Hohe luftfeuchtigkeit im schlafzimmer schimmel

Liebe Leute

Ich wende mich hoffnungsvoll an Euch mit der Bitte um Hilfe.
Es gibt zu diesem Thema zwar schon einiges nachzulesen, aber ich wollt mein Problem doch selbst gerne beschreiben, da jeder Fall ja auch ein bisschen individuell liegt.

THEMA

HOHE LUFTFEUCHTIGKEIT VOR ALLEM IM SCHLAFZIMMER – SCHIMMELBILDUNG

BETEILIGTE PERSONEN
2 ERWACHSENE – EIN KLEINES BABY – 2 KATZEN – FAULER VERMIETER

Wir wohnen nun seit ca. 5 Jahren in einer alten Wohnung mit drei Außenwänden. Zusätzlich ist der Speicher nicht ausgebaut und kalt, und unter uns befindet sich ein kaltes Lager einer Firma, die ca 3 Stunden am Tag 2 große Garagentüren aufhat.
Bisher noch keine Probleme gehabt, außer hohe Heizkosten bei geringer Wärme, da die Wohnung sonst aber wunderschön, und zudem noch recht günstig ist, würden wir sie eher gerne halten.
Seit einer Woche haben wir nun ein kleines Baby, und müssen deshalb nachts das Schlafzimmer geschlossen halten, da unsere Katzen Freigänger sind, und auch schon mal Flöhe abschleppen.
Die Luftfeuchtigkeit bei geschlossenem Fenster steigt nachts von ca.50-60 auf teilweise über 80 % an. Wir haben nachts eine Zimmertemperatur zwischen 16 und 18 Grad, tagsüber leider nicht bedeutend höher. Vielleicht ein zwei Grad. Wir lüften einmal täglich die Wohnung komplett ca. 10 min durch.
Wegen der hohen Heizkosten haben wir die alten Fenster mit Gummidichtung abgedichtet.
Wir hatten schon vorher einen deutlichen Beschlag an den Morgenfenstern, aber nun fast die Hälfte der Fläche patschnass.
Seit gestern im Schlafzimmer an der kältesten Wand (Ecke zu zwei Außenwänden) deutliche Schimmelbildung entdeckt. Sofort Vermieter gebeten, mal nachzusehen, weil er wohl an dieser Stelle schon mal mit Schimmel kämpfen musste. Daher wohl auch, dass die Wände an dieser Stelle einen relativen Styroporcharakter besitzen. Der sagt er werde mal jemanden draufschauen lassen, am Besten einen Maler (!!!), aber das wird vor Weihnachten bestimmt nix mehr werden.

MEINE FRAGEN SIND WAHRSCHEINLICH EINDEUTIG ERSICHTLICH

WIE DÄMME ICH DIE SCHIMMELBILDUNG EIN?

WIE ERREICHE ICH EINE GESUNDE SCHLAFATMOSPHÄRE BESONDERS UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DES BABYS?

IST DIE WOHNUNG VIELLEICHT DOCH UNZUMUTBAR?

UND ALLE FRAGEN DIE ZWISCHEN DEN ZEILEN ZU FINDEN SIND, AN DIE ICH MICH JETZT ABER NICHT MEHR ERINNERE?

IST EIN LUFTENTFEUCHTER (GRANULAT ODER MASCHINE) SINNVOLL?

VIELEN VIELEN DANK AN ALLE DIE HELFEN WOLLEN !!!

DAS ZAMMIS

moin,

du hast den paradefall für schimmelbildung:

  • viele aussenwände
  • viele personen
  • schlechte heizung
  • fenster gedichtet

m.e. kommt hier nur eine aussendämmung in frage, um dem problem herr zu werden

problem ist wohl, dass der taupunkt zu weit innen in der wand ist

wir haben auch jedes jahr probleme in den aussenecken der wohnung, da die bauweise des hauses den 70ern entspricht, die fenster gut dichten und später noch eine farbe mit hohem anteil an kunststoffteilen auf die aussenfassade geklatscht wurde…

noh ein tipp: lüften nur, wenn die luftfeuchtigkeit aussen niedriger ist als in der wohnung

luftentfeuchter ist natürlich auch ein versuch wert

gruß inder

Hallo,

Seit einer Woche haben wir nun ein kleines Baby

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!

Einmal lüften wird bei eurer Wohnung nicht reichen, das müsst ihr schon 2-3 mal machen.
Ansonsten kann ich mich meinem Vorredner nur anschließen

Liebe Grüße und alles Gute euch dreien.

Katl

Hi!

Dass das Baby so viel zusätzliche Feuchtigkeit verdunstet, glaub ich nicht. Also liegt der Hauptgrund wohl eher in der geschlossenen Türe, wenn Ihr die Jahre vorher den Schimmel mit offener Türe nicht hattet.
Also warum nicht versuchen, die Katzen anders draußen zu halten? Hauptsache, die Luft kann sich etwas austauschen. Würde denn die Möglichkeit bestehen, die offenstehende Schlafzimmertüre durch so eine Moskitonetz-Türe o.ä. vor den Katzen zu „sichern“? Oder irgendwas Anderes dekoratives? Es gibt doch auch so schöne Holzgitter, die man farblich gestalten kann etc. Hätte dann ggf. einen leicht orientalischen Harems-Touch :wink:
Ok, wenn’s nachts mal „pressiert“, sollte die Sache auch im Halbschlaf recht einfach bedienbar sein… Dazu noch den Luftentfeuchter und gut is.

Gruß
Andrea

Hallo,

meine Frau und ich hatten in unserer alten Wohnung jahrelang mit Schimmel zu kämpfen. Die Verhältnisse waren ähnlich, wie bei Euch. Es war eine Wohnung aus den 50ern, schlecht isoliert, dazu richtig schön dichte Fenster. Wir haben alle Tips bezüglich Lüften etc. geflissentlich befolgt, aber alle Versuche, des Problemes Herr zu werden, schlugen fehl! Als wir vor 1 1/2 Jahren wg. einer Eigenbedarfskündigung aus der Wohnung ausgezogen sind, wurde uns das ganze Ausmaß des Problemes erst richtig bewusst und wir bereuten es, nicht schon früher ausgezogen zu sein.

Unsere Erfahrungen mit Luftentfeuchtern:
Die Granulatentfeuchter könnt Ihr völlig vergessen! Die Menge Wasser, die so ein Ding der Luft entnimmt, ist m.E. mit einem Hygroskop nicht mal messbar. Was sich in dem niedlichen Wännchen in einem Monat ansammelt, macht ein elektrischer Entfeuchter in einer Stunde. Dazuhin ist das Granulat nicht billig - auf die Dauer kommen Anschaffung und Betrieb eines elektrischen Luftentfeuchters sicher billiger. Ein elektrischer Luftentfeuchter, der aber mindestens 250 Watt haben sollte, zieht schon ordentlich was raus, hat aber den großen Nachteil, dass er Krach macht. In einem Zimmer mit eingeschaltetem elektrischen Luftentfeuchter zu schlafen ist nicht empfehlenswert, zumindest nicht bei dem Modell, das wir haben.

Im Nachhinein bedauern wir, wie gesagt, dass wir nicht früher umgezogen sind. In einer Zeit irrwitziger Energiekosten würde ich auch Euch zu bedenken geben, dass Ihr in einer gut isolierten Wohnung zwar wahrscheinlich mehr Miete bezahlt (tun wir auch), aber im Gegenzug wesentlich geringere Energiekosten habt und damit langfristig vielleicht sogar billiger wohnt.

Die Alternative wäre natürlich, den Vermieter davon zu überzeugen, eine Aussenisolierung anbringen zu lassen. Vielleicht könntet Ihr ja vorschlagen, dass Ihr dann auch etwas mehr Miete bezahlt (ihr spart ja dann Heizkosten). Ausserdem werden derartige Maßnahmen, soweit ich weiss, auch subventioniert. Ich glaube nicht, dass schlecht isolierte Wohnungen in ein paar Jahren noch kostendeckend vermietbar sind. Insofern wird Euer Vermieter früher oder später sowieso etwas unternehmen müssen!

Und: Finger weg von jeder Art von Innenisolierung. Die verlagert nicht nur das Problem auf den Bereich hinter der Isolierung, sondern macht alles möglicherweise noch schlimmer!!!

Ich wünsch Euch viel Glück und schöne Weihnachten!

Jens

noh ein tipp: lüften nur, wenn die luftfeuchtigkeit aussen
niedriger ist als in der wohnung

Das würde ich so nicht sagen! Gerade jetzt im Winter kann beruhigt auch bei hoher Aussenluftfeuchtigkeit gelüftet werden, weil es sich bei der gemessenen Luftfeuchtigkeit um „relative Luftfeuchtigkeit“ handelt. Kalte Luft kann erheblich weniger Feuchtigkeit speichern, als warme.
Im Sommer sieht das schon anders aus. Da kann es passieren, dass das Lüften trotz „niedriger“ Luftfeuchtigkeit der heissen Aussenluft in der kalten Innenluft einen Feuchtigkeitsanstieg bewirkt…

Ist also alles nicht ganz so einfach. Am besten ein Hygrometer anschaffen (Achtung, die billigen haben bis 5% Ungenauigkeit) und sehen, ob das Lüften das gewünschte Ergebnis hat.

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Hallo,

Ich wende mich hoffnungsvoll an Euch mit der Bitte um Hilfe.
Es gibt zu diesem Thema zwar schon einiges nachzulesen, aber
ich wollt mein Problem doch selbst gerne beschreiben, da jeder
Fall ja auch ein bisschen individuell liegt.

eurer Problem entspricht im Wesentlichen genau dem weiter unten
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Seit einer Woche haben wir nun ein kleines Baby, und müssen
deshalb nachts das Schlafzimmer geschlossen halten, da unsere
Katzen Freigänger sind, und auch schon mal Flöhe abschleppen.

Muß das Baby in dem Problemraum verbleiben?
Baby könnte auch in einem anderen Zimmer schlafen.
Vorläufig wird es sich wohl darüber nicht beschweren.

Die Luftfeuchtigkeit bei geschlossenem Fenster steigt nachts
von ca.50-60 auf teilweise über 80 % an.

Der Mensch atmet nun mal auch reichlich Wasserdampf aus
und schwitzt auch noch. Mit Kondensation an kalten Flächen
ist unter diesen umständen 100%-ig zu rechnen.
Das muß nicht sofort zu einem akuten Schimmelproblem werden,
solange die Oberflächen noch genügend Feuchte puffern können.
Dann muß diesen Flächen aber auch die Möglichkeit gegeben werden,
diese Feuchte wieder abzugeben. Bei euch zur Zeit leider nicht!

Wir haben nachts eine Zimmertemperatur zwischen 16 und 18 Grad,
tagsüber leider nicht bedeutend höher. Vielleicht ein zwei Grad.

Mehr heizen würde sich auf alle Fälle pos. auswirken. Bei höherer
Temp. kann die Luft mehr Feuchte aufnehmen (ca. 1g/m³*1grd).
http://www.m-forkel.de/klima/grafiken/taupunktkurve.gif

Wir lüften einmal täglich die Wohnung komplett ca. 10 min durch.

Das ist zu selten, dafür aber zu lange.
Das Luftvolumen des Raumes ist bei weit offenen Fenstern innerhalb
1…3 Minuten ausgetauscht. Danach kühlt der Raum nur noch aus.

5 mal für 2 Min über’n Tag verteilt bringt weit mehr.
Mit jedem Luftaustausch kann effektiv Feuchte abgeführt werden,
sofern vorher die Luft im Raum Feuchte aufnehmen konte.

Luft bei 0°C kann weniger als 5g/1m³ Wasser aufnehmen.
Bei 18grd sind es ca. 15g/1m³. Bei einer Luftfeuchte von 60%
wären es immer noch ca. 11g/1m³.
Einmal Luftaustausch trägt also gut 7…10g/1m³ H2O aus dem Raum.
Bei einmal Lüften also nur ca. 350…500g bei einem Zimmervolumen
von ca. 50m³.
Wenn das Zimmer kleiner ist, dann eher weniger.
Bei weniger Heizen wird’s auch noch mal schlechter.

Ein Mensch gibt bis 1Liter Wasser pro Nacht ab !!!
http://euranord.de/home/Feuchtigkeitsquellen_doc.pdf
Das Baby natürlich weniger. Das bedeutet, es fallen
ca. 1,5…2Liter Feuchte pro Nacht an!

Um diese Feuchte tagsüber wieder rauszubekommen muß also
rein rechnerisch mind. ca. 4…5 mal der Raum gelüftet werden.
Nach jedem Lüften müßte wieder gut geheizt werden, damit die
warme Luft den Feuchteüberschuß aus den Oberflächen wieder
abnehmen kann. Ist der Raum klein und die Temp. geringer,
dann muß noch öfter gelüftet werden !

Das Problem hat also gar nicht mal was mit der schlechten
Bausubstanz tun sondern wird durch die geschlossene Zimmertür
systematisch verursacht.

Wegen der hohen Heizkosten haben wir die alten Fenster mit
Gummidichtung abgedichtet.
Wir hatten schon vorher einen deutlichen Beschlag an den
Morgenfenstern, aber nun fast die Hälfte der Fläche
patschnass.

Seit zufrieden , das Fenster ist eine prima Kältefalle.
Alle Feuchte, die dort anfällt kann leicht weggewischt werden
und landet zum Glück nicht in der Luft.
Das entschärft euer Problem etwas.

Seit gestern im Schlafzimmer an der kältesten Wand (Ecke zu
zwei Außenwänden) deutliche Schimmelbildung entdeckt.

Du weist jetzt, daß ihr das selbst systematisch verursacht habt.

MEINE FRAGEN SIND WAHRSCHEINLICH EINDEUTIG ERSICHTLICH
WIE DÄMME ICH DIE SCHIMMELBILDUNG EIN?

Anders Lüftungsverhalten zulegen und wenn möglich die
Tür wieder aufmachen, so daß der zur Verfügung stehende Raum
größer wird (oder anderweitig Luftaustausch mit den anderen
Zimmern organisieren).
Mehr heizen. Daß die Heizkosten oft ungekehrt proportional mit
den Mietkosten korrelieren, wurde ja schon geschrieben.

WIE ERREICHE ICH EINE GESUNDE SCHLAFATMOSPHÄRE BESONDERS UNTER
BERÜCKSICHTIGUNG DES BABYS?

Eine höhere Luftfeuchte ist an sich angenehm (besser als zu
trocken), solange die Luft halbwegs frei von Schimmelsporen
bleibt.
Schimmel rechtzeitig eindämmen (z.B. mit Essig oder konz. Alkohol).

IST DIE WOHNUNG VIELLEICHT DOCH UNZUMUTBAR?

Wenn ihr das Problem bisher nicht hattet, ist offensichtlich
das geänderte Verhalten Schuld, nicht nur die Bausubstanz.
Mit hinreichend falschem Nutzungsverhalten kann man wohl jede
Bausubstanz ruinieren.

UND ALLE FRAGEN DIE ZWISCHEN DEN ZEILEN ZU FINDEN SIND, AN DIE
ICH MICH JETZT ABER NICHT MEHR ERINNERE?

Welche Räume gibt es noch? Wie groß ist die Wohnung gesamt?
Warum heizt die Heizung so schlecht?

IST EIN LUFTENTFEUCHTER (GRANULAT ODER MASCHINE) SINNVOLL?

Wenn überhaupt, dann ein elektrischer Luftentfeuchter mit
richtigem Kompressor.

Im Winter übernimmt aber das kalte Wetter perfekt die Entfeuchtung,
ohne daß man noch teure Elektroenergie reinstecken müßte.

VIELEN VIELEN DANK AN ALLE DIE HELFEN WOLLEN !

Deshalb brauchst du aber nicht so zu schreien, das dröht ja
schon in den Ohren :wink:
http://www.forum-hilfe.de/viewtopic.php?p=66364

Gruß Uwi

Hallo Ihr Lieben,

erst mal Danke an alle Antworter. Habe mir sofort ein Schimmelmittel besorgt, und lüfte jetzt 3-4 mal täglich etwas kürzer, daß kommt der Luftfeuchtigkeit sehr zu Gute.
Zu den anderen Fragen die noch auftauchten folgendes. Die Wohnung ist insgesamt ca. 100 qm groß, andere Räume sind nicht betroffen.
Problematisch ist zudem noch, daß der betroffene Raum über Eck liegt, daß heißt keinen unmittelbaren Querlüftungspartner hat. Deshalb lüften wir immer zuerst Schlafzimmer mit der halbwegs quer gegenüberliegenden Küche, dann erst denn Rest der Wohnung.
Warum die Heizung so schlecht heizt ist mir auch ein Rätsel. Der Heizkörper ist eigentlich schon auch richtig heiß, aber man hat das Gefühl, die Wärme gelangt nicht in den Raum sondern verschwindet direkt aus der Wand, ode in die Wand oder wo auch immer. Auch wenn die Luftfeuchtigkeit bei 40-50% ist (nach gutem Lüften) wird der Raum höchstens 20 Grad, eher 19. Dem Vermieter ist dieses Problem schon lange bekannt, reagiert aber eher passiv. Oder sogar deutlich passiv.
Vielen Dank nochmal
Das ZammiS

Hallo,

Problematisch ist zudem noch, daß der betroffene Raum über Eck
liegt, daß heißt keinen unmittelbaren Querlüftungspartner hat.

Im Winter ist es mit dem Querlüften nicht so wichtig, weil wegen
der rel. großen Temperaturunterschiede zw. drinnen und draußen
auch so ein recht heftiger Luftaustausch stattfindet,
sofern man die Fenster weit öffnet.
Man merkt das daran, daß nach öffnen des Fensters innerhalb
weniger Sek. die kalte Luft sich überall im Zimmer ausbreitet.

Warum die Heizung so schlecht heizt ist mir auch ein Rätsel.
Der Heizkörper ist eigentlich schon auch richtig heiß, aber
man hat das Gefühl, die Wärme gelangt nicht in den Raum
sondern verschwindet direkt aus der Wand, ode in die Wand oder
wo auch immer.

Tatsächlich kühlen die Wände natürlich die warme Luft wieder ab.
Wenn der Heizkörper aber recht heiß wird und es trotzdem nicht
warm wird, dann ist der Heizkörper zu klein.
Unter Umständen kann ein größerer Radiator montiert werden.
Ein Austausch sollte nicht sehr aufwendig sein.
Gruß Uwi