Holzwände Schimmel, Materialsuche

Hallo,

ich renoviere gerade mein Haus (Holzhaus Bj 65) und beim entfernen der Weichfaserplatten habe ich auf den Feder&Nut-Brettern der Wände Schimmel entdeckt. Das Schimmel ist an den innen liegenden Zimmerwänden, ein Kondensationsschaden kann ausgeschlossen werden, da im Winter immer sehr niedrige Luftfeuchte in den Räumen ist.
Die Wände der Zimmer in denen ein Fenster ist, sind weniger betroffen, ein in Hausmitte liegender Abstellraum ist in den Wänden selbst sehr stark von Schimmel befallen, vermutlich durch fehlende Abdanpfmöglichkeit.
Eine Firma zur Bewertung des Schimmels war schon vor Ort, das Gutachten steht noch aus.
Die Mitarbeiter der Fa. sind jedoch mit mir einer Meiung, dass der Schimmel bereits beim Errichten des Hauses aufgetreten ist, da er äußerlich nur vereinzelt und nicht großflächig ist und einen „alten“ Eindruck macht.

Nun zu meiner eigentlichen Frage:
Die Wände, die ich erneuern muss sind nicht tragend (Bauingenieur war vor Ort), die Rahmenhölzer haben aktuell 45x45mm. Eine eventuelle Versteifung gg. Windlast ist aber nicht 100% ausgeschlossen. Deswegen denke ich, es wäre besser erstmal die Wände so wieder aufzubauen (Rahmen, Holzverkleidung) und dann erst die Gipskartonplatten davor zu schrauben. Sicher ist sicher.

Ich möchte den Rahmen komplett entfernen und neu erstellen, mit 45x70mm Hölzern.
An dem Punkt, wo es um die Verkleidung geht, scheitere ich allerdings.
Statt der ungehobelten Feder&Nut-Bretter, würde ich lieber einen Plattenwerkstoff nehmen.

Inzwischen ist eine Diskussion entbrannt bzgl. OSB, Sperrholz, Mehrschichtplatten.
Es gibt formaldehydfrei verleimte OSB-Platten, allerdings wird von VOC gewarnt, was ich nicht greifen kann, da ich keine eindeutige Aussage gefunden habe, wie lange da was ausdünsten kann.
Bei anderen Mehrschichtig verleimten Platten (Sperrholz, oder Dreischichtholz) werden Leime verwendet, die Formaldeyd ausgasen, hier wird nur von geringer Menge gesprochen, aber was sit schon gering ?

Da ich große Flächen neu machen muss und auch der Fußboden neu mit Platten belegt wird, weiß ich nicht, was ich nun nehmen soll. Der Preis spielt bei der qm-Menge natürlich auch noch eine Rolle.

Ich könnte natürlich auch wieder die gleiche Sorte Feder&Nut Bretter nehmen (19mm) aber da ich dazu keine Ausagen über die Restfeuchte bekomme, stellt sich mir dann die Frage, ob ich mir nicht die gleichen Probleme wieder einbaue.

Was würdet ihr mir empfehlen ?

Danke und Grüße

anton

Hallo anton4.

viele Fragen vielleicht auch viele Antworten.

  1. Schimmel ist (leider) ein Bestandteil unserer Umwelt und du kannst ihm nur dadurch Herr werden wenn du im seine optimalen Entwicklungsbedingungen unterbindest. (Feuchtigkeit, Wärme, Zugluffreiheit) nach deinen Schilderungen kann dieser Schimmel durchaus bereits beim einbringen der Bretter in das Haus entstanden sein. Klarheit schaft dir die Feuchtigkeitsmessung in den Brettern die befallen sind.

  2. eine trockene Raumluft hat nichts mit Holzfeuchtigkeit zu tuen (sie bedingen sich zwar Sorptionsgleichgewicht)
    wenn du 25°C warme Zimmerluft mit 40% Luftfeuchte (das ist schon arg trocken normal er 50%-60%) hast, so sind ca 10g/m³ Wasser in der Luft und wenn diese trockene Luft sich auf Außenwänden oder Glasscheiben auf unter 12°C abkühlt hast du bereits Kondensat.

Das Holz in einer Sauna (90% Luftfeuchte) ist Trocken 5-10% Holzfeuchte.

http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4ttigung_(Physik)…

  1. jede art von Plattenwerkstoff wird in irgendeiner Art mit Bindemitteln und Fungi- und Pestizide hergestellt über die es leider keine Langzeitstudien gibt.
    Außer bei den damals verwendeten wie Formaldehyd, Dichlordiphenyltrichlorethan, Polychlorierte Biphenyle … alles wirkungsvolle Mittel aber auch ungesund für den Menschen. Wie die derzeit verwendeten Produkte im langzeit Test wirken kannst du selber auszuprobieren oder zum altbewährten Vollholz greifen. Jedoch wird Holz (da Organisch) im Normalfall von Pilzen, Mikroben und Insekten recycelt.

  2. Dein Haus steht seit ca. 50 Jahren mit bisher unwesentlichen Schäden also hat sich das bisher doch als brauchbare Konstruktion erwiesen.

  3. Nut und Feder Bretter als Bauholz haben ca. 12-18% Holzfeuchte. Alles über 20% neigt zu Schimmelbefall.

  4. Auch wenn ich kein Öko-freak bin haben unsere Altvorderen Jahrhunderte mit der Kombination Holz und Lehm gebaut und das steht heute noch.
    kleiner Tipp Lehmbauplatten haben wunderbare Raumfeuchte Regulationseigenschaften, sind Geruchsbildung und absolut Schadstofffrei.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan

Moin,

Das Holz in einer Sauna (90% Luftfeuchte) ist Trocken 5-10%
Holzfeuchte.

ähm, Du meinst in einem Dampfgarer?!

In einer Sauna hast Du kaum 10 % relative Luftfeuchigkeit, eher 5 % und selbst bei Aufgüssen werden 30 % relative Feuchte kaum erreicht.

Gandalf

Danke Gandalf,

deshalb läuft mir in einer Sauna auch so der Schweis da die Trockene Luft kaum meinen Schweis aufnimmt. OK dann habe ich das verstanden ;o)

Caldarium: gleichmäßige Wärme von 40 bis 50 °C abstrahlen. Die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch und beträgt nahezu 100 %.
Quelle (OK außen aus Stein aber die Bänke Roste Auflagen sind aus Holz)

-klassischen (finnischen) Sauna, in der Regel etwa 45–60 °C bei einer Luftfeuchtigkeit von ca. 40–55 Prozent Quelle

Bitte die 5% (bzw. 30% … kaum erreicht) mal überdenken kleiner Tipp:

Die Luftmassen der trockenen Passatwinde haben sich beim Erreichen der Sahara-Region längst abgeregnet und die Luftfeuchtigkeit ist in der Wüste mit ungefähr 20 Prozent sehr gering.Quelle

Cu Stefan

Moin,

-klassischen (finnischen) Sauna, in der Regel etwa 45–60 °C
bei einer Luftfeuchtigkeit von ca. 40–55 Prozent Quelle

hm,dann guck mal in einer normalen trockenen Sauna aufs Hygrometer. Entweder sind die in allen Saunen kaputt, oder der Zeiger wird bei 10 % relativer Luftfeuchte blockiert.

Ach ja, dann hab ich Deine Quelle weitergelesen und da steht dann

In der Aufguss-Sauna herrscht eine relativ niedrige Luftfeuchtigkeit: bei 100 °C an der Decke 2–5 Prozent relative Feuchte.

Die Luftmassen der trockenen Passatwinde haben sich beim Erreichen der Sahara-Region längst abgeregnet und die Luftfeuchtigkeit ist in der Wüste mit ungefähr 20 Prozent sehr gering.

Was relative Luftfeuchte und deren Abhängigkeit von der Temperatur bedeutet ist Dir aber klar?!
Da Du Wiki zu mögen scheinst, http://de.wikipedia.org/wiki/Relative_Luftfeuchtigke…

Dort aus dem Diagramm kannst Du ersehen, daß bei 100 °C pro Kubikmeter Luft rund 600 g Wasser aufgenommen werden können. 10 % davon (also 10 % relative Luftfeuchtigkeit bei 100 °C) entsprechen dann 60g pro Kubikmeter. Schaut man dann wieder ins Diagramm, sieht man, daß dies etwas 100 % relativer Luftfeuchtigkeit bei rund 40 °C entspricht.

Soweit klar?

Gandalf

Hallo Gandalf,

mir geht es hier nicht um die Sauna sondern um den zusammenhang von Luftfeuchte und Holzfeuchte auch ist mir bekannt, was relative Luftfeuchte ist (siehe meine Erste Antwort)

  1. eine trockene Raumluft hat nichts mit Holzfeuchtigkeit zu tuen (sie bedingen sich zwar Sorptionsgleichgewicht)
    wenn du 25°C warme Zimmerluft mit 40% Luftfeuchte (das ist schon arg trocken normal er 50%-60%) hast, so sind ca 10g/m³ Wasser in der Luft und wenn diese trockene Luft sich auf Außenwänden oder Glasscheiben auf unter 12°C abkühlt hast du bereits Kondensat.

Nur eine von dir erwähnte Luftfeucht von 3% ist eine so trockene Luft die jedes Tröpfchen Schweis auf deiner Haut sofort verdunsten läst.
Wer der Meinung ist seine Sauna so einzustellen gerne doch.
Wenn du eine Trockensauna einschaltest ändert sich durch das aufwärmen auch die Luftfeuchte, von vorher meinetwegen 22°C 50% Luftfeuchte ca.10g/m³ auf 90°C es bleibt ja vorerst bei den 10g Wasser also somit bei ca 3-4% Luftfeuchte (die du aber mit Aufgüssen und deine Anwesenheit auf ca. 10-20% bringst ich rede hier von einer Trockensauna)

Meine Behauptung:

Das Holz in einer Sauna (90% Luftfeuchte) ist Trocken 5-10% Holzfeuchte.

Bezog sich aber weder auf einen Dampfgarer noch auf eine Trockensauna. Sondern das in einer Sauna mit 90% Luftfeuchte (demnach also keine Trockensauna) die eingebauten Hölzer trocken sind.

Nun ist aber Hoffentlich gut?
Ich weis das es trockene Saunen gibt ich meine aber Explizitheit Dampfsaunen und das auch nur als Beispiel das Luft- und Holzfeuchte sich Bedingen aber nicht unmittelbar von einander Abhängig sind.

Cu Stefan

hallo sind die Hölzer aus feuchte Gehalt geprüft worden ??

als Schutz vor Schimmelbefall hilft auch ein anstrich mit Sumpfkalkfarbe der hohe ph wert 14,4 Verhindert Schimmelwachstum ,kalk ist ein natürlicher feuchte Regulator ähnlich wie zb lehm
grüße u.d.

Vielen Dank !
Hallo,

ich war jetzt so mit dem Haus beschäftigt, dass ich nicht mehr zum antworten gekommen bin.

Die erwähnten Lehmplatten klingen interessant, die werde ich mir mal ansehen.

Ansonsten haben wir uns dann entschlossen, alles raus zu reißen und die Wände komplett neu zu bauen.
Die Anmerkung, dass Naturholz nunmal dazu neigt, von Schimmel un co zersetzt zu werden, hat uns zu einem Plattenwerkstoff überredet. einer ESB Platte. Ich habe die Dinge zwar noch nie gesehen, aber es klingt schon interessant.

Danke und Grüße

anton