Hallo auch,
Ein Homöopath verschreibt einer depressiven Frau ein
homöopathisches Medikament mit Johanniskraut in der
Konzentration D100.
nun versuche ich diese Behandlung aufzudröseln. Vermutlich
wird dies unvollständig sein, daher habe ich auch nichts gegen
Ergänzungen…
- Der Homöopath erstellt eine Diagnose
Eine Diagnose erstellen ist sicherlich nichts
Homöopathie-Spezifisches.
Was spricht gegen die Behandlung des Homöopathen ?
- Er verschreibt eine pflanzliche Medizin…
auch das ist nichts Homöopathie-Spezifisches. Die Chinesen und
auch unsere Vorfahren haben das seit Jahrtausenden gemacht.
Was spricht gegen die Behandlung des Homöopathen ?
- …und zwar nach dem Grundsatz „Similia similibus curentur“
(Ähnliches mit Ähnlichem).
Auch bei TCM ??? Grundsätzlich ??? Oder hab ich da was verpasst ???
auch dies entbehrt nicht einer gewissen Logik. Als ehemaliger
Hitzeschockforscher weiss ich, dass ein milder Hitzestress die
Menge der Hitzeschutzproteine erhöht und somit vor Hitze
schützt. Auch wenn zwar Hahnemann das Prinzip „Similia
similibus curentur“ entdeckt/erfunden/verbreitet hat (oder
haben sollte), dann wird dieses Prinzip mittlerweile nicht nur
von der Homöopathie -bewusst oder unbewusst- angewendet.
Was spricht gegen die Behandlung des Homöopathen ?
- Der Homöopath sucht die richtige Konzentration,…
Auch dass „viel hilft viel“ nicht immer richtig ist, ist
vermutlich von allen medizinischen Richtungen anerkannt;
insofern auch nichts Homöopathie-Spezifisches.
Was spricht gegen die Behandlung des Homöopathen ?
- …, die in diesem Beispiel D100 ist
(AFAIK heisst dass 100x nacheinander jeweils 1:100 verdünnen
und zwar nach einem bestimmten Verfahren, dass sich
Potenzieren nennt)
und JETZT sind wir bei DEM Unterschied der Homöopathie zu
allen anderen medizinischen Richtungen: Ein Mittel wird
stärker, je stärker es verdünnt ist, auch wenn kein einziges
Wirkstoffmolekül mehr in dem Präparat ist.
Was spricht gegen die Behandlung des Homöopathen ? Ein Mittel in Überdosierung verursacht den Tod.
- Das Medikament wirkt.
Na also, der erste Schritt zur Einsicht.
Dies geschieht durch eine der beiden Möglichkeiten (oder durch
die Kombination beider):
a. Placebo-Effekt, bzw. Mobilisierung der Selbstheilkräfte
Dieser Effekt ist gut dokumentiert; deswegen werden ja
Doppel-Blind-Studien durchgeführt. Der Placebo-Effekt ist
ebenfalls nichts Homöopathie-Spezifisches.
Was spricht gegen die Behandlung des Homöopathen ?
b. Zufall
kann es ja auch bei Heilungen geben („Wer heilt hat Recht“
genauso wie beim Fussball: wer die Tore schiesst ist der
Held); sicher nichts Homöopathie-Spezifisches
Was spricht gegen die Behandlung des Homöopathen ?
ES KANN NICHT SEIN:
c. Ein Wunder/ bzw. ein metaphyischer Effekt
Denn die Homöopathie hält sich ja nicht für Hokuspokus sondern
für eine seriöse Wissenschaft
OK, das macht die „klassische Medizin“ auch. War gerade mal in Wien, und direkt neben dem Krankenhaus der Friedhof . Na sowas.
d. eine biochemische Wirkung
Dies kann auch nicht sein, weil sich bei der D100-Verdünnung
kein Wirkstoffmolekül in dem homöopathischen Präparat befunden
hat. Bei einer geringen Verdünnng von z.B. D4 könnte man
sicher überlegen, ob es eine biochemische Wirkung auf z.B.
einen Rezeptor (wo?) geben könnte.
Das solltest du mal nicht so einfach hinwerfen, sondern wissenschaftlich und empirisch nachweisen.
Bin mal gespannt, was ich bei dieser Aufzählung alles
vergessen habe.
Nicht vergessen, übersehen. Vielleicht mal über den eigenen Tellerrand rausschauen.
Wie man der „Aufdröselung“ entnehmen kann, sehe ich die
„Potenzierung“ als das „Wesentliche der Homöopathie“ an
(obiger Pkt.5) Alle anderen Punkte sind IMHO mit den anderen
medizinischen Richtungen mehr oder weniger weitgehend
vereinbar.
IMHO macht der Homöopath doch nichts anderes als der naturwissenschaftliche Mediziner oder der Chinese. Wobei letztere natürlich zugeben, daß Grenzen gesetzt sind oder auch zu anderen Maßnahmen (hier Naturwissenschaftliche Medizin) gelegentlich geraten wird (ein Homöopath operiert sehr ungerne).
Aber die „Potenzierung“ steht in völligem Widerspruch zu dem
naturwissenschaftlichen Weltbild.
Oh Gott, das ist natürlich schrecklich. Welche Partei muss ich demnächst wählen ?
Wie Cess (10.04.2007 12:44)
richtig bemerkte, hat Wasser nun mal kein Gedächtnis.
Gut, habe den Zusammenhang nicht nachgelesen. Aber wenn ich bedenke, zu wieviel % ich aus Wasser bestehe und mein Gedächtnis irgendwie vom Wasser abhängig ist,…
In welchen Bezug muss ich dein Argument jetzt nochmal verstehen ???
Die
scheinbaren Ergebnisse von J. Benviste von 1988 sind eindeutig
widerlegt worden.
Hab jetzt nicht mehr den Nerv, das nachzulesen, scheint wohl auch etwas dahingeworfen.
In diesem Punkt muss man sich entscheiden: entweder pro
Naturwissenschaft oder pro Homöopathie.
Warum ??? Ich habe allerbeste Erfahrungen mit Akupunktur gemacht, wo die Naturwissenschaft bereits aufgegeben hat.
Ich hätte nichts dagegen, wenn die Hochpotenzierungs-Homöopathie
behaupten würde, dass Ihre angeblichen Erfolge auf Wundern
(mit Wundern könnte ich leben…) beruhen und deswegen nur
dann und wann auftreten.
Klaro, würde deinem Weltbild so richtig entgegenkommen.
Aber genau das will die Homöopathie
ja nicht, da sie ja einen wissenschaftlichen Anspruch erhebt.
Der Erfolg zählt. Und dies gilt für Homöopathie, traditioneller westlicher Medizin, TCM, usw.
Und nicht jeder Mensch ist empfänglich für alles.
so far
yps
so fair
BW