Hallo,
wir möchten gerne unsere alte Waschbeton- Terrasse erneuern. Gedacht haben wir an Holzdielen. Rein technische Verlegearbeiten sollten nicht so kompliziert sein. Bei der Auswahl des Holzes sind wir aber sehr verwirrt.
Bangkirai: scheint auf Grund der großen Nachfrage nur noch ein Sammelsurium von irgendwo in Indonesien gefällten Hölzern zu sein. Wir haben uns ein eher gleichmäßiges Farbenbild für unsere Terase vorgestellt. Unter ökologischen Aspekten wohl nicht empfehlenswert.
Massanranduba: Hat zwar ein gleichmäßigeres Farbenbild, oft aber „Flecken“. Immerhin aus irgend wie lizesierten Plantagen.
Garapa: Heute zum ersten mal von gehört, sieht aber sehr gleichmäßig aus, allerdings im Farbton heller. Ökologisch bisher keine Meinung gefunden.
Thermoholz - OHT: Thermisch mit oder ohne Öl behandeltes europoäisches Holz, welches dadurch vergleichbare Qualitäten zu Urwaldholz bekommen soll. Ökologisch bisher keine Meinung gefunden. Es werden wohl Esche, Buche und Tanne verwandt.
Vergrauen scheinen alle nach einiger Zeit, wenn keine Behandlung erfolgt. Einölen, streichen?
Wer kann mir einen Erfahrungsbericht oder sonstige Infos mitteilen?
Herzlichen Dank
Chrissie
[MOD] archivtauglich gemacht
Hallo Chrissie,
hast Du folgende Hölzer in Augenschein genommen?
Douglasie
Lärche
Robinie
Speziell Robinie ist für den bewetterten Außenbereich das ideale Holz.
Alle diese Hölzer brauchen nicht behandelt zu weren, wenn konstruktiv sichergestelt ist, daß es keine Staunässe gibt.
Allerdings vergrauen sie, was für meinen Geschmack aber den Reiz von Holz (allgemein) ausmacht.
Auf Dauer läßt sich dieses Vergrauen wohl nur mit massivem Einsatz von Farbe verhindern, was ein regelmäßiges Nachstreichen erforderlich macht.
Gandalf
Hallo, Chrissie!
Wir haben uns vor nunmehr 6 Jahren leichten Herzens von unseren Waschbetonplatten getrennt und Holz verlegt.
Für den Unterbau haben wir stabile Träger aus Lärchenholz verwendet, obendrauf Bretter aus Douglasie.
Wichtig:
- wie Gandalf schon erwähnt hat: es darf sich nirgends die Nässe stauen; die Bretter dürfen nur auf den Querbalken aufliegen
- zwischen den Brettern muß etwas Platz sein, damit sie arbeiten können; bei unseren Brettern ist die Lücke dazwischen bei feuchtem Wetter etwa 0,5 cm, bei trockenem Wetter 2 cm breit, obwohl mein Mann beim Verlegen überall 1 cm gelassen hatte
- die Bretter müssen gut abgelagert sein, also bei einem guten vertrauenswürdigen Holzhändler kaufen; hier nicht sparen, man holt das durch lange Lebensdauer und fehlenden Pflegeaufwand wieder rein
- in die Bretter sollten der Länge nach Rillen gefräst sein, damit Wasser ablaufen kann; aus ebendiesem Grund ist auch ein minimales Gefälle ratsam
- Lärchenholz muß sägerauh sein, nicht gehobelt oder gar geschliffen, da anscheinend sonst der Wetterschutz nicht mehr gegeben ist
- zum Befestigen Edelstahlschrauben verwenden, da diese nicht festrosten können und man somit einzelne Bretter im Bedarfsfall leichter herauslösen kann, z.B. um zwischen die Spalten gefallene wichtige Dinge wieder rauszuholen
- keinesfalls auf irgendeine Art und Weise behandeln, da sonst eventuelle Feuchtigkeit im Holz eingeschlossen wird und es dann von innen heraus modert; das Holz muß „atmen“ können, d.h. Feuchtigkeit muß hinein, aber auch wieder heraus können; das dadurch unvermeidliche Vergrauen muß man einfach als natürlich und gottgegeben hinnehmen
Wir würden uns jedenfalls jederzeit wieder für Holz entscheiden; die Optik und das angenehme Fußgefühl (in der Übergangszeit nicht zu kühl, im Sommer nicht knalleheiß) entschädigen für vereinzelte Spreißel; man lernt ganz schnell, etwas vorsichtiger über die Terrasse zu gehen.
Grüßle
Regina