Höhe einer Risiko-Lebensversicherung

Ich möchte eine Risiko-Lebensversicherung abschließen. Bin mir nur unschlüssig über die Höhe der Versicherungssumme.
Finanztest rät zu dem 3-5 fachen des Jahresbruttogehaltes. Das wären bei mir 100.000 € (3fach) bzw 150.000 € (5fach).
Ich will damit meine Frau (und später auch Kinder) absichern, wenn mir mal was passieren sollte. Ich bin Alleinverdiener.

Welche Versicherungsumme sollte man ansetzen ? 100.000 oder sollte man doch lieber 150.000 € nehmen ?

Hallo sshp,

die Aussage der Finanztest ist viel zu pauschal, um als Entscheidungshilfe dienen zu können.

Warum das so ist, zeigt folgendes Szenario:
Nehmen wir an, Sie möchten Ihre Frau mit dem Kapital aus der LV langfristig absichern.
Nehmen wir weiter an, im Leistungsfall nimmt Ihre Frau das Geld und legt es bei einer x-beliebigen Bank an. Dann erreicht sie bei einer ebenfalls angenommenen Verzinsung von 3,5 % Zinseinnahmen von 3.500 (bei 100.000,-) bzw. 5.250,- € (bei 150.000,-) im Jahr - oder anders ausgedrückt: rund 290,- bzw. 440,- € im Monat!!!
(Die 3,5 % sind derzeit schon arg hoch angesetzt; höherzinsige Anlagen binden meist das Kapital langfristig und scheiden daher aus.)
Auch eine Anlage in einer sofort beginnenden Rentenversicherung bringt - je nach Eintrittsalter - keine wesentlich höheren Einnahmen.

Für die weiteren Überlegungen hängt es jetzt davon ab, welche anderweitigen Einnahmen Ihre Frau im Falle Ihres Ablebens denn noch hat.
(Die gesetzliche Witwenrente liegt hier geschätzt bei 220,- € - ganz grob über den dicken Daumen geschossen.)
Möglicherweise ist die erzielte Absicherung ja dann sogar ausreichend oder gar überflüssig - wenn z.B. 5, 6 Immobilien in München-Innenstadt vorhanden sind, mögen die hieraus erzielten Mieten ja ausreichend sein.

Vielleicht soll das Kapital auch nur zu einer vorübergehenden Unterstützung dienen z.B. bis die Witwe wieder einen eigenen Job gefunden hat. Auch dann mag sich die Situation wieder anders darstellen.

In allen anderen Fällen empfiehlt es sich, einfach einmal einen Spezialisten aufzusuchen und sich individuell beraten zu lassen. Von Faustformeln á la Finanztest würde ich persönlich Abstand nehmen.

Viele Grüße
Frank Hackenbruch

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Hallo,

Ich möchte eine Risiko-Lebensversicherung abschließen.

Lies mal bitte.

http://www.pic-upload.de/view-2004996/Save0040.jpg.html

Gruß:
Manni

Hallo,

Lies mal bitte.

http://www.pic-upload.de/view-2004996/Save0040.jpg.html

Gruß:
Manni

ähm, bei allem Respekt, aber was hat dieser link denn mit der Ausgangsfrage zu tun?

1.) Im besagten Artikel werden die mageren Renditen vor allem bei fondsgebundenen Versicherungen kritisiert. Diese Kritik kann man teilen oder auch nicht - mit einer RISIKO-Lebensversicherung hat das nüscht zu tun.

2.) Auch die Beschwerdestatistik an sich ist ohne jedwede Aussagekraft. Denn ganz entgegen des reißerischen Titels „hagelt“ es keine Beschwerden - nicht einmal bei dem „schwarzen Schaf“ HDI. 12 Beschwerden pro 100.000 Verträge: da kann sich jeder einmal den Promille(!!!)-Wert ausrechnen.
(Die ach so großen Prozentangaben in der Tabelle sind übrigens die Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Wenn der „Primus“ Debeka im letzten Jahr auch nur rund anderthalb Beschwerden auf 100.000 Verträge hatte, ist ein Rückgang um 50 % keine echt beachtenswerte Leistung.)
Und wenn man dann noch ins Kalkül zieht, dass ALLE Beschwerden gezählt werden - und nicht etwa nur die berechtigten - , dann mag sich jeder ein eigenes Urteil bilden.

Ich bin auch ein kritischer Betrachter des LV-/RV-Bereichs, aber hier muss man einfach die Kirche im Dorf lassen.

Viele Grüße
Frank Hackenbruch

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Hallo Frank,

ähm, bei allem Respekt, aber was hat dieser link denn mit der
Ausgangsfrage zu tun?

Informationen können eigentlich nicht schaden.

Ich bin gerade dabei, über ein Unternehmen, welches sich mit Rückforderungen bei LV befaßt, ca. 35.000 EUR herauszuholen. Ob es so gelingt, sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall werden Versicherungsnehmer vielfach über’s Ohr gehauen.

Vllt. nützt es dem UP meine Info doch etwas.

Gruß:
Manni

Hallo sshp
eine Möglichkeit zur Berechnung ist, Dir zu überlegen, wieviel Deine Familie braucht um ohne Dich weiter zu leben.
Wenn es nur eine Einkunftssicherung ist, dann nimm den Betrag, von dem Du glaubst, dass es Deiner Familie monatlich reicht und multipliziere mit 200. Dann hast du die Summe, die Deine Familie haben muss um bei einer Verzinsung von 6 % p.a. diesen Monatbetrag bekommt.
Beispiel: 1.000 Euro Monatseinkommen x 200 = 200.000 Euro.
Bedenke dabei aber auch, dass die Witwe auch noch Hinterbliebenenrente bekommt.
Nimm eine günstige Gesellschaft (z.B. die Hannover´sche)
Willst Du aber eine Immo absichern, dann nimm eine Risikoversicherung mit fallender Leistung. Die hat einen von Jahr zu Jahr fallende Leistung, denn Du tilgst ja von Jahr zu Jahr Deine Immoschuld. Das ist enorm günstig.
Causa

Hallo Frank,
ich glaube Du machst hier einen Fehler (nein, nicht vom Prinzip Deiner Rechnung).
Aber von der derzeitigen Niedrigzinsphase auf die Zukunft zu schließen ist genauso falsch wie von einer Hochzinsphase auszugehen.
Doch 6 % sind allemal zu erwirtschaften, auch heute noch!
Ich kenne eine Kapitalanlage die 8,4 % (monatlich zahlbar) auszahlt (das ist deklariert als Rückzahlung des eingesetzen Kapitals und deswegen steuerfrei). Trotzdem ist das Kapital mit 100 % abgesichert und die erzielten Gewinne werden Quartalsmäßig garantiert, also eine Höchststandgarantie.
Ich will nicht näher darauf eingehen, denn das hat mit der Frage nichts zu tun.
Causa

Willst Du aber eine Immo absichern, dann nimm eine
Risikoversicherung mit fallender Leistung. Die hat einen von
Jahr zu Jahr fallende Leistung, denn Du tilgst ja von Jahr zu
Jahr Deine Immoschuld. Das ist enorm günstig.
Causa

Eine Immobilie haben wir nicht. Es geht einfach nur um die finanzielle Absicherung.

dann die Rechnung darüber
Causa

Hallo Causa,

Hallo Frank,
ich glaube Du machst hier einen Fehler (nein, nicht vom
Prinzip Deiner Rechnung).
Aber von der derzeitigen Niedrigzinsphase auf die Zukunft zu
schließen ist genauso falsch wie von einer Hochzinsphase
auszugehen.

Das sehe ich in der Tat anders :wink::
Ich bin der Meinung, dass es sogar zwingend erforderlich ist, vom schlimmsten Fall auszugehen - hier also von einer Niedrigzinsphase.
Denn leider versterben die Leute ja nicht nur in Zeiten der hohen Zinsen, sondern auch wenn die Erträge im Keller sind. Für so einen Fall bzw. so einen Zeitraum sollte die Hinterbliebene aber auch abgesichert sein - und nicht nur, wenn die Zinsen glücklicherweise mal auf einem Hoch stehen.

Doch 6 % sind allemal zu erwirtschaften, auch heute noch!
Ich kenne eine Kapitalanlage die 8,4 % (monatlich zahlbar)
auszahlt (das ist deklariert als Rückzahlung des eingesetzen
Kapitals und deswegen steuerfrei). Trotzdem ist das Kapital
mit 100 % abgesichert und die erzielten Gewinne werden
Quartalsmäßig garantiert, also eine Höchststandgarantie.

Nicht missverstehen: Ich bin gerne bereit anzunehmen, dass es solche Anlageformen gibt und dass diese auich entsprechend attraktiv sind. Ich muss aber ebenso davon ausgehen, dass nicht allen Hinterbliebenen diese Produkte im Falle eines Falles auch finden und nutzen können. (Daher aber auch mein Hinweis einen Fachmann hinzuzuziehen, dessen Aufgabe u.a. genau das Aufspüren solcher Produkte sein sollte. Von daher also : Zustimmung)
Vielfach wird es aber vielmehr so sein, wie von mir bereits beschrieben, dass nämlich die Witwe mit der Versicherungsleistung zur Hausbank geht und das Geld dort anlegt. Und da erhält sie halt nun mal leider nur die 08/15-Standard-Anlagen mit bestenfalls durchschnittlichen Zinserträgen.

Und last but not least: Selbst wenn wir diese 8,4% Zinsen zugrunde legen, sprechen wir im Leistungsfall bei den von den „Experten“ der Finanztest u.a in diesem Beispiel empfohlenen 100.000 € von gerade einmal 700,- € Monatseinnahmen. Das könnte immer noch a bissel knapp sein, wenn keine weitere Absicherung besteht.

Du siehst: Wir sind gar nicht so weit auseinander :wink:.

Viele Grüße
Frank Hackenbruch

Hallo Frank,
nein, ich finde dass Du hier als Pessimist schreibst. Dann müsste man davon ausgehen, dass jede Kapitalanlage Blödsinn ist.
Warum?
Weil es sein könnte, dass gerade eine Währungsreform ihr Unwesen treibt, oder die dunkelroten an der Regierung sind, oder… Kurz, das Geld nichts mehr wert ist. Was dann?
Also alles versaufen?!
Zu Finanztest: eine Zeitschrift, die mit äußerster Vorsicht zu genießen ist. Die hat schon so viel Blödsinn geschrieben, dass man erst mal davon ausgehen muss, dass sie nur falsches schreibt.
Die 100.000 Euro sind in jedem Fall zu wenig. Selbst bei bester Verzinsung. Ich empfehle z.B. bei Unfallversicherungen mindestens 500.000 Euro Absicherung. Und damit das bezahlbar ist eine 500 % Progression.
Trotzdem muss man natürlich immer die „Decke beachten, nach der sich der Kunde strecken muss“.
Die sonstigen „Reports“ von Zeitschriften wie: „das Grüne Blatt“ oder „Bildwoche“, oder „Hintertupfinger Tagesblatt“ sind sowieso nur zum Wegwerfen: es sind Artikel, die von Versicherungen geschrieben wurde und von den „Journalisten“ mit genügend Bakshish versehen dann übernommen.

Schade, dass man die Postings nicht nachträglich korrigieren kann: habe vergessen zu unterschreiben!
Also: Grüße
Causa