Hörner an Isolatoren(ZUG)?

Hallo,

ich fahre jeden Morgen mit dem Zug. Dabei fallen mir Hörner an den Enden der Isolatoren auf. Sie befinden sich auch nur jeweils an einem Isolator eines Strommastes. Wozu sind diese gut?

Rainer

Hallo Reiner,
diese „Hörner“ sind Überspannungsableiter. Sie sollen den Isolator vor hohen Spannungen schützen. Die Luftstrecke zwischen dem Ende des „Horns“ und dem Masten wird dann leitend und für die Dauer der Überspannung (z.B.: bei Blitzschlag) wird die Luftstrecke leitend. Der Isolator wird dadurch vor Zerstörung oder Überhitzungsschäden geschützt.
Gruß von Norbert

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

diese „Hörner“ sind Überspannungsableiter. Sie sollen den
Isolator vor hohen Spannungen schützen. Die Luftstrecke
zwischen dem Ende des „Horns“ und dem Masten wird dann leitend
und für die Dauer der Überspannung (z.B.: bei Blitzschlag)
wird die Luftstrecke leitend. Der Isolator wird dadurch vor
Zerstörung oder Überhitzungsschäden geschützt.

Hallo Norbert,

Die durch Verrippung lange Kriechstrecke (länger als die Luftstrecke) soll Gleitentladungen verhindern. Durch Verschmutzung des Isolators kommt es aber trotzdem im Laufe der Zeit zu äußeren Teilentladungen entlang dieser Strecke. Je nach Art der Verschmutzung können sogar leitfähige Kohlenstoffderivate entstehen, was wiederum Teilentladungen über immer größere Teilstücke des Isolators begünstigt. Insgesamt entstehen dabei erhebliche Fehlerströme, von denen der Energieversorger zunächst nichts bemerkt. So entstehen Entladungen über immer größere Teilabschnitte des Isolators. Werden diese Strecken groß genug, erreichen sie die Hörner. Durch deren Formgebung wandert der Überschlag vom Isolator weg, hin zu den Hornspitzen, führt dort per Ionisation der Luftstrecke praktisch zu einem Erdschluß oder jedenfalls zu einem am Generator deutlich meßbaren Fehlerstrom und in der Folge zur Abschaltung der Freileitung. Dann ist manuelle Reinigung der Isolatoren angesagt.

Der Schutz des Isolators ist also nicht der Grund für die durch die Hörner gebildete Ionisationsstrecke.

Bei Interesse kann ich Dir eine Fotoserie mailen, die in einem abgedunkelten Hochspannungslabor entstand. Dort ist die beginnende und sich ausweitende äußere Teilentladung und schließlich das Abwandern des Überschlags auf die Hornspitzen zu sehen.

Gruß
Wolfgang

Hi,

könntest Du mir die Fotoserie bitte auch zumailen, kling nämlich sehr interessant.

Schonmal Danke im vorraus. Micha

Danke !
Rainer

Hallo Wolfgang,
bin an deiner Fotoserie interessiert! Bitte sende diese mir an
[email protected]
Es kann sein, das ich da eine andere „Hörnerform“ im Kopf habe, oder mein Prof hat mir damals was falsches erzählt! Ich sehe es dann auf den Fotos.
Gruß von Norbert

Hallo Norbert,

Die durch Verrippung lange Kriechstrecke (länger als die
Luftstrecke) soll Gleitentladungen verhindern. Durch
Verschmutzung des Isolators kommt es aber trotzdem im Laufe
der Zeit zu äußeren Teilentladungen entlang dieser Strecke. Je
nach Art der Verschmutzung können sogar leitfähige
Kohlenstoffderivate entstehen, was wiederum Teilentladungen
über immer größere Teilstücke des Isolators begünstigt.
Insgesamt entstehen dabei erhebliche Fehlerströme, von denen
der Energieversorger zunächst nichts bemerkt. So entstehen
Entladungen über immer größere Teilabschnitte des Isolators.
Werden diese Strecken groß genug, erreichen sie die Hörner.
Durch deren Formgebung wandert der Überschlag vom Isolator
weg, hin zu den Hornspitzen, führt dort per Ionisation der
Luftstrecke praktisch zu einem Erdschluß oder jedenfalls zu
einem am Generator deutlich meßbaren Fehlerstrom und in der
Folge zur Abschaltung der Freileitung. Dann ist manuelle
Reinigung der Isolatoren angesagt.

Der Schutz des Isolators ist also nicht der Grund für die
durch die Hörner gebildete Ionisationsstrecke.

Bei Interesse kann ich Dir eine Fotoserie mailen, die in einem
abgedunkelten Hochspannungslabor entstand. Dort ist die
beginnende und sich ausweitende äußere Teilentladung und
schließlich das Abwandern des Überschlags auf die Hornspitzen
zu sehen.

Gruß
Wolfgang