Homöopathie bei Tieren - Eure Erfahrungen?

Hallo in die Runde, :wave:

ich wollte mal Fragen ob ihr schon Erfahrungen mit homöopathischen Arzneien für Tiere gemacht habt? Es ist nämlich so, dass unsere Hasendame Pearl die wir sehr lieben leider immer wieder scheinträchtig ist und sich dadurch am Bauch Entzündungen bilden die teils aus richtig eitrig werden. Die Medikamente die wir bisher ausprobiert haben haben leider keinen Erfolg gezeigt und jetzt überlegen wir, es mal mit Homöopathie zu probieren, weil wir selber in der Familie auch immer wieder auf Globuli etc. zurückgreifen und in der Vergangenheit oft gute Erfahrungen mit dieser sanften Medizin gemacht haben.

Natürlich würden wir nicht auf eigene Faust drauflos therapieren sondern halt schauen dass wir einen guten Tierarzt mit einer Spezialisierung in Homöopathie finden damit der Pearl mal genau untersuchen und seine Einschätzung geben kann. Man weiß ja nie, vielleicht liegt die Ursache irgendwo ganz anders, wo wir bisher nicht daran gedacht hätten. :thinking:

Also ich bin grundsätzlich schon optimistisch dass das zumindest einen Versuch wert ist aber würde mich freuen falls jemand von euch sein Haustier schon mal homöopathisch behandeln hat lassen und sich austauschen möchte. :slightly_smiling_face:

Dafür muss er aber nicht mit Homöopatie arbeiten.

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Homöopathie hat über den Placeboeffekt hinaus keine Wirkung. Beim Tier ist’s dann Placebo by proxy.
Stell sie einem Tierarzt für richtige Untersuchung und Behandlung vor

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Wird nichts nützen, da Tiere im Gegensatz zum Menschen noch nie von Hahnemann gehört haben

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Es wird aber versucht:
Home (tierheilpraxis-lorberg.de)

Ich kenne eine Tierärztin, die gibt ihren Kunden regelmäßig Globuli mit. Aber nicht, weil sie den Tieren hilft, sondern, weil es die Kunden beruhigt.

Ihr könnt gerne „wild drauf lostherapieren“. Da es zwischen den einzelnen Globuli keinen nachweisbaren Unterschied gibt, ist es völlig irrelevant, welche ihr nehmt.

Grüße
Pierre

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hallo, tut mir leid, dass eure hasendame immer wieder mit beschwerden zu kämpfen hat. die idee, es mal homöopathisch zu versuchen finde ich schon mal gut, allerdings ist es wichtig diese von einer ausgebildeten fachperson durchführen zu lassen, die auch eine ausgiebige untersuchung mit anamnese durchführt. eigentlich eh wie du gesagt hast: lieber nicht auf eigene faust drauflos therapieren. in welchem land bist du denn zuhause? es gibt da nämlich unterschiede in deutschlan, österreich und der schweiz. meine gute freundin hat geht mit ihrer katze immer zu einer tierärztin, die auch eine zusatzausbildung in homöopathie hat.

Zumindest in Deutschland kann jeder Hinz und Kunz eine solche Ausbildung anbieten und dann hinterher bunte Zettel drucken, die man sich über den Schreibtisch hängen kann. D.h. es gibt keinerlei geregelte Ausbildung oder Abschlüsse hierzu. Was ist eine solche Ausbildung von eigenen Gnaden dann wert? Kann man also auch gleich bleiben lassen, ist ohnehin nicht notwendig oder vorgeschrieben.

Auch ich kann ich mich selbst ab sofort als Tierheilpraktiker bezeichnen und homöopathische Behandlungen anbieten, da diese Berufsbezeichnung nicht geschützt ist. Natürlich sollte ich mich vorab darüber informieren, was für Behandlungen Tierärzten vorbehalten sind, und mich ein wenig mit Tierschutzrecht, Arzneimittelrecht, … beschäftigen, um mich nicht unnötig einer Strafverfolgung auszusetzen.

Und im Gegensatz zur Humanmedizin muss man sich in der Veterinärmedizin noch nicht einmal einer Heilpraktikerprüfung stellen, die keinerlei Ausbildung voraussetzt, sondern nur dazu gut ist sicherzustellen, dass diese Quacksalber zumindest wissen, was sie auf keinen Fall anstellen dürfen und wann sie Kunden zu ausgebildeten und approbierten Ärzten schicken müssen.

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@Bernd54 Nein natürlich nicht, aber beim normalen Tierarzt waren wir ja schon und der hat nach seiner Untersuchung eben Medikamente verschrieben, die keine Besserung gebracht haben. Daher die Hoffnung auf einen anderen Zugang, zumal bei Homöopathie ja, soweit ich weiß, sehr auf den ganzheitlichen Gesundheitszustand geschaut wird und nicht nur auf die akuten Symptome.

@wolkenlos Vielen Dank für dein Mitgefühl und die Aufklärung. Ich selber wohne in Österreich – weißt du ob ich da auf irgendwas bestimmtes achten muss bei der Auswahl, also gibt es verschiedene Zertifikate oder ist das eh eine einheitliche, standardisierte Ausbildung? Ich wusste jedenfalls nicht, dass das in Deutschland und der Schweiz anders ist mit der Zusatzausbildung, sehr interessant.

@Wiz ist das wirklich so überhaupt nicht geregelt in Deutschland? Es muss doch auch dort Tierärzte mit anerkannter Ausbildung im Bereich Homöopathie geben, oder? Aber klar, dass man da dann sehr genau hinschauen muss an wen man sich wendet…

Das sagen die Verkäufer. Irgendwie müssen sie ihre Leistung ja an den Mann und die Frau bringen…

Es gibt keine „anerkannte Ausbildung in Homöopathie“. Jeder kann sich diverse Bücher darüber kaufen, diese Lesen und kann sich anschließend „Homöopath“ nennen. Nur wenn man in Deutschland am Menschen „herumdoktern“ möchte, muss man vorher beim Gesundheitsamt einen Test ablegen, indem man beweist, dass man weiß, was man nicht darf, um sich dann „Heilpraktiker“ nennen zu dürfen. Und dann kann man (bis auf die Dinge, die beim Gesundheitsamt abgefragt wurden) fast alles mit seinen Kunden machen. Selbst wenn man 3 Menschen vom Leben in den Tot befördert bekommt man nur eine 2-jährige Bewährungsstrafe… Link Und hier nochmal ein Link zu einem Film über das deutsche Heilpraktiker(un)Wesen: Link

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Die Hoffnung stirbt leider zuletzt! Wie bereits erwähnt ist das das „Werbeversprechen“ der Homöopathen. Da kann man dran glauben wie man den Versprechen von Politikern glauben kann - mit der Realität hat das aber eben leider nichts zu tun.

Wie schon erwähnt da gibt es nix staatlich anerkanntes. Das ist genauso wie all die Coaches Ausbildungen mit denen man sich dann Business Coach" schimpfen darf, was aber eben keine Aussagekraft hat.

Mein Tipp: Einfach einen anderen RICHTIGEN Arzt ausprobieren und eben eine andere Expertenmeinung einholen oder eben dem Arzt schildern, das die Medikamente nicht so recht helfen und man eine andere Behandlung anstrebt.

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Ich wiederhole mich gerne. Das gibt es nicht einmal in der Humanmedizin, und noch viel weniger in der Veterinärmedizin. Es gibt natürlich 1001 Kurse, und dabei mischen durchaus auch Anbieter mit, die eigentlich einen Ruf zu verlieren haben (aber wenn das Geld ruft, …) und Leute, die sich mit hochtrabenden Begrifflichkeiten schmücken, die haarscharf am Rande der Strafbarkeit vorbei gehen. Aber geregelt ist hierzu konkret abseits grundsätzlicher gesetzlicher Regelungen wie z.B. denen des Straf- oder Arzneimittelrechts (deren Kenntnisse allerdings auch niemand in solchen Kursen vermitteln, sondern die der Anbieter nur selbst im Hinterkopf haben muss, um sich nicht strafbar zu machen), … gar nichts. D.h. da kann jeder erzählen was er will. Nichts davon muss irgendwie belegt sein (und sei es nur, dass so nun mal die Tradition seit Herrn Hahnemann ist). Am Ende kann man dann prüfen, was und wie man will und darüber bunte Zettel mit phantasievollen (auch die oft haarscharf am Rande der Strafbarkeit) Qualifikationsbezeichnungen ausstellen.

Und wenn wir speziell von Kursen sprechen, die auf die Heilpraktikerprüfung vorbereiten, so ist niemand gezwungen, solche Kurse vor der Prüfung zu besuchen, und ist deren tieferer Sinn und Zweck bestenfalls die Prüflinge darauf vorzubereiten, was tatsächlich an Prüfungsfragen kommt, und wie man die zu beantworten hat. Diese Fragen zielen aber mitnichten darauf ab, dass man zu belegen hätte, dass man bestimmte Methoden der Heilkunst gelernt hat und nun beherrscht, und es ist auch vollkommen egal welche davon überhaupt und ggf. wie gelehrt worden sind. Vielmehr geht es da ausschließlich darum, aufgrund einer gewissen minimalen Basis von Wissen der Diagnostik und technischer/hygienischer Grundlagen die Grenze dessen zu erkennen, in welchen Situationen ein Heilpraktiker was legal wie tun darf (vollkommen unabhängig davon, ob dies in der konkreten Situation des Kunden aufgrund einer fachgerechten Anamnese und Diagnose indiziert wäre) und wann dem Kunden der Besuch eines Arztes anzuraten ist.

D.h. wenn ich einen Kurs anbieten würde, der ausschließlich darauf basieren würde, dass ich mir alle möglichen Prüfungsfragen organisiere, und nicht mehr als deren stumpfe, rein mechanische Beantwortung in die Prüflinge ohne jeglichen Hintergrund zu Sinn und Zweck dieser Regelung eintrichtern würde, dann wäre dies grundsätzlich so machbar. Aber mehr verdienen könnte man natürlich mit einem ganzen Kursprogramm mit zig speziellen Kursen zu dieser und jeder angeblichen Methode von Frau Hinz und Herrn Kunz mit „schwierigen“ Zwischenprüfungen, Praktika, … dadurch erzielbaren „Zusatzqualifikationen“ wie „geprüfter Perlentherapeut“ oder „konzessionierter Praktiker der Methode nach Wiz“ (für die dann jedes Jahr eine kleine neue Prüfung und ein kleiner Obulus für das Führen des Titels fällig wird, …

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in österreich ist es eben so, dass es fertig ausgebildete tierärzt*innen mit homöopathischer zusatzausbildung gibt, das steht im normalfall ausgeschrieben. die haben dann eine fundierte zusatzausbildung zu ihrer schon bestehenden veterinärmedizinischen ausbildung. das heißt, es kann auch eine kombination aus beiden behandlungsmethoden erfolgen und das finde ich auch immer beruhigend, wenn ich weiß, die person kann das gut abschätzen, wann welches mittel guten gewissens eingesetzt werden kann. ich persönlich achte bei der auswahl der ärztlichen fachpersonen immer darauf, dass die bewertungen gut sind oder mir von meinem umfeld empfehlungen ausgesprochen werden.

Diese „fundierte Ausbildung“ umfasst ganze 160 Lehrstunden. Welche Berufsausbildung oder welches Studium ist ähnlich kurz?

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Moin,

Die Zulassungsvoraussetzungen für einen Heilpraktiker lauten (aus https://www.paracelsus.de/ausbildung/pruef/ver_prue.asp):

Prüfungsrichtlinien für die amtliche Heilpraktikerprüfung
Voraussetzungen für die Zulassung zur amtlichen Heilpraktikerprüfung:
Mindestalter 25 Jahre
Hauptschulabschluss
Gesundheitliche, geistige und sittliche Eignung zur Berufsausbildung und -ausübung
Amtliches Führungszeugnis ohne Vorstrafeneintrag, nicht älter als 3 Monate

Prüfungsfragen findest du dort: https://www.heilpraktiker-akademie.de/pruefungsfragen-hp-bundeseinheitliche-ueberpruefung.html
Kurz: wenn du älter als 25 Jahre bist, die Hauptschule abgeschlossen hast (Note egal, Hauptsache abgeschlossen) und die Prüfungsfragen erfolgreich beantworten kannst, dann bist du Heilpraktiker. Auf die restlichen Anforderungen bin ich nicht eingegangen, das betrifft das ärztliche Studium in etwa auch.

That’s all.

Eine ärztliche Approbation hat Hürden, die doch ein wenig höher sind (aus https://www.anwalt.org/approbation/):

Approbierter Arzt werden – Die Studieninhalte

Approbation als Arzt: Der Weg führt über ein Medizinstudium.

Bei einem Studium der Humanmedizin ist eine Regelstudienzeit von sechs Jahren und drei Monaten eingeplant. Neben Lehrveranstaltungen in der Universität spielen auch verschiedene Praktika eine wichtige Rolle.

Folgende praktische Aufgaben sind dabei zu bewältigen:

  • Praktisches Jahr (PJ) von 48 Wochen
  • Ausbildung in Erster Hilfe
  • Krankenpflegedienst von drei Monaten
  • Famulatur von vier Monaten (zwei Monate Praktikum im Krankenhaus, ein Monat in einer Arztpraxis oder ambulanten Einrichtung, ein Monat in einer Hausarztpraxis)

Diese praktischen Abschnitte der Ausbildung werden zu unterschiedlichen Zeiten absolviert. Den Abschluss des Studiums bildet das PJ . Nach dessen Abschluss erfolgt die letzte „ Approbationsprüfung “.

Ohne diese theoretischen und praktischen Studieninhalte darfst du kein Arzt werden.

Finde den Unterschied.

Würdest du einen Mechaniker an die Bremsen deines Autos lassen, der in seiner Prüfung lediglich ankreuzen musste, dass man die Bremsleitungen bei einem Leck nicht mit Tesafilm abdichten darf?
Ich würde mir das überlegen.

-Luno

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@wolkenlos schrieb von Österreich, auch wenn das übersehen wurde, und da sind die Voraussetzungen gänzlich anders als Hauptschulabschluss.

(Wobei dort die Tierärzte gar nicht erwähnt werden)

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Moin,

Ja, danke, das habe ich übersehen. Was ich noch nicht wusste, in Österreich gibt es keine Heilpraktiker wie bei uns. Sie sind schlicht verboten.

-Luno

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Um in der Medizin zu bleiben: Wenn Du mal das Pech hast, dass Du einen kleinen Unfall hast, und jemand vom Rettungsdienst Dir ein Pflaster auf eine Wunde klebt, dann ist in Deutschland jeder, auf den Du dabei treffen könntest (Rettungssanitäter, Rettungsassistent, Notfallsanitäter, …) tatsächlich medizinisch ausgebildet und musste das hierbei vermittelte medizinische Wissen dann auch in entsprechenden Prüfungen nachweisen. D.h. dagegen kann niemand, der nur die Heilpraktikerprüfung abgelegt hat, auch nur ansatzweise anstinken.

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Vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen, die Skepsis scheint ja sehr groß zu sein gegenüber solchen Heilpraktikern… Wie gesagt wohne ich selbst in Österreich und kenne mich mit dem Berufsbild gar nicht so aus, da es das bei uns nicht gibt.

Jedenfalls nochmal vielen Dank für euren Input und auch @Christa für den Link zur Ausbildung in Österreich. Das steht ja, dass die Ausbildung bei uns ganze 3 Jahre dauert und dem österreichischen Ärztegesetz unterliegt. Das finde ich schon beruhigend, das das hier so klar geregelt und auch anerkannt ist. Habe nochmal nachrecherchiert und hier auch einen Link gefunden, wo erklärt wird, dass es in der Veterinärmedizin eh auch so abläuft.

Also @wolkenlos weil du sagst, dass so ein Arzt mit Zusatzausbildung dann ja auch die Schulmedizin mit der Homöopathie kombinieren kann, das spricht mich schon sehr an. Finde es immer gut ein bisschen über den Tellerrand hinauszuschauen und Dinge auszuprobieren. :slight_smile:

@daily_eli ja genau, also es gibt fertige ärztinnen, die eine zusatzausbildung in homöopathie haben. also die sind fertig studierte medizinierinnen, die einfach noch geschult sind, in der anwendung der homöopathie. das heißt, sie kennen sich sowohl in der konventionellen medizin, als eben auch in der homöopathie aus. ich sehe das wie du und ich finde es auch gut, über den tellerrand hinaus zu sehen. meiner meinung nach gibt es nicht nur den einzig richtigen weg, es gibt eben mehrere möglichkeiten. mit einer gut ausgebildeten fachperson ist es dann natürlich auch sicher und die kann beratend zur seite stehen. zudem kann durch diese abgeschätzt werden, wann welche methode angewendet werden kann und wann die grenzen der einen erreicht sind. ich finde das schon sehr beruhigend und meine erfahrungen mit homöopathischen behandlungen sind gut. ich habe aber auch eine super ärztin, die das professionell und zuverlässig anwendet.