Eine zweieinhalbköpfige Familie erhält nach Auszug aus der alten Wohnung die Nebenkostenabrechnung. Die Heizkostennachzahlung beläuft sich in etwa auf das 4-fache der Nachzahlung des Vorjahres, wobei der Vermieter auf mehr als der doppelten Wohnfläche weniger als die Hälfte verbraucht haben soll. Der Vermieter hat bereits mit der Kaution verrechnet, wobei allerdings nirgendwo in seiner Rechnungsaufstellung Zinsen auftauchen.
Fragen:
Können die Heizkosten in diesen Höhen realistisch sein?
und
Hätte der Vermieter nicht die Zinsen mit verrechnen müssen?
Heizkosten sind sehr stark Nutzerabhängig. Das Jahr 2010 war außerdem geprägt durch sehr lange Kälteperioden zu Beginn und am Ende.
Die Kontrolle der Belege sollte auf jeden Fall durchgeführt werden und
auf jeden Fall von einer Person durchgeführt werden, die davon etwas
versteht.
Können die Heizkosten in diesen Höhen realistisch sein?
Ja, die können realistisch sein, wenn die Familie wegen des Mitglieds mit dem halben Kopf - ich nehme mal an, daß damit ein Kleinkind oder Baby gemeint ist - die Wohnung auf hohe Temperaturen aufheizt und zusätzlich noch ein strenger Winter wie der letzte herrscht und die Preise für Brennstoff höher sind als in den Vorjahren, kann durchaus eine sehr hohe Nachzahlung rauskommen.
Aber am meisten wirkt sich wohl die Temperatur aus, auf die die Wohnung aufgeheizt wurde.
Die Abrechnung sollte aber auf jeden Fall geprüft werden.
eine Nachzahlung über das 4fache des Vorjahres hört sich schon enorm viel an.
Da hier keiner deine Abrechnung überprüfen kann, würde ich dir raten die örtliche Verbraucherberatung aufzusuchen.
Dort sitzen Sachkundige, die dir nach Terminvereinbarung helfen können.
Ich würde zu diesem Termin dann auch die Abrechnung vom Vorjahr mitbringen.
der Preis für die Beratung hält sich in Grenzen, kann sich aber auszahlen. Bei meiner letzten Beratung musste ich lediglich 20€ bezahlen.
eine Nachzahlung über das 4fache des Vorjahres hört sich
schon enorm viel an.
Nicht unbedingt. Man stelle sich vor, Sie zahlen jeden Monat 100 EUR Heizkostenvorschuss und am Ende müssen Sie 10 EUR nachzahlen, weil Sie insgesamt für 1210 EUR geheizt haben.
Wenn Sie nächstes Jahr für 1240 EUR heizen, sind das nur 2,5% mehr, trotzdem vervierfacht sich die Nachzahlung. „Vervierfachung der Nachzahlung“ sagt also gar nichts aus.
Nicht unbedingt. Man stelle sich vor, Sie zahlen jeden Monat
100 EUR Heizkostenvorschuss und am Ende müssen Sie 10 EUR
nachzahlen, weil Sie insgesamt für 1210 EUR geheizt haben.
Wenn Sie nächstes Jahr für 1240 EUR heizen, sind das nur 2,5%
mehr, trotzdem vervierfacht sich die Nachzahlung.
„Vervierfachung der Nachzahlung“ sagt also gar nichts aus.
ich gehe nicht davon aus, das der UP wegen 40€ mehr hier nachfragt.
Wenn die Nachzahlung vom Vorjahr (für ein halbes Jahr) sich auf 80 Euro belief, die Nachzahlung für das komplette Jahr 2010 nun aber rund 700 Euro sein sollen, würde es sich für die Familie empfehlen die Abrechnung von einem Fachkundigen prüfen zu lassen?