur, dass Du fähig bist, Dir eine neue Fremdsprache anzueignen (für den Fall, dass man Dich ins Ausland versetzen will).
Außerdem, würde ich gerne noch wissen, ob es eine sehr große
Rolle spielt an was für einer Uni bzw. FH man seinen Abschluss
macht.
Kommt auf die Stelle an, auf die man sich bewirbt, wobei sowohl Aufgabengebiet als auch Vorliebe des eigenen Chefs eine Rolle spielen. Je theoretischer die Aufgabe (oder auch je Rechercheintensiver) desdo eher kann ein Uni-Absolvent seine Vorzüge ausspielen.
Aber: es kommt immer auf Dich persönlich an, was Du daraus machst. Ich kenne Uni-Absolventen, die kleben heute noch auf Ihrer Absolventenstelle, dagegen kenne ich Schulversager (z.T. ohne Hauptschulabschluß, mit anschließender mittelmäßiger Handwerkerlehre), die es hinterher bis ins höhere Management geschafft haben.
In meiner Branche (internat. Automobilzulieferer, Maschinenbau-Ing. mit Job im Wirtschaftsing.-Bereich) kann es sogar sein, dass ein Techniker (Fachschule) einen Uni-Absolventen überholt, es kommt auf die Leistungen im realen Leben an.
Es gibt ja diese Hochschulrankings von Stern und Fokus,
bei denen die Unis nach verschiedenen Kriterien bewertet
werden (Professorentipps, Publikationen pro Professor,
durchschnittliche Studiendauer, Betreuung,…).
Es gibt Kriterien, die halte ich für wichtig:
durchschn. Studiendauer
Betreuungsmöglichkeiten
„Freizeitprogramm“ => sinnvolle Kursergänzungen
Nähe zur realen Wirtschaft (sorry, ich selbst habe einen BA-Abschluß und halte es daher für wichtig)
Weniger wichtig ist die wissenschaftliche Arbeit eines Professors, denn davon hast Du eh nichts, ausserdem sind viele Wissenschafts-verliebte Professoren oftmals die schlechteren Dozenten = „Lehrer“.
Mir ist gesagt
worden, dass es ein wirklich sehr wichtiges Kriterium für die
Einstellung ist, an welcher Hochschule man studiert hat. Falls
das wirklich so wichtig ist, wäre es aber wohl ratsam nur auf
die Kriterien Professorentipps / Publikationen pro Professor
zu achten oder?
Wie bereits gesagt, kommt es nicht unbedingt auf die Vorbildung an, höchstens beim ersten Job. Hinterher zählen Arbeitszeugnisse, meinen BA-Abschluß hat man höchstens wegen der Endnote gewürdigt.
Für die Einstellung von Absolventen habe ich vielmehr folgende Kriterien:
- Lebenslauf vor dem Studium: Hat der Absolvent bereits eine Lehre gemacht (wichtig im Maschinenbau, bei BWL höchsten für Uni-Absolventen)
- welches Alter hat der Absolvent / wie lange hat er sich zum Studieren Zeit gelassen ?
- was hat er in seinem Studium nebenher gemacht (Praktikas, Belegung von Wahlfächern), insbesondere bei langer Studiendauer
- welche Art von Praktikas hat er gemacht. Bei Auslandspraktikas: welchen Inhalt hatte das Praktikum oder war’s Hauptsache Ausland ?
- wie sind seine englischen Sprachkenntnisse (Verhandlungssicher ? technisches Englisch ?), oftmals „Überfall“ gemäß: „Let’s do our further communication in english…“
- wie ist seine kaufmännische Allgemeinbildung (wichtig bei Maschinenbauern), bei BWL würde ich eher fragen: wie ist sein technisches Verständnis (wichtig bei Jobs in der Industrie)
- wie ist seine Bewerbung = Referenz ? Qualität Anschreiben ? Lebenslauf ?
- welche Soft Skills kann der Bewerber vorweisen ? Wie gibt er sich im Gespräch, wie ist die Begrüßung, wie ist sein Auftreten, wie verhält er sich beim Rundgang im Betrieb gegenüber zukünftigen Kollegen (Aufgeschlossenheit usw.) ?
So, das waren mal einige Fragen, die mir bzgl. Bewerbungsgesprächen durch den Kopf gingen. Du stellst fest, dass die Hochschule selbst gar nicht so wichtig ist…
Ach ja, oftmals bevorzugen Chefs Bewerber von genau der Hochschule, wo sie selbst auch waren - egal, ob diese gut war oder nicht.
Mein persönlicher Tipp, falls Du nicht unbedingt zu theorielastig lernen willst:
Berufsakademie, gibt’s auch als International Business Administration:
http://www.ba-stuttgart.de/index.php?id=829
Vorteile:
- dauert nur 3 Jahre, dafür aber 3 harte Jahre (wird von Firmen gerne gesehen).
- Praxisnähe durch Vertrag mit Arbeitgeber, dadurch keine Semesterferien, sondern Praxisbezug
- keine Finanzierungsprobleme, da Firmen Gehälter zahlen (keine Nebenjobs notwendig
- in der Industrie sehr anerkannt
Nachteile:
- Anerkennung bei späterem Aufbaustudium (Dr. - Titel usw.) nicht ganz so gut
- für theorielastige Jobs nicht ganz so geeignet (z.B. bei hohem VWL-Anteil im Job).
Grüsse
Sven