eigentlich ist das was ich jetzt schreibe nur ein kleiner Aufreger. Was mich aufregt? Die Übernahme des amerikanischen „Listen!“ ins Deutsche.
Mittlerweile kann man bei jedem zweiten Gespräch beobachten dass man mit „hör zu!“ oder (bayrisch) „horch!“ oder (noch schlimmer) „hör mir zu!“
malträtiert wird.
Als schlimm empfinde ich das weil ich der Person ja in diesem Moment durchaus zuhöre. Wenn ich das nicht täte könnte sie ja nicht mit mir sprechen. Wozu also dieser alberne Hinweis (ich empfinde ihn als Befehl) ich solle zuhören?
Empfindet Ihr das genauso bzw. wendet Ihr diese Phrase an? Ich weiss bei solchen Dingen immer nicht ob ich zu empfindlich bin oder ob es Anderen evtl. auch so geht.
ei hömmal, das kommt doch nicht aus dem Englischen. Jetzt sag amal, glaubst Du vielleicht früher ham die alle schon English gekunnt?
Jetzt sag ich dir mal was: Das ist nämlich überhaupt nicht so. Und jetzt kommts: das haben die Amis von uns. Da schaust Du, was?
Also aufgemerkt! Das „listen“ in jedem zweiten Satz sagt der Ami nur, weil er - und jetzt ganz unter uns - weniger Ausdrucksmöglichkeiten hat als wir.
Und eins laß Dir gesagt sein: wer zuhörend ausschaut, dem kann oft sehr wohl eine Aufmunterung zu gesteigerter Aufmerksamkeit frommen, gell?
eigentlich ist das was ich jetzt schreibe nur ein kleiner
Aufreger. Was mich aufregt? Die Übernahme des amerikanischen
„Listen!“ ins Deutsche.
Mittlerweile kann man bei jedem zweiten Gespräch beobachten
dass man mit „hör zu!“ oder (bayrisch) „horch!“ oder (noch
schlimmer) „hör mir zu!“
malträtiert wird.
Schlimmer ist „HÖMMA !“
sag doch einfach „Audi“, das ist nachher lateinisch *g
Noch krasser empfinde ich …
… das nachgestellte „Verstehst Du?“ („You know?“), in meiner ursprünglichen Heimat auch besser als „Fahsteeße?“ bekannt.
Den Nutzern dieser Wendung würde ich jedesmal am liebsten mit „Nein, ich bin blöd, aber erkläre es mir doch noch einmal genauer!“ ins Wort fallen.
In beiden Fällen („Vahsteeße?“ wie „Hömma!“) ist es diese – oft vom Sprecher gar nicht gewollte – mitschwingende Impertinenz, die mir ein zuweilen schon physisch spürbares Unbehagen bereitet.
gut dass es mir anscheinend nicht alleine so geht. Bei vielen ist das mittlerweile eine Phrase die sie in jedem zweiten Satz verwenden was bei mir zu allergischen Reaktionen führt und mich das Gespräch oft relativ rasch abbrechen lässt.
Danke für Deine Aufklärung *g*
Es ging eigentlich auch nicht um die Herkunft wobei Deine Erklärungen durchaus einleuchtend sind.
Ich krieg die Krätze wenn mir jemand unterstellt ich würde ihm nicht zuhören.
Und eins laß Dir gesagt sein: wer zuhörend ausschaut, dem kann
oft sehr wohl eine Aufmunterung zu gesteigerter Aufmerksamkeit
frommen, gell?
Das war jetzt hoffentlich nicht sooo ernst gemeint Es kann nämlich vorkommen dass ich vor lauter Aufmunterungen zu gesteigerter Aufmerksamkeit dieselbe völlig verliere.
Es ist durchaus lobenswert, dass du ohne ein verbale Aufmunterung anderen zuhören kannst. Allerdings sind mir da schon diverse Individuen über den Weg gelaufen, die auch mit eindringlicher Aufforderung nicht in der Lage sind, einmal selbst den Mund zu halten und zuzuhören! Nun ja, ein „hör zu“ wird daran auch nichts ändern.
Aber ich glaube, dass gerade diese Personen, die sich selbst am liebsten reden hören, auch gerne solche Redewendungen nutzen.
Mit dem richtigen Unterton in der Stimme kann es doch auch so rüberkommen, als wenn jetzt etwas unheimlich Wichtiges erzählt wird.
und ich denk, …
… du machst hier Werbung für ne Springer-Zeitschrift, Rolf.
Na, wenn’s nur das ist. Unser Ruhrpott - „Hömma“ hat übrigens überhaupt nicht diesen imperativen Charakter. Ist einfach nur ein Verständigungssignal unter Sprechern desselben Dialekts (den man uns ja bekanntlich abspricht). „Äh hömma, kennze dehn schonn? Sacht unsa Mamma, datt glaupße gezz bestimmt nich … usw. usw.“
so beginnen bei uns nicht wenige Gespräche (Rheinland).
Zwar ist Verb + ‚enz‘ eigentlich eine (milde) Form des Imperativs, aber ‚höörenz‘ eigentlich nur ein Einleitungsfüllsel. Genauso wie das ‚Wah‘ am Ende, das sich von ‚nicht wahr‘ ableiten läßt.
das das eher der Unsicherheit des Redenden entspringt. Vor allem das
„vaschtehste“, mit der der Redende eigentlich seine Bereitschaft zeigt, es
nochmal zu erklären.
Schlimmer ist da das bayerische „woaßtscho“ (= du weißt schon), das grundsätzlich
einer schlampigen Erklärung oder Beschreibung nachgestellt wird, wenn der redende
gemerkt hat, dass das Gegenüber eben NICHTS verstanden hat.
Im übrigen gibt es die Aufforderung zuzuhören, auch in anderen Sprachen. Der
Italiener leitet gerne mit „Senta, …“, der Franzode mit „Ecoute, …“ seine
Sätze an andere ein. Im ersteren Falle (it.) ist das sogar eine eher höfliche
Form, um dem gegenüber Zeit zu geben, sich auf eine Frage einzustellen.
Nachdem es überall listent, écoutet, sentat und hömmat – einfach gar net erst
ignoriern, lieber Rolf, sonst machst Du Dich nur unnötig fertig – das rottest Du
nicht mehr aus (obwohl es mich, ehrlich gesagt, auch aufregt!).
Schöne Grüße
Bolo
(der jetzt doch sein Internet zum Laufen gekriegt hat, wie Du siehst!)