Holzbalkendecke - Schallschutz / Durchfederung

Hallo,
wir suchen für eine Holzbalkendecke Lösungen für Schallschutz und Verringerung der Bodenschwingungen. Die Sanierung muss von unten erfolgen.
Zur Verringerung der Durchfederung planen wir folgendes Vorgehen:
Decke nach oben mit Stahlspriesen überspannen und in diesem Zustand mit einem verleimten Holzbinder halten.
Frage hierzu:
liegen Erfahrungen zu diesem Vorgehen vor und wenn ja, welche Anbieter von „überspannte Holzbinder“ sind bekannt?
Der Schallschutz soll im Anschluss von unten abgehängt an die überspannte Decke angebracht werden. Hierzu suchen wir Lösungen welche möglichst keinen Körperschall übertragen.

Vielen Dank für Tipps und Anregungen

Wave

Hallo,

Der Schallschutz soll im Anschluss von unten abgehängt an die
überspannte Decke angebracht werden. Hierzu suchen wir
Lösungen welche möglichst keinen Körperschall übertragen.

Irgendwie ist das verkehrt herum :frowning:
Wenn Du versuchst den Schall von unten zu dämmen, geht jeder
Tritt oben direkt auf die Konstruktion und wird als Körperschall
weitergeleitet.
Üblicherweise wird deshalb oben als Fußboden eine schwere
Beton- oder Gipsplatte gegossen, die elastisch auf Schaumstoff
gelagert ist -> Schwimmestrich.

Nun gut, wenn es von oben nicht geht, dann muß die Abhängung
unten zumindest einige Bedingungen erfüllen, damit sie einiger-
maßen wirksam ist.

- Abhängung möglichst luftdicht, denn auf direktem Weg kommt der
 Schall = Druckschwankungen von der schwingenden Decke nach unten.
 Wenn Fugen z.B. mit absobierendem Mat. (z.B. Silicone) 
 gefüllt werden, wird damit doppelter Effekt erreicht 
 -\> Luftschall behindern, Körperschall dämpfen.
- Anhängung möglichst schwer an elastischen Aufhängungen.
 Damit wird das wirksame Masse-Federprinzip realisiert, welches 
 verhindern kann, daß die Deckenschwingungen direkt auf die
 Abhängung übertragen werden. Dazu könnten z.B. Zugfedern dienen.
- Zusätzliche Dämpfung. Das wird durch Stoffe erreicht, die 
 Schallschwingungen aktiv absorbieren können. 
 Bei Körperschall sind es z.B. elastische und viskose Stoffe 
 wie z.B. Aspalt und Gummi, die massive Teile dämpfen können.
 Beim Luftschall haben bestimmte Akkustikschäume und auch 
 Faserstoffe (z.B. Glaswolle) gute Dampfungseigenschaften.
 Bei der Glaswolle ist es die Reibung zwischen den Fasern, die
 Schallschwingungen in Wärme umwandelt. 
- oben bleibt natürlich immer die Möglichkeit einen dämpfenden 
 Belag (dicken Teppich mit Schaumstoffrücken) zu nutzen
 (-\> primärer Schallschutz ).

Das alles ist nun bischen akademisch, sollte aber dazu dienen,
jegliche Lösungsvorschläge auf die mögliche Wirksamkeit zu
prüfen und evtl. auch Kombinationen von Maßnahmen zu bewerten.

Gruß Uwi

Hallo!

Bist Du sicher, dass die Balken sich durchbiegen,
oder könnte es nicht sein, dass die Dielenbretter für das durchbiegen verantwortlich sind ? Die Balken sind üblicherweise reichlich dimensioniert.

Bei meiner Wohnungssanierung habe ich auf die alten Dielen 2 Laagen der Schaumstoff-Trittschalldämmung verlegt,
und darauf 24 mm OSB-Platten.

Ich will nicht sagen, dass es ein perfekter fester und geräuchdämmender Boden ist,
Aber das Verhältnis von Kosten und Aufwand zum Ergebnis finde ich akzeptabel. Ich bin zufrieden damit, und meiner Eltern in der Wohnung darunter auch.

Grüße, Steffen!

Hallo Uwi,
vielen Dank für Deine interessanten Informationen. Was ich jetzt noch suche ist eine technische Lösung zum abhängen von dem Schallschutz welche möglichst kein Körperschall überträgt.

Gruss Wave

Hallo!

Bist Du sicher, dass die Balken sich durchbiegen,
oder könnte es nicht sein, dass die Dielenbretter für das
durchbiegen verantwortlich sind ? Die Balken sind
üblicherweise reichlich dimensioniert.

in unserem Fall ist der Schwachpunkt eindeutig die für die gegebene Spannweite zu schwach dimensionierten Holzbalken :frowning:

Bei meiner Wohnungssanierung habe ich auf die alten Dielen 2
Laagen der Schaumstoff-Trittschalldämmung verlegt,
und darauf 24 mm OSB-Platten.

Decke muss kann leider nur von unten saniert werden.

Trotzdem vielen Dank

Wave
Ich bin noch dabei Sanierungsmöglichkeiten in diesem Forum zu hinterfragen:
http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwe…

Hallo Wave

vielen Dank für Deine interessanten Informationen. Was ich
jetzt noch suche ist eine technische Lösung zum abhängen von
dem Schallschutz welche möglichst kein Körperschall überträgt.

Grundsätzlich wird Körperschall schon mal über die Auflager (Wände) übertragen. Dies kann man nicht sanieren, außer Abbruch. Eine Unterdecke, z.B. Rigips. doppelt beplankt, Dämmstoffeinlage, mit gummigelagerten Abhängern, wird den durch die Decke übertragenen und erzeugten Luftschall deutlich vermindern. Wobei der z.B. durch Tritte oder Musik erzeugte Luftschall gemeint ist.

Gruss Wave

Grüße
BW

Hallo,

vielen Dank für Deine interessanten Informationen. Was ich
jetzt noch suche ist eine technische Lösung zum abhängen von
dem Schallschutz welche möglichst kein Körperschall überträgt.

Übertrgane wird immer etwas.
Die Aufhängung an elastischen Elementen (Federn hatte ich ja schon genannt.
Ein Problem ist dabei noch die Dämpfung und die Resonanzfrequenz.
Dämpfung kann man verschieden realisieren
z.B. bei Spiralfedern durch Einzug in Gummischlauch
bei Blattfedern durch Reibung zwischen den Federblättern
bei sogenannten Silentblöcken (z.B. Motoraufhängungen)
wird beides in einem realisiert.
http://www.elestore.de/de4/Silentbloecke.html
http://www.gummi-metall-technik.de/Gummi-Metall-Puff…

Die Resonanzfrequenz ist möglichst so zu legen, daß sie außerhalb
des Frequenzspektrums der Anregung liegt.
Eine möglichst niedrige Resonanzfrequenz hat auch den Vorteil,
keine hörbaren Frequenzen zu erzeugen (also unter ca. 20Hz).
Die Resonanzfrequenz wird durch die gefederte Masse und die
Federkonstante festgelegt.

Bei sehr niedriger Resonanzfrequenz gibt’s allerdings ein Problem.
Die Amplitude wird größer als bei höheren Frequenzen, so daß
die Abdichtung an den Wänden mit entsprechenden Mat. realisiert
weden muß (z.B. Gummibänder).

Gruß Uwi

Hallo,

vielen Dank für Deine interessanten Informationen. Was ich
jetzt noch suche ist eine technische Lösung zum abhängen von
dem Schallschutz welche möglichst kein Körperschall überträgt.

Übertragen wird immer etwas.
Die Aufhängung an elastischen Elementen (Federn hatte ich ja schon genannt.
Ein Problem ist dabei die Dämpfung und die Resonanzfrequenz.
Dämpfung kann man verschieden realisieren:
z.B. bei Spiralfedern durch Einzug in Gummischlauch
bei Blattfedern/Tellerfedern durch Reibung zwischen den Federn.
Bei sogenannten Silentblöcken (z.B. Motoraufhängungen) wird beides
in einem durch das Material (Gummi) realisiert.

http://www.elestore.de/de4/Silentbloecke.html
http://www.gummi-metall-technik.de/Gummi-Metall-Puff…

Die Resonanzfrequenz ist möglichst so zu legen, daß sie außerhalb
des Frequenzspektrums der Anregung liegt (möglichst niedrig).
Eine sehr niedrige Resonanzfrequenz hat den Vorteil,
keine hörbaren Frequenzen zu erzeugen (also unter ca. 20Hz).
Die Resonanzfrequenz wird durch die gefederte Masse und die
Federkonstante festgelegt.

Bei sehr niedriger Resonanzfrequenz gibt’s allerdings ein Problem.
Die Amplitude wird größer als bei höheren Frequenzen, so daß
die Abdichtung an den Wänden mit entsprechenden Mat. realisiert
weden muß (z.B. Gummibänder).
Die Dämpfung ist sehr wichtig, um bei Resonanz die Amplidute
stark zu begrenzen.

Gruß Uwi

Hallo BW,
die Informationen zu Körperschall / Luftschall waren mir neu :smile:)

Vielen Dank

Gruss Wave

Silentblöcke für Schallschutz
Hallo,

da hast Du ja unten sogar passende Silentblöcke gefunden, die
speziell für Zugbelastung zum Anhängen gemacht sind.

Eine Bitte noch.
Ich habe unten vergessen die fehlerhafte Version meiner Antwort zu
löschen. Da du nun schon wieder eine Antwort darunter geschrieben
hast, geht es jetzt nicht mehr.
Wenn es dir nicht zu viel Mühe macht, dann kopiere dein letztes
Posting bitte nach oben und losche es. Dann werde ich meinen
Beitrag auch löschen, wenn das noch geht.

Ich werde dem Mod auch vorschlagen, die Inhalte incl. deiner
gefundenen Lösungen evtl. in einer FAQ zu verwursten.
Die Fragen zum Schallschutz kommen immer wieder mal.
Ich habe dazu auch schon desöfteren was geschrieben. Die Physik,
welche da wirkt ist zwar nicht übermäßig kompliziert, aber
den meisten Menschen (Bauherren) doch nicht geläufig.

Gruß Uwi

Hallo Uwi,
bin in der gleichen Richtung inzwischen fündig geworden:
http://www.bautechnik.rrg-online.de/a
Die RRG Bautechnik bietet sehr gute Informationen und Lösungen zu dieser Problematik an!!

Vielen Dank

Wave

Hallo,

ja, interessant .

Und nun bitte noch das Posting unten löschen.
-> In der Leiste rechts „Artikel löschen“
Das geht solange, wie keine Antwort darauf geschrieben wird.

Gruß Uwi

bin in der gleichen Richtung inzwischen fündig geworden:
http://www.bautechnik.rrg-online.de/a
Die RRG Bautechnik bietet sehr gute Informationen und Lösungen
zu dieser Problematik an!!

Vielen Dank

Wave