Homöopathische Mittelgabe

Liebe/-r Experte/-in,

meine Freundin gibt ihren Kind, lt. Verschreibung einer Ärztin, Causticum C5 als Konstitutionsmittel täglich - und das schon seit Monaten; meiner Meinung nach ist das eher bedenklich weil a) zu niedrig potenziert und b) über einen viel zu langen Zeitraum

?Was könnte dadurch passieren - chronische Zustände passieren?
?Oder wirkt das Mittel ohnehin nicht mehr?

Danke im Voraus für Antworten & beste Grüße
TamTom

Lieber TamTom,
Da ich ja das Kind Deiner Freundin nicht kenne, kann ich nur allgemein antworten.
Causticum ist ein ziemlich spezielles Mittel, das ich eigentlich noch nie als Konstitutionsmittel angezeigt gefunden habe.
In so fern zweifle ich etwas daran, dass es dem Kind passt.
Nun Causticum ist das, was übrig bleibt, wenn man vom Marmor den Kalk wegnimmt. Somit ist es praktisch das fossile Conchiulin, der organische Stoff der bei den lebenden Schalentieren die Bildung, der Kalkschale bewirkt.
In so fern ist denkbar, dass Causticum bei einer Störung des Kochen- und Zahnaufbaues nützlich sein kann.
Überwiegend finde ich es aber eher bei chronischer Blasenschwäche angezeigt, aber meistens in einer LM 30 (=Q 30). Eine C 5 ist noch an der Grenze wo die Homöopathie gerade erst beginnt und dürfte weitgehend wirkungslos sein, so wie ein Gewicht, welches man auf dem Mittelpunkt zwischen zwei Waagschalen platziert, weder die eine noch die andere zum sinken bringt.
Mit freundlichen Grüßen,

Lieber Peter,

vielen Dank für deine rasche Antwort!

Was ich nur noch weiß ist, dass der Vater des Kindes auch als Konstitutionsmittel Causticum bekommt; allerdings dann in einer höheren bzw. LM-Potenz und auch nur bei ein- bis zweimal im Jahr per Bedarf; und weil das Kind dem Vater auch so ähnlich ist… lt. Ärztin… aber C5 und das täglich über Monate finde ich einfach bedenklich! Aber wenn es ohnehin vermutlich nicht wirkt, werde ich es auch dabei belassen, denn dann ist es wohl das Beste :wink:

Danke nochmal & liebe Grüße
TamTom

Natürlich ist es bedenklich, wenn das Kind täglich Causticum C 5 bekommt, nur weil es dem Vater ähnlich ist und dem einmal Causticum in einer LM-Potenz geholfen hat, wenn es das eigentlich gar nicht braucht. Unter solchen Umständen kann nicht ausgeschlossen werden, dass es eines Tages Causticum-Prüfungssymptome entwickelt. Aber ebenso natürlich will ich mit meiner Stellungnahme nicht ihre Freundschaft trüben.
Mit freundlichen Grüßen.
Peter.

Hallo lieber Peter,

dass ich der Meinung bin, dass bei einer solchen Gabe Prüfungen entstehen können und sie zumindest nach 2-3 Wochen immer wieder eine Pause einlegen solle, das habe ich ihr ohnehin gesagt; ich wollte nur auch noch andere Meinungen darüber, ob es (meiner Meinung nach im Bestfall!) es auch so sein kann, dass die C5-Gabe eventuell wirkungslos ist, denn oft interessiert es den Körper „Gott sei Dank“ nicht mehr, was er bekommt, wenn es immer die selbe Potenz ist.

Liebe Grüße
TamTom

Lieber TamTom,
ich halte das Vorgehen ebenfalls für bedenklich, denn es ist keinesfalls so, dass homöopathische Mittel „ja nichts schaden können“. Die Theorie dahinter ist, dass der Körper durch äußere oder innere Einflüsse in seinem Gleichgewicht gestört wurde und mit einer Störung (=Krankheit) reagiert. Das körpereigene Immunsystem soll durch die Gabe eines homöopathischen Mittels (meistens eines Giftes, welches normalerweise zu der bestehenden Krankheit „ähnliche“ Symptome hervorruft, aber nun in „homöopathischen Dosen“ verabreicht wird) angeregt werden, ebendiese Symptome zu bekämpfen. Wenn nun aber die „Dosis“ (und das ist bei langdauernder täglicher Gabe von C-Potenzen auf jeden Fall so) zu hoch ist, dann wird das Immunsystem dadurch zusätzlich gestört und möglicherweise kann es dazu führen, dass die Symptome, die eigentlich behandelt werden sollen, sich eher verstärken und stabilisieren oder zusätzliche Probleme auftreten.
Was mich wundert ist, dass die C-Potenz von einer Ärztin verschrieben wurde, denn diese verwenden nach meiner Erfahrung eigentlich nur D-Potenzen, weil streng naturwissenschaftlich gesehen in höheren Potenzen (=Verdünnungen) der Stoff rechnerisch gar nicht mehr nachweisbar ist.
Ich würde empfehlen, eher zu einem guten (!) Heilpraktiker (für klassische Homöopathie) zu gehen.

Hoffe, ich konnte etwas weiterhelfen.
Viele Grüße,
Karin

Ja lieber TamTom,
Das ist es eben, reine Glückssache wenn nichts passiert, versprechen kann Dir das niemand.
Hat denn das Kind irgendwelche Beschwerden, die damit behandelt werden sollen oder geschieht das ganze nur rein aus vermeintlicher Vorsorge?
Man kann auch des Guten zuviel tun.

Mit freundlichen Grüßen.
Peter