Höflichkeit vs. Durchsetzen

Naja, generelle Coolness wäre was feines, aber sicher ärger ich mich auch mal. Mal nur über die andere Partei, mal über mich und den anderen.

Das sind aber eher „schlimmere“ Situationen, bei so Kleinigkeiten freu ich mich eher und komm mir nicht zuletzt irgendwie erhaben und besser als der andere. Beispiel: Ein Vordrängler macht mir nix aus und ich finds gut, dass ich viel mehr Freude am Leben habe, weil ich sozialisierter bin (muss ja nicht mal stimmen, ist ja nur ne Momentaufnahme) - eine Person, die ihr heulendes Kind anherrscht und es hinter sich her zieht, macht mich schon wütend. Auch auf mich, dass mir da ne gewisse Zivilcourage fehlt (oder mir die eben noch hochgelobte Erziehung im Weg steht, mich in die Erziehung anderer Menschen einzumischen).

Naja, ich fühle mich größtenteils im Alltag irgendwie erhaben und als was besseres. Was mich natürlich irgendwie arrogant macht (innerlich) und auch nicht so ne gute Eigenschaft ist - aber es macht mich zufrieden und meist herrlich gelassen.

Hallo,

ich kann mich genau an den Moment in meinem Leben erinnern, an dem ich für mich beschlossen habe, mich nicht mehr zu beeilen. Ich war ca. 12 und es ging darum, sich im Turnverein für irgendeine begehrte Aktivität in die Schlange zu stellen. Alle Kinder liefen begeistert hin und ich dachte plötzlich bei mir: „Du wirst doch auf jeden Fall drankommen, warum also hinrennen und sich vor andere stellen?“

Seit diesem Moment bin ich einfach unglaublich geduldig beim Schlange stehen. Ich warte einfach und meckere nicht - ich kann ja sowieso nicht beeinflussen, ob an der Kasse gerade die Bonrolle gewechselt werden muss oder jemand zu blöd zum bezahlen ist. Wenn jemand hinter mir rumnölt, dass es nicht schnell genug geht, frage ich: „Sind Sie auf der Flucht? Möchten Sie vielleicht vor?“, lasse denjenigen vor und entspanne mich weiter in der Schlange. Ich hänge meinen Gedanken nach und warte einfach ab, so lange es dauert. Ich bin aber weit entfernt von Gandhi. Drängelt sich jemand vor, gibt es von mir natürlich auch die passenden Kommentare Marke „es geht nach der Reihe, nicht nach Schönheit/Alter“ oder „Na, auf der Flucht?“.

Klar verliere ich so gelegentlich etwas Zeit. Aber das ist mir wurscht, denn ich plane einfach so, dass mir das nichts ausmacht. Auf vordrängelnde Irre sehe ich lächelnd herab und gewinne sehr viel Gelassenheit.

Du wirst nicht verhindern können, dass Leute sich vordrängeln. Man kann vom Personal nicht verlangen, die Reihenfolge im Auge zu behalten und warum sollten sie gerade einem selbst glauben, wenn 2 Leute behaupten, zuerst dagewesen zu sein. Diese Diskussion führt nur zu weiteren Verzögerungen für alle, selbst wenn einer dann schneller dran ist. See the big picture!

Entspannte Grüße,

Myriam

Verlieren kann aber nur, wer das Spiel mitspielt
Huhu!

Ich weiß natürlich, was du mit „Frechheit siegt“ gemeint hast, so im Groben.

Aber: Was gewinnt die Frechheit? Gerade in diesem speziellen Fall?
Ich meine: dran kommt jeder. Wer wirklich ein Notfall wäre, würde bevorzugt werden.

Die Person hat 10, vielleicht 20 Minuten ihrer 19710000 Minuten Lebenszeit (wenn sie 75 wird, Schaltjahre ausgenommen) gespart und dir dadurch 5 Minuten deiner Lebenszeit genommen (oder mehr, falls erst mal munter diskutiert wird). Ist das wirklich so ein Sieg?

Mir ist klar, dass es eine Sache des Prinzips ist. Mir ist auch klar, dass das gesellschaftlich schlecht gefunden werden MUSS, damit es eben bei diesen Ausnahmen bleibt. Aber solange es nur Ausnahmen sind, steht doch Besonnenheit eigentlich über diesem Kampf/Spiel/Gewinner/Verlierer Ding.

Ich für meinen Teil versuche zumindest, das Zusammenleben mit anderen nicht als Wettkampf zu sehen (um in der Metaphorik zu bleiben) wo alle möglichst gleich behandelt werden sollen und gleichviel bekommen. Ist sowieso utopisch.

Liebe Grüße
Lockenlicht

PS: Nach dem Vorschau-Durchlesen drängt sich mir selber ein Gedanken auf, also: Nein, ich bin kein Vordrängler und sage „Gerechtigkeit gibts eh nicht, also nehm ich mir was ich will“. Im Gegenteil. Ich kriege nur nicht „weniger als die anderen“ sondern „genau so viel, wie mich zufrieden macht“.
(das wollte ich nur kurz klarstellen, bevor ich meine Position in dieser Diskussion „verspiele“ :wink: )

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Herrje!
Ja nu sei doch nicht so!

Offensichtlich stirbt die Dame in wenigen Tagen, da lass sie doch noch schnell ihr Totenhemd bügeln, du hast ja noch Zeit!

lg
Kate, hat in solchen Fällen auch Zeit für böse Witze

Hallo Logan,

Das wäre in der Tat eine sinnvolle Möglichkeit gewesen, nur
bin ich in diesem Moment nicht auf die Idee gekommen.

Mit abwehrender Handbewegung erwiderte die Frau, sie benötige
nur eine Überweisung.
„Andere in dieser Schlange brauchen auch nicht mehr, trotzdem
stellen sie sich an“, antwortete ihr der Mann.

Das andere ist wenig konkret - zu allgemein.

Meinst Du damit, der Mann hätte präziser werden sollen, also
der Frau direkt sagen, sie verhalte sich unhöflich und möge
sich an die für alle geltenden Regeln halten?

Der springende Punkt in der Äußerung des Mannes war meiner Ansicht nach das " andere brauchen auch nur eine Überweisung".

Damit benennt er zwar eine Möglichkeit sogar Wahrscheinlichkeit, aber er schiebt es weg. Entweder brauchte er selber keine Überweisung und wollte keine vorschieben und hoffte, jemand anderer würde sich jetzt exponieren, weil er zu denen gehört, die wegen einer Überweisung anstehen oder er wollte es bei dieser Andeutung belassen und das Ding nicht selber durchziehen.

Ich würde in einem solchen Fall - selbst wenn ich keine Überweisung brauche - wahrscheintlich so tun als ob ich auch wegen einer Überweisung anstehe und mich entsprechend äußern.

Andere Möglichkeit: „Außer Ihnen sind sicher auch andere da, die nur wegen einer Überweisung in der Schlange stehen.“ Das könnte schon ein Impuls für jemand sein, sich einzuschalten. Aber egal, ob sich hier jetzt jemand einschaltet oder nicht, wäre jetzt eine klare Aufforderung angesagt: „Bitte stellen Sie sich hinten an“.

Wenn Du mit solchen Situationen auch gern mal ein bißchen spielst und ein neues Verhalten ausprobieren willst, wäre es auch möglich zu schauen, inwieweit Du jemand von den anderen Wartenden zu einer Stellungnahme bringen kannst. Wer hat schon interessiert zugehört und repräsentiert den relativ höchsten sozialen Status (älter vor jünger, gediegen gekleidet vor flippig, größer vor kleiner etc.). Diese Person sprichst Du direkt an und versuchst sie direkt einzubeziehen:
„Sie mit der blauen Krawatte und dem schwarzen Aktenkoffer, wie sehen Sie das?“

Darauf kam nicht einmal eine Reaktion der Frau.

Ja, warum auch. Konkrete Aufforderung an die Frau: „Ich
brauche auch nur eine Überweisung und stehe hier in der Reihe.
Bitte stellen Sie sich auch hinten an.“

Ich bezweifle, dass er damit Erfolg gehabt hätte.

Vermutlich je nachdem, ob sich jemand von den anderen Wartenden eingeschaltet hätte oder nicht.

Aber Dein Posting und dass es Dich weiter beschäftigt hat,
weist doch eher darauf hin, dass Du auch andere Impuls
hattest. Warum hat der „Beschwichtigungsimpuls“ das
Übergewicht bekommen?

Generell habe ich eher Hemmungen, Menschen offensiv anzugehen,
die über ein wesentlich höheres Lebensalter verfügen als ich.
Das ist bedingt durch verschiedene Faktoren; zum einen durch
meine stark südländisch geprägte Erziehung, bei der Respekt
vor Älteren ein ganz wesentlicher Bestandteil ist, zum anderen
durch meine berufliche Tätigkeit im Rettungsdienst, bei der
ein Großteil der Patienten ältere Menschen sind.

Ich finde respektvolles Verhalten eine gute Sache, und bestimmte Formen von Erziehung erschweren es sicher, offensiv und direkt jemand anzugehen. Wie gesagt, ich finde daß man - soweit man kann - immer höflich und respektvoll verhalten sollte.

Deshalb finde ich das in diesem Thread weiter unten benannte Beispiel, wo jemand zu einer Vordränglerin sagte: Es geht hier nach der Reihenfolge und nicht nach Schönheit - durchaus humorvoll, locker und o.k.

Die geschilderte Reaktion eines anderen Wartenden: Lass sie doch vor, sonst muß sie ewig warten (nur sinngemäss zitiert), finde ich nicht mehr in Ordnung. Das ist abwertend und weit unter der Gürtellinie. Man äußert sich nicht zu unveränderbaren körperlichen Merkmalen und stellt jemanden so bloß. Auch wenn jemand anderer respektlos ist, muß man sich nicht auf die gleiche Ebene begeben.

Ich reagiere häufig in solchen Situationen eher defensiv (ich
weiß, ist 'ne schwache Leistung),

Ich würde das nicht bewerten wollen. Das hat in vielen Situationen sicher Vorteile.

Viele Grüße

Iris

Hallo Logan,

ich habe mir viele Gedanken gemacht.

1.) Zunächst einmal die weise Variante, dass ganze Gelassen zu betrachten.
Solange es nur recht wenige sind, die sich nicht an die sozialen Spielregeln halten, kann man mit Gelassenheit sehr gut leben. Man schont seine eigene Gesundheit und führt ein besseres Leben.

Dabei muss ich an eine Reisverteilung nach den Erdbeben in Haiti denken. Anfangs standen alle an, vor allem die Frauen und Mütter. Dann kamen die jungen kräftigen Männer und drängten sich vor.
Schließlich trugen die Männer den Reis Säckeweise weg und zurück blieben Frauen, Kinder, Alte und Kranke, die leer ausgingen. Aber soweit sind wir hier wirklich nicht.

2.) Was nun, wenn man es nicht damit abfinden will?
In unserer Gesellschaft gilt mittlerweile nur noch die Sprache als akzeptiertes Mittel für Konflikte. Das Gewaltmonopol liegt beim Staat. Auch ein Anfassen oder Wegdrängen ist nicht erlaubt.
Für Soziopathen bedeutet dies ein freies Feld. Solange sie keine Auseinandersetzung mit der Polizei oder auf juristischem Feld riskieren, können sie sich alles leisten.
Man könnte:

  • meckern,
  • lieb und freundlich um soziales Verhalten bitten,
  • einen lockeren Spruch bringen.
    Alles ist letztlich nutzlos, da man mit Worten den Soziopathen nicht aufhalten kann.

3.) Dies wäre der Moment der Sprechstundenhilfe gewesen, denn sie UND NUR SIE ist in der perfekten Position den Soziopathen aufhalten, in dem sie sich einfach weigert mitzuspielen.
Das erfordert aber den Mut zum Konflikt. Der Soziopath weiss, dass er nur rumkrakelen muss und schon bekommt er seinen Willen.
Aber stellt euch vor, ein Soziopath würde sich weigern die 10 € zu zahlen. Dann klappt es auf einmal mit dem Sheriff.

4.) Brainstorming - Was hätte eine mutige oder durchgeknallte Person machen können:

  • Sie sprintet nach vorne, zwängt sich vor die Frau und verlangt vor ihr bedient zu werden, weil man auch nur eine Überweisung hat, aber schon länger wartet.
  • Sie geht nach vorne schnappt sich die AOK-Karte der Frau, legt sie am anderen Ende der Praxis ab und fordert die Frau auf, sich anzustellen und die Sprechstundenhilfe, den Nächsten zu bedienen.
  • Sie geht direkt nach vorn und quatscht stetig dazwischen und verlangt von der Sprechstundenhilfe laut aber höflich, dass die Frau sich hinten anstellen muss(Die Frau muss übertönt werden).
  • Sie stellt sich direkt vor die Frau und starrt ihr drohend in Gesicht.
  • Sie drückt die Frau einfach mit Körperkraft weg.
  • Sie schreit die Frau unartikuliert an, bis sie flüchtet.

Hhmmm, irgendwie ist das alles keine Lösung.

Gruß
Carlos

Ws ist eigentlich Hauptthema?
Huhu!

Ich frage mich ein bischen aufgrund deiner Antworten, in welche Richtung die Diskussion gerne führen möchtest (Quasi dein recht als Fragesteller).

Ursprünglich ging es ja ein wenig um die Beweggründe dieser Vordrängler und ein wenig mehr um die Frage, wie man sich verhält (daher wohl auch der Titel). Ich habe aber das Gefühl, dass dich im Moment viel mehr beschäftigt, dass du, wenn du das ganze in der Retrospektive betrachtest, nicht zufrieden bist mit deiner Reaktion.

Kann es sein, dass dir das viel eher im Kopf schwirrt? Diese Situationen, in denen man sich fragt „warum hab ich nicht…?“ oder „warum hab ich nur…?“ und wie man so damit umgehen kann oder das evtl in Zukunft vermeidet?

Ich mag mich natürlich auch täuschen.

Hallo,

das entspannt an dieser Stelle natürlich ungemein, aber das kann doch unmöglich als grundsätzliches Verhalten in wartenden Situationen von Vorteil sein. Wenn es bedeutungslos ist und es nur darum geht, ein paar Minuten länger warten zu müssen, was solls?!

Aber ich kann absolut schlecht mit Menschen umgehen, bei denen die Kinderstube so komplett fehlt. Da denke ich dann immer: „Das kann doch nicht wahr sein, Du bist doch nicht allein auf dieser Welt, halte Dich gefälligst an die einfachsten Benimmregeln“.

Wenn ich das ähnlich gelassen betrachten könnte wie Du, würde mir viels leichter fallen, aber das geht in solchen Fällen echt nicht.

Gruß
Logan

Hallo Carlos,

1.) Zunächst einmal die weise Variante, dass ganze Gelassen zu
betrachten.
Solange es nur recht wenige sind, die sich nicht an die
sozialen Spielregeln halten, kann man mit Gelassenheit sehr
gut leben. Man schont seine eigene Gesundheit und führt ein
besseres Leben.

wie ich schon Myriam geantwortet habe, fällt es mir schwer, dabei gelassen zu bleiben - meistens tue ich es trotzdem - denn was wäre die Alternative? Explodieren?

Dabei muss ich an eine Reisverteilung nach den Erdbeben in
Haiti denken. Anfangs standen alle an, vor allem die Frauen
und Mütter. Dann kamen die jungen kräftigen Männer und
drängten sich vor.
Schließlich trugen die Männer den Reis Säckeweise weg und
zurück blieben Frauen, Kinder, Alte und Kranke, die leer
ausgingen. Aber soweit sind wir hier wirklich nicht.

Das ist jetzt natürlich ein Extrembeispiel, bei dem die Beschreibung „mangelnde Höflichkeit“ lange nicht ausreicht.

2.) Was nun, wenn man es nicht damit abfinden will?
In unserer Gesellschaft gilt mittlerweile nur noch die Sprache
als akzeptiertes Mittel für Konflikte. Das Gewaltmonopol liegt
beim Staat. Auch ein Anfassen oder Wegdrängen ist nicht
erlaubt.

Du möchtest doch hier nichts anderes empfehlen? :smile:

Für Soziopathen bedeutet dies ein freies Feld. Solange sie
keine Auseinandersetzung mit der Polizei oder auf juristischem
Feld riskieren, können sie sich alles leisten.
Man könnte:

  • meckern,
  • lieb und freundlich um soziales Verhalten bitten,
  • einen lockeren Spruch bringen.
    Alles ist letztlich nutzlos, da man mit Worten den Soziopathen
    nicht aufhalten kann.

Wobei Du hier natürlich von psychisch kranken Menschen spricht und nicht von Menschen, die einfach keine Erziehung genossen haben.

3.) Dies wäre der Moment der Sprechstundenhilfe gewesen, denn
sie UND NUR SIE ist in der perfekten Position den Soziopathen
aufhalten, in dem sie sich einfach weigert mitzuspielen.
Das erfordert aber den Mut zum Konflikt. Der Soziopath weiss,
dass er nur rumkrakelen muss und schon bekommt er seinen
Willen.
Aber stellt euch vor, ein Soziopath würde sich weigern die 10
€ zu zahlen. Dann klappt es auf einmal mit dem Sheriff.

Der Sprechstundenhilfe ist es zumeist egal, welche Reihenfolge abgehalten wird, solange niemand den Betrieb aufhält.

4.) Brainstorming - Was hätte eine mutige oder durchgeknallte
Person machen können:

  • Sie sprintet nach vorne, zwängt sich vor die Frau und
    verlangt vor ihr bedient zu werden, weil man auch nur eine
    Überweisung hat, aber schon länger wartet.
  • Sie geht nach vorne schnappt sich die AOK-Karte der Frau,
    legt sie am anderen Ende der Praxis ab und fordert die Frau
    auf, sich anzustellen und die Sprechstundenhilfe, den Nächsten
    zu bedienen.

Nun Carlos, nimm’s mir nicht übel, aber Unhöflichkeit mit doppelter Unhöflichkeit bekämpfen? Ich weiß nicht so recht.

  • Sie geht direkt nach vorn und quatscht stetig dazwischen und
    verlangt von der Sprechstundenhilfe laut aber höflich, dass
    die Frau sich hinten anstellen muss(Die Frau muss übertönt
    werden).
  • Sie stellt sich direkt vor die Frau und starrt ihr drohend
    in Gesicht.
  • Sie drückt die Frau einfach mit Körperkraft weg.
  • Sie schreit die Frau unartikuliert an, bis sie flüchtet.

Hhmmm, irgendwie ist das alles keine Lösung.

So sieht es leider aus.

Gruß
Logan

Hallo,

wie ich in meinem Ursprungsposting schrieb, bin ich an anderen Meinungen interessiert. Da es, wie Du an anderen Antworten gesehen haben solltest, für derlei Situationen keine Generallösung gibt, wollte ich natürlich gerne wissen, wie andere sowas handhaben.

Rückblickend glaube ich schon, dass ich eigentlich in diesem Moment anders hätte reagieren wollen, warum ich das nun nicht tat, kann nur ich selbst mir beantworten.

Da ich sehr viel Wert auf gutes Benehmen lege, fällt es mir manchmal schwer, die Grenze zwischen Unhöflichkeit und berechtigter Empörung zu ziehen.

Mit Sicherheit hätte ich die Themenüberschrift etwas prägnanter wählen können, jedoch fiel mir im Moment des Schreibens keine bessere ein.

Gruß
Logan

Danke!
Ich bedanke mich sehr für die ausführlichen Meinungsäußerungen.

Viele Grüße

Logan

Nachtrag
Hallo Logan,

heute hatte ich noch eine Idee.

Die mutige und eloquente Person fragt laut und freundlich im Stil eines Reporters alle Anwesenden Personen, wie sie das Verhalten der Frau und der Sprechstundenhilfe finden. Sie entfacht eine eine Diskussion im Stil eines Talkmasters.
Selbst wenn die soziopathische Frau es ignoriert oder meckert, wird dabei sozialer Druck auf die Sprechstundenhilfe ausgeübt, welche das Verhalten erst ermöglicht.

Und nein, dieses Verhalten hat nichts mit schlechter Erziehung zu tun. Zu einem solchen Verhalten braucht es ein gutes Maß an Frechheit und Durchsetzungsvermögen. Sowas wird gelernt und eingeübt.

Gruß
Carlos

Aber ich kann absolut schlecht mit Menschen umgehen, bei denen
die Kinderstube so komplett fehlt. Da denke ich dann immer:
„Das kann doch nicht wahr sein, Du bist doch nicht allein auf
dieser Welt, halte Dich gefälligst an die einfachsten
Benimmregeln“.

Das verstehe ich und mir geht es ähnlich. Was mir hilft, ist die Erkenntnis, dass ich wirklich und nachhaltig immer nur mein eigenes Verhalten beeinflussen kann. Ich habe wenig bis keine Chance, einem drängelnden Vollspacken in den 2 Minuten, die ich mit ihm verbringe, etwas über Benimm beizubringen.

Ich kann immer nur an mir selbst nachhaltig arbeiten - und da gibt es bestimmt einiges zu tun :smile: Wenn man sich selbst und die Umwelt aufmerksam beobachtet, wird man auch wenn man sich für höflich und wohlerzogen hält, immer wieder Situationen bemerken, in denen man aus Versehen, aus Unaufmerksamkeit, weil man auf sich selbst fixiert war usw., jemand anderen irgendwie behindert oder dessen Kreise stört. Wenn man sich jetzt noch klarmacht, dass von den scheinbar unhöflichen Spacken, die einen nerven, 25% einfach nur einen Moment lang unaufmerksam waren, 20% es einfach unverschuldet unglaublich eilig haben und nur die restlichen 55% Prolls ohne Kinderstube sind, wird das Leben wieder ein wenig entspannter.

Sollen doch andere einen Herzinfarkt kriegen, weil sie sich so aufregen…

Sanfte Grüße,

Myriam