Hallo,
meine Mutter ist stark schwerhörig und hat daher schon seit langem 2 Hörgeräte.
Es gab damit aber bisher immer nur Probleme, weil sie sehr oft piepsen.
Wenn man die Geräte dann zum Akustiker bringt, stellt er sie leiser ein, dann hört das piepsen auch auf, aber dann hört meine Mutter nichts mehr.
Woran kann das liegen, warum piepsen Hörgeräte überhaupt, kann man das nicht abstellen?
Danke im Voraus
Hallo, Regano,
ich weiß zwar nicht, welches Hörgerät deine Mama verwendet, aber bei dem Piepsen handelt es sich vermutlich um sog. akustische Rückkopplung.
Ein Hörgerät besteht im Prinzip auf der einen Seite (außen) aus einem Mikrophon, und (innen im Ohr) aus einem „Lautsprecher“. Dazwischen liegt eine Elektronik, die das vom Mikrofon aufgenommene filtert und verstärkt und an den „Lautsprecher“ weitergibt. Wird die Verstärkung zu weit aufgedreht, „hört“ das Mikrofon das, was der Lautsprecher widergibt, verstärkt es erneut - das führt dann zu einem verzerrten Quietschen.
Abhilfe:
- Einstellung des Hörgerätes
- bessere Abdichtung zwischen Hörgerät und Gehörgang.
- evtl. den Filter besser einstellen. (nicht alle Frequenzen werden gleich schlecht gehört. Wenn die richtigen Frequenzen verstärkt werden ist ein allgemeines lauter stellen oft überflüssig. )
Das kann der Hörgeräteakustiker machen - bloßes leiser stellen ist ein bisschen zu wenig.
Gruß
Eckard
Hallo regano,
bei meiner Mutter lag es an einem verhärtetem Ohrenpfropf im Ohr, der irgendwie an eine Art Rückkopplung Schuld war - genau weiß ich nicht mehr, sie hat es mir so erklärt. Vielleicht kann der Haus- oder Ohrenarzt Abhilfe schaffen.
viele Grüße
claren
Auch hallo,
der Rückkoppelungseffekt wurde schon angesprochen. Er entsteht, wenn der verstärkte Schall aus dem Lautsprecher am Hörgerät vorbei nach außen kommt, vom Mikrofon aufgenommen, erneut verstärkt, wieder am Hörgerät vorbei nach außen … usw. Das schaukelt sich immer lauter werdend so schnell auf, dass man nur ein Quietschen hört.
Fazit: Das Gerät deiner Mutter sitzt nicht dicht im Ohr, es hat Spiel. Leiserstellen ist deshalb ein untaugliches Mittel, der Akustiker muss ein neues Ohrpassstück herstellen. Offenbar ist er dazu zu bequem. Und das ist ein Hammer, denn solche Arbeiten sind im Preis inbegriffen: Hörgeräte so unverschämt teuer (mit Gewinnspannen von 60 bis 70 Prozent). Dem Manne sollte, höflich, aber deutlich auf die Füße getreten werden.
Ihr könntet das übrigens testen: umwickelt das Gerät vorsichtig mit etwas Watte, die mit Vaseline vermischt wurde. Wenn alles dicht ist, quietscht auch nichts mehr.
Gruß
Peter
Huhu!
Versucht mal nen anderen Akustiker … bei mir waren mal die Schläuch gebrochen, was zu enormen piepsen geführt hat, und erst der zweite Akustiker, bei dem ich war, hat das gemerkt, und die Schläuche ausgetauscht.
Ich weiss natürlich nicht, wie schwerhörig deine Mutter ist, und was für Hörgeräte das sind, aber wenn sie piepsen, ist das falsch.
(Meine piepsen nur, wenn ich jemanden umarme, und wenn sie mal wieder im Eimer sind.)
Grüßlis!
Scrabz aka Philipp (aka Drache).
Hi regano,
außen sitzt ein Mikrofon, innen ein Lautsprecher, dazwischen ein Verstärker. Wenn das vom Lautsprecher abgegebene Signal wieder auf das Mikrofon trifft, wird es nochmal verstärkt, findet wieder zum Mikrofon usw. usf. Durch diese sogenannte Rückkopplung wird der Verstärker dermaßen übersteuert, dass das Gerät nur noch pfeift.
Abhilfe schafft ein sorgfältiges Anpassen des Ohrpfropfens, so dass keinerlei Schall vom Lautsprecher nach außen dringen kann. Selbst bei idealer Anpassung, sprich Abdichtung, kann es zB beim Kauen oder Gähnen immer noch zum Pfeifen kommen, weil sich dabei der Gehörgang verformt.
Manchmal ist der Schlauch vom Mikrofon zum Verstärker nicht ganz dicht. Das sollte ein Hörgeräteakustiker aber sofort sehen.
Gruß Ralf