Hallo, liebe Medizin-Experten!
Vor vielen Jahren wurde bei mir ein zu hoher Cholesterin-Wert diagnostiziert. Weder eine Ernährungsumstellung, noch die Einnahme diverser Mittelchen wie z.B. Artischocken-Dragees konnten den Wert senken. Da meine Verwandten väterlicherseits alle recht früh an Herzinfarkt oder Hirnschlag verstarben (mein Vater „prahlte“ regelrecht mit seinem Wert von über 300 mg/dl…), liegt bei mir eine erblich bedingte Fettstoffwechselstörung vor.
Der Internist verschrieb mir deshalb ein Medikament, das ich hervorragend vertrug und mein Cholesterin-Wert pendelte sich um die 190/200 mg/dl ein.
Umzugsbedingt musste ich auch den Arzt wechseln. Dieser nun will mir kein Medikament mehr verschreiben. Da ich viel Ausdauersport betreibe, nicht übergewichtig sei, weder rauche noch regelmäßig Alkohol trinke, Blutdruck und Puls normal seien, sähe er bei mir bzgl. des Cholesterins keinen Handlungsbedarf. Inzwischen ist mein Wert wieder auf 295 mg/dl gestiegen.
Gibt es in der Medizin bzgl. der Behandlung einer Fettstoffwechselstörung neue Erkenntnisse? Meine „Vorfahren“ waren übrigens auch alle schlank, sportlich, Nichtraucher und lebten ausgewogen und gesund.
Danke für Eure Antworten.
Gruß von Pegasus
Hi,
[…]sähe er bei mir bzgl. des Cholesterins keinen
Handlungsbedarf. Inzwischen ist mein Wert wieder auf 295 mg/dl
gestiegen […]
dein neuer Hausarzt hat durchaus die Möglichkeit die alten Befunde von deinem bisherigen Hausarzt einzuholen. Oder du rufst deinen alten Hausarzt an und schilderst ihm die Situation, sodass dieser sich mit deinem neuen in Verbindung setzt und die Therapie weitergehen kann. Würde mir so jetzt spontan als Lösung einfallen.
Was sagt den der neue zu deinen jetzigen Cholesterinwerten? Die müssten ihm doch komisch vorkommen, wo du doch (seiner Meinung nach) so gesund bist?
Gruss levi
Hallo Pegasus
Umzugsbedingt musste ich auch den Arzt wechseln. Dieser nun
will mir kein Medikament mehr verschreiben.
Aus meiner Sicht heißt das: Sofort den Hausarzt wechseln! Wer so ignorant einer derartigen Familienanamnese und ererbtem Chol.-Wert von 300 ist, sollte nicht mehr praktizieren.
Du solltest unbedingt einen neuen Hausarzt suchen, der Dir dein befriedigend wirksames Medikament wieder verschreibt! Ich selber nehme SORTIS 2x täglich 10 mg seit vielen Jahren und bin vielleicht nur noch deshalb am Leben. Meine Eltern starben beide mit ihren Cholesterinspiegeln und ihren Herzkrankgefäßverkalkungen - das muss man heutzutage nicht wiederholen.
Gruß,
Branden
Hi Levi,
„mein Neuer“ hat die Befunde von „meinem Alten“ vorliegen. Er kennt ihn sogar von seiner Ausbildung und diversen Veranstaltungen her und schätzt ihn angeblich sehr. Er ist aber der Ansicht, dass man einen zu hohen Cholesterinwert - wenn alle anderen Werte ok sind - nicht behandeln muss. Ich solle mal noch 5 Jahre warten (dann wäre ich 60, also in dem Alter, in dem mein Vater starb), dann wäre es mit einer Behandlung immer noch früh genug.
Ich bin total verunsichert.
Pegasus
Hallo Branden,
ich nahm Durafenat ein und hatte damit keine Probleme. Das schlimme ist, dass mein neuer Hausarzt auch gleichzeitig Internist ist. Eigentlich machte er einen kompetenten und netten Eindruck. Vielleicht ist ihm ja auch nur wegen des bevorstehenden Jahresende das Budget ausgegangen (bin Kassenpatient). Ich schätze, ich werde zu Beginn des Jahres noch einmal bei ihm vorsprechen, zumal er auch jetzt meine ganzen Unterlagen und Befunde vorliegen hat.
Danke für die Antwort
Pegasus
Hi…
Und du hast auch keine Lebererkrankungen, oder?
Gruss Firdevsii
Da meine Verwandten väterlicherseits
alle recht früh an Herzinfarkt oder Hirnschlag verstarben
(mein Vater „prahlte“ regelrecht mit seinem Wert von über 300
mg/dl…), liegt bei mir eine erblich bedingte
Fettstoffwechselstörung vor.
Die Häufung von arteriellen Thrombosen in der Verwandtschaft ist wohl Anlass genug, alle Risikparameter zu minimieren. Sport, Gewicht, Ernährung etc ist überhaupt die Voraussetzung, dass eine Therapie mit Cholesterinsenkern sinnvoll ist. Dass ein Arzt uneinsichtigen Patienten, die nur ein Rezept wollen, aber sonst nicht zur Mitarbeit und Disziplin bereit sind, die Lipidsenker verweigert, kann ich verstehen. Bei Dir sind aber alle Voraussetzungen gegeben. Suche einen anderen Arzt oder lass’ Dir ein Privatrezept für Lipidsenker geben.
Udo Becker