Hallo,
haben uns entschieden ein Haus zu kaufen. Nachdem wir nun schon einige Häuser angesehen haben, sind wir auf eines in Holzständerbauweise gestoßen.
Es ist von 2003 und entspricht absolut unseren Vorstellungen- ein richtiges Traumhaus von der Aufteilung und der Optik her gesehen!
Kennen uns leider überhaupt nicht aus, daher meine Frage:
Wer hat Erfahrung mit so einer Bauweise und kann uns über etwaige Nachteile aufklären?
Was muss man außerdem alles beim Hauskauf beachten?
Das Haus sollte max. 10 Jahre alt sein- wo können versteckte Mängel sein?
Ist es ratsam einen Gutachter einzuschalten?
Freue mich über Eure Antworten!
Ist es ratsam einen Gutachter einzuschalten?
Es muß kein Gutachter sein, ein Bausachverständiger, z.B. ein Architekt tut es auch. Ohne fachkundigen rat eingeholt zu haben, würde ich das Haus nicht in die engere Wahl ziehen.
Hallo,
Ist es ratsam einen Gutachter einzuschalten?
Es muß kein Gutachter sein, ein Bausachverständiger, z.B. ein
Architekt tut es auch. Ohne fachkundigen rat eingeholt zu
haben, würde ich das Haus nicht in die engere Wahl ziehen.
Also der Tipp ist grundsätzlich richtig.
Von reinen Architekten würde ich aber abraten - die halte ich hintergrundmässig für zu designorientiert.
Ich würde mir jemand suchen, der sehr eng am Thema Bauphysik arbeitet und da viel Erfahrung hat. Insbesondere zum Thema Holz.
Nicht jeder kann i.d.R. alles gleich gut. Warum sollte das also hier anders sein?
Beim Thema „Holzhaus“ liest man häufig von Schallproblemen (Trittschall etc.).
Ob das nun eine olle Kamelle ist, die für die 70er zutraf, aber längst gelöst ist, weiß ich nicht.
Wäre ja eher leicht zu prüfen.
Viel Erfolg
Grüße
Michael
@michael: … also, mir ausgerechnet von einem Unternehmensberater anhören zu müssen, dass ich als Architekt „alles ein bißchen aber nix richtig“ kann, hat ja seine eigene Komik 
So, jetzt zur Frage der (NICHT designorientierte) Rat von mir:
Holzständerbauweise zeichnet sich durch Trocken- und Leichtbaueigenschaften aus.
Auf Deutsch: Probleme könnten hinsichtlich der Fugendichtigkeit bestehen (zieht es?), was man durch einen „Blower-Door“-Test prüfen kann. Wurde der evtl. schon gemacht? Liegt ein Prüfbericht vor? Falls nicht, könnt Ihr den Test or dem Kauf machen lassen oder eine Klausel in den Kaufvertrag nehmen, dass ein Fugendichtigkeitswert X vorausgesetzt wird und bei größerer Undichtigkeit ein Minderungs / Wandlungsrecht o.ä. eintritt
Weitere Probleme könnten (!) hinsichtlich des Schallschutzes im Inneren bestehen (Stellt Euch in zwei übereinanderliegende Räume - der oben stehende hüpft/tanzt/läuft und der unten stehende beurteilt, ob´s in Ordnung ist - alternativ gibt´s da natürlich auch wissenschaftlichere Methoden). Wichtiger ist allerdings u.U. der Schallschutz der Außenwände. Liegt eine Einflugschneise / bahnlinie / Autobahn / Stahlwerk o.ä. in der Nähe ? Hört während der Betriebszeiten mal, ob der Schallschutz Euch ausreicht.
Letztlich solltet Ihr auf die etailausbildung schauen (lassen), um ie Lnglebigkeit beurteilen zu können. Ist am Boden / am Dachrand / … eine Feuchteeinwirkung zu erkennen? Falls ja, würde die in den nächsten Jahren natürlich zunehmen.
Generell würde ich allerdings nicht von einem Haus in Holzständerbauweise abraten. Das einzige WIRKLICHE Problem, das sie hat, ist ein Imageproblem, weil in Deutschland nur „Stein auf Stein“ etwas gilt (Wiederverkaufswert). Die eigentlichen „hard facts“ lassen sich mit Holz genauso realisieren wie mit Mauerwek - es kommt halt immer drauf an, wer es gemacht hat und wie der Qualitätsanspruch war.
Der Rat, mit Fachmann/-frau vor Ort zu erscheinen, ist in jedem Fall (auch bei den anderen Kaufobjekten) der Richtige. Als Laien KÖNNT Ihr u.U. wesentliche Faktoren nicht erkennen - ob Holz, Stahl, Beton oder Stein.
viele Grüße
Tim
P.S.: Streng genommen machen Architekten übrigens überhaupt kein „Design“. Auf englisch vielleicht - der Deutsche Begriff „Design“ ist allerdings etwas anderes. Das aber nur am Rande.
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@michael: … also, mir ausgerechnet von einem
Unternehmensberater anhören zu müssen, dass ich als Architekt
„alles ein bißchen aber nix richtig“ kann, hat ja seine eigene
Komik 
@Tim: „alles ein bißchen aber nix richtig“: du siehst - DAFÜR bin ich doch Fachmann 
Aber im Ernst: der Ausbildungsgang zum Architekten erzwingt nicht ein tiefes Verständnis von bestimmten Gegebenheiten (sonst hätte ich z.B. nicht so viel Geld für sehr „interessante“ Vorschläge gelatzt bzw. für die Behebung von optischen „Glanzstücken“, die leider nicht zur Physik auf der Erde passen wollten, so viel Geld ausgegeben - da bin ich schon lockerst im 5-stelligen EURO-Bereich).
Abgesehen davon wären ja Studiengänge wie BauIng, Statiker etc. Blödsinn, wenn das Architekten alles „automatisch“ könnten.
Wie sich jeder wissensmäßig weiterentwickelt ist ja seine/ihre Sache, also kann man nicht alle Architekten in einen Topf stecken.
Ein Orthopäde ist ja auch nicht besser oder schlechter als ein Augenarzt: kommt halt drauf an, um welches Thema es geht.
Wenn jemand von toller Architektur spricht, habe ich jedenfalls bisher immer von optischen „Reizen“ als Ausgangspunkt gehört. Jedenfalls ist das nach meinem Kenntnisstand der Hauptfokus.
Grüße
Michael
‚Kunst‘ kommt von ‚können‘
Wie sich jeder wissensmäßig weiterentwickelt ist ja seine/ihre
Sache, also kann man nicht alle Architekten in einen Topf
stecken.
ich glaub´, so kann man Deine Aussage stehen lassen - dann ist sie auch auf alle anderen Berufsgruppen anwendbar.
Es gib schließlich überall die „schwarzen Schafe“ bzw. in unserem Fall Architekten, die nicht wissen, dass „Kunst“ von „Können“ kommt.
Generell müsste (ja: konjunktiv) ein Architekt allerdings tatsächlich das Wissen aller Fachsparten vereinen (nicht tief, aber zumindest breit) und immer dann , wenn sein Wissen aufhört, den Fachplaner hinzuziehen.
Die gezielt ignoranten Kollegen, die ausschließlich auf „optische Reize“ aus sind, sterben hoffentlich bald aus (im übertragenen Sinne, natürlich).
Dass Du anscheinend an ebensolche geraten bist, ist natürlich bedauerlich und macht Dich naturgemäß wenig empfänglich für anderslautende Bekundungen - es ehrt Dich, dass Du dennoch nicht alle über einen Kamm scherst und zu oben zitiertem Fazit gelangst.
`Hoffe, Keller und Dach sind mittlerweile trocken, Mülleimer und Briefkasten untergebracht und das Wasser fliesst weg vom Haus (um die üblichen Fehler aufgezählt zu haben) 
viele Grüße
Tim