Hallo,
ich habe vor kurzem ein Paket aus Amerika bestellt was einen Wert von 73,56 EUR hat. Heute ist es angekommen, und ich musste 27,98 EUR an Zollgebühren bezahlen. Leider ist für mich nicht ersichtlich, woher diese Gebühren, die mir sehr hoch vorkommen, stammen. Beigelegt war zwar eine Übersicht vom Zollamt, aber dort tauchen jene 27,98 EUR nicht drin auf.
In dem Paket befanden sich nur Textilien, 4 Tshirts, 1 Hemd, 1 Armband und 1 Ledergürtel.
Dieser Lederegürtel taucht auf Seite 2 des Zollschreibens auf, dort wird er mit dem „Zollwert“ von 14,03 EUR aufgeführt. Unten auf der Seite steht ein EUSt-Wert von 14,73 EUR (der sich aus 14,03+0,70 Abgabebeträge zusammensetzt), dann steht in der Spalte dahinter der Steuersatz von 19% und dahinter ein Abgabebetrag von 2,80.
Kann mir das jemand erklären? Wo kann man sich eigentlich beschweren?
Kann mir das jemand erklären? Wo kann man sich eigentlich
beschweren?
moin,
beschweren kannst du dich bei demjenigen, der dir diese einfuhrabgaben ausgerechnet hat.
falls es ein kurierdienst war ( ups, fedex, etc ) wuerde ich deren rechnung ueberhaupt nicht bezahlen, denn ich habe noch ziemlich deutlich in erinnerung, dass du diese waren gar nicht in deutschland „in den freien verkehr“ abfertigen , sondern diese im transit deinem kumpel nach timbuktu schicken wolltest…
gruss
khs
das Paket wurde von der deutschen post zugestellt. Der Mann hinterm Schalter meinte dass sie diese gebühren im auftrag des Zolls kassieren müssen und dann an sie weiterleiten.
das Paket wurde von der deutschen post zugestellt. Der Mann
hinterm Schalter meinte dass sie diese gebühren im auftrag des
Zolls kassieren müssen und dann an sie weiterleiten.
ok,
du hast also offensichtlich schon bezahlt…
dann such dir mal einen importspediteur deínes vertrauens und lass dir die rechnung aufbroeseln - ohne die rechnung genau zu sehen, kann man hier aus der ferne nix machen.
auf jeden fall wird folgendes an abgaben faellig: 19% einfuhrumsatzsteuer auf den warenwert PLUS einen grossen teil der frachtkosten. davon dann die 19%
dazu kommt dann meist noch eine pauschale fuer importabfertigung, denn irgendjemand muss das ja auch ausrechnen + auf formulare eintragen…
okay,
eine dumme Frage dann noch: was ist denn ein importspediteur
und wo finde ich einen? Ich hab das ehrlich gesagt noch nie
gehört.
mit importspediteur meine ich irgendeine spedition, die noch eine eigene im- und exportabteilung hat.
die meisten findest du im umkreis von frachtflughaefen
erstmal ganz grundsätzlich: der Zoll überwacht alle Importe in die Europäische Union damit nur das hereinkommt, was erwünscht ist - illegale Waren aller Art sollen abgefangen werden.
Zum anderen erhebt der Zoll Einfuhrabgaben, deren Sinn es ist den hiesigen Markt zu schützen. Bekleidung zum Beispiel wird durch die Einfuhrabgaben künstlich verteuert damit es mehr Sinn macht einheimische Produkte zu kaufen. Heimische Hersteller bleiben dadurch konkurrenzfähiger, denn der Preisunterschied zu billiger Importware wird kleiner. Ein Import rechnet sich zwar meist trotzdem, aber das ist die Grundidee.
Soviel zum Grundverständnis.
Es werden also Einfuhrabgaben an den Zoll fällig und eine Zollerklärung muß durchgeführt werden.
Beim Eintritt in die EU muß im ersten Hafen oder Flughafen eine Zollanmeldung gemacht werden und die Einfuhrabgaben müssen bezahlt werden. Diese Formalitäten erledigt die Spedition oder der Paketdienst für dich, wobei die Post es aufgrund althergebrachter Gesetze im Gegensatz zu Paketdiensten ohne Rückfrage beim Zoll anmelden darf. Sie legen dann die Einfuhrabgaben vor damit der Zoll die Sendung freigibt und du mußt diese Auslagen an die Post zurückzahlen.
Was fällt nun an Kosten an?
Einfuhrabgaben bestehen aus 2 Bestandteilen:
dem Zollbetrag
der Einfuhrumsatzsteuer (Mehrwertsteuer).
Der Zollbetrag ergibt sich aus dem Zoll auf die speziellen Produkte, die du gesendet bekommstz. Grundlage ist der TARIC-Code, den du hier http://ec.europa.eu/taxation_customs/dds/cgi-bin/tar… einsehen einsehen kannst - ich denke aber dass du als Laie nicht schlau daraus werden wirst. Man muß jetzt genau für jedes einzelne Produkt nachsehen wie der jeweilige Zollsatz dafür ist. Aber Achtung! Der Zoll bezieht sich nicht nur auf den Warenwert, sondern ein Großteil der Transportkosten muß ebenfalls verzollt werden!
So als Größenordnung: Bekleidung hat meistens 12% Zoll und der zu verzollende Transportkostenanteil liegt bei ungefähr 80%, genaue Werte schwanken je nach Versendeort in den USA. Als ganz grobe Eselsbrücke kann man bei Bekleidung sagen dass die Hälfte des Wertes der Sendung nochmal an Importgebühren anfällt - was bei dir ja auch ungefähr paßt.
Und dann kommen noch 19% Einfuhrumsatzsteuer (=EuSt, ist dasselbe wie die MwSt bei Inlandsgeschäften) dazu. Auch die werden nicht nur auf die Ware, sondern außerdem den Zollbetrag und die kompletten Transportkosten gerechnet.
Zu beschweren gibt es also nix, das ist schon alles korrekt abgelaufen.
Bei denjenigen, die entsprechende Gesetze und Zollvorschriften auf den Weg gebracht haben. Aber da müsstest du sehr weit in die Geschichte zurückgehen…Zollgesetze gab es schon zu Preußenzeiten, im Mittelalter usw…
ich beobachte, dass du dir oft sehr viel muehe machst, die immer wiederkehrenden fragen zu beantworten.
was fuer einen spedi routine ist, verschliesst sich dem normalverbraucher; er begreift nicht, dass ihn die eust maechtig quaelt, da er meist nicht abzugsberechtigt ist.
daher kann ich mir vorstellen, dass dein artikel eine gute grundlage fuer eine FAQ hier sein koennte - vielleicht bewahrt das dann sogar einige auslandsbesteller vor boesen ueberraschungen.