Hallo,
Ich wende mich hoffnungsvoll an Euch mit der Bitte um Hilfe.
Es gibt zu diesem Thema zwar schon einiges nachzulesen, aber
ich wollt mein Problem doch selbst gerne beschreiben, da jeder
Fall ja auch ein bisschen individuell liegt.
eurer Problem entspricht im Wesentlichen genau dem weiter unten
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Seit einer Woche haben wir nun ein kleines Baby, und müssen
deshalb nachts das Schlafzimmer geschlossen halten, da unsere
Katzen Freigänger sind, und auch schon mal Flöhe abschleppen.
Muß das Baby in dem Problemraum verbleiben?
Baby könnte auch in einem anderen Zimmer schlafen.
Vorläufig wird es sich wohl darüber nicht beschweren.
Die Luftfeuchtigkeit bei geschlossenem Fenster steigt nachts
von ca.50-60 auf teilweise über 80 % an.
Der Mensch atmet nun mal auch reichlich Wasserdampf aus
und schwitzt auch noch. Mit Kondensation an kalten Flächen
ist unter diesen umständen 100%-ig zu rechnen.
Das muß nicht sofort zu einem akuten Schimmelproblem werden,
solange die Oberflächen noch genügend Feuchte puffern können.
Dann muß diesen Flächen aber auch die Möglichkeit gegeben werden,
diese Feuchte wieder abzugeben. Bei euch zur Zeit leider nicht!
Wir haben nachts eine Zimmertemperatur zwischen 16 und 18 Grad,
tagsüber leider nicht bedeutend höher. Vielleicht ein zwei Grad.
Mehr heizen würde sich auf alle Fälle pos. auswirken. Bei höherer
Temp. kann die Luft mehr Feuchte aufnehmen (ca. 1g/m³*1grd).
http://www.m-forkel.de/klima/grafiken/taupunktkurve.gif
Wir lüften einmal täglich die Wohnung komplett ca. 10 min durch.
Das ist zu selten, dafür aber zu lange.
Das Luftvolumen des Raumes ist bei weit offenen Fenstern innerhalb
1…3 Minuten ausgetauscht. Danach kühlt der Raum nur noch aus.
5 mal für 2 Min über’n Tag verteilt bringt weit mehr.
Mit jedem Luftaustausch kann effektiv Feuchte abgeführt werden,
sofern vorher die Luft im Raum Feuchte aufnehmen konte.
Luft bei 0°C kann weniger als 5g/1m³ Wasser aufnehmen.
Bei 18grd sind es ca. 15g/1m³. Bei einer Luftfeuchte von 60%
wären es immer noch ca. 11g/1m³.
Einmal Luftaustausch trägt also gut 7…10g/1m³ H2O aus dem Raum.
Bei einmal Lüften also nur ca. 350…500g bei einem Zimmervolumen
von ca. 50m³.
Wenn das Zimmer kleiner ist, dann eher weniger.
Bei weniger Heizen wird’s auch noch mal schlechter.
Ein Mensch gibt bis 1Liter Wasser pro Nacht ab !!!
http://euranord.de/home/Feuchtigkeitsquellen_doc.pdf
Das Baby natürlich weniger. Das bedeutet, es fallen
ca. 1,5…2Liter Feuchte pro Nacht an!
Um diese Feuchte tagsüber wieder rauszubekommen muß also
rein rechnerisch mind. ca. 4…5 mal der Raum gelüftet werden.
Nach jedem Lüften müßte wieder gut geheizt werden, damit die
warme Luft den Feuchteüberschuß aus den Oberflächen wieder
abnehmen kann. Ist der Raum klein und die Temp. geringer,
dann muß noch öfter gelüftet werden !
Das Problem hat also gar nicht mal was mit der schlechten
Bausubstanz tun sondern wird durch die geschlossene Zimmertür
systematisch verursacht.
Wegen der hohen Heizkosten haben wir die alten Fenster mit
Gummidichtung abgedichtet.
Wir hatten schon vorher einen deutlichen Beschlag an den
Morgenfenstern, aber nun fast die Hälfte der Fläche
patschnass.
Seit zufrieden , das Fenster ist eine prima Kältefalle.
Alle Feuchte, die dort anfällt kann leicht weggewischt werden
und landet zum Glück nicht in der Luft.
Das entschärft euer Problem etwas.
Seit gestern im Schlafzimmer an der kältesten Wand (Ecke zu
zwei Außenwänden) deutliche Schimmelbildung entdeckt.
Du weist jetzt, daß ihr das selbst systematisch verursacht habt.
MEINE FRAGEN SIND WAHRSCHEINLICH EINDEUTIG ERSICHTLICH
WIE DÄMME ICH DIE SCHIMMELBILDUNG EIN?
Anders Lüftungsverhalten zulegen und wenn möglich die
Tür wieder aufmachen, so daß der zur Verfügung stehende Raum
größer wird (oder anderweitig Luftaustausch mit den anderen
Zimmern organisieren).
Mehr heizen. Daß die Heizkosten oft ungekehrt proportional mit
den Mietkosten korrelieren, wurde ja schon geschrieben.
WIE ERREICHE ICH EINE GESUNDE SCHLAFATMOSPHÄRE BESONDERS UNTER
BERÜCKSICHTIGUNG DES BABYS?
Eine höhere Luftfeuchte ist an sich angenehm (besser als zu
trocken), solange die Luft halbwegs frei von Schimmelsporen
bleibt.
Schimmel rechtzeitig eindämmen (z.B. mit Essig oder konz. Alkohol).
IST DIE WOHNUNG VIELLEICHT DOCH UNZUMUTBAR?
Wenn ihr das Problem bisher nicht hattet, ist offensichtlich
das geänderte Verhalten Schuld, nicht nur die Bausubstanz.
Mit hinreichend falschem Nutzungsverhalten kann man wohl jede
Bausubstanz ruinieren.
UND ALLE FRAGEN DIE ZWISCHEN DEN ZEILEN ZU FINDEN SIND, AN DIE
ICH MICH JETZT ABER NICHT MEHR ERINNERE?
Welche Räume gibt es noch? Wie groß ist die Wohnung gesamt?
Warum heizt die Heizung so schlecht?
IST EIN LUFTENTFEUCHTER (GRANULAT ODER MASCHINE) SINNVOLL?
Wenn überhaupt, dann ein elektrischer Luftentfeuchter mit
richtigem Kompressor.
Im Winter übernimmt aber das kalte Wetter perfekt die Entfeuchtung,
ohne daß man noch teure Elektroenergie reinstecken müßte.
VIELEN VIELEN DANK AN ALLE DIE HELFEN WOLLEN !
Deshalb brauchst du aber nicht so zu schreien, das dröht ja
schon in den Ohren 
http://www.forum-hilfe.de/viewtopic.php?p=66364
Gruß Uwi