Hoher Blutverlust - Recherche

Hey!
Hab da mal ne Recherchefrage!

Mal angenommen, man wird stark verletzt, verliert viel Blut.
Die Option, in ein Krankenhaus zu gehen, um den Verlust via Transfusion auszugleichen, besteht nicht.
Das „Opfer“ lebt noch, ist aber leichenblass, und kaum ansprechbar, die Wunde ist versorgt.

Muss ich denjenigen wach halten?
Ihm zu trinken einflößen? Tee, Wasser, Suppe etc?
Oder darf er auch gleich einschlafen? So entgeht mir allerdings, wenn er bewusstlos wird und evtl. doch noch stirbt?"
Was wären die Möglichkeiten?

Joey

Hallo,

ist das jetzt eine Scherzfrage? Warum um himmelwillen ist das Aufsuchen eines Krankenhauses unmöglich? Befindet sich der Patient weitab der Zivilistion im unwegsamen Gelände? Oder habt ihr was zu vertuschen?

Im Übrigen: Suppe und Co. oral angewendet gleicht einen hohen Blutverlust nicht aus, intravenös genossen ist sie unbekömmlich. Und wenn der Patient tatsächlich verblutet, dann ist es wohl vollkommen egal, ob er wach oder schlafend stirbt.

Sorry, aber ich fasse es grad nicht. Ich hoffe, ihr spielt nur Gedankenspielchen…

LG Barbara

Hallo Barbara,

ich hoffe natürlich auch sehr, dass es sich um keinen wirklichen Verletzungsfall handelt.

Aber: Sowas, inklusive der Unmöglichkeit des Aufsuchens eines Krankenhauses, gibt’s leider nun doch an diversen Orten der Welt

  • und kann auch Teil eines Buches, eines Films etc. sein. Das Wort „Recherche“ im Posting-Titel deutet mir doch darauf hin.
    Ich finde es nicht illegitim, wenn sich jemand z.B. zum Schreiben einer Geschichte entsprechende Informationen holt.

Viele Grüße,
Nina

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Ich finde es nicht illegitim, wenn sich jemand z.B. zum
Schreiben einer Geschichte entsprechende Informationen holt.

Entschuldigung, vielleicht habe ich vor Schreck überreagiert. Aber man könnte doch mal ganz deutlich schreiben, dass man’s interessehalber oder als Vorbereitung auf einen Urwaldtrip wissen möchte. Schließlich kann man auch in einem akuten Notfall mit links recherchieren, während man mit rechts die Gedärme am rausquellen hindert.
Gnade, bitte,
Barbara

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Hallo,

ist das jetzt eine Scherzfrage? Warum um himmelwillen ist das
Aufsuchen eines Krankenhauses unmöglich? Befindet sich der
Patient weitab der Zivilistion im unwegsamen Gelände? Oder
habt ihr was zu vertuschen?

Auch mitten in Deutschland kann es sein, daß jemand sich schwer verletzt und ein Aufsuchen eines Krankenhauses im Momment unmöglich ist. Etwa eine mehrstündige Wanderung in den Wald zu zweit, ein schwerer Sturz, eine dicker Ast fällt auf einen usw. Vielleicht hat man eine Wasserflasche dabei, kann Bandagen aus Kleidungsstücken improvisieren u.ä.m. Und dann?

Diese Situationen werden z.B. auch bei den Rote Kreuz Erste Hilfe Kursen vollkommen vernachlässigt. Obwohl z.B. auch ein giftiger Schlangenbiß an solchen Orten vorkommen kann.

Es wird immer so getan, als wäre das Krankenhaus, Notarzt in 5 Minuten da. Daher wäre es schon gut, wenn man wüßte, wie man in solchen Situationen wie handeln muß. Und es soll auch noch Leute geben, die ihr Handy nicht den Wald mitnehmen oder bei dichtem Baumbestand auch kein Rettungshubschrauber landen kann!

Gruß,
p+p

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Hallo!

Mal angenommen, man wird stark verletzt, verliert viel Blut.
Die Option, in ein Krankenhaus zu gehen, um den Verlust via
Transfusion auszugleichen, besteht nicht.
Das „Opfer“ lebt noch, ist aber leichenblass, und kaum
ansprechbar, die Wunde ist versorgt.

Muss ich denjenigen wach halten?

Nach Möglichkeit ja, auch um zu verhindern, daß die Zunge nach hinten rutscht und die Atmung behindert. Desweiteren kann man nur so bemerken, ob sich der Zustand verschlechtert.

Ihm zu trinken einflößen? Tee, Wasser, Suppe etc?

Wasser oder Tee falls verfügbar. Das ist zwar kein Ersatz für eine Transfusion. Die Flüssigkeit kann in Grenzen aber dazu beitragen den Blutdruck zu stabilisieren, so wie vor und nach einer Blutspende viel getrunken werden soll. Dazu muß der Patient natürlich ansprechbar sein, da sonst Gefahr besteht, daß die Flüssigkeit in die Atmungswege läuft.

Oder darf er auch gleich einschlafen? So entgeht mir
allerdings, wenn er bewusstlos wird und evtl. doch noch
stirbt?"

Ja, wach halten. Beruhigend mit ihm sprechen, um der Schockwirkung entgegen zu wirken.

Die allererste Maßnahme wäre aber Beine hochlagern, damit das Gehirn, Herz trotz Blutmangels noch versorgt werden und das Blut nicht in den Beinen versackt.

Nächste wichtigste Maßnahme warm halten und wenn, je nach Verletzung, möglich, in die stabile Seitenlage bringen. Auch hierbei kann z.B. durch unterlegen einer starren Unterlage, bei der das Fußende höher liegt, die Durchblutung des Gehirns begünstigt werden.

Gruß,
p+p

Und es soll auch noch
Leute geben, die ihr Handy nicht den Wald mitnehmen

… oder es schlichtweg dort nicht funktioniert, was absolut nicht unrealistisch ist.
(Schon mehrfach festgestellt; bis jetzt wenigstens nur in völlig harmloser Situation.)

Viele Grüße,
Nina

Servus!
So wie du es schilderst (kaum ansprechbar, blass) ist der Patient in einem Schockzustand. (nicht Schreck sondern Schock im Sinn von Minderperfusion der Organe) Diesen kannst du nur dann effektiv bekämpfen wenn du i.v. Flüssigkeit gibst und dadurch die verlorenen Flüssigkeit ersetzt. (natürlich geht das auch nur in einem begrenzten Maße)
Ohne die Flüssigkeitssubstitution wird der Patient immer weiter in den Schock fallen und am Ende an einem Multiorganversagen sterben. (Minderperfusion der Organe --> Übersäuerung durch metabolische Abfallprodukte --> Absterben der Zellen und damit Organversagen) Dagegen kannst du kaum etwas unternehmen, wenn du keine geeigneten Maßnahmen triffst. Das Verabreichen von Flüssigkeit über den Mund gehört nicht wirklich dazu; viel wird das auch nicht bringen. Wenn du den Patient wach hälts wird sich nicht viel ändern, außer dass der Laie nicht erkennen wird, wann der Veletzte bewusstlos wird.
LG

Hi

Eine Transfusion von Kokosnussaft (nicht Milch!) als Kochsalzloesung-Ersatz ist moeglich. Dafuer muessten aber nicht nur Kokosnuesse vorhanden sein, sondern der „Retter“ auch ueber die medizinischen Kenntnisse, eine Notfall Transfusion zu legen, verfuegen.

lg
Kate

Erstaunlicherweise habe ich mit meiner Frage heftigere Reaktionen erwartet.
Einige, in einem Medizinerforum, unterstellten mir sogar, ich führe etwas im Schilde :frowning:

Es geht wirklich nur um eine Recherche.
Ich wollte nur nicht schreiben, dass ich über einen Vampir schreibe, der die Kontrolle verloren und seinen Blutwirt ein bisschen zu sehr ausgesaugt hat. Die Verletzungen wären zu auffällig für ein normal sterbliches Krankenhaus, da es Vampiren verboten ist, sich Blutwirte zu halten und meiner somit sofort in der Morgendämmerung gelandet und eingeäschert worden wäre.

Ich plane real niemanden umzulegen oder ähnliches. Ich habe in einigen Büchern gelesen, dass man denjenigen wach halten soll, andere sagen, lass ihn schlafen. Manche meinen Flüssigkeit via Speiseröhre zufügen sei okay, andere lehnen das strikt ab.

Wenigstens bekam ich hier ein paar wirklich gute Informationen.
Das mit Multiorganversagen hat mich ein bisschen schockiert und ich hab die Szene abgeschwächt. Ich will meinen Protagonisten nicht sterben lassen ^^

Tausend Dank für eure Antworten!
Ich hoffe ich habe mit diesem Beitrag auch Babara beruhigt!

Joey