Höhenangst und Gleitschirmfliegen

Hallo,

Ich überleg schon ne Weile ob es Sinn macht so eine Frage hier zu stellen, aber ich versuch´s mal.

Ich habe „irgendwie“ Höhenangst. Irgendwie deshalb, weil ich durchaus mal ein paar hundert Meter in die Tiefe schauen kann (ich suche auch solche Situationen beim Bergwandern z.B. um ein bischen zu „trainieren“) aber manchmal schon einen Schwindel empfinde wenn ich nur auf einem Baumstamm entlanglaufe. Es ist also eher von der Situation als von der Höhe an sich abhängig oder sogar zufällig.

Auch meine Mutter hat Höhenangst (eindeutig ab gewissen Höhenunterschieden) und auch Probleme bei Tätigkeiten die einen guten Gleichgewichtssinn oder Koordination erfordern.
Ich denke mal ich habe da eine Veranlagung geerbt. (?)
Jedenfalls habe auch ich beim Mopedfahren relativ lange gebraucht um mich auch mal in Kurven legen zu können u.ä…

Nun würde ich gerne das Gleitschirmfliegen lernen.

Zusätzlicher Schwierigkeitsgrad: Ich möchte es gerne „heimlich“ lernen um meinen Freund zu überraschen, der das schon kann.
Irgendwelche Testflüge kann ich nicht machen, denn dann würde er es sicher mitbekommen (Die Flieger sind eine große Familie hier in der Gegend)

Ich bin ein Mensch der sich nicht leicht abschrecken läßt und den ein Handikap eher motiviert, aber ich bin nicht leichtsinnig.
Gleitschirmfliegen ist weder ungefährlich noch billig und von daher überlege ich mir doch, ob ich mir mit meiner „Veranlagung“ da nicht zu viel zumute und mich gefährde oder auch nur ne MEnge Geld in den Sand setze?

Ich habe mich mit dem Thema Höhenangst noch nicht ausführlich beschäftigt, da mich das im normalen Leben nciht wirklch stört.
Vielleicht gibt es da Berichte oder Studien dazu? Oder vielleicht hat jemand einen Link auf eine Seite wo ich mich einfach mal selbst testen kann anhand von Fragen was da eigentlich los ist?

Hm, ja, also konkreter konnte ich jetzt nciht fragen, aber ich freu mich auch über allgemeine Infos und vielleicht auch einfach nur Erfahrungen die gemacht wurden. Vielleicht ist hier ja auch ein höhenängstlicher Flieger? ;o)

Grüße

Mopedhexle

Hallo Mopedhexle,

ich habe das auch und ich finde sogar, dass das mit den Jahren zunimmt. Nun ist aber meine Erfahrung, dass Höhenangst (zumindest meine) gekoppelt ist an festen Punkten. Ich hoffe ich kann das jetzt verständlich rüberbringen. Ich brauche Maßstäbe für die Höhe.

Beim Gleitschirmfliegen hatte ich dann gar keine Probleme. Da die Maßstäbe weg waren. Das war für mich alles so unwirklich daoben, dass die höhenangst gar nicht zum Tragen kam.
Gruß
PP

Hallo,

bin der gleichen meinung wie Pat. habe auch höhenangst, die sich übrigens wie jede andere angst überwinden läßt, und fliege trotzdem. für mich etwas ganz anderes. hab ja auch keine angst im flugzeug, und ebenso nicht, wenn ich am schirm hänge. genieße das voll. nur training muß schon sein, denn auf die dauer wird es situationen geben, wo du wissen solltest was zu tun ist. doch nur um dein schatz zu überaschen oder zu beeindrucken, würde ich es nicht tun. solltest schon selbst ein bischen fasziniert sein davon, aber dann ist es traumhaft, ehrlich. glück hat auf die dauer nur der tüchtige, was in unserem fall bedeutet: üben und trainieren, wünsch dir was, und guten flug.
im übrigen finde ich den gedanken im allgemeinen, sich mit den hobbies oder faszinationen des partners auseinanderzusetzen echt toll.

gruß, ö.

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Hi Ösi,

für mich etwas ganz anderes. hab ja auch

keine angst im flugzeug, und ebenso nicht, wenn ich am schirm
hänge.

Wenn schon zwei Leute das so schildern, dann besteht ja auch für mich Hoffnung, dass sich keine unlösbaren Schwierigkeiten ergeben.

. doch nur um dein schatz zu überaschen oder zu

beeindrucken, würde ich es nicht tun. solltest schon selbst
ein bischen fasziniert sein davon, aber dann ist es traumhaft,
ehrlich.

Ich weiß ja nciht woher das kommt, dass Männer immer denken man würde immer alles nur für Schatzi tun…ich mach das natürlich weil ich das möchte, nur lustiger wird die Geschichte wenn ich ihn dann überrasche.
Ob ich im endeffekt wirklich fasziniert bin merke ich ja erst wenn ich da oben hänge - also frühestens im Höhenkurs.
Puh, bis dahin darf ich wohl noch ein Weilchen sparen sparen sparen…

im übrigen finde ich den gedanken im allgemeinen, sich mit den
hobbies oder faszinationen des partners auseinanderzusetzen
echt toll.

Ja, nicht? Mein Partner fängt gerade tatsächlich zögerlich an sich für Automechanik, Wandern, Archäologie und Westafrika zu interressieren, während ich echt versuche die Faszination „Ordentliche Wohnung“ zu verstehen. ;o)

Grüße

Mopedhexle

Punkte und Massstäbe
Hallo Pat

ich habe das auch und ich finde sogar, dass das mit den Jahren
zunimmt. Nun ist aber meine Erfahrung, dass Höhenangst
(zumindest meine) gekoppelt ist an festen Punkten. Ich hoffe
ich kann das jetzt verständlich rüberbringen. Ich brauche
Maßstäbe für die Höhe.

Interessant … da gehts uns gleich oder zumindest ähnlich.
Ich will versuchen, das fast Unerklärliche einzukreisen:

Wenn ich auf einem Kirchturm, einer Staumauer oder auf einer hohen
Brücke stehe und herunterschaue, dann geht mein Blick an Mauern,
Pfeilern oder Schluchtwänden entlang und hat damit stets eine
Referenz, einen Massstab für den Höhenunterschied von mir bis dort
unten.
DAS rumort im Leib, wühlt mich auf, macht Angst.

Wenn ich aber z.B. im Hubschrauber sitze (selbst mit dem Fuss auf der
Kufe mich aus der ausgehängten Türe herausbeugend in den knatternden
Wind – zum Fotografieren), dann spüre ich NICHTS von diesem Schwindel
und dieser Angst.
Weil eben diese optische Verbindung von mir zum Boden unten fehlt.

Ist DAS derselbe Effekt wie bei dir, Pat?
Oder gibt es weitere Leser, die das so kennen?
Wie könnte man das benennen – Höhenangst ist es ja nicht, oder?
Hab mich schon oft gefragt …
Und: es wird schlimmer mit zunehmendem Alter.

Gruss
Rolf

2 Schuhe
Liebe mopedhexle,
Du beschreibst 2 Dinge:

1.) Deine Maßnahmen zum Überwinden der Höhenangst (Bergwandern u.s.w. könnte man als „Konfrontations-Selbsttherapie“ sehen. Manche schaffen das tatsächlich selbst, manche geben irgendwann auf, andere überziehen, weil sie das richtige Maß nicht kennen und stürzen ab. Angst ist schließlich auch ein sinnvoller Schutz des Menschen.

Es kommt bei Angst vor allem darauf an, ob

  • ein Mensch Angst hat oder
  • ob die Angst einen Menschen hat.

Ich will dazu nichts weiter sagen.

Problematisch finde ich nur, wenn Du

2.) etwas „für Deinen Freund“ machen willst, und zwar dann, wenn Du Dich evt. dabei „verbiegen“ solltest.

Eine wesentliche Grundlage für Liebe ist, dass die Partner authentisch (sie selbst - unverbogen) sind. Das erlaubt gerade Unterschiede.

Möchtest Du einen Freund, der so ist wie Du? Dann reicht doch der Spiegel im Badezimmer!

Aber das soll kein Rat sein, nur ein Denk-mal für alle, die gerade in diesem Brett über etwas vom „inneren Mechanismus“ ähnliches in ihrer Partnerschaft schreiben.

Vielleicht verbiegst gerade Du Dich nicht dabei, weil Du es selbst (siehe 1.) willst. Aber das musst Du selbst herausfinden.

Herzlichst
sowie
„Gut Gas und viele Kolbenfresser“
Ole

Bist du schon mal mitgeflogen?
Es geht den meisten Menschen so, daß sie ein sehr ungutes Gefühl haben, wenn sie irgendwo an einem Abgrund stehen, oder von einem erhöhten Punkt nach unten schauen. Höhenangst wird es dann, wenn dieses ungute Gefühzl sehr stark ausgeprägt ist.
Ebenso haben aber die meisten Menschen keine Angst, wenn sie sich von einem festen Punkt aus erst einmal in die Luft begeben. Das „langsame“ Aufsteigen, verbunden mit der Gewißheit, daß einem nichts passieren kann, da man ja bereits sicher am Schirm hängt, löst nicht so starke Angstgefühle aus, als wenn unbewußt die Gefahr besteht, von einer Anhöhe zu stürzen, ohne etwas dagegen tun zu können.