Hologramm

Ach und noch was…

ich habe schon tausendmal gelesen, wie ein Hologramm erzeugt wird, dass da ein Laserstrahl irgendwie geteilt wird, aus zwei verschiedenen Richtungen ein Objekt abtastet und dann eine Fotoplatte (o.ä.) belichtet… blabla…

*Trotzdem* habe ich immer noch nicht verstanden, wie ein Hologramm eigentlich entsteht, und warum wir es 3D sehen!
Ich verstehe jede andere Art von 3D-Bildern, die in der Regel darauf basieren, dass ins linke Auge ein anderes Bild gesendet wird, als in das rechte (z.B. erreicht durch eine Brille mit verschiedenfarbigen Gläsen oder unterschiedlicher Polarität, oder indem das Bild eine dünne reliefartige Schicht besitzt, auf der in feinen Streifen in zwei verschiedenen Winkeln zwei Bilder aufgebracht sind…).

Aber ein Hologramm? Wie zum Henker geht das?!?

Kann mit das mal jemand so erklären, dass ich es einfach und logisch nachvollziehen kann?

Merci!

Wissensdurstig-Andi

Hi Andreas,

Holographie

(von Holo… u. griech.: graphein = schreiben). Aufnahmeverf., bei dem Objekte dreidimensional reproduziert werden. Das Prinzip wurde 1947 von Dennies Gabor am Imperial College of Science and Technology London entwickelt, wofür er 1971 den Nobelpreis erhielt. Bei der herkömmlichen Photographie entsteht ein Bild dadurch, daß jedem Objektpunkt durch eine Linse (Photoobjektiv) auf einem lichtempfindlichen Film genau ein Bildpunkt zugeordnet wird. Während hierbei die Intensitäten der Lichtstrahlen registriert werden u. so ein zweidimensionales Bild entsteht, werden bei der H. die Amplituden u. die Phase der Objektlichtwellen registriert u. somit auch die Laufstrecke zwischen Objekt u. Photoplatte. Das aufzunehmende Objekt wird mit monochromat. u. kohärentem Licht, z. B. dem aufgeweiteten Strahl eines Lasers, beleuchtet. Die vom Objekt reflektierte bzw. gestreute Lichtwelle wird mit einem direkten Teilstrahl des gleichen Lasers (Referenzstrahl) auf der Photoplatte überlagert. Da feste Phasenbeziehungen zwischen beiden Wellen bestehen, kommt es zur Interferenz, d. h. je nach Wegunterschied zur Verstärkung od. Auslöschung der Wellen. Auf der Photoplatte entsteht ein unregelmäßiges Muster von hellen u. dunklen Flecken, Ringen u. Wirbeln, das man als Hologramm bezeichnet. Wird die entwickelte Photoplatte wieder mit kohärentem Licht bestrahlt, so ist die von ihr auslaufende Welle in Amplitude u. Phase gleich der Objektwelle, d. h. es entsteht ein virtuelles Bild (u. durch Beugung an dem Hologramm auch ein reelles Bild; Beim Betrachten des virtuellen Bilds hat man den Eindruck, als ob man durch ein Fenster (= Größe des Hologramms) schauend das dreidimensionale Objekt betrachtet. Jeder Bereich des Hologramms enthält, dem Blickwinkel entsprechend, Information über das gesamte Objekt. Wird das Hologramm halbiert, so ist das Fenster, durch das man schaut nur halb so groß.

Für die ersten Hologramme verwendete man Photoschichten, die sich schwärzten (Amplituden-Hologramme). Die heute vorrangig verwendeten Photoschichten sind nach der Entwicklung weiterhin transparent; die Interferenzstruktur ist in der unterschiedlichen Dicke gespeichert (Phasen-Hologramm). Letztere zeigen einen höheren Kontrast u. sind lichtstärker. Wird das Hologramm mit Licht einer größeren Wellenlänge betrachtet, als es aufgenommen wurde, so erscheint das Objekt vergrößert. Während der Belichtung der Photoplatte dürfen sich Laser, Objekt u. Photoplatte nur weniger als l/4 (l = Wellenlänge des Laserlichts) gegeneinander bewegen, da sich sonst die Interferenzstrukturen verwischen. Schwingt während der Belichtung das Objekt, z. B. Membran eines Lautsprechers od. Autokarosserie bei laufendem Motor, so ist das rekonstruierte Bild mit markanten Referenzstreifen überzogen. Den hellsten Streifen beobachtet man an der Stelle, an der das Objekt in Ruhe ist; jeder folgende Streifen verbindet alle Punkte des Objekts, die mit gleicher Amplitude schwingen, da die gesamte Schwingungszeit einer Periode in schädliche u. nützliche Anteile aufgeteilt wird. An den Umkehrpunkten der Schwingung ist die Bewegung langsam. Für gewisse Zeit ist die Änderung der Auslenkung kleiner als l/4 (nützlich für die Entstehung von Interferenzstrukturen), während bei den Nulldurchgängen die Geschw. zu groß ist (schädliche Zeit). Das Aufnahmeverf. wird Zeitmittlungstechnik genannt.

Um die Verformung eines Körpers zu beobachten wird die Doppelbelichtungstechnik angewandt. Der für die Belichtung verwendete Laser kann kontinuierlich od. gepulst arbeiten; über die Möglichkeiten, Hologramme mit ultrakurzen Lichtpulsen aufzunehmen u. zu reproduzieren, s. Lit. .
Prinzipiell können Hologramme nur mit monochromat. Licht betrachtet werden. Für die Erzeugung eines Weißlicht-Hologramms werden Objekt u. Referenzwelle aus entgegengesetzter Richtung kommend überlagert. In der nun dicken lichtempfindlichen Schicht der Photoplatte bilden sich stehende Wellen (Lippmann-Effekt), d. h. man erhält eine Vielzahl übereinanderliegender Hologramme. Wird eine Lippmann-Schicht mit weißem Licht beleuchtet, so werden an den period. angeordneten Schichten jeweils Lichtstrahlen reflektiert, die miteinander interferieren können. Ähnlich wie bei der Bragg-Reflexion wird bei jedem Winkel nur Licht einer bestimmten Wellenlänge reflektiert. Deshalb erscheint das betrachtete Weißlicht-Hologramm je nach Blickwinkel in einer anderen Farbe.

Die in der Lichtoptik gebräuchlichen holograph. Verf. lassen sich auch in der Elektronenmikroskopie (s. Elektronenmikroskop) anwenden. Die Elektronen-H. dient hauptsächlich dazu, die elektr. Potentialverteilungen in der Materie zu bestimmen u. dynam. Bewegungserscheinungen zu betrachten. Sie wurde bes. bei der Erfassung magnet. Strukturen eingesetzt  .
Anw.: Da die Herst. von Hologrammen sehr aufwendig ist u. sie nicht kopiert werden können, werden sie zur Kennzeichnung fälschungssicherer Identitätskarten eingesetzt. Außerdem zur Archivierung von Kulturgütern z. B. Keilschrifttafeln, zur Bestimmung des Schwingungsverhaltens von kompliziert geformten Körpern, z. B. im Kraftfahrzeugbau  . Herst. hochwertiger Gitter für Spektrometer. Neben Filmplatten werden heute auch Gelatinefilme zur Speicherung von Hologrammen verwendet  .

Lit.: 1 Appl. Phys. B 50, 101 (1990). 2 Phys. Bl. 39, 283 (1983). 3 VDI-Ber. (Ver. Dtsch. Ing.) 499, 141 (1983); Steinbilcher, in Fagan (Hrsg.), Holographic nondestructive testing with automatic evaluation, Optics in Engeneering Measurement, Washington: Bellinghan 1986. 4 Kirk-Othmer (4.) 12, 414.
allg.: Beiser, Holographic Scanning, New York: Wiley & Sons 1988 ï Encyclopedia of Applied Physics, Bd. 7, S. 511–562, Weinheim: VCH Verlagsges. 1993 ï Guest, Holography, Encyclopedia of Physical Science and Technology, Bd. 7, S. 713–725, San Diego: Academic Press 1992 ï Kirk-Othmer (4.) 13, 338 ï Schreier, Synthetische Holographie, Weinheim: Physik 1984 ï Schumann, Zürcher u. Cuche, Holography and Deformation Analysis, Berlin: Springer 1985 ï Solymor u. Cooke, Volume Holography and Volume Gratings, New York: Academic Press 1981.

Hi Gandalf,

danke, aber diese Art von Antworten habe ich auch schon aus diversen Quellen gezaubert. Freut mich, wenn du verstehst, was das auf Deutsch bedeutet. Ich bin dafür leider zu unbedarft und suche nach einer besseren Erklärung.

Trotzdem danke für denen Einsatz und nix für ungut ;o)

Respekt, Gandalf.
Wollte das mal meinem Schwiegervater erklären. Bin immer stiller geworden ;-/
Roland

Kann mit das mal jemand so erklären, dass ich es einfach und
logisch nachvollziehen kann?

Ich kann’s ja mal versuchen. Aaaalso:
Bei der sog. Reflexionsmethode weitet man einen Laser mit einer Linse auf und teilt dann den Strahl in zwei Teile: den Referenzstrahl, der direkt von VORNE auf die Phtotplatte (eine etwas dickere teilweise durchsichtige Schicht) geht und den Objektstrahl der das Objekt bestrahlt und dann von HINTEN auf die Photoplatte fällt.
Die Objekt- und Referenzwelle bilden nun in der Photoplatte eine 3dim. stehende Wellen. Die Berge dieser stehenden Wellen erzeugen dann durch einen photochem. Prozess feste Punkte in der Photoplatte, die daruch zu einem 3dim Gitter geworden ist.

Jetzt kommts:
Bestrahlt man nun die Photoplatte mit weißem Licht wird bei der Reflexion das Licht nur in der Richtung und in der Farbe verstärkt wie die ursprüngliche Objektwelle. Damit hat man Informationen über die Objektwelle insbesondere über ihre Richtung quasi gespeichert. Ändert man nun etwas den Berachtungswinkel, so ändern sich die reflektierten Wellen so dass sie die ursprüngliche Objektwelle wieder rekonstruieren; es entsteht also ein etwas anderes, gedrehtes Bild.
Und das erklärt auch den 3dim. Eindruck.

Gruß
Oliver

Erstmal muß man verstehen, wie das mit den Wellen funktioniert (Ich versuchs mal ganz einfach zu erklären, am besten eine Zeichnung dazu machen). Stell Dir vor, so ebene Licht-Wellen von einer Laserlichtquelle (wie Wasserwellen an einem geraden Strand) laufen auf ein punktförmiges Hindernis auf (ein Pfahl im Wasser). Von diesem „Streuzentrum“ werden dann die Wellen reflektiert, und zwar in alle Richtungen, so daß eine Kugelwelle entsteht (so wie wenn man einen Stein ins Wasser wirft).
So. Irgeneinen Gegenstand kann man sich so vorstellen, als sei er aus ganz vielen Punkten zusammengesetzt (ganz viele Pfähle im Wasser). Läuft also eine ebene Welle auf diesen Gegenstand, so entstehen von jedem Punkt seiner Oberfläche reflektierte Kugelwellen. Wenn ich mir irgendeine Methode ausdenke, die diese Kugelwellen genauso erzeugt wie der Gegenstand, auch wenn der Gegenstand nicht wirklich da ist, dann sehe ich dennoch den Gegenstand dreidimensional vor mir. Die Holographie ist eine solche Methode, und es funktioniert folgendermaßen:
Diese ganzen vom Gegenstand reflektierten Kugelwellen durchlaufen einen durchsichtigen Film, den man direkt neben dem Gegenstand aufstellt. Das alleine würde noch nichts bewirken, deshalb läßt man gleichzeitig eine zweite ebene Welle durchlaufen, die genau im selben Takt schwingt, wie die erste, beleuchtende ebene Welle. Diese überlagert sich mit den Kugelwellen, entweder positiv oder negativ, so daß ein feines Hell-Dunkel-Muster ensteht, welches im Film konserviert wird.
Jetzt drehe ich den Vorgang um: Ich schicke eine ebene Welle durch das Hell-Dunkel Muster im Film. Das Hell-Dunkel Muster kann man sich seinerseits wieder als eine Ansammlung von Streuzentren vorstellen, von denen viele Kugelwellen ausgehen. Und siehe da, diese Kugelwellen summieren sich genauso zusammen wie die ursprünglichen Kugelwellen vom Gegenstand, somit sehe ich den Gegenstand.
Laser muß man benutzen, weil diese Licht mit guten Welleneigenschaften erzeugen (lange, gleichmäßige Wellen einer Wellenlänge).
Will man ein Hologramm ohne Laser betrachten, so muß man noch weitere Tricks anwenden, die ich erklären kann, falls Interesse besteht.

Gruß
Moriarty

Aha… ?
Hm… also langsam wird das klar… zusammen mit der Antwort von Oliver…

Also kann man das so sagen?
Die Filmschicht, auf der das Hologramm aufgebracht wird, hat nicht nur eine Oberfläche, sondern eine gewisse (wenn auch sehr schmale) Dicke, so dass darin ein dreidimensionales „Quasi-Abbild“ des Objektes entsteht. Dieses Abbild ist sehr schmal, so schmal, dass es zu Eigenschaft hat, Licht unterschiedlicher Freqeunz (Farbe) in unterschiedliche Richtungen zu brechen. Wenn ich es also mit weißem Licht bestrahle, werden die verschiedenfarbigen Anteile des Lichtes in unterschiedlichen Winkeln reflektiert, und ich bekomme den Eindruck eines dreidimensinalen Objektes vor mir?
Das erklärt dann auch, warum Hologramme in Regenbogenfarben schimmern?

Warum sind denn Hologramm so fälschungssicher? Natürlich kann man sie nicht einfach kopieren (oder könnte man das dann nicht auch, indem man das Bild mit Lasen verschiedener Frequenzbereiche abtastet?) - aber ist mit fälschungssicher lediglich der Aufwand gemeint, eine Anlage zu bauen, und selbst entsprechende Hologramme zu erzeugen?

Andi

Gute Erklärung…! Danke :smile:

Also, ich sehe schon, ohne entsprechende Zeichnungen kann man das nur sehr schwer erklären… ich empfehle daher mal eine Suchmaschine zu bemühen und etwas im Netz zu suchen, ich bin sicher es gibt viele Seiten, die das gut erklären. Es gibt auch gute (und dicke) Bücher zu dem Thema, und auch Clubs.

Ein Hologramm rekonstruiert die Wellenfront eines Gegenstandes unter Ausnutzung der Beugung. Das Hologramm ist ein Beugungsgitter, das aus der originalen Wellenfront erzeugt wird und diese zu rekonstruieren imstande ist. Ein Hologramm ist kein Abbild des Gegenstandes im Sinne einer Projektion wie bei einer Kamera, sondern eine Speichermethode für Wellenfronten. (In Kinofilmen wird das Hologramm immer schwebend im Raum gezeigt. Das ist übrigens Unsinn.)

Hier ein Versuch, weitere Fragen zu beantworten:

Also kann man das so sagen?
Die Filmschicht, auf der das Hologramm aufgebracht wird, hat
nicht nur eine Oberfläche, sondern eine gewisse (wenn auch
sehr schmale) Dicke, so dass darin ein dreidimensionales
„Quasi-Abbild“ des Objektes entsteht. Dieses Abbild ist sehr
schmal, so schmal, dass es zu Eigenschaft hat, Licht
unterschiedlicher Freqeunz (Farbe) in unterschiedliche
Richtungen zu brechen. Wenn ich es also mit weißem Licht
bestrahle, werden die verschiedenfarbigen Anteile des Lichtes
in unterschiedlichen Winkeln reflektiert, und ich bekomme den
Eindruck eines dreidimensinalen Objektes vor mir?

Nein, so ist es leider nicht. Um ein (einfarbiges) Hologramm zu erzeugen, genügt eine Photoschicht ohne Dicke. Das kann man dann aber nur unter Laserlicht betrachten. Will man ein Tageslichthologramm, so benötigt man dicke Schichten (dick ist immer noch nur Bruchteile von mm). Das sogenannte „Regenbogenhologramm“ ist nochmal ein Spezialtyp, das ebenfalls ohne Dicke auskommt. Erst dieser Typ erlaubt sowohl Betrachtung unter Tageslicht als auch gleichzeitiges Vervielfältigen mit einem Prägestempel, wird also für EC-Karten etc. genutzt. Die Farben kommen hier grob gesprochen durch Beugungseffekte zustande, ähnlich wie bei einer CD. Bei diesem Hologrammtyp kann man die Gegenstände meist nur in einer Achse drehen, wärend das Drehen in der anderen Achse nur einen Farbwechsel hervorruft (und nicht eine Ansicht von oben oder unten).

Das erklärt dann auch, warum Hologramme in Regenbogenfarben
schimmern?

wie gesagt, nur ein spezieller Typ von Hologrammen tut das

Warum sind denn Hologramm so fälschungssicher? Natürlich kann
man sie nicht einfach kopieren (oder könnte man das dann nicht
auch, indem man das Bild mit Lasen verschiedener
Frequenzbereiche abtastet?) - aber ist mit fälschungssicher
lediglich der Aufwand gemeint, eine Anlage zu bauen, und
selbst entsprechende Hologramme zu erzeugen?

Das ist die Erklärung. Man könnte mit einer holographischen Ausrüstung, einer Ausbildung als Physiker und mit entsprechenden Materialien ein Hologramm kopieren.

Andi