Hohe Luftfeuchte - was tun?

Hallo, ich bewohne eine Kellerwohnung. Alle Wände sind Innen- bzw. Außenwände. Keine Wand steht in der Erde. Der Boden ist gefliest und mit Teppich ausgelegt, alle möglichen Schlitze in den Wänden wurden im Zuge der Renovierung, die vor einer Woche abgeschlossen wurde, ausgefüllt. Diese Schlitze entstanden dadurch, dass auf die Mauersteine Gipsplatten genagelt wurden. Somit entstand zwischen Wand/Boden sowie Decke/Boden ein Hohlraum durch welchen sich Ungeziefer den Weg ins Innere bahnte. Ich habe festgestellt, dass die sich im Zimmer befindlichen Textilien klamm anfühlen und aus diesem Grunde ein Hygrometer aufgestellt. Das Ergebnis am nächsten Morgen: 80% relative Luftfeuchte. Die Heizung ist im Moment abgeschaltet, die Luftfeuchtigkeit sinkt jedoch auch nicht bei eingeschalteter Heizung. Es entsteht lediglich ein schwül-heißes Klima. Sobald die Fenster und Türen offenstehen, sinkt die rel. Feuchte recht schnell auf bis zu 50%, werden Sie geschlossen steigt sie allerdings genau so schnell wieder. Wie kann ich das Problem in den Griff bekommen und wo liegt die Ursache? Danke im Voraus für eure Tipps!

MfG Eric

Hallo Eric,

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Gruß
Karl

Moin,

meist liegt das Problem im Austausch der Luftfeuchtigkeit. Lüften sollte man im Keller nur dann, wenn es draussen kühler als drinnen ist. Sonst schlägt sich die Luftfeuchtigkeit der warmen Luft an den kühleren Kellerwänden nieder.
Durch das Aufbringen von Rigipsplatten verschlimmert man das Ganze meist noch.
Ich habe hier einen Keller der zu 50% unter der Erde liegt. Das Haus ist Bj.1908 und der Boden ist ebenfalls gefliest. Der Keller ist jahrelang abgesoffen und alles verschimmelte/verrostete. Erst nachdem ich mir über die vernünftige Belüftung Gedanken machte (und natürlich das Drainageproblem löste) habe ich eine deutliche Verbesserung erreicht.
Jetzt habe ich in einem kleinen Durchbruch einen Rohreinschublüfter installiert, der Zeitgesteuert läuft. Besser wäre natürlich wenn er Feuchtigkeitsgesteuert laufen würde. Es muss also eine Abluftmöglichkeit geben, aber natürlich auch Zuluft. So sorgt der ständige Luftstrom für den Abtransport der feuchten Luft.
Fraglich ist natürlich, woher kommt die Feuchtigkeit?
Ich vermute jedoch bei Dir, dass das Aufbringen von Rigipsplatten die Sache eher verschlimmern wird. Die Feuchtigkeit sitzt nun zwischen Wand und Rigipsplatte und wird eher noch grössere Schäden am Mauerwerk anrichten. Die Rigipsplatten werden wohl irgendwann schimmeln.

Gruss Jakob

Hi

Keine Wand steht in der Erde.

Wieso ist es dann ein Keller? alle möglichen Schlitze in

den Wänden wurden im Zuge der Renovierung, die vor einer Woche
abgeschlossen wurde, ausgefüllt.

Spachtelmasse, Farbe, Tapetenkleister enthalten Feuctigkeit evtl. ist daher die feuctigkeit erhöt.
Nätürlich gilt auch das was emin vorredner gesagt hat zu beachten.

Gruß Ww

Hi Eric,

zunächst ein prinzipieller Zusammenhang:
Die maximale Menge an Wasser, die sich in der Luft befinden kann, hängt von der Lufttemperatur ab. Je höher die Lufttemperatur, desto mehr Feuchtigkeit (in Gramm Wasser pro kg Luft) kann sie aufnehmen. Bei der von Dir angegebenen Luftfeuchtigkeit handelt es sich vermutlich um die relative Luftfeuchtigkeit. Die sagt aber ohne Angabe der Lufttemperatur nichts über die Wassermenge in der Luft aus. Anders ausgedrückt: bei gleicher relativer Luftfeuchtigkeit ist der Wassergehalt in der Luft bei 20°C sehr viel höher als bei 10 °C.
Insofern macht es Sinn, die Heizung laufen zu lassen und ordentlich zu lüften, wenn Du die Feuchtigkeit schnell loswerden willst. Natürlich ist das Energieverschwendung, aber vorübergehend wohl das kleinere Übel. Und ebenso natürlich funktioniert das bei trockener Außenluft besser, als bei feuchter.
Das wichtigste ist aber, das sichergestellt ist, dass kein Wasser nachkommt (Rohrbruch, Wassereinbruch von außen). Anderenfalls ist alle Mühe vergebens.

Gruß
Jürgen

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Moin,
Hallo,

wir haben ein Haus von 1958. Der Keller war IMMER trocken bis auf letzten ca. 5 Jahre. Seither bröckelt die zunächst die Farbe ab und darunter kommt dann etwas Feuchtigkeit durch - es riecht auch manchmal etwas muffig. Fenster haben wir jetzt z. B. voll aufstehen, damit die Feuchtigkeit raus kann - aber als ich mir deinen Artikel durchgelesen habe, scheint das wohl nicht so unbedingt ratsam zu sein.
Keine Ahnung war der Keller jetzt nach all den vielen Jahrzehnten plötzlich feucht wird.

meist liegt das Problem im Austausch der Luftfeuchtigkeit.
Lüften sollte man im Keller nur dann, wenn es draussen kühler
als drinnen ist. Sonst schlägt sich die Luftfeuchtigkeit der
warmen Luft an den kühleren Kellerwänden nieder.

Das werden wir mal machen. Die Wände sind wohl aus Beton und von innen nicht irgendwie verkleidet, ist -soweit wir sehen können- ein Putz auf dem Beton, der jedoch jetzt auch mit abbröckelt.

Durch das Aufbringen von Rigipsplatten verschlimmert man das
Ganze meist noch.
Ich habe hier einen Keller der zu 50% unter der Erde liegt.
Das Haus ist Bj.1908 und der Boden ist ebenfalls gefliest. Der
Keller ist jahrelang abgesoffen und alles
verschimmelte/verrostete. Erst nachdem ich mir über die
vernünftige Belüftung Gedanken machte (und natürlich das
Drainageproblem löste) habe ich eine deutliche Verbesserung
erreicht.
Jetzt habe ich in einem kleinen Durchbruch einen
Rohreinschublüfter installiert, der Zeitgesteuert läuft.

Also so ein kleiner Mauerdurchbruch wie z. B. für den Trockner oder die Dunstabzugshaube. Diese Rohreinschublüfter bekommt man im Baumarkt - und wenn ja aus welchem Material sind die?

DANKE

Grüße
Marie

Moin,

wir haben ein Haus von 1958. Der Keller war IMMER trocken bis
auf letzten ca. 5 Jahre. Seither bröckelt die zunächst die
Farbe ab und darunter kommt dann etwas Feuchtigkeit durch - es
riecht auch manchmal etwas muffig. Fenster haben wir jetzt z.
B. voll aufstehen, damit die Feuchtigkeit raus kann - aber als
ich mir deinen Artikel durchgelesen habe, scheint das wohl
nicht so unbedingt ratsam zu sein.
Keine Ahnung war der Keller jetzt nach all den vielen
Jahrzehnten plötzlich feucht wird.

Das Lüften ist immer eine Frage der Aussentemperatur. Die meisten denken dann, hui, jetzt ist es draussen schön warm und der Keller trocknet. Leider ist das Gegenteil der Fall :wink:
Bevor man sich ans Lüften macht muss man natürlich erst das weitere eindringen der Feuchtigkeit unterbinden. Die Frage ist zuerst: Wo kommt es rein? Mauerwerk? Boden? Sind markante Stellen zu sehen?
Drainage in Ordnung? Äussere Abdichtungen gibt es viele. Das reicht vom klassischen Bitumenanstrich bis zur Folie.
Vielleicht hat sich irgendein Gestrüpp durch die Drainage gewurzelt, dann holt man sich das Wasser in den Keller. Das herausfinden woher die Feuchtigkeit überhaupt kommt ist das schwierigste.

Das werden wir mal machen. Die Wände sind wohl aus Beton und
von innen nicht irgendwie verkleidet, ist -soweit wir sehen
können- ein Putz auf dem Beton, der jedoch jetzt auch mit
abbröckelt.

Wie gesagt, jetzt muss man herausfinden warum. Tritt es nur an einer bestimmten Wand auf oder überall?
Ist der Keller beheizbar?

Also so ein kleiner Mauerdurchbruch wie z. B. für den Trockner
oder die Dunstabzugshaube. Diese Rohreinschublüfter bekommt
man im Baumarkt - und wenn ja aus welchem Material sind die?

Genau so. Ein kleiner Durchbruch und ein Kunststoffrohr rein. In dieses Rohr kommt der Lüfter. Die sind aus Kunststoff. Wichtig ist aber dass die Luft zirkulieren kann, es muss also auch eine (möglichst verschliessbare) Zuluft vorhanden sein.
Am sinnvollsten ist dann die Zuluft abends, wenn es kühler ist, zu öffnen und dann den Lüfter einzuschalten.
Jetzt habe ich bei mir einen nutzbaren Keller geschaffen. Schimmeln tut hier nichts mehr. Etwas muffig riecht es zwar immernoch, aber das würde ich auch noch wegbekommen. In einigen Ecken müsste ich mal neu verputzen, komme da aber teilweise momentan schlecht ran.

Gruss Jakob