Hallo,
Floskeln wie hast du die Anleitung gelesen oder erst mal
selbst schlau machen bevor man hier fragt habe ich in meinen
Jahren hier schon immer gehasst.
Das liest man aber meistens dann, wenn dasselbe Problem 2 Tage vorher und 2 Threads weiter unten schon mal behandelt wurde oder wenn es um Dinge geht, die man tatsächlich sehr selber hätte herausfinden können. Mitunter machen es sich nämlich auch Leute einfach und klatschen lieber eine Frage ohne Gruß und Anrede in ein Forum weil es einfacher ist, anderer Leute Zeit und Wissen abzufragen anstatt mal selber zu schauen, wie man ein Problem lösen kann. Das war hier sicher nicht so, aber oft läuft es nach dem Muster.
Ich finde, dass ein verweis auf die Bedienungsanleitung hier
nichts zu suchen hat. Das hilft hier niemandem und dient wozu?
Wenn man einen Handyvertrag hat, bei dem nach Verbrauch des kleinen Prepaid-Guthabens nicht automatisch Schluß mit dem Geldverbrauch ist, sondern man einen Vertrag mit dem Risiko hoher Kosten hat, sich dazu über die Möglichkeit einer teuren Internet-Einwahl im Klaren ist, sollte - nein „muss“ - man dafür Sorge tragen, dass da nichts anbrennt. Diese Verantwortung kann man weder dem Handyhersteller noch dem Netzbetreiber überlassen, sondern das ist schon im eigenen Interesse, dass man hier Vorsorge trifft. Wir reden dabei nicht über komplexe Eingriffe in irgendwelche Software, sondern einfach nur simple Einstellungen am Gerät. Die muss man dem Kunden zumuten können - oder er soll sich kein Gerät kaufen und keinen Vertrag machen, bei dem er kostenpflichtige Möglichkeiten nicht wirklich im Griff hat.
Zum Fall hier kann ich nur sagen, dass es typisch ist für
schlechten Service was da gelaufen ist. Die Netzanbieter und
Hersteller tun sich da fein raus in dem sie sagen es steht
doch alles in der Anleitung. Jedes gerät sollte eine
Standartkonfiguration habe, welche für jeden Kunden als
Starteinstellungen ganz einfach und sofort sichtbar ist damit
solche, für den Kunden, teure falsche Einstellungen von Haus
aus nicht passieren können.
Die Starteinstellungen sind meistens so, dass die komplizierten Einstellungen zur Einwahl ins Internet schon vorkonfiguriert sind - im Sinne eines Service für den Kunden, sowas nicht umständlich eingeben zu müssen. Will man das nicht nutzen, reicht meistens das Entfernen eines Häckchens im Menü oder das Löschen eines Passworts / alternativ des ganzen Interneteinwahl-Profils um die ungewollte Netzeinwahl zu verhindern.
Auch finde ich ist der Kunde hier SCHLECHT beraten worden.
You get what you paid for. Niemand will für Service bezahlen und die Menschen kaufen wegen geringstem Preisunterschied im Internet, im Discounter, im Elektromarkt anstatt beim alteingesessenen FAchhändler. Der würde einen beraten, sicherlich auch Einstellungen vornehmen wenn man nach dem Kauf nochmal fragt - aber das verursacht Personalkosten und „Zeit ist Geld“, denn wenn ein Verkäufer den Kunden eine halbe Stunde lang berät, vor dem Kauf und nachher beim Einstellen des Gerätes, ist das eine halbe Stunde Arbeitszeit, die der Käufer zahlen muss. Dazu ist aber keiner bereit.
Am Ende führt es eben dazu, dass der Service in Deutschland so ist wie er ist. darüber darf sich das Volk nicht beschweren wenn man nach der „Geiz ist geil“-Methode kauft und damit den Spielraum für individuelle Beratung und Service kappt.
Das mag im Einzelfall mal mehr, mal weniger zutreffen - aber flächendeckend betrachtet ist ein Serviceproblem immer auch ein Preisproblem.
Er
hat ganz genau beschrieben was er nicht haben wollte und da
hat der Verkäufer definitiv einen Fehler gemacht. Er hätte
darauf hinweisen müssen, dass diese Funktion möglich ist aber
„wahrscheinlich“ eingeschaltet oder ausgeschaltet werden muss.
Das ist heute Standard. Ein Autoverkäufer warnt dich auch nicht, dass du einen Führerschein brauchst und die Benzinpreise teuer sind…
Wer einen Vertrag abschließt und sich dabei Kosten ans Bein bindet sollte schon so clever sein, den Vertrag zu lesen und zu wissen, was er sich da anhängt.
Nichts gegen den TE in diesem Fall. Der ist sicherlich einfach auf die Nase gefallen und ich verstehe die Enttäuschung. Sollten meine Postings ankommen wie „ätsch, selber schuld“ wäre das nicht gewollt, denn ich nehme ihm ab, dass er da ungewollt und ohne Argwohn in ein blödes Problem geraten ist. Dennoch hilft’s ja nicht: er kann jetzt versuchen mit dem Mobilfunkanbieter einen Vergleich und eine geringere Zahlung zu vereinbaren, da werden wir ihm hier aber nicht bei helfen können, und er kann lernen, beim nächsten Mal einfach besser aufzupassen, welche Kosten da im Vertrag stehen und welche Einstellungen man beachten muss. Dass es jetzt teuer wurde können wir aber nicht ändern. Und ganz unvoreingenommen war er ja nicht: die Internet-Flatrate wurde gekündigt, insofern war ein Grundwissen, dass da entsprechende Datendienste kostenpflichtig angeboten werden, durchaus vorhanden. Ist halt leider blöd gelaufen für ihn…
Die machen Fehler und der Kunde muss auch noch kriechen
Nö, aber man darf in einem Markt mit geringsten Margen nicht erwarten, dass einem Anbieter helfen weiteres Gekd zu sparen. Der Mobilfunkanbieter will verkaufen und es ist ja nun nicht so, als ob er hinterlistig Kosten verursacht. Ein Kunde muss schon selber aufpassen, dass er in einem Vertrag nicht unabsichtlich Kosten verursacht. Und zu schauen ob sich das Handy ins Netz einwählen kann oder das definitiv nicht geht ist nun nicht sooooooo komplex. Der TE schrieb sogar, dass er die Flat gekündigt hatte - das Problembewusstsein für teure datendienste war also prinzipiell durchaus da.
Gruß,
MecFleih