Hallo,
hatte gerade so eine „Schnapsidee“ und wollte hören wer dazu was konstruktives sagen kann.
Eigenlich sind Holzbrikets ja nur gepresste Späne! Da könnte man doch auf die Idee kommen, sich sowas selbst herzustellen
, also nur für den privaten Gebrauch, denn Sägemehl bekommt man sicher kostenlos (??).
Welchen Druck müßte man zum Pressen zur Verfügung haben (hydr. Holzspalter z.B. 5t).
Darf ich die selbstgebastelten Dinger dann auch verbrennen oder gibts rechtliche Klippen?
Freue mich auf eure Antworten!
Gruß Wolfgang
Hallo!
…denn Sägemehl bekommt
man sicher kostenlos (??).
Wo größere Mengen Sägespäne anfallen, gibt es ziemlich sicher eine Verwertungsmöglichkeit, etwa in Gestalt einer damit betriebenen Heizung. Deshalb sind die Zeiten vorbei, als es größere Mengen Späne für umme gab. Vor Jahren konntest Du noch holzverarbeitende Betriebe finden, die Geld ausgaben, um ihre Späne loszuwerden und erneut Geld ausgaben, um ihre Räume mit Öl zu heizen. Ist alles Geschichte; Öl ist teuer und Späne sind ein ähnlich wertvoller Rohstoff.
Welchen Druck müßte man zum Pressen zur Verfügung haben (hydr.
Holzspalter z.B. 5t).
Das weiß ich nicht. Die 5 t Deines Holzspalters wirken auf eine geschärfte Klinge. Auf eine Fläche eines Briketts/Holzpresslings verteilt, bleibt davon als Flächendruck nicht viel übrig. Das mußt Du ausprobieren oder Du guckst Dir die Anlage eines Herstellers von Presslingen an. Frisches, feuchtes Holz darf man nicht verheizen, es brennt auch schlecht. Bei frischem Holz wird das Lignin, das als Bestandteil des Holzes als „Kleister“ beim Verpressen dient, am besten kleben. Trocknen hoch verdichteter Presslinge wird aber schwierig. Also wird man die Späne erst auf Restfeuchte trocknen müssen und dann verpressen. Von den beiden Arbeitsgängen Trocknung und Verdichten hängt ganz wesentlich der Heizwert der Presslinge ab.
Ein Haufen Holzspäne besteht hauptsächlich aus Luft. Um 1 m³ Presslinge zu erhalten, wirst Du geschätzt das 5 bis 10-fache Volumen an Spänen brauchen. Bei Lagerung und Trocknung größerer Mengen Holzspäne solltest Du genau wissen, was Du tust. Hinsichtlich Brandschutz ist das kein Selbstgänger.
Darf ich die :selbstgebastelten Dinger dann :auch verbrennen oder gibts :rechtliche Klippen?
Es müssen Späne von unbehandeltem Naturholz sein, also nichts aus Altholz mit Holzschutzmitteln und nichts aus Spanplatten. Außerdem darf eine bestimmte Restfeuchte nicht überschritten werden. Die liegt bei handelsüblichen Presslingen um ca. 12%. Ferner darf der Staubanteil m. W. nur ca. 1% des Gewichts betragen, weil man aufgrund der Explosionsgefahr zum Verheizen von losen Sägespänen, Säge- und Schleifstaub spezielle Öfen braucht, die nur für Brenner >15 kW genehmigungsfähig sind.
Zum Einstieg in die Thematik empfehle ich „Heizen mit Holz“ ISBN 3-922964-44-3 Buch anschauen.
Gruß
Wolfgang
Hallo!
Danke für die ausführliche Antwort!
Ich werd´s bei Gelegenheit einfach mal testen in wie weit der Spalter in der Lage ist aus Sägespänen was zu pressen und wie „haltbar“ es dann ist:smile:
Wegen der Sägemehl-Öfen die du erwähntest: wo gibt´s denn sowas?
Gruß
Wolfgang