Hörsturz oder was ?

Hallo miteinander,

ich hoffe, jemand hat einen Tipp ! Ich beschreibe es mal ausführlich, weil ich nicht weiß, was wichtig ist.

Vor ca. 6 Jahren hatte ich zum ersten Mal Ohrenprobleme: Ich war mit meinen drei damals noch sehr kleinen Kindern auf dem Spielplatz, wollte nach Hause gehen und hatte plötzlich ein Gefühl, als hätte ich Watte in den Ohren, hörte sehr schlecht. Gleichzeitig war mir total schwindelig, ich konnte mich nur noch setzen. Nach einigen Minuten war der Spuk vorbei, ich fühlte mich zwar etwas matt und war natürlich stark verunsichert, aber sonst ging es.

Dann war viele Monate Ruhe bis zum nächsten „Anfall“. Damals ging ich sofort zum Ohrenarzt, aber bis ich dort war, hörte ich wieder gut und er meinte nur etwas lässig, das sei eine kurzfristige Durchblutungsstörung, nix ernstes, keine weitere Behandlung nötig.

Wieder ging es einige Monate gut, dann fing es wieder an. Ich ging zu einem anderen Ohrenarzt, bis dahin hörte ich aber wieder. Zwar fühlte ich mich dort gut aufgehoben, aber auch hier hieß es, es sei eine kurzfristige Durchblutungsstörung, eventuell aufgrund von Verspannungen. Der mir empfohlene Arzt, der mich „einrenken“ sollte, entdeckte aber keine Verspannungen.

Die Abstände zwischen den Vorfällen wurden immer kürzer. Mein nächster Versuch war meine Hausärztin, die sprach von „kleinen Hörstürzen“ und verordnete mit Gynko in homöopathischer Form, ansonsten soll ich viel trinken (mache ich meistens), mich regelmäßig bewegen (mache ich auch, habe Kinder und Hunde) und möglichst Stress reduzieren (das geht nicht wirklich bei zwei chronisch kranken Familienmitgliedern und damit verbunden heftigen Sorgen).

Momentan sieht es so aus: Die Anfälle sind häufiger, mal mehrmals am Tag, mal ist ein paar Wochen Ruhe. Ich kann auch kaum ein „Muster“ erkennen, allerhöchstens mag Stress eine Rolle spielen, aber der Anfall kommt auch in völlig entspannter Situation, sozusagen „nach“ akutem Stress. Die Intensität ist unterschiedlich, von wenigen Sekunden mit leichter Gleichgewichtsstörung und nur einem tauben Ohr bis hin zu extremem Torkeln und Probleme mit beiden Ohren über mehrere Minuten.

Manchmal habe ich auch Ohrgeräusche in verschiedener Ausprägung, mal fiept es, mal rauscht es, mal hört es sich an wie ein LKW, aber es geht in der Regel nach kurzer Zeit (Stunden bis höchstens Tage) wieder ganz weg.

Was kann ich nur tun ? Es schränkt mein Leben sehr ein, denn ich kann in einer akuten Situation höchstens noch 2-3 Schritte gehen, dann kippe ich um, bzw. muss mich setzen oder irgendwo festklammern. Ich mag schon kaum noch Auto fahren, und wenn ich alleine mit Kindern oder den Hunden unterwegs bin, ist so eine Attacke äußerst unangenehm :frowning:.

Vielen Dank und viele Grüße,
Insel

Hallo Insel,
an deiner Stelle würde ich nochmal zum Arzt gehen. Mit Gingko und guten Sprüchen ist es nicht getan. Die sollen dir Infusionen geben, damit die Durchblutung verbessert wird, vorausgesetzt, es ist wirklich „nur“ ein Hörsturz. Aber bei dieser Belastung würde es mich nicht wundern.
Lasse dich von deiner Krankenkasse, Selbsthilfeorganisationen usw. beraten, wie du die Notbremse ziehen kannst. Es wird nicht mehr lange dauern, und du wirst sonst der 3. Pflegefall in der Familie sein.
Für pflegende Angehörige werden Urlaube etc. angeboten, aber ich fürchte, dass das nicht reichen wird. Oder ihr überlegt euch, eine Pflegekraft einzustellen. Sprecht mit anderen pflegenden Angehörigen, welche finanziell tragbaren Möglichkeiten es da gibt.

Viel Glück und viel Kraft
wünscht
Tollkirsche

hi insel,

ich selbst hatte 2 mal einen hörsturz und erinnere mich, man kann ihn klar diagnostizieren - also ab zum nächsten HNO und evtl auch ruhig mal zum nervenarzt - lass die mal schauen was sie evtl finden. - hartnäckig bleiben, solange bis du hilfe bekommst - und vor allem selbst nicht den eindruck machen als wäre es ne bagatelle - ich habe manchmal den eindruck vom eigenen verhalten hängt auch beim arztbesuch eine menge ab auch wie ernst man genommen wird. - evtl spielt das ja oft hinein wenn man nicht so wirklich weiterkommt - zumindest lohnt es sich dafür zu sorgen, dass es DARAN nicht liegt.

LG
nina

Hallo miteinander,

ich hoffe, jemand hat einen Tipp ! Ich beschreibe es mal
ausführlich, weil ich nicht weiß, was wichtig ist.

Hallo Insel

Ich bin kein Experte und dir haben ja auch schon einige geantwortet, dass es sich lohnt wegen deiner beschwerden weiterhin nach Ursachen zu forschen und weiter zu ärztliche Hilfe zu suchen.

Ich kann hier nur ein Buch empfehlen, was mir selber einmal sehr geholfen hat und ein bisschen auch zu den Beschwerden passt, die du schilderst.

Es heißt: Wenn die Seele durch den Körper spricht Psychosomatische Störungen verstehen und heilen. Von Hans Morschitzky und Sigrid Sator.

Du findest es bei Amazon und über google, ich kann leider grad keinen link einfügen.

Alles Gute für dich.
Liebe Grüße

Hallo,

vielleicht ist es gar kein Hörsturz. Deshalb helfen die durchblutungsfördernden Mittel nicht.
Siehe hier http://de.wikipedia.org/wiki/Morbus_M%C3%A9ni%C3%A8re

Gruß Kerstin

Danke…
… für den Tipp, und auch allen anderen, die geantwortet haben.

Leider ist es nicht ganz so einfach mit Unterstützung im Alltag, Theorie und Praxis halt *seufz*. Was einem auf dem Papier zusteht, ist ein heftiger Bürokratiekampf unter dem Stichwort „Kostenabwehr“.

Wir haben ein gutes Netzwerk aus Selbsthilfegruppe und psychologischer Versorgung, aber das hilft nur bedingt, denn die tägliche Belastung und die Sorgen muss jeder selbst tragen. Ist halt so…

Ich werde jetzt mal zu einem Neurologen gehen, die beiden HNO-Ärzte hier in der Gegend habe ich ja schon vergeblich abgeklappert :frowning:

Viele Grüße,
Insel