Hochzeitsbräuche des Mittelalters

Ich möchte im Juli heiraten, aber ich möchte keine Ringe tauschen bei
der Trauung. Gibt es Bräuche aus früheren Zeiten, die ähnlich symbolträchtig sind, wie das Tauschen der Ringe ?

Ich möchte im Juli heiraten, aber ich möchte keine Ringe
tauschen bei
der Trauung. Gibt es Bräuche aus früheren Zeiten, die ähnlich
symbolträchtig sind, wie das Tauschen der Ringe ?

das recht des gutherren/grafen/lehnsherren auf die erste nacht? frag mal, ob dein arbeitgeber sich zur verfügung stellt.

eigentlich wollte ich dir aber erzählen, daß die kirchliche trauung erst ca. mit dem 14. jahrhundert mode wurde. davor war einfach eine vereinbarung unter 2 leuten, die von zeugen bestätigt wurde.
was du oder ihr tauscht oder nicht, ist also im mittelalterlichen sinne völlig wurscht.

gruß
ann

Ich möchte im Juli heiraten, aber ich möchte keine Ringe
tauschen bei
der Trauung. Gibt es Bräuche aus früheren Zeiten, die ähnlich
symbolträchtig sind, wie das Tauschen der Ringe ?

das recht des gutherren/grafen/lehnsherren auf die erste
nacht? frag mal, ob dein arbeitgeber sich zur verfügung
stellt.

eigentlich wollte ich dir aber erzählen, daß die kirchliche
trauung erst ca. mit dem 14. jahrhundert mode wurde. davor war
einfach eine vereinbarung unter 2 leuten, die von zeugen
bestätigt wurde.

Das war dann eine (aus germanischer Zeit stammende) Friedelehe, die rechtlich seit der Karolingerzeit nicht mehr bindend war. Die Kirche schaffte es nur erst im hohen Mittelalter, „ihre“ Version der Ehe als einzig gültige durchzusetzen. Deshalb liest man auch so oft von unehelichen Söhnen und Bastarden - das waren meist Kinder aus Friedelehen, die dann von der Kirche (oft die höchste Rechtsinstanz) nicht anerkannt wurden. Karl Martell war so ein Friedelsohn…
Ende des Exkurses.

Zur eigentlichen Frage:
Die Übergabe der Braut hat im Mittelalter VOR der Kirchentür stattgefunden. Man nannte das Kopulation. *grns* Der Priester hat sie vollzogen. *überbeideOhrengrins*
Das Eheversprechen von Braut und Bräutigam wurde ebenfalls VOR der Kirche gegeben, so dass es alle, die bei der Hochzeit anwesend waren, dieses Versprechen hören konnten. Darüberhinaus konnten Schlüssel übergeben werden - die Frau war ja nun Hausherrin…

Auf dieser Seite (http://jetzweb.de/tanja/Helmbrecht.html) wird auch eine Hochzeitszeremonie beschrieben, wie sie im mittelalterlichen Roman „Meier Helmbrecht“ dargestellt wurde:

Ein Greis, der sich am besten mit den Bräuchen auskennt (Wahrscheinlich hat er noch die „bessere“ Zeit miterlebt.), vollzieht die Trauung, die folgendermaßen abläuft:
Die Brautleute treten in einen Kreis, und der Greis fragt zuerst Lämmerschling, dann Gotelind jeweils dreimal, ob sie einander heiraten wollen, und dreimal antworten sie zustimmend. Vermutlich wollte Wernher mit dieser Stelle zeigen, daß die Brautleute selbst der Bräuche nicht kundig sind, nach denen sie einfach mit „ja“ antworten müßten. Der Greis fragt sie also zum zweiten und dritten Male, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich zu berichtigen. Danach werden sie schließlich von ihm getraut, die Gäste beginnen zu singen und Lämmerschling tritt auf Gotelinds Fuß. (Dieser Tritt auf den Fuss hat wohl eine rechtssymbolische Bedeutung, bezeichnet, dass der Mann von seinem Weibe Besitz ergreife.) Im Anschluß beginnt das Hochzeitsmahl, das wie ein großes Hoffest abgehalten wird. (Bei besonders feierlichen Anlässen wurde die Bedienung bei Tisch von hochadligen Mitgliedern der Festgesellschaft wahrgenommen.) Entsprechend übernehmen hier die Räuber jeweils eine bestimmte Rolle. Helmbrecht ist der Hofmarschall. Seine Aufgabe ist es, die Pferde zu versorgen. Ein Truchseß weist den Gästen ihre Plätze und ein Küchenmeister ihnen die Speisen zu. Es gab außerdem einen Kämmerer, einen Schenk und einen, der das Brot austeilte.

VG
Christian

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danke, prima!
ich hatte zwar nicht gesucht - aber nun trotzdem gefunden. und bekanntermaßen sammle ich ja sowas :smile:

aber da fällt mir auch noch ein schöner link ein: http://www.asn-ibk.ac.at/bildung/faecher/geschichte/…

schöne grüße
ann

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Hallo, Ann,

dass du mit diesem Uraltzopf und Ammenmärchen des ius primae noctis hier auftrittst, wundert mich jetzt doch. :wink:

Nichts für ungut!

Fritz