Allerdings sehe ich das Thema Barrierefreiheit bei privaten
Homepages nicht ganz so dramatisch.
Sorry, aber bei sowas stellen sich mir die Nackenhaare auf.
Ich finde das in etwa vergleichbar damit, wenn ein Blinder jemanden fragt, ob er ihm über die Straße hilft und er dann als Antwort bekommt „Nein, Du bist nicht meine Zielgruppe“. Eine Website nicht barrierefrei zu machen, ist IMHO mehr als nur auf der Straße aus sicherer Entfernung einem Blinden zuzusehen, wie er sich ohne Hilfe durchs Leben bewegt.
Für die Betreiber privater
Homepages ist es doch in der Regel gar nicht so entscheidend,
dass ihre Seite von wirklich jedermann genutzt werden kann,
Wie definierst Du „privat“? Durch entsprechende Sicherungsmechanismen, z.B. mit Benutzername/Passwort geschützte Sites, die das private Familienalbum beinhalten?
Ja, das ist wahrlich eine private Site. Alles andere sind öffentliche Sites, und die sollten bitteschön für jeden nutzbar sein (das zu erreichen ist mit semantischem HTML, Trennung von Inhalt (HTML) und Layout (CSS) ganz einfach für jedermann möglich). Nicht der Webmaster, der eine Site öffentlich macht, entscheidet darüber, wer sie nutzen kann oder will, sondern der Besucher, der mit Interesse und Erwartung an seine Site rangeht.
und umgekehrt wird niemand dadurch einen Nachteil erleiden,
dass ihm der Inhalt irgendeiner x-beliebigen privaten Homepage
verborgen bleibt.
Wenn jemandem der Inhalt einer x-beliebigen Website verborgen bleibt, dann ist das schon ein Nachteil. Und wenn die Site so „x-beliebig“, also „uninteressant“ oder „unwichtig“ ist, warum steht sie dann in einem weltweiten Netz, das damit wirbt, alle Inhalte für alle gleichermaßen zugänlich zu machen?
Websites sind mehr als nur Fotoalben in Kinderzimmern von Menschen, die niemand kennt. Websites sind eher öffentlich zugängliche, in Telefon- und Branchenbüchern stehende Geschäfte, zu denen jeder Zugang hat. Und wenn da ein Rollstuhlfahrer vor einem für ihn interessanten Geschäft steht, dass drei Treppenstufen vor dem Eingang hat, dann ist das mehr als nur „nicht nett“.
Wenn man was anderes macht, als aktuelles HTML und CSS, ist das meist schwieriger und aufwändiger und hat den Effekt, dass es nicht 100% nutzen können. Warum sich immer wieder so viele Menschen diesen Aufwand machen, anstatt eine mittlerweile ausgereifte Technik zu nutzen, die als „Nebeneffekt“ garantiert 100%ige Nutzbarkeit für alle bietet, ist mir ein Rätsel.
Das nur so als Denkanstoß.
Für Blinde ist das Internet eine Möglichkeit, sich in der Welt leichter zurecht zu finden, man sollte seinen Mitmenschen nicht noch Steine in den Weg legen, sich endlich auch mal frei entfalten und all das tun können, was andere Menschen seit Geburt und wie selbstverständlich können.
Schönen Wochenanfang,
-Efchen